Ukraine-Krieg: Großer Waldbrand in Tschernobyl-Sperrzone nach Drohnenabsturz

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Ukraine - In der Nacht der von Moskau einseitig ausgerufenen Waffenruhe hat die Ukraine schwere Drohnen- und Raketenangriffe auf russisches Gebiet gestartet. Es gebe Zerstörungen durch Drohnentrümmer in mehreren Städten der Region Rostow, teilte der Gouverneur des südrussischen Gebiets, Juri Sljussar, bei Telegram mit.

Russland will den Jahrestag des Siegs im Zweiten Weltkrieg ungestört mit einer Parade feiern. Eine dafür verkündete Waffenruhe steht aber schon in der ersten Nacht auf der Kippe.
Russland will den Jahrestag des Siegs im Zweiten Weltkrieg ungestört mit einer Parade feiern. Eine dafür verkündete Waffenruhe steht aber schon in der ersten Nacht auf der Kippe.  © Evgeniy Maloletka/AP/dpa^

Seinen Angaben nach wurden in den Städten Rostow am Don, Taganrog und Bataisk sowie in einem Landkreis Einschläge registriert. Tote und Verletzte gebe es nicht, betonte er. In der Region gab es auch Raketenalarm.

Nach Angaben Sljussars wurden in Rostow mehrere private Wohnhäuser und ein Lkw beschädigt. In einem Verwaltungsgebäude sei ein Brand ausgebrochen.

Ukrainische Telegram-Kanäle veröffentlichten derweil zahlreiche Videos aus der Stadt, die schwere Brände zeigen, die demnach bis in den Morgen anhielten. Bei einem der getroffenen Objekte soll es sich um einen Rüstungskonzern handeln. Unabhängig konnten diese Berichte zunächst nicht bestätigt werden.

Ukraine-Krieg: Tote nach russischen Angriffen in der Nordostukraine
Ukraine Ukraine-Krieg: Tote nach russischen Angriffen in der Nordostukraine

Aus der knapp 300 Kilometer nordöstlich von Moskau gelegenen Stadt Jaroslawl wurden ebenfalls Einschläge gemeldet. Nach Angaben des Internetportals "Astra" war einmal mehr die dortige Raffinerie im Fokus der Attacken. Auf im Internet verbreiteten Videos und Bildern sind schwere Brände zu sehen. Gouverneur Michail Jewrajew bestätigte zwar den Beschuss, machte aber keine Angaben zu Schäden.

In zahlreichen russischen Regionen herrschte in der Nacht Luftalarm. Angegriffen wurde dabei laut offiziellen Angaben auch Moskau. Bürgermeister Sergej Sobjanin meldete den Abschuss von 25 Drohnen, die Richtung Hauptstadt geflogen seien. Über Folgen der Attacke wurde zunächst nichts bekannt.

Alle relevanten Informationen zum Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Newsticker.

8. Mai, 13.23 Uhr: Großer Waldbrand in Tschernobyl-Sperrzone nach Drohnenabsturz

In der Sperrzone um das einstige Atomkraftwerk Tschernobyl in der Ukraine ist nach einem Drohnenabsturz ein großer Waldbrand ausgebrochen. Das Feuer wütete am Freitag auf einer Fläche von rund 1100 Hektar, wie die örtlichen Behörden erklärten. Der Wind erschwere die Löscharbeiten.

Die radioaktiven Strahlungswerte lägen "innerhalb der normalen Grenzen". Der staatliche Rettungsdienst veröffentlichte ein Bild, das eine große weiße Rauchsäule zeigt.

Zur Herkunft der Drohne wurden keine Angaben gemacht. Sie war den Behörden zufolge am Donnerstag in der Nähe des stillgelegten Atomkraftwerks abgestürzt, in dem es 1986 zur schlimmsten zivilen Nuklearkatastrophe der Geschichte gekommen war.

Nach Angaben des Bundesamtes für Strahlenschutz können bei einem Waldbrand rund um Tschernobyl die durch die Atomkatastrophe abgelagerten radioaktiven Stoffe in die Atmosphäre freigesetzt werden, mit dem Rauch aufsteigen und mit den Luftströmungen verbreitet werden. Die Menge und die Aktivität der radioaktiven Stoffe seien in einem solchen Fall aber keinesfalls mit der Atomkatastrophe vor 40 Jahren zu vergleichen. Trotzdem können den Angaben zufolge bei großen Waldbränden radioaktive Stoffe in der Luft auch außerhalb der Sperrzone nachgewiesen werden.

Die Ukraine hat Russland wiederholt Angriffe auf Atomanlagen vorgeworfen, darunter auch Tschernobyl. Im vergangenen Jahr wurde die Schutzhülle um das Akw durch eine russische Drohne beschädigt.

In der Sperrzone um das einstige Atomkraftwerk Tschernobyl in der Ukraine ist nach einem Drohnenabsturz ein großer Waldbrand ausgebrochen.
In der Sperrzone um das einstige Atomkraftwerk Tschernobyl in der Ukraine ist nach einem Drohnenabsturz ein großer Waldbrand ausgebrochen.  © Foto von HANDOUT / UKRAINIAN CHERNOBYL RADIATION AND ECOLOGICAL BIOSPHERE RESERVE / AFP

8. Mai, 9.31 Uhr: Russland hält sich laut Selenskyj nicht an eigene Waffenruhe

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat dem russischen Militär vorgeworfen, sich nicht an die von Moskau ausgerufene Feuerpause zu halten, und eigene Schläge gegen Ziele in Russland bestätigt.

"Alles deutet darauf hin, dass es von der russischen Seite nicht mal zum Schein einen Versuch gab, das Feuer an den Fronten einzustellen", schrieb er bei Telegram. Seinen Angaben nach hat Russland bis in den Morgen mehr als 850 Drohnen eingesetzt, mehr als 140 Mal ukrainische Positionen beschossen und ein Dutzend Sturmversuche unternommen. Kiew werde spiegelbildlich antworten, fügte er hinzu.

In einem weiteren Beitrag bestätigte Selenskyj den Angriff ukrainischer Drohnen auf Jaroslawl. Dort, 700 Kilometer von der Grenze entfernt, sei eine Ölanlage getroffen worden, die für die Kriegsfinanzierung Russlands wichtig sei, schrieb er. Dazu stellte er ein Video, das die brennende Raffinerie zeigen soll.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wirft Russland vor, sich nicht an die eigene Waffenruhe zu halten.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wirft Russland vor, sich nicht an die eigene Waffenruhe zu halten.  © Sven Hoppe/dpa

7. Mai, 20.04 Uhr: Wadephul übt scharfe Kritik an russischen Drohungen

Mit scharfer Kritik hat Außenminister Johann Wadephul (63, CDU) auf indirekte Drohungen des Kreml gegen diplomatische Vertretungen in Kiew reagiert.

Die Drohungen seien "inakzeptabel", sagte er der "Bild". Wadephul sprach mit Blick auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin (73) von einem "Zeichen der Panik, die in Moskau umgeht, weil die Konsequenzen der endlosen Kette schwerster Fehlentscheidungen Putins nicht mehr zu verstecken sind".

Der Krieg gegen die Ukraine sei ein fortlaufendes Verbrechen gegenüber der Ukraine, mit jedem weiteren Tag aber auch ein Beweis der absoluten "Verachtung gegenüber den eigenen Soldaten, die als Kanonenfutter zu Tausenden in verlorene Schlachten geschickt werden", sagte der Außenminister. "Das Regime weiß genau, dass seine eigene Bevölkerung die geplante Siegesparade vor diesem Hintergrund nur als Hohn empfinden kann."

7. Mai, 20.02 Uhr: Russischer Beschuss verursacht Waldbrand in der Ukraine

Bedroht durch russische Drohnen kämpfen ukrainische Forstleute gegen einen großen Waldbrand im nördlichen Gebiet Tschernihiw direkt an der Grenze zu Russland.

Das Feuer sei durch russischen Beschuss ausgelöst worden und habe 2.400 Hektar Wald erfasst, teilte der staatliche Forstbetrieb Lissy Ukrajiny mit. 

Zu dem Grenzgebiet bei den Orten Jelyne und Tychonowytschi hätten Förster aus Sicherheitsgründen schon lange keinen Zugang mehr gehabt. Mit Traktoren werde versucht, Schneisen zu ziehen, um das Ausbreiten der Flammen zu verhindern. Ständig seien feindliche Drohnen in der Luft, gegen die man sich mit Störsendern wehre. Trotzdem könne ein Großteil des mobilisierten Löschgeräts nicht eingesetzt werden.

Russischer Beschuss löst einen großflächigen Waldbrand in der Region Tschernihiw aus. (Archivbild)
Russischer Beschuss löst einen großflächigen Waldbrand in der Region Tschernihiw aus. (Archivbild)  © Evgeniy Maloletka/AP/dpa

7. Mai, 19.59 Uhr: Ukraine - Russischer Raketenkreuzer beschossen

Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben ein russisches Raketenschiff im Kaspischen Meer beschossen.

Getroffen worden sei eine Korvette der Karakurt-Klasse, die auch Marschflugkörper vom Typ Kalibr abschießen könne, teilte der Generalstab in Kiew auf Facebook mit. 

Das Ausmaß der Beschädigungen sei noch unklar. Dazu stellte das Militär eine Wärmebildaufnahme des Schiffs, das wohl von der angreifenden Drohne stammt.

Statt Einhaltung der Waffenruhe erklärt Kiew nun militärische Erfolge. So soll Drohneneinheiten in der Nacht ein weiterer empfindlicher Schlag gegen die russische Marine gelungen sein. (Archivbild)
Statt Einhaltung der Waffenruhe erklärt Kiew nun militärische Erfolge. So soll Drohneneinheiten in der Nacht ein weiterer empfindlicher Schlag gegen die russische Marine gelungen sein. (Archivbild)  © Alexei Druzhinin/Kremlin/dpa

7. Mai, 19.58 Uhr: Selenskyj - Heute Gespräche mit US-Vertretern

Im Ringen um ein Ende des Ukraine-Kriegs hat Kiew neue Gespräche mit den USA angekündigt.

Der Sekretär des nationalen Sicherheitsrats, Rustem Umjerow, werde an diesem Donnerstag amerikanische Vertreter treffen, teilte Präsident Wolodymyr Selenskyj in Online-Medien mit. 

Damit solle der diplomatische Prozess gestärkt werden, sagte Selenskyj. Bei dem Treffen geht es demnach um die mögliche Freilassung von Gefangenen auf beiden Seiten und die Zusammenarbeit von Kiew und Washington bei Sicherheitsfragen. 

7. Mai, 19.57 Uhr: Waffenruhe hält nicht - Luftkrieg vor Moskauer Siegesparade

Vor dem traditionellen Tag des Sieges in Moskau haben Russland und die Ukraine ihren Drohnenkrieg unvermindert heftig fortgeführt.

Die Ukraine gab eine einseitig erklärte Waffenruhe nach einem Tag wieder auf und reagierte auf fortdauernde russische Attacken mit einem ihrer größten bisherigen Drohnenangriffe. 

Am Freitag soll dann mit Tagesanbruch um 0.00 in Moskau (Donnerstag 23.00 Uhr MESZ) eine einseitig von Russland erklärte Waffenruhe in Kraft treten. Die Waffen sollen für zwei Tage schweigen, während das Land feierlich an den Sieg der Sowjetunion über Nazi-Deutschland 1945 im Zweiten Weltkrieg erinnert. 

7. Mai, 19.56 Uhr: Selenskyj rechtfertigt Drohnenangriffe trotz Feuerpause

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die ukrainischen Drohnenangriffe auf Russland trotz einer einseitig von Kiew erklärten Feuerpause gerechtfertigt.

"Wir haben eine Waffenruhe ab Mitternacht des 6. Mai vorgeschlagen", schrieb er in sozialen Netzwerken. "Gestern und heute ist diese Waffenruhe von Russland gebrochen worden. Die spiegelbildliche Reaktion auf die russischen Angriffe sind unsere Langstrecken-Sanktionen" - gemeint sind Drohnenangriffe tief ins russische Hinterland.

Die Ukraine lässt wieder Drohnen bis weit nach Russland fliegen. Moskau ignoriere jeden Vorschlag für eine Waffenruhe, sagt Präsident Selenskyj. (Archivbild)
Die Ukraine lässt wieder Drohnen bis weit nach Russland fliegen. Moskau ignoriere jeden Vorschlag für eine Waffenruhe, sagt Präsident Selenskyj. (Archivbild)  © Kay Nietfeld/dpa

7. Mai, 19.55 Uhr: Kreml reagiert nicht auf Selenskyjs Angebot einer Waffenruhe

Der vom ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj annoncierten Waffenruhe ab dem 6. Mai hat der Kreml eigenen Angaben nach keine Beachtung geschenkt.

"Es gab keine Reaktion der russischen Seite darauf", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow auf die Frage, wie Moskau auf Kiews Ankündigung einer Feuerpause reagiert habe. 

Zugleich sagte Peskow, dass Russland an dem eigenen Termin für eine Feuerpause festhalte. Diese soll demnach am 8. und 9. Mai gelten. Damit würde sie den Zeitraum zu den Feiern um den Jahrestag des sowjetischen Sieges im Zweiten Weltkrieg und insbesondere die in Moskau geplante Militärparade auf dem Roten Platz abdecken

7. Mai, 19.54 Uhr: Moskau meldet ukrainische Angriffe - was ist mit Waffenruhe?

Zwei Tage vor dem Tag des Sieges hat Russland ausgedehnte ukrainische Drohnenangriffe gemeldet, was Zweifel an den von Kiew und Moskau einseitig erklärten Waffenruhen weckt.

Über Nacht seien 347 feindliche Drohnen abgefangen worden, teilte das russische Verteidigungsministerium in Moskau mit. Diese Militärzahlen sind nicht unabhängig überprüfbar; es ist aber eine der höchsten je gemeldeten Zahlen. Betroffen waren demnach fast alle Regionen in West- und Zentralrussland. 

Titelfoto: Foto von HANDOUT / UKRAINIAN CHERNOBYL RADIATION AND ECOLOGICAL BIOSPHERE RESERVE / AFP

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