Ukraine-Krieg: Ohne Strom und Heizung - Lage in Kiew schwierig

Ukraine - Bei bis zu 17 Grad Frost wird die Lage in Kiew und anderen ukrainischen Städten wegen der Ausfälle von Heizung, Strom und Wasser noch schwieriger.

Über Nacht kam es zu mehreren russischen Angriffen auf die Ukraine.  © Uncredited/Dnipro Regional Administration/AP/dpa

Russland wolle mit schweren Luftangriffen mitten im Winter die großen Städte unbewohnbar machen, sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj (47) in seiner Videobotschaft.

"Die Russen nutzen das Wetter – die Kältewelle – und versuchen, so viele unserer Energieanlagen wie möglich zu treffen." Zuletzt sei die Hauptstadt beschossen worden, davor Dnipro, Saporischschja und Krywyj Rih, wiederum davor Odessa. "Die Haupttaktik Russlands besteht darin, zu versuchen, Städte vollständig auszuschalten."

Der Präsident verlangte von allen Stadtverwaltungen, vorbereitet zu sein und die Bürger zu schützen.

Ukraine Ukraine-Krieg: Selenskyj erwartet Details aus Ukraine-Gesprächen in den USA

Alle relevanten Informationen zum aktuellen Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Newsticker.

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10. Januar, 7.09 Uhr: Selenskyj - Rakete war eine Drohgebärde gegen Europa

Bei dem Luftangriff auf die Ukraine hatte die russische Armee am Donnerstagabend nach eigenen Angaben auch die neue Mittelstreckenrakete Oreschnik eingesetzt.

Deren Sprengköpfe trafen ein Infrastrukturobjekt im westukrainischen Gebiet Lwiw, mutmaßlich einen großen Gasspeicher. Es war nach 2024 der zweite Einsatz der nuklear bestückbaren Waffe, die mit ihrer Reichweite auch Westeuropa erreichen kann.

Die Angriffe zeigten, dass Moskau sich nicht um Diplomatie und die Friedensbemühungen der USA schere, sagte Selenskyj. Der Einschlag der Rakete kurz vor der Außengrenze von EU und Nato sei "eine gleich große Herausforderung für Warschau, Bukarest, Budapest und viele andere Hauptstädte".

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10. Januar, 7.01 Uhr: Ohne Strom und Heizung - Lage in Kiew schwierig

Bei Temperaturen von bis zu minus 17 Grad verschärft sich die Situation in Kiew und anderen ukrainischen Städten weiter, da Heizung, Strom- und Wasserversorgung ausgefallen sind.

Russland wolle mit schweren Luftangriffen mitten im Winter die großen Städte unbewohnbar machen, sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj (47) in seiner Videobotschaft.

"Die Russen nutzen das Wetter – die Kältewelle – und versuchen, so viele unserer Energieanlagen wie möglich zu treffen."

Russland hat erneut eine seiner gefürchteten Mittelstreckenraketen Oreschnik auf die Ukraine abgefeuert. Der ukrainische Präsident Selenskyj (47) deutet dies als Drohgebärde gegen ganz Europa. (Archivbild)  © Petros Karadjias/Pool AP/dpa

9. Januar, 16.41 Uhr: Klitschko rät Kiews Bürgern die Stadt zu verlassen!

Nach dem schweren russischen Luftangriff auf Kiew hat Bürgermeister Vitali Klitschko (54) den Einwohnern zum zeitweiligen Verlassen der Dreimillionenstadt geraten.

6000 Wohnblocks, die Hälfte der Mehrfamilienhäuser der ukrainischen Hauptstadt, könnten derzeit nicht geheizt werden, schrieb Klitschko auf Telegram. "Die städtischen Dienste arbeiten im Notfallmodus."

Der Angriff der vergangenen Nacht sei für die Infrastruktur von Kiew der bislang folgenschwerste des Krieges gewesen. Die Lage werde durch den strengen Winter verschärft. Wer anderswo Energie und Wärme finden könne, sollte die Hauptstadt vorübergehend verlassen, schrieb Klitschko.

Bürgermeister Vitali Klitschko (54) wendet sich mit bitteren Worten an Kiews Bewohner.  © Sebastian Christoph Gollnow/dpa

9. Januar, 14.25 Uhr: Selenskyj fordert Reaktion der USA nach Oreschnik-Angriff

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat nach den schweren russischen Angriffen in der Nacht unter anderem mittels einer Rakete des Typs Oreschnik eine internationale Reaktion gefordert.

Russland habe bei der Attacke 242 Drohnen, 13 ballistische Raketen – darunter die Mittelstreckenrakete Oreschnik – und 22 Marschflugkörper eingesetzt, schrieb Selenskyj bei Telegram. Die Angriffe hätten sich gegen zivile Infrastruktur und Wohnhäuser gerichtet.

Bisherigen Informationen zufolge gebe es vier Todesopfer und Dutzende Verletzte. "Es ist eine klare Reaktion der Welt nötig, insbesondere der USA, auf die Russland tatsächlich achtet", schrieb er.

9. Januar, 11.17 Uhr: Medwedew vergleicht Raketeneinsatz mit Beruhigungsspritze

Russlands Ex-Präsident Dmitri Medwedew hat den Einsatz der neuen Mittelstreckenrakete Oreschnik gegen die Ukraine als Beruhigungsmittel gerechtfertigt.

"Gefährliche Psychopathen brauchen eine Zwangsjacke oder eine Rettungsspritze mit Haloperidol", schrieb der als Vizechef des nationalen Sicherheitsrats in Moskau immer noch einflussreiche Politiker. So sei es in der vergangenen Nacht im Westen der Ukraine passiert. Haloperidol ist ein Medikament zur Behandlung von Schizophrenie.

Medwedew, der einst als Hoffnungsträger für eine Liberalisierung des Landes galt, hat sich seit Kriegsbeginn als Hardliner in Moskau profiliert mit harten rhetorischen Attacken nicht nur gegen die Ukraine, sondern den gesamten Westen. So drohte er unter anderem mit Atombombenabwürfen auf London, Paris oder Berlin.

Russlands Ex-Präsident Dmitri Medwedew (60) hat den Einsatz der neuen Mittelstreckenrakete Oreschnik gegen die Ukraine als Beruhigungsmittel gerechtfertigt.  © Ekaterina Shtukina/Pool Sputnik via AP/dpa

9. Januar, 8.54 Uhr: Mehr als 500.000 Russen ohne Strom nach ukrainischem Angriff

Ein ukrainischer Angriff auf das westrussische Gebiet Belgorod hat nach Angaben der örtlichen Behörden einen großflächigen Ausfall der Strom-, Wärme und Wasserversorgung zur Folge.

Der Beschuss eines Infrastrukturobjekts mit Raketen habe 556.000 Menschen von der Stromversorgung abgeschnitten, teilte Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow bei Telegram mit. "Ohne Wärmeversorgung ist fast die gleiche Anzahl, in erster Linie betrifft das 1.920 Mehrfamilienhäuser. Fast 200.000 Menschen sind ohne Wasser und Abwasser", sagte er in dem Video.

Nach Angaben Gladkows sind die Reparaturarbeiten bereits angelaufen. "Die Situation ist sehr schwierig", betonte er. Demnach wird versucht, Reservekapazitäten anzuschließen. Zur möglichen Dauer des Blackouts machte er keine Angaben. Am Nachmittag werde er neue Informationen geben, sagte er nur.

9. Januar, 7.24 Uhr: Russland hat Mittelstreckenrakete Oreschnik eingesetzt

Nach Angaben aus Moskau hat Russland bei dem Angriff auf die Westukraine die gefürchtete neue Mittelstreckenrakete Oreschnik eingesetzt.

Das teilte das russische Verteidigungsministerium mit. Es war der zweite Angriff mit einer Rakete dieses Typs auf die Ukraine.

Ein russisches Oreschnik-Raketensystem während eines Trainings an einem unbekannten Ort in Belarus.  © -/Russian Defense Ministry Press Service/AP/dpa

9. Januar, 6.23 Uhr: Drei Tote bei russischen Angriffen auf Kiew

Bei russischen Angriffen auf die ukrainische Hauptstadt und ihre Vororte Kiew sind nach den Worten von Bürgermeister Vitali Klitschko drei Menschen getötet worden.

13 weitere Menschen seien verletzt worden, erklärte Klitschko am Freitagmorgen. Die ukrainische Luftwaffe warnte in der gesamten Ukraine vor Raketenbeschuss.

Die US-Botschaft in Kiew hatte am Donnerstag davor gewarnt, dass es in den kommenden Tagen zu einem "potenziell bedeutenden Luftangriff" kommen könne. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wiederholte diese Warnung, die selten ausgesprochen wird, in seiner abendlichen Ansprache.

Eine Leiche in einem Plastiksack liegt nach einem russischen Angriff in Kiew auf dem Boden.  © Efrem Lukatsky/AP/dpa

9. Januar, 1 Uhr: Raketeneinschläge bei Lwiw verzeichnet

Inmitten eines landesweiten Raketenalarms in der Ukraine sind nahe der Stadt Lwiw im Westen mehrere Einschläge verzeichnet worden.

Im Gebiet Lwiw sei ein Objekt der kritischen Infrastruktur angegriffen worden, schrieb Gouverneur Maksym Kosyzkyj auf Telegram. Nähere Informationen sollten folgen. Die ukrainische Luftwaffe, die vor einem Angriff mit ballistischen Raketen gewarnt hatte, hob nach dem Einschlag den Alarm wieder auf.

Ukrainische Militärblogs veröffentlichten angebliche Videos aus der Region, die sechs Einschläge hintereinander zeigen. Dies würde dem Trefferbild von sechs Gefechtsköpfen der neuen russischen Mittelstreckenrakete Oreschnik entsprechen.

8. Januar, 19.06 Uhr: Selenskyj warnt vor russischen Angriffen in Frostperiode

Die Ukraine richtet sich nach Worten von Präsident Wolodymyr Selenskyj (47) auf noch heftigere russische Luftangriffe in der gegenwärtigen Frostperiode ein.

"Es gibt Informationen, dass es heute Nacht einen neuen massiven russischen Angriff geben könnte", warnte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft aus Kiew. Die Bürger sollten unbedingt auf Luftalarm achten und sich in Schutzräume flüchten.

"Russland setzt derzeit mehr auf den Winter als auf Diplomatie, auf ballistische Raketen gegen unsere Energieversorgung und nicht auf Arbeit mit Amerika und Vereinbarungen mit Präsident (Donald) Trump", sagte Selenskyj.

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