Ukraine-Krieg: Kiew lässt erneut Ölterminal am Schwarzen Meer attackieren

Ukraine - Die Ukraine, die sich seit mehr als vier Jahren gegen die von Russland betriebene Invasion zur Wehr setzt, greift bewusst neben militärischen Objekten auch Anlagen der russischen Ölindustrie an.

Um Kremlchef Wladimir Putin (73) seine Kriegsfinanzierung zu erschweren, attackiert die Ukraine auch russische Öl-Anlagen.  © Sergey Bobylev/Kremlin/dpa

Dadurch sind bereits schwere Schäden verursacht worden. Kremlchef Wladimir Putin (73) beklagte zuletzt in einer Sitzung, dass solche Angriffe potenziell umweltgefährlich sein, beharrte allerdings darauf, dass die Behörden die Lage unter Kontrolle hätten und keine Gefahr bestehe.

Dabei sind selbst offiziellen Angaben nach die Verschmutzungswerte der Luft stark überhöht und ein Teil des Öls ist ausgelaufen und ins Meer gelangt.

Die Ukraine will mit den Angriffen der russischen Armee die Treibstoffversorgung erschweren, andererseits dem Kreml die Kriegsfinanzierung insgesamt.

Ukraine Ukraine-Krieg: US-Außenminister bezichtigt Selenskyj der Lüge

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1. Mai, 8.38 Uhr: Kiew lässt erneut Ölterminal am Schwarzen Meer attackieren

Ukrainische Drohnen haben in der russischen Hafenstadt Tuapse am Schwarzen Meer offiziellen Angaben zufolge erneut einen Brand im Ölterminal ausgelöst.

Tote und Verletzte habe es nicht gegeben, teilte der Krisenstab der südrussischen Region Krasnodar der staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge mit. Demnach sind mehr als 100 Feuerwehrleute bei den Löscharbeiten. Es war bereits die vierte ukrainische Attacke auf die Ölanlagen innerhalb der letzten zwei Wochen.

Das russische Verteidigungsministerium meldete den Abschuss von insgesamt 141 ukrainischen Drohnen über eigenem Gebiet. Gegen die Einschläge in Tuapse zeigte sich die Flugabwehr aber einmal mehr machtlos.

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In der russischen Hafenstadt Tuapse ist erneut ein Ölterminal von der ukrainischen Armee angegriffen worden. (Archivbild)  © Uncredited/Russian Emergency Ministry Press Service/AP/dpa

1. Mai, 8.31 Uhr: Behörden melden zwei Tote bei ukrainischem Drohnenangriff auf Grenzregion Belgorod

Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die russische Grenzregion Belgorod sind Behördenangaben zufolge zwei Menschen getötet worden.

Im Zuge des Angriffs in der Nacht zum Freitag seien zwei junge Männer auf einem Motorrad getroffen worden, erklärte Regionalgouverneur Wjatscheslaw Gladkow am Freitag im Onlinedienst Telegram. Die beiden Männer im Alter von 18 und 15 Jahren seien noch vor Ort ihren Verletzungen erlegen.

30. April, 16.07 Uhr: Trump attackiert Merz erneut

Auf der Plattform Truth Social hat US-Präsident Donald Trump (79) den Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) erneut verbal attackiert.

Trump schreibt, "der deutsche Bundeskanzler sollte mehr Zeit darauf verwenden, den Krieg zwischen Russland und der Ukraine zu beenden (wo er bislang völlig wirkungslos geblieben ist!) und sein angeschlagenes Land wieder in Ordnung zu bringen, insbesondere in den Bereichen Einwanderung und Energie, und weniger Zeit darauf, sich in die Bemühungen derjenigen einzumischen, die die nukleare Bedrohung durch den Iran beseitigen und damit die Welt, einschließlich Deutschland, zu einem sichereren Ort machen!"

Auf seiner Plattform Truth Social schoß US-Präsident Donald Trump erneut gegen Bundeskanzler Friedrich Merz.  © Kay Nietfeld/dpa

30. April, 14.23 Uhr: Medwedew nennt Zahl neuer russischer Frontsoldaten

Die russischen Streitkräfte haben nach Angaben des früheren Präsidenten Dmitri Medwedew in den ersten vier Monaten 127.000 weitere Vertragssoldaten für den Krieg in der Ukraine rekrutiert.

"Weitere 10.000 haben einen Vertrag über den Dienst in Freiwilligenbataillonen geschlossen", sagte der als Vizechef des nationalen Sicherheitsrats immer noch einflussreiche Medwedew bei einem Bildungsforum in Moskau. Im Gesamtjahr 2025 waren es seinen Angaben zufolge 450.000 Kämpfer.

Laut Medwedew ist der Patriotismus der Russen die Quelle für den anhaltenden Zufluss von Soldaten für den Krieg in der Ukraine. Dabei zahlen einzelne Regionen in Russland inzwischen Rekordprämien, um weitere Männer für den Krieg zu gewinnen.

29. April, 22.08 Uhr: Putin nach Telefonat mit Trump offen für kurze Waffenruhe

Kremlchef Wladimir Putin (73) und US-Präsident Donald Trump (79) haben in einem Telefonat über eine befristete Waffenruhe im Ukraine-Krieg gesprochen.

Putin sei bereit zu einer Feuerpause während der Feierlichkeiten zum Weltkriegsgedenken, sagte der außenpolitische Berater des Kremlchefs, Juri Uschakow. Russland feiert am 9. Mai traditionell den Sieg über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg.

Weiter sagte Uschakow, das Gespräch sei offen und sachlich gewesen und habe auf russische Initiative stattgefunden. Trump sagte im Weißen Haus, er habe Putin in einem "langen", "guten" Gespräch eine Waffenruhe nahegelegt - "und ich glaube, er könnte das tun".

Kremlchef Putin (73, l.) und US-Präsident Trump (79) telefonierten erneut. (Archivbild)  © Mikhail Metzel/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa

29. April, 22.07 Uhr: Drei Tote nach ukrainischem Angriff in Russland

Bei einem ukrainischen Angriff sind örtlichen Behörden zufolge drei Frauen im russischen Grenzgebiet Belgorod getötet worden.

Acht weitere seien verletzt worden, schrieb Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow bei Telegram. Ein Bus sei im Dorf Wosnessenowka im Kreis Schebekino nahe der Grenze zur Ukraine getroffen worden.

29. April, 16.45 Uhr: Moskau - Selenskyj provoziert Atomkrieg, EU erstes Opfer

Das russische Außenministerium hat dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj (48) das Heraufbeschwören eines Atomkriegs vorgeworfen und Europa mit den Konsequenzen gedroht.

Die Ukraine beschieße das Atomkraftwerk Saporischschja, und Selenskyj fordere neben dem Nato-Status auch noch Atomwaffen für seine Sicherheit, sagte Russlands Außenamtssprecherin Maria Sacharowa (50). "Er provoziert mit solchen Äußerungen weiterhin einen atomaren Konflikt." Westeuropa laufe Gefahr, erstes Opfer der Folgen dieser "atomaren Erpressung" zu werden, sagte sie.

Die Europäer müssten den ukrainischen Staatschef aufhalten, statt weiter die Kriegsanstrengungen Kiews zu finanzieren, forderte Sacharowa. "Selenskyj will keinen Frieden, das ist offensichtlich", sagte sie. Selenskyj hatte zuletzt mehrfach Russland zu neuen Verhandlungen über einen Waffenstillstand und einen anschließenden Frieden aufgerufen. Der Kreml lehnt eine Feuerpause ohne Vorbedingungen wie die Übergabe weiterer ukrainischer Territorien ab.

Russlands Außenamtssprecherin Maria Zakharova (50) wirft Selenskyj vor, mit seinen Aussagen einen atomaren Konflikt zu provozieren.  © Pavel Bednyakov/AP/dpa

29. April, 16.44 Uhr: Moskau - Merz' Äußerungen sind bedeutungslos

Russlands Außenamtssprecherin Maria Zakharova nahm zu Äußerungen von Bundeskanzler Friedrich Merz (70) Stellung, wonach die Ukraine für einen Frieden womöglich Gebiete an Russland abtreten müsse.

Weder Deutschland noch die EU seien am Verhandlungsprozess beteiligt. "Alle Äußerungen ihrer Führung zu dem Thema sind für uns bedeutungslos", so Sacharowa. Es mache keinen Sinn, auf Aussagen europäischer Politiker zu reagieren, solange der Kontinent weiterhin die Ukraine finanziere.

29. April, 12.47 Uhr: Ukrainische Angriffe bis zum Ural

Die Ukraine hat in ihrer Serie von Gegenangriffen auf die russische Ölindustrie Anlagen in den Städten Perm und Orsk am Ural getroffen. Russische Stellen bestätigten laut Meldungen der staatlichen Nachrichtenagentur Tass die Angriffe, äußerten sich aber nicht zu Schäden.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von einer neuen Stufe beim Einsatz von Langstreckenwaffen seiner Armee. "Es ist wichtig, dass jeder Schlag die Leistungsfähigkeit der russischen Rüstungsindustrie, Logistik und die Ölexporte verringert", schrieb er in sozialen Netzwerken. Es sei jedem klar, dass der Angreifer Russland seinen Krieg beenden müsse. "Es ist Zeit, zur Diplomatie überzugehen, und Moskau sollte dieses Signal hören."

In Perm deuteten Videos aus der Region darauf hin, dass die Pumpstation einer wichtigen Ölpipeline getroffen wurde. Die Bilder zeigten über dem Brandherd eine dicke schwarze Rauchwolke. Der ukrainische Geheimdienst SBU bestätigte später auch, dass die Pumpstation Ziel des Angriffs war.

In Orsk ganz im Süden des Ural-Gebirges galt der Angriff höchstwahrscheinlich der dortigen Ölraffinerie, wie der russische Telegramkanal Astra berichtete. Beide Orte liegen zwischen 1500 und 1800 Kilometer von der Ukraine entfernt.

Ukrainische Kampfdrohnen treffen Ölanlagen tief im russischen Hinterland.  © Uncredited/Russian Emergency Ministry Press Service/dpa

29. April, 12.44 Uhr: Sicherheitsexperte soll neuer Botschafter in Kiew werden

Der Spitzendiplomat Boris Ruge soll neuer deutscher Botschafter in der Ukraine werden. Das hat das Bundeskabinett nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur in Berlin auf Vorschlag von Außenminister Johann Wadephul (CDU) beschlossen.

Ruge (64) gilt als Außen- und Sicherheitsexperte und ist derzeit Beigeordneter Generalsekretär der Nato für Politische Angelegenheiten und Sicherheitspolitik in Brüssel.

Ruge war vor seiner Tätigkeit bei der Nato unter anderem stellvertretender Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz, Gesandter in der US-Hauptstadt Washington sowie deutscher Botschafter in Riad, der Hauptstadt von Saudi-Arabien. Er folgt in der Botschaft in Kiew auf Heiko Thoms, der nach Madrid wechseln soll. Thoms hatte zuvor Martin Jäger abgelöst, der im vergangenen September neuer Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND) geworden war.

Boris Ruge, der neue deutsche Botschafter in der Ukraine, kommt von der NATO.  © Kay Nietfeld/dpa

29. April, 11.27 Uhr: Höchste US-Diplomatin in der Ukraine tritt zurück

Die ranghöchste Vertreterin der USA in der Ukraine, Julie Davis, gibt Medienberichten zufolge ihren Posten nach weniger als einem Jahr auf.

Die Diplomatin werde ihren Dienst in Kiew im Juni beenden und anschließend in den Ruhestand gehen, meldeten mehrere Medien unter Berufung auf das US-Außenministerium. Genauere Angaben zum Zeitpunkt ihres Rückzugs und zu einer Nachfolge gab es zunächst nicht.

Davis' Abgang fällt in eine Phase festgefahrener Bemühungen um eine Waffenruhe zwischen der Ukraine und Russland. Berichte über einen Rücktritt aus Unzufriedenheit mit US-Präsident Donald Trump wies das Ministerium zurück. Es sei "falsch zu behaupten", die Diplomatin trete "wegen Meinungsverschiedenheiten" mit Trump zurück.

Die "Financial Times" hatte unter Berufung auf drei mit der Entscheidung vertraute Personen berichtet, Davis sei wegen Differenzen mit Trump über dessen nachlassende Unterstützung für die Ukraine "zunehmend frustriert" gewesen und wolle ihre mehr als drei Jahrzehnte lange Karriere beenden.

Davis ist keine vom Senat bestätigte Botschafterin, sondern Geschäftsträgerin ("Chargé d’Affaires") und damit ranghöchste Vertreterin der USA in Kiew.

Die ranghöchste US-Vertreterin Julie Davis zieht sich nach weniger als einem Jahr aus Kiew zurück.  © -/Ukrinform/dpa

29. April, 11.25 Uhr: Von der Leyen sieht Russen hinter neuem Eisernen Vorhang

Die jüngsten Zensurmaßnahmen in Russland erinnern aus Sicht von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen an das Vorgehen der Führung der Sowjetunion im Kalten Krieg.

Internet und freie Kommunikation würden derzeit so eingeschränkt, dass die Russinnen und Russen das Gefühl hätten, wieder hinter einem Eisernen Vorhang zu leben, sagte von der Leyen in einer Rede in Straßburg. Nur dass es diesmal ein "digitaler Eiserner Vorhang" sei.

Die Menschen in Russland zahlten die Rechnung für die Entscheidung von Kremlchef Wladimir Putin, gegen die Ukraine in den Krieg zu ziehen, erklärte von der Leyen und nannte auch die zunehmende Inflation und sprunghaft steigende Zinsen als Beispiel.

Mit Blick auf den Zerfall der Sowjetunion Anfang der 1990er äußerte sie allerdings auch Hoffnung. "Wenn uns die Geschichte eines lehrt, dann, dass eines Tages alle Mauern fallen", sagte die deutsche Spitzenpolitikerin.

Der Ukraine stellte von der Leyen in der Rede eine schnelle Auszahlung von neuen Finanzhilfen in Aussicht, um den Abwehrkampf gegen Russland weiter fortsetzen zu können.

Man werde noch in diesem Quartal die erste Tranche des neuen Darlehens in Höhe von bis zu 90 Milliarden Euro auszahlen, sagte sie. Das erste Verteidigungspaket habe ein Volumen von rund sechs Milliarden Euro und solle Drohnen aus der Ukraine für die Ukraine finanzieren.

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