Ukraine-Krieg: Druschba-Pipeline soll öffnen - "in wenigen Stunden" fließt wieder Öl

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Ukraine - Die Botschafter der EU-Länder stimmen am Mittwoch über die Auszahlung des im Dezember beschlossenen 90-Milliarden-Kredits für die Ukraine ab.

Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) darf für sein Land auf einen weiteren Geldregen von den EU-Staaten hoffen.
Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) darf für sein Land auf einen weiteren Geldregen von den EU-Staaten hoffen.  © Michael Kappeler/dpa

Um die für die Auszahlung notwendige Anpassung des EU-Haushalts zu beschließen, müssen alle 27 Mitgliedstaaten zustimmen.

Bisher hatte Ungarn die Freigabe des Geldes im Streit mit der Ukraine um russische Öllieferungen durch die Druschba-Pipeline blockiert. Die Ankündigung der Abstimmung nährt jedoch in Brüssel die Hoffnung, dass Budapest seine bisherige Blockade aufgeben wird.

"Wir erwarten einige positive Entscheidungen", sagte die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas am Dienstag mit Verweis auf das Botschaftertreffen. EU-Staats- und Regierungschefs treffen sich derweil am Donnerstag und Freitag in Zypern. Dabei soll auch über weitere Mittel für die Ukraine beraten werden.

Ukraine-Krieg: Tote nach russischen Angriffen in der Nordostukraine
Ukraine Ukraine-Krieg: Tote nach russischen Angriffen in der Nordostukraine

Alle relevanten Informationen zum Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Newsticker.

22. April, 11.54 Uhr: Russland will ab Mai kein kasachisches Öl mehr nach Deutschland durchleiten

Russland will ab Mai kein Öl aus Kasachstan mehr über die sogenannte Druschba-Pipeline zur PCK-Raffinerie im brandenburgischen Schwedt leiten.

Die Entscheidung geht den Angaben nach auf das russische Energieministerium zurück, welches ab dem 1. Mai die Durchleitung von kasachischem Öl für die PCK Schwedt über russisches Staatsgebiet verbietet.

Die unter staatlicher Treuhandverwaltung stehende deutsche Tochter des russischen Rosneft-Konzern habe darüber die Bundesnetzagentur informiert, erklärte eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums am Mittwoch.

"Rosneft Deutschland prüft derzeit die Auswirkungen und wird sich einer etwaigen neuen Lage anpassen", erklärte sie weiter. Die PCK ist für die Versorgung Berlins und des Nordostens Deutschlands mit Diesel, Benzin, Kerosin und Heizöl wichtig.

22. April, 11.41 Uhr: Tote und Verletzte nach ukrainischem Angriff

Nach russischen Behördenangaben seien eine Frau und ein Kind in der Stadt Sysran an der Wolga getötet worden.

Sie seien aus den Trümmern eines teilweise eingestürzten Wohnblocks gezogen worden. Zwölf Menschen seien verletzt worden. Zudem beschädigten am Morgen ukrainische Drohnen zwei Mehrfamilienhäuser.

Im Südosten der Ukraine kam wiederum ein Mensch durch einen russischen Angriff ums Leben. Ein Rangierbahnhof in Saporischschja sei mit Drohnen attackiert worden, ein Zug habe sich zu dem Zeitpunkt auf den Gleisen befunden, schrieb der ukrainische Minister Olexij Kuleba. Der Lokführerassistent sei getötet, der Lokführer ins Krankenhaus gebracht worden.

Der Minister sprach auch von Schäden in Odessa am Schwarzen Meer nach Angriffen auf die Hafeninfrastruktur. Er warf Russland Terror vor.

22. April, 11.10 Uhr: Druschba-Pipeline soll öffnen - "in wenigen Stunden" fließt wieder Öl

Die Röhre werde gegen 13 Uhr (MESZ) wieder ihren Betrieb aufnehmen, sagte ein ranghoher ukrainischer Beamter am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. Dies könne aber auch schon früher der Fall sein, fügte er hinzu.

Die Ukraine hatte am Dienstag erklärt, die nach eigenen Angaben im Januar durch einen russischen Angriff beschädigte Pipeline repariert zu haben. Sie warte nun auf einen Antrag aus Ungarn zur Wiederaufnahme der Lieferungen.

Eine entsprechende Anfrage wurde ukrainischen Angaben zufolge nun durch den ungarischen Energiekonzern MOL gestellt. Das Unternehmen, das Ungarn und die Slowakei beliefert, forderte demnach rund 100.000 Tonnen Öl an.

Kiew hofft, dass durch die Wiederinbetriebnahme die letzte Hürde für die Auszahlung eines 90 Milliarden Euro schweren Kredits der EU für die Ukraine aus dem Weg geräumt wird.

Der Betrieb der Erdölleitung "Druschba" (Freundschaft) aus Russland in die Europäische Union soll wieder aufgenommen werden.
Der Betrieb der Erdölleitung "Druschba" (Freundschaft) aus Russland in die Europäische Union soll wieder aufgenommen werden.  © ATTILA KISBENEDEK / AFP

22. April, 6.25 Uhr: Selenskyj dankt Merz für Deutschlands "starke Unterstützung"

Im Onlinedienst X erklärte Selenskyj am Dienstagabend, in einem Gespräch mit Merz habe er dessen "so starke Unterstützung der Ukraine" gelobt.

Sie hätten Themen der bilateralen und multilateralen Beziehungen gesprochen sowie über "die Schritte, die notwendig sind, um den Beitritt der Ukraine zur Europäischen Union voranzutreiben".

Thema des Gesprächs waren laut Selenskyj auch "Treffen und Verhandlungen diese Woche". "Danke, Friedrich, für die Unterstützung und die Bereitschaft, bei allem zu helfen!", schloss der ukrainische Präsident seine Erklärung.

Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) und Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskyj (48, r.) scheinen sich gut zu verstehen.
Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) und Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskyj (48, r.) scheinen sich gut zu verstehen.  © Michael Kappeler/dpa

21. April, 21.09 Uhr: Selenskyj verkündet Reparatur der "Druschba"-Pipeline

Kurz vor Beratungen über ein weiteres Darlehen für die Ukraine hat Kiew die Reparatur der Erdölleitung "Druschba" (Freundschaft) aus Russland in die Europäische Union verkündet.

"Die Ölpipeline kann ihren Betrieb wieder aufnehmen", schrieb Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) bei Telegram. Kiew erwarte nun die Freigabe von blockierten EU-Mitteln von 90 Milliarden Euro als Unterstützungspaket.

Selenskyj telefonierte nach eigenen Angaben mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (67) und EU-Ratspräsident António Costa (64) und betonte, dass die Ukraine alle Forderungen erfüllt habe und nun dringend das Geld brauche. "Diese Mittel werden nicht nur die Ukraine, sondern ganz Europa stärken", sagte er. Das Land will den Großteil des Geldes für den Abwehrkampf gegen den russischen Angriffskrieg nutzen.

Die Erdölleitung "Druschba" führt aus Russland in die Europäische Union. (Archivbild)
Die Erdölleitung "Druschba" führt aus Russland in die Europäische Union. (Archivbild)  © Zsolt Szigetvary/MTI/epa/dpa

21. April, 12.01 Uhr: Mindestens 25 Verletzte bei russischen Angriffen

Bei russischen Luftangriffen auf die Ukraine sind in verschiedenen Regionen des Landes mindestens 25 Menschen verletzt worden.

In der nordöstlichen Stadt Sumy seien 15 Menschen durch Drohnenangriffe verletzt worden, mehrere Wohnhäuser und medizinische Einrichtungen seien dabei beschädigt worden, erklärte der örtliche Regionalgouverneur Oleh Grigorow am Dienstag. Bei weiteren Luftangriffen auf die östliche Region Charkiw und die Stadt Slowjansk wurden den Behörden zufolge jeweils drei Menschen verletzt, vier weitere in der Region Dnipropetrowsk.

21. April, 6.31 Uhr: Selenskyj klagt über respektlose US-Vermittler

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den US-Vermittlern Steve Witkoff und Jared Kushner fehlenden Respekt vor der Ukraine vorgeworfen.

"Es ist respektlos, nach Moskau zu reisen und nicht nach Kiew zu kommen", sagte der Staatschef in einem Interview für das staatliche Nachrichtenprogramm. Er verstehe zwar die Schwierigkeiten bei der Anreise in das Kriegsland, doch würden auch andere nach Kiew reisen. Mit Blick auf einen solchen Besuch vor Ort sagte Selenskyj: "Das brauchen nicht wir, sondern sie." Zugleich hob er hervor, dass für ihn das Resultat und nicht der Ort der Gespräche entscheidend sei.

Selenskyj lehnte erneut einen von Russland geforderten Abzug aus den ostukrainischen Gebieten Luhansk und Donezk ab. "Das wäre fraglos für uns strategisch gesehen eine Niederlage", sagte das Staatsoberhaupt.

Ohne die Befestigungsanlagen und die ausgebaute Verteidigungslinie würde die Ukraine schwächer werden. Ein angeordneter Rückzug würde auch die ukrainische Armee moralisch schwächen. Für Selenskyj sei ein Kriegsende am schnellsten über einen Waffenstillstand entlang der aktuellen Frontlinie erreichbar.

Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskyj und Steve Witkoff, Sondergesandter der Vereinigten Staaten. (Archivfoto)
Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskyj und Steve Witkoff, Sondergesandter der Vereinigten Staaten. (Archivfoto)  © Kay Nietfeld/dpa-Pool/dpa

20. April, 16.44 Uhr: Botschafter einbestellt - "Drohungen Russlands gegen Ziele in Deutschland"

Das Auswärtige Amt hat den russischen Botschafter in Berlin unter Verweis auf "direkte Drohungen Russlands gegen Ziele in Deutschland" einbestellt.

Diese seien "ein Versuch, unsere Unterstützung für die Ukraine zu schwächen und unsere Geschlossenheit zu testen", erklärte das Außenamt am Montag im Online-Dienst X.

Deutschland lasse sich aber "nicht einschüchtern", hieß es. Derartige Drohungen "und alle Arten von Spionageaktivitäten in Deutschland seien "vollkommen inakzeptabel".

Möglicherweise hat die Einbestellung mit einer Erklärung des russischen Verteidigungsministeriums von vergangener Woche zu tun: Das Ministerium drohte darin, Unternehmen in Europa ins Visier zu nehmen, die Verbindungen zur Ukraine haben.

Das Auswärtige Amt hat den russischen Botschafter am Montag einbestellt.
Das Auswärtige Amt hat den russischen Botschafter am Montag einbestellt.  © Elisa Schu/dpa

20. April, 15.58 Uhr: Ermittler entdecken 45 verschleppte ukrainische Kinder

Internationale Ermittler haben gemeinsam mit Europol 45 mutmaßlich entführte ukrainische Kinder identifiziert und aufgespürt.

Die Kinder seien vermutlich gewaltsam in die besetzten Gebiete der Ukraine, nach Russland oder Belarus verschleppt worden, teilte Europol in Den Haag mit. Die Informationen seien den ukrainischen Behörden übergeben worden.

Zwei Tage lang hatten Sonderermittler aus 18 Ländern sich in Den Haag an der Suche beteiligt. An der Europol-Aktion war auch der Internationale Strafgerichtshof beteiligt. Die Ergebnisse können nach Informationen von Europol zum Aufenthaltsort der deportierten Kinder führen.

Die Experten hatten online in digitalen Quellen und mit Gesichtserkennung versucht, die Kinder zu finden. Grundlage sind etwa Kinderfotos der Eltern. Es seien unter anderem auch Transportrouten ermittelt worden sowie Militäreinheiten, die an der Deportation beteiligt waren. Es ist die dritte internationale digitale Suchaktion von Europol zu den verschleppten Kindern der Ukraine.

Laut Europol wurden 45 mutmaßlich entführte ukrainische Kinder aufgespürt.
Laut Europol wurden 45 mutmaßlich entführte ukrainische Kinder aufgespürt.  © Jerry Lampen/ANP/dpa

20. April, 15.56 Uhr: Ranghoher ukrainischer Militär bei Drohnenangriff verletzt

In der Ukraine hat ein wichtiger Berater des ukrainischen Verteidigungsministers Mychajlo Fedorow nach eigenen Angaben einen russischen Drohnenangriff nur knapp überlebt.

Der Drohneneinschlag habe sein Haus zerstört, teilte Serhij Beskrestnow mit. "Mich hat es getroffen, aber das Wichtigste: Wie durch ein Wunder bin ich am Leben", schrieb er. Dazu veröffentlichte er ein Bild von sich aus dem Krankenhaus.

Der 51-jährige Beskrestnow gilt als Spezialist für militärische Funktechnologien. Seit Kriegsbeginn ist er an der Front in den Bereichen Funk, elektronische Kriegsführung und Aufklärung aktiv - und damit auch für den Drohnenkampf. Im Januar 2026 wurde er von Verteidigungsminister Fedorow zu dessen Berater auf dem Gebiet ernannt.

Titelfoto: ATTILA KISBENEDEK / AFP

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