Ukraine-Krieg: Laut Merz keine Chance für schnellen EU-Beitritt der Ukraine

Ukraine - Bei russischen Drohnenangriffen in der südukrainischen Region Saporischschja sind nach Angaben des Regionalgouverneurs drei Menschen getötet worden.

Beschädigte Autos und Wohnhäuser nach einem russischen Angriff in Saporischschja.  © Kateryna Klochko/AP/dpa

Zwei Frauen und ein Mann hätten bei den Angriffen auf Wohnhäuser in der Stadt Wilnjansk in der Nacht zum Donnerstag ihr Leben verloren, ein weiterer Mann sei verwundet worden, erklärte Regionalgouverneur Iwan Fedorow im Onlinedienst Telegram. Die Angriffe hätten Häuser zerstört und Brände ausgelöst.

Am Dienstag und Mittwoch hatten russische Angriffe auf die Ukraine nach Angaben aus Kiew 16 Menschen getötet. Sechs Menschen verloren bei einem Drohnenangriff auf einen Passagierzug in Charkiw ihr Leben.

Die jüngsten Angriffe erfolgten vor dem Hintergrund der am Wochenende gestarteten trilateralen Gesprächen zwischen Russland, der Ukraine und den USA.

Ukraine Ukraine-Krieg: Zehntausende Familien nach russischen Angriffen ohne Strom

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29. Januar, 6.36 Uhr: Laut Merz keine Chance für schnellen EU-Beitritt der Ukraine

Kanzler Friedrich Merz sieht weiterhin keine Chance für einen schnellen Beitritt der Ukraine zur Europäischen Union.

"Ein Beitritt zum 1. Januar 2027 ist ausgeschlossen. Es geht nicht", sagte der CDU-Chef nach Beratungen der Spitzen von SPD und Union im Kanzleramt in Berlin. Jedes Land, dass zur EU gehören wolle, müsse zunächst die sogenannten Kopenhagener Kriterien erfüllen, dieser Prozess dauere in der Regel einige Jahre.

Merz betonte aber, dass es wichtig sei, dass die Ukraine eine Perspektive habe, die den Weg zum Beitritt ebne. Dies sei aber ein längerfristiger Prozess. "Wir können auf dem Weg dorthin die Ukraine langsam heranführen an die Europäische Union. Das ist immer möglich, aber ein so schneller Beitritt geht einfach nicht."

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Kanzler Friedrich Merz (70) sieht weiterhin keine Chance für einen schnellen Beitritt der Ukraine zur Europäischen Union.  © Bernd von Jutrczenka/dpa

28. Januar, 22.10 Uhr: Selenskyj kritisiert nach Blackout Kiews Stadtverwaltung

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) hat die schwere Lage in Kiew mit der Wärme- und Stromversorgung nach den russischen Luftangriffen auch der Stadtverwaltung angelastet.

"Die Ausrüstung hätte schon vor dem Winter besorgt und gekauft werden müssen, und die Stadtverwaltung von Kiew sollte jetzt um ein Vielfaches schneller agieren, um den Menschen wenigstens im Februar das Leben zu erleichtern", forderte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache.

Zuletzt kritisierte Wolodymyr Selenskyj (48) die Stadtverwaltung in Kiew.  © Markus Schreiber/AP/dpa

28. Januar, 18.08 Uhr: Selenskyj kann für Treffen nach Moskau kommen

Russland gibt sich zum wiederholten Mal offen für ein Treffen des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj (48) mit Kremlchef Wladimir Putin (73).

Russland habe solche Kontakte nie abgelehnt, sagte Putins außenpolitischer Berater, Juri Uschakow (78), dem kremlnahen Korrespondenten des Staatsfernsehens, Pawel Sarubin. Sarubin veröffentlichte ein Video des Interviews auf seinem Telegram-Kanal.

Uschakow sagte weiter, wenn Selenskyj wirklich bereit zu einem Treffen sei, könne er in die russische Hauptstadt Moskau kommen, das habe Putin mehrfach gesagt. Auch in Telefonaten des Kremlchefs mit US-Präsident Donald Trump sei so ein Treffen häufiger Thema gewesen.

Wichtig sei, dass der Kontrakt gut vorbereitet und auf Ergebnisse ausgerichtet sei, sagte Uschakow. Russland garantiere dem ukrainischen Präsidenten Sicherheit. Dabei ist für die ukrainische Seite klar, dass eine Reise Selenskyjs in die Hauptstadt des Feindes aus Sicherheitsgründen nicht infrage kommt.

Kommt es nun bald zu einem Treffen zwischen Wladimir Putin (73) und Wolodymyr Selenskyj (48)?  © Gavriil Grigorov/Pool Sputnik Kremlin via AP/Stephanie Lecocq/Pool Reuters/dpa/dpa

28. Januar, 14.20 Uhr: 1,2 Millionen russischer Soldaten verwundet oder tot

Die russische Armee hat nach Berechnungen von US-Experten in den fast vier Jahren Angriffskrieg gegen die Ukraine 1,2 Millionen Soldaten durch Verwundung oder Tod verloren.

Ein Bericht der Denkfabrik CSIS in Washington geht dabei von 325.000 getöteten russischen Soldaten seit Februar 2022 aus. Für die Ukraine wurden die Verluste auf 500.000 bis 600.000 Soldaten beziffert, darunter 100.000 bis 140.000 Tote.

Das Center for Strategic and International Studies stützt sich bei den Zahlen nach eigenen Angaben auf Militärs, Geheimdienste und Regierungen verschiedener Länder. Sollten die Kämpfe so intensiv weitergehen, werde der zusammengerechnete Verlust beider Seiten absehbar im April zwei Millionen Soldaten übersteigen, heißt es. "In keinem Krieg seit dem Zweiten Weltkrieg hat eine Großmacht so hohe Verlust- und Todeszahlen erlitten", schreiben die Autoren über die russische Seite.

Beide Kriegsparteien behandeln ihre Verlustzahlen als Verschlusssache. In Moskau sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow, Zahlen wie in dem Bericht dürfe man nicht als glaubhaft betrachten. Nur das Verteidigungsministerium sei befugt, Zahlen zu den russischen Verlusten zu veröffentlichen.

Gräber russischer Soldaten, die in der Ukraine getötet wurden, auf einem Friedhof in der russischen Region Wolgograd.  © Uncredited/AP/dpa

28. Januar, 10.22 Uhr: Tote und Verletzte durch russische Luftangriffe

Durch russische Drohnenangriffe sind in der Ukraine nach Behördenangaben an mehreren Orten Zivilisten getötet oder verletzt worden.

In der Gemeinde Bilohorodka westlich von Kiew sei ein Elternpaar getötet worden, teilte die nationale Polizei auf Telegram mit. Das vierjährige Kind des Paares musste demnach verletzt behandelt werden. Daneben habe es drei weitere Verletzte gegeben.

Im südlichen Gebiet Dnipropetrowsk wurde ein Mann getötet. Sieben Menschen wurden verletzt, wie Militärgouverneur Olexander Hanscha mitteilte. Auch Odessa am Schwarzen Meer wurde die zweite Nacht in Folge attackiert.

Rettungskräfte löschen ein Feuer in einem Wohnhaus in Kiew.  © Efrem Lukatsky/AP/dpa

28. Januar, 6.47 Uhr: Selenskyj ist zu Treffen mit Putin bereit

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist laut seinem Außenminister bereit, mit Blick auf ein Ende des russischen Angriffskriegs direkt mit Kremlchef Wladimir Putin über heikle Fragen zu verhandeln.

Im Ringen um eine Friedenslösung seien die sensibelsten Fragen noch nicht geklärt, sagte Chefdiplomat Andrij Sybiha in einem Interview mit dem ukrainischen Portal "Jewropejska Prawda". Dabei gehe es um Gebietsfragen und das russische besetzte Atomkraftwerk in Saporischschja. Um diese Fragen zu klären, sei Selenskyj bereit, sich mit Putin zu treffen, sagte Sybiha.

Wolodymyr Selenskyj (48, r.) ist laut seinem Außenminister bereit, direkt mit Kremlchef Wladimir Putin (73) zu verhandeln.  © Bildmontage: Vladimir Smirnov/Pool Sputnik Kremlin/dpa, Efrem Lukatsky/AP/dpa

28. Januar, 4 Uhr: Tote nach russischem Angriff auf Passagierzug

Bei einem Drohnenangriff auf einen Passagierzug im Gebiet Charkiw im Osten der Ukraine sind laut Präsident Wolodymyr Selenskyj mindestens vier Menschen getötet worden.

Nach vier weiteren werde noch gesucht, zwei seien verletzt worden, schrieb Selenskyj in sozialen Medien. "Es gibt und es kann keine militärische Rechtfertigung geben, um Zivilisten in einem Zugwaggon zu töten", sagte er.

In jedem Land würde ein solcher Angriff als Terrorismus gewertet werden, schrieb Selenskyj auf der Plattform X. Er forderte mehr Druck auf Russland und dass es für seine Taten bestraft werden müsse. Auch in seiner abendlichen Videobotschaft verlangte er mehr Druck auf die russische Ölindustrie, mit der Moskau seinen Angriffskrieg finanziert.

Auf diesem vom ukrainischen Katastrophenschutz zur Verfügung gestellten Foto bekämpfen Feuerwehrleute das Feuer, nachdem russische Drohnen einen Personenzug getroffen und in Brand gesetzt haben.  © -/Ukrainian Emergency Service/dpa

27. Januar, 23 Uhr: Umfrage - Viele Russen fühlen sich von Feinden umzingelt

Viele Menschen in Russland sehen sich einer Umfrage zufolge von ausländischen Feinden umzingelt, während sie ihr eigenes Land als Opfer betrachten.

Dies sei eine Folge der unablässigen antiwestlichen Propaganda, sagte der russische Soziologe Lew Gudkow vom unabhängigen Lewada-Zentrum Moskau in Berlin bei der Vorstellung seiner Ergebnisse.

Im Auftrag der deutschen Sacharow-Stiftung hat das in Russland als Auslandsagent eingestufte Institut die Weltsicht der Russen nach vier Jahren Ukraine-Krieg erforscht. In den mehr als 30 Jahren seit dem Ende der Sowjetunion habe Russland nur sechs Jahre lang keinen Krieg geführt, sagte Gudkow. Er sprach von einer "Militarisierung des Bewusstseins".

27. Januar, 16.29 Uhr: Selenskyj besteht auf EU-Beitritt für Ukraine schon 2027

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat ungeachtet der teils verbreiteten Skepsis in europäischen Staaten die Forderung nach einer EU-Mitgliedschaft für sein Land schon 2027 bekräftigt.

"Der Beitritt der Ukraine zur Europäischen Union ist eine der wichtigsten Sicherheitsgarantien nicht nur für uns, sondern für ganz Europa", teilte Selenskyj nach einem Telefonat mit dem österreichischen Bundeskanzler Christian Stocker mit. "Denn die gemeinsame Stärke Europas ist insbesondere auch dank der ukrainischen Beiträge in den Bereichen Sicherheit, Technologie und Wirtschaft möglich."

Obwohl es bisher keine Aussicht auf einen beschleunigten EU-Beitritt für die Ukraine gibt und die Verfahren in der Regel langwierig sind, betonte Selenskyj, dass er auf die Unterstützung der Partner setze. Bei den Verhandlungen über eine Beendigung des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine pocht er immer wieder auf Sicherheitsgarantien. Hier sieht Selenskyj vor allem die USA am Zuge, die auch zwischen Ukrainern und Russen vermitteln.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) besteht auf den EU-Beitritt der Ukraine schon 2027.  © Danylo Antoniuk/AP/dpa

27. Januar, 11.16 Uhr: USA binden Sicherheitsgarantien für die Ukraine an Gebietsabtretungen

Laut Bericht der "Financial Times" bindet die Trump-Regierung etwaige Sicherheitsgarantien an die Aufgabe von Territorium durch die Ukraine an Russland.

Die USA sollen der Ukraine dementsprechend auch mehr Waffen für die Zeit nach einem möglichen Waffenstillstand zugesichert haben. Die Sicherheitsgarantien für die Ukraine sollen denen nach Artikel 5 der Nato entsprechen.

Dafür soll Kiew sich jedoch aus dem Gebieten der Regionen Donezk und Luhansk zurückziehen, die es weiterhin kontrolliert. Für Präsident Wolodymyr Selenskyj ist das eine rote Linie. Auch die ukrainische Bevölkerung spricht sich in Umfragen immer wieder gegen die Aufgabe von Territorium aus.

Ukrainische Politiker und Militärs haben durch die erastische Politik zudem Zweifel, dass Washington seinen Teil der Sicherheitsgarantien erfüllen würde, falls Russland den Waffenstillstand erneut brechen sollte.

Die Trump-Regierung bindet etwaige Sicherheitsgarantien an die Aufgabe von Territorium durch die Ukraine an Russland.  © Evan Vucci/AP/dpa

27. Januar, 8.23 Uhr: Tote und Verletzte in Odessa nach Drohnenangriff

Bei einem russischen Drohnenangriff sind in der ukrainischen Hafenstadt Odessa am Schwarzen Meer nach Behördenangaben drei Menschen getötet worden. Der Chef der Stadtverwaltung, Serhij Lyssak, berichtete auf Telegram zudem von 25 Verletzten.

Es seien mehrere Wohnblocks und Einfamilienhäuser, ein Infrastrukturobjekt und eine Kirche im Stadtzentrum beschädigt worden. Nachts habe es mehrere Brände gegeben, teilte Lyssak mit. Rettungskräfte bargen Menschen, die in den beschädigten Häusern eingeschlossen waren.

Bei einem russischen Drohnenangriff sind in der ukrainischen Hafenstadt Odessa nach Behördenangaben zahlreiche Menschen verletzt worden.  © Uncredited/Ukrainian Emergency Service/dpa

27. Januar, 7.07 Uhr: Selenskyj will nächstes Treffen mit Russen vorverlegen

Selenskyj traf sich in Kiew auch mit seiner Delegation, die am Freitag und Samstag unter US-Vermittlung in Abu Dhabi direkte Verhandlungen mit der russischen Seite geführt hatte.

"Nach langer Zeit gab es wieder ein Treffen mit den Amerikanern und Russen. Wir haben verschiedene Fragen eher militärischer Natur besprochen – Maßnahmen zur Beendigung des Krieges", sagte Selenskyj. Dabei sei es auch um die Kontrolle und Überwachung eines möglichen künftigen Waffenstillstands gegangen, sagte er.

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