Ukraine-Krieg: Heute startet die Waffenruhe, doch vorher wird nochmal angegriffen

Ukraine - Russland und die Ukraine wollen zum orthodoxen Osterfest an diesem Wochenende in ihrem Krieg die Waffen schweigen lassen.

Bilder wie diese aus dem ukrainischen Odessa soll es an diesem Wochenende nicht geben. Es gilt eine 32-Stunden-Waffenruhe.  © Oleg Grekov/AP/dpa

Ab Samstagnachmittag (16 Uhr Ortszeit, 15 Uhr MESZ) soll für 32 Stunden eine vom russischen Präsidenten Wladimir Putin angeordnete Waffenruhe gelten. Der Kreml sprach von einer humanitären Geste, weil der Feiertag sowohl für die Menschen in Russland als auch in der Ukraine eine zentrale Bedeutung habe.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte selbst mehrfach eine solche Osterwaffenruhe vorgeschlagen und stimmte nach Putins Ankündigung am Donnerstagabend auch prompt zu. Allerdings kündigten beiden Seiten an, auf mögliche Verstöße gegen die Waffenruhe antworten zu wollen. 

Alle relevanten Informationen zum Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Newsticker.

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11. April, 7.51 Uhr: Tote und Verletzte vor Osterwaffenruhe

Vor der angekündigten Waffenruhe für das orthodoxe Osterfest haben Russland und die Ukraine ihre Drohnenangriffe fortgesetzt.

In Odessa am Schwarzen Meer wurden Behörden zufolge mindestens zwei Menschen getötet. Es habe auch Verletzte, Schäden an vielen Wohnhäusern und an einem Kindergarten gegeben, teilte die Verwaltung der ukrainischen Stadt mit. 

Die Stadt Sumy im Nordosten der Ukraine meldete nach russischen Angriffen mindestens 17 Verletzte sowie ebenfalls Schäden an Wohnhäusern, einem Kindergarten und zahlreichen Autos.

Das russische Verteidigungsministerium sprach am Morgen von 99 abgeschossenen ukrainischen Drohnen. Zu Treffern oder Schäden machte das Ministerium keine Angaben.

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11. April, 7.45 Uhr: Oster-Waffenruhe im Ukraine-Krieg für 32 Stunden geplant

Ukrainer und Russen feiern das orthodoxe Osterfest. Dafür sollen im Angriffskrieg des Kreml die Waffen ab Samstag 16 Uhr für 32 Stunden schweigen.

Bei den zeitlich begrenzten Feuerpausen in der Vergangenheit hatten sich beide Seiten stets zahlreiche Verstöße vorgeworfen. Deshalb gilt die nun angesetzte Waffenruhe auch als Test für die Bereitschaft der Kriegsparteien, sich bei den Friedensverhandlungen unter US-Vermittlung anzunähern. Bisher ist ein von Selenskyj geforderter dauerhafter Waffenstillstand nicht in Sicht.

10. April, 22.14 Uhr: Ukraine kündigt "Ramstein"-Treffen an - so schnell soll es kommen

Der ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow (35) hat bei einem Telefonat mit seinem deutschen Amtskollegen Boris Pistorius (66, SPD) für den 15. April ein neues Treffen im sogenannten Ramstein-Format vereinbart.

Bei den Gesprächen der Ukraine-Kontaktgruppe solle es darum gehen, wie Russland zu einem Frieden gezwungen werden könne, teilte das Ministerium in Kiew mit.

Der ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow (35) hat das neue Treffen vereinbart.  © Hanna Arhirova/AP/dpa

10. April, 12.33 Uhr: Selenskyj fordert EU-Beitritt von vier Ländern

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) hat der EU geraten, angesichts eines möglichen NATO-Austritts der USA weitere Länder aufzunehmen, um "seine Unabhängigkeit" zu bewahren.

"Wenn die Vereinigten Staaten wirklich darüber nachdenken, sich aus der NATO zurückzuziehen, dann wird die europäische Sicherheit ausschließlich auf der Europäischen Union basieren. Aber nicht in ihrer jetzigen Form. Ich denke, dass die EU in einer Situation ist, in der sie mehr Länder benötigt"; sagte Selenskyj im Podcast "The Rest Is Politics".

Selenskyj hob dabei insbesondere die Aufnahme von Großbritannien, Norwegen, der Türkei und seiner Ukraine hervor. Allein diese Länder hätten gemeinsam eine größere Truppenstärke als Russland. Der ukrainische Präsident forderte deshalb auch, über bisherige Differenzen - etwa bei einem EU-Beitritt der Türkei - hinwegzusehen: "Aber Sicherheit geht vor, Wirtschaft kommt danach."

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48). (Archivbild)  © Omar Havana/AP/dpa

10. April, 9.51 Uhr: Großer ukrainischer Drohnenangriff auf Russland

Die Ukraine hat Russland nach Moskauer Militärangaben in der Nacht mit einem massiven Drohnenangriff überzogen.

Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, es seien 151 gegnerische Kampfdrohnen abgewehrt worden. Die Angaben sind nicht unabhängig überprüfbar, doch den Zahlen nach waren die Gebiete Wolgograd an der Wolga und Rostow im Süden Schwerpunkte der Angriffe. Seit Donnerstagabend verhängte die russische Luftfahrtbehörde Rosawiazija an mehr als 25 Flughäfen Einschränkungen des Betriebs.

10. April, 6.12 Uhr: Selenskyj bestätigt Oster-Waffenruhe

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) hat die von Kremlchef Wladimir Putin (73) angekündigte Waffenruhe im Ukraine-Krieg anlässlich des orthodoxen Osterfests bestätigt.

"Wir haben eine Waffenruhe über die Osterfeiertage in diesem Jahr vorgeschlagen und werden entsprechend handeln", schrieb er in sozialen Medien. Die Menschen bräuchten ein Osterfest ohne Bedrohungen und echte Bewegung zum Frieden, und Russland habe die Chance, auch nach Ostern nicht zu Angriffen zurückzukehren.

9. April, 21.34 Uhr: Putin verkündet Oster-Waffenruhe

Der russische Präsident Wladimir Putin (73) hat nach Kremlangaben anlässlich des orthodoxen Osterfests eine Waffenruhe im Krieg gegen die Ukraine verkündet.

Sie soll demnach am Samstag um 16 Uhr (15 Uhr MESZ) beginnen und den gesamten Sonntag andauern. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) hatte zuletzt mehrfach eine Waffenruhe über die Osterfeiertage gefordert.

Anlässlich des orthodoxen Osterfests hat der russische Präsident Wladimir Putin laut Angaben des Kremls eine vorübergehende Waffenruhe im Krieg gegen die Ukraine angekündigt. (Archivbild)  © Kristina Solovyeva/TASS via ZUMA Press/dpa

9. April, 16.21 Uhr: Moskau und Kiew tauschen mehr als 1000 Soldatenleichen aus

Russland und die Ukraine haben in ihrem Krieg erstmals seit Februar wieder die Leichen von Soldaten ausgetauscht.

Die ukrainische Seite habe 1000 getötete Soldaten erhalten, Russland dagegen 41 Leichen, sagte der Parlamentsabgeordnete Schamsail Saralijew dem russischen Nachrichtenportal "rbc.ru". Der Politiker ist in der Duma für Fragen der "militärischen Spezialoperation", wie der Krieg in Moskau offiziell genannt wird, zuständig. Zuletzt hatten beide Seiten im Februar Überreste von Toten ausgetauscht.

Mehrere Kühlwagen transportieren die Leichen ukrainischer Soldaten zu einem Austauschgebiet in der Nähe von Nowaja Guta (Belarus), wo der groß angelegte Austausch zwischen Russland und der Ukraine beginnen sollte.  © ---/Russian Defense Ministry Press Service/AP/dpa

9. April, 13.18 Uhr: Französischer General sieht permanente russische Bedrohung

Der Generalstabschef der französischen Streitkräfte, Fabien Mandon (56), hat vor einer permanenten russischen Bedrohung in Europa gewarnt.

Mandon sprach im Verteidigungsausschuss der Nationalversammlung von einem "offenen Krieg, der mit Blick auf die Vorbereitung der Armee meine größte Sorge bleibt. Das ist auf unserem Kontinent." Seit vier Jahren würden die Ukrainer auf heldenhafte Weise durchhalten.

8. April, 14.06 Uhr: Russland hofft auf neue Dreiergespräche mit der Ukraine und den USA

Der Kreml setzt auf eine baldige Wiederaufnahme der seit Beginn des Iran-Krieges ausgesetzten Dreiergespräche mit den USA und der Ukraine über eine Beendigung des Ukraine-Krieges.

"Wir hoffen, dass die US-Vertreter in naher Zukunft mehr Zeit und mehr Möglichkeiten haben werden, um sich im trilateralen Format zu treffen", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Mittwoch vor Journalisten in Moskau. Er fügte hinzu: "Wir freuen uns darauf."

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