Ukraine-Krieg: Zwei russische Raffinerien brennen nach Drohnenangriffen

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Ukraine - Kiew ist am Mittwochmorgen von einer regelmäßigen Serie von Explosionen erschüttert worden.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) fordert "mehr Entschlossenheit".
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) fordert "mehr Entschlossenheit".  © Jens Büttner/dpa

Wie Korrespondenten der Nachrichtenagentur AFP aus der ukrainischen Hauptstadt berichteten, erfolgte die erste heftige Explosion noch vor Ertönen der Luftschutzsirenen.

Die neue Angriffswelle erfolgte nur einen Tag, nachdem durch Angriffe der Truppen Moskaus in der Ukraine nach Behördenangaben mindestens 30 Menschen getötet worden waren.

Die Ukraine braucht nach eigenen Angaben dringend Nachschub für ihre Luftabwehr. Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) forderte am Dienstag unmittelbar vor dem Nato-Gipfel in Ankara "mehr Entschlossenheit" bei der Versorgung seines Landes.

Ukraine-Krieg: Drohnen über der Ukraine und Russland
Ukraine Ukraine-Krieg: Drohnen über der Ukraine und Russland

Alle relevanten Informationen zum Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Newsticker.

8. Juli, 8.34 Uhr: Zwei russische Raffinerien brennen nach Drohnenangriffen

Die ukrainische Armee hat Russland erneut mit Drohnenangriffen bis tief ins Hinterland überzogen und auf die Ölindustrie des Gegners gezielt.

In den Raffinerien von Saratow an der Wolga und Nischnekamsk in Tatarstan brachen Brände aus, wie ukrainische und russische Telegramkanäle berichteten. 

In Saratow knapp 800 Kilometer von der Ukraine entfernt wurde nach Angaben von Gouverneur Roman Bussargin ein Mann getötet. Er bestätigte ansonsten nur Schäden an der zivilen Infrastruktur. Nischnekamsk liegt etwa 1200 Kilometer von ukrainischem Gebiet entfernt. 

Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte mit, bis zum Morgen seien über russischem Gebiet 415 feindliche Drohnen abgefangen worden.

In den vergangenen Stunden wurde Russland von mehreren ukrainischen Drohnen angegriffen
In den vergangenen Stunden wurde Russland von mehreren ukrainischen Drohnen angegriffen  © Evgeniy Maloletka/AP/dpa

8. Juli, 6.19 Uhr: Erneut russischer Angriff mit ballistischen Raketen auf Kiew

Während in der Türkei der Nato-Gipfel begonnen hat, ist die ukrainische Hauptstadt Kiew erneut von Russland mit ballistischen Raketen angegriffen worden.

Kurz nach Mitternacht Ortszeit erschütterten mehrere Explosionen die Dreimillionenstadt. Im Zentrum Kiews war Brandgeruch spürbar, wie ein Reporter vor Ort berichtete.

Bürgermeister Vitali Klitschko (54) informierte bei Telegram über mehrere Brände in zwei Stadtteilen. Der Luftalarm wurde erst mit Verzögerung nach den ersten Explosionen ausgelöst. Nach Angaben des Rettungsdienstes wurden zwei Menschen bei dem nächtlichen Angriff verletzt.

Auch die ostukrainische Großstadt Charkiw wurde Behördenangaben zufolge in der Nacht angegriffen. In zwei Bezirken wurden Raketeneinschläge registriert, wie Bürgermeister Ihor Terechow auf Telegram mitteilte. Mehr als zehn Häuser seien beschädigt worden. 

Vitali Klitschko (54), Bürgermeister von Kiew, bestätigte zwei Brände in der Hauptstadt.
Vitali Klitschko (54), Bürgermeister von Kiew, bestätigte zwei Brände in der Hauptstadt.  © Aleksandr Gusev/SOPA Images via ZUMA Press Wire/dpa

7. Juli, 22.25 Uhr: Kremlsprecher - Kiew wird von Europa zur Kriegsführung provoziert

Die Länder Europas drängen die Ukraine nach Ansicht von Kremlsprecher Dmitri Peskow zur Fortsetzung des Kriegs gegen Russland.

"Die Europäer glauben immer noch, dass man Russland strategisch besiegen kann", sagte Peskow in einem Interview der Schweizer "Weltwoche". Dies sei "der größte Fehler überhaupt". Und mit diesem europäischen Rückhalt sei Kiew nicht flexibel.

Die aktuelle Entwicklung in Europa, das aktuell massiv aufrüstet, bewertete der Sprecher von Kremlchef Wladimir Putin als Transformationsprozess. "Europa hat verstanden, dass es keine richtigen Sicherheitsgarantien der USA mehr gibt", sagte er und kritisierte die Verwendung von Steuergeldern für die europäische Aufrüstung. "Das ist Gehirnwäsche der europäischen Steuerzahler."

7. Juli, 22.23 Uhr: Nato-Gipfel befasst sich mit Lastenteilung und Ukraine

Die Staats- und Regierungschefs der Nato-Staaten setzen die Beratungen bei ihrem Gipfel in Ankara am Mittwoch fort.

Am zweiten und letzten Tag des Treffens in Ankara geht es unter anderem um die Frage der Lastenteilung in der Allianz zwischen den USA und den übrigen Verbündeten. US-Präsident Donald Trump hat wiederholt die Verteidigungsausgaben der europäischen Nato-Partner beklagt - diese betonten dagegen, dass sie ihre Investitionen zuletzt deutlich gesteigert haben.

7. Juli, 22.22 Uhr: Kiew berichtet von Angriffen gegen russische Tanker

Die ukrainischen Streitkräfte haben nach eigener Darstellung mehrere Tanker der russischen Schattenflotte im Asowschen Meer angegriffen und beschädigt.

Bei dem nächtlichen Drohnenangriff seien insgesamt acht Tanker angegriffen worden, teilte der Chef der Drohnentruppen, Robert Browdi, auf Telegram mit. Die Schiffe seien nunmehr manövrierunfähig. "Der Kampf um das Benzin für die Krim im Asowschen Meer geht weiter." 

7. Juli, 16.38 Uhr: Selenskyj drängt erneut auf mehr Flugabwehr

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat für die Abwehr russischer ballistischer Raketen erneut größere Lieferungen von Patriot-Flugabwehrraketen von den Partnerstaaten eingefordert.

"Das ist Russlands letzter großer Vorteil", sagte der Staatschef bei einem Auftritt im Rahmen des Nato-Gipfels in Ankara. Der Aufbau europäischer Kapazitäten zur Produktion von eigenen Abwehrsystemen und zugehörigen Raketen müsse Priorität haben. "Alles andere können wir selbst produzieren", sagte Selenskyj.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) fordert beim Nato-Gipfel zum wiederholten Male mehr Patriot-Raketen.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) fordert beim Nato-Gipfel zum wiederholten Male mehr Patriot-Raketen.  © Emmi Korhonen/Lehtikuva/dpa

7. Juli, 16.31 Uhr: Selenskyj - Nato mit Ukraine ist das Bündnis der Zukunft

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat am Rande des Nato-Gipfels in Ankara eindringlich für einen Bündnisbeitritt seines Landes geworben.

"Die Nato mit der Ukraine ist das Bündnis der Zukunft", sagte er bei einem Verteidigungsindustrieforum. Die Allianz müsse den Herausforderungen der modernen Welt gewachsen sein - gemeinsam mit der Ukraine, der Stärke ihrer Verteidigungsindustrie und der Widerstandskraft der Menschen.

7. Juli, 16.24 Uhr: Selenskyj bietet Nato verstärkte Kooperation bei Drohnen an

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj rät den Nato-Alliierten zu schnelleren Vorbereitungen auf eine Kriegsführung mit und gegen Drohnen.

Zugleich rief er auf dem Rüstungsforum der Nato beim Gipfeltreffen in Ankara auf, sich an einer Initiative zur gemeinsamen Produktion unbemannter Systeme zu beteiligen.

Drohnen und die Technologie der Kampfführung auf Entfernung bedeuteten einen revolutionären Wandel in der Kriegstechnik, sagte er. Ukrainische Rüstungsunternehmen zählten dabei nun zu den stärksten in Europa und hätten sich im modernen Krieg bewährt.

7. Juli, 8.35 Uhr: Größter Drohnenangriff auf Moskau seit zwei Jahren?

Schäden meldeten unter anderem die grenznahe Region Belgorod und das Industriegebiet Kaluga südwestlich von Moskau.

Nach Angaben von Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin steuerten "mehr als 430 Drohnen" die russische Hauptstadt an. Die meisten davon seien schon weit vor Moskau abgeschossen worden, 36 im direkten Anflug auf das Stadtgebiet, schrieb er bei Telegram.

Das wäre der zahlenmäßig größte ukrainische Drohnenangriff auf Moskau in den vergangenen zwei Jahren. Allerdings ist unklar, welche Drohnen in die Statistik Sobjanins eingeflossen sind. Unabhängig überprüfbar sind die Angaben nicht. Schäden meldete er nicht, die Flughäfen der Hauptstadt waren aber stundenlang gesperrt.

Viele Drohnen wurden auf die russische Hauptstadt Moskau abgefeuert, aber auch abgefangen.
Viele Drohnen wurden auf die russische Hauptstadt Moskau abgefeuert, aber auch abgefangen.  © Evgeniy Maloletka/AP/dpa

7. Juli, 6.25 Uhr: Welche Rolle die Türkei im Ukraine-Krieg hat

Für die Nato-Verbündeten ist die Situation ein Dilemma. Zu wichtig ist die Türkei als Verbündeter an der Schnittstelle zwischen Europa und Nahem Osten, zwischen Mittelmeer und Schwarzem Meer.

Die Türkei hat die zweitgrößte Armee der Allianz und eine vielversprechende Rüstungsindustrie, in der Vergangenheit vermittelte sie auch im Ukraine-Krieg.

Gerade in einer Zeit, in der die Beziehung der USA zu vielen europäischen Partnern angespannt ist, ist auch der Wert von Erdogans enger Beziehung zu Trump nicht zu unterschätzen. "Erdogan ist eine großartige Führungsperson", lobte der US-Präsident vor knapp zwei Wochen im Weißen Haus. Der türkische Präsident habe alles getan, worum er ihn jemals gebeten habe, sagte Trump.

Andere Nato-Partner in Europa hatte der US-Präsident zuletzt mehrfach mit Kritik überzogen. Er warf ihnen mangelnde Unterstützung für seinen Krieg gegen den Iran vor - und reagierte auf Kritik an dem Militäreinsatz ungehalten. Auf die Frage, was er sich von Alliierten wünsche, sagte Trump jüngst geradeheraus: "Ich will einfach nur ihre Loyalität".

Die Rolle vom türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan (72, links) ist nicht zu unterschätzen. Er trat im Ukraine-Krieg bereits als Vermittler auf.
Die Rolle vom türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan (72, links) ist nicht zu unterschätzen. Er trat im Ukraine-Krieg bereits als Vermittler auf.  © Evan Vucci/AP/dpa

6. Juli, 22.14 Uhr: Selenskyj - Krieg wird am Himmel entschieden

Im Krieg Russlands gegen die Ukraine wird nach Ansicht des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj "die entscheidende Schlacht am Himmel" ausgetragen.

"Wenn sie den Feind am Schlachtfeld stoppen, wenn sie den Krieg an Land aufhalten und wenn sie ihm die Seeherrschaft nehmen, wie wir es getan haben, dann wird der Himmel zum nächsten Schlachtfeld", sagte Selenskyj in einem Interview der "Financial Times".

Titelfoto: Evgeniy Maloletka/AP/dpa

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