Ukraine-Krieg: Laut Selenskyj erneut Verhandlungsteam unterwegs in die USA

Ukraine - Das ukrainische Militär berichtet von heftigen russischen Angriffen an der Front im Osten des Landes.

Es kam erneut zu heftigen russischen Angriffen an der ukrainischen Front. (Archivbild)  © Iryna Rybakova/Ukrainian 93rd Mechanized brigade/AP/dpa

Der Generalstab in Kiew teilte in seinem Morgenbericht zur Lage mit, seit Donnerstagmorgen habe es 180 einzelne russische Attacken gegeben.

Den ukrainischen Verteidigern sei es gelungen, 1370 russische Soldaten tot oder verwundet auszuschalten.

Diese Zahlen des Militärs sind nicht im Detail überprüfbar; sie liegen aber über dem Durchschnitt der täglichen Berichte und deuten auf intensive Kämpfe hin.

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Ein Schwerpunkt war demnach weiterhin der Frontabschnitt von Pokrowsk, das zum großen Teil von russischen Truppen erobert ist. Doch die Ukrainer halten weiterhin Stellungen in der Nachbarstadt Myrnohrad im Gebiet Donezk.

Alle relevanten Informationen zum aktuellen Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Newsticker.

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16. Januar, 20.35 Uhr: Selenskyj warnt vor neuen massiven russischen Luftangriffen

Vor dem Hintergrund einer Kältewelle und massiven Problemen bei der Energieversorgung hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (47) vor neuen massiven russischen Luftangriffen gewarnt.

"Bitte beachtet die Luftalarme", sagte der Staatschef in seiner abendlichen Videobotschaft.

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16. Januar, 19.51 Uhr: Ukraine kündigt Gespräche mit USA für Samstag an

Die Ukraine hat für diesen Samstag Gespräche in den USA über die "zukünftige Sicherheitsarchitektur" und die "langfristige ökonomische Entwicklung" des osteuropäischen Landes angekündigt.

Dabei solle an Abkommen über Sicherheitsgarantien und zum "wirtschaftlichen Aufblühen der Ukraine" mit einem Gesamtvolumen von umgerechnet bis zu 690 Milliarden Euro gearbeitet werden, schrieb die ukrainische Botschafterin in Washington, Olha Stefanischyna, auf Facebook. Als Verhandlungsort nannte sie Miami im Staat Florida.

16. Januar, 16.47 Uhr: Laut Selenskyj erneut Verhandlungsteam unterwegs in die USA

Ukrainische Unterhändler sind nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj (47) unterwegs in die USA. Das ukrainische Team arbeite "trotz allem" aktiv mit Vertretern von US-Präsident Donald Trump (79), teilte Selenskyj mit.

In diesen Tagen seien Treffen geplant. Der US-Präsident hatte in einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters zuletzt die Einschätzung geäußert, dass er Selenskyj für ein größeres Hindernis auf dem Weg zu Frieden hält als Kremlchef Wladimir Putin (73).

Zur ukrainischen Delegation gehören der Sekretär des nationalen Sicherheitsrats Rustem Umjerow, Selenskyjs neuer Kanzleichef Kyrylo Budanow und der Abgeordnete David Arachmija. Kiew erhoffe sich mehr Klarheit sowohl in Bezug auf die Dokumente, die mit der US-Seite vorbereitet worden seien, als auch in Bezug auf eine Rückmeldung Russlands auf die diplomatische Arbeit, sagte Selenskyj.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (47) setzt bei den Friedensverhandlungen weiter auf Trump.  © Geert Vanden Wijngaert/AP/dpa

16. Januar, 14.40 Uhr: Kreml gibt sich offen für Gespräche mit Europäern

Der Kreml sieht in europäischen Aussagen zu einem Dialog mit Russland eine positive Entwicklung. Moskau habe entsprechende Äußerungen insbesondere aus Paris, Rom und sogar Berlin festgestellt, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass zufolge. Das entspreche mit der Moskauer Sichtweise.

Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) hatte bei einem Neujahrsempfang in Halle Hoffnung auf einen Ausgleich mit Russland in der längeren Perspektive ausgedrückt.

Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni sprach sich vor rund einer Woche mit Blick auf die internationalen Bemühungen für ein Ende des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine dafür aus, dass Europa wieder mit Russland spricht.

"Denn wenn Europa beschließt, an dieser Verhandlungsphase teilzunehmen, dabei aber nur mit einer der Konfliktparteien spricht, fürchte ich, dass der positive Beitrag, den es leisten könnte, am Ende begrenzt sein wird", sagte sie.

16. Januar, 10.14 Uhr: Oberbefehlshaber - Ukrainer verringern eigene Verluste

Der ukrainische Oberbefehlshaber Olexander Syrskyj schrieb in einer Bilanz für 2025, es sei gelungen, kritische Durchbrüche des Gegners zu verhindern.

Seiner Einschätzung nach schalte seine Armee jeden Monat mehr russische Soldaten aus, als Moskau mobilisieren könne. Zugleich habe die ukrainische Armee die eigenen Verluste um 13 Prozent verringern können, schrieb Syrskyj ohne nähere Erläuterung.

Die russische Invasion in das Nachbarland wird am 22. Februar in ihr fünftes Jahr gehen.

Generaloberst Olexander Syrskyj (60), Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte.  © Ukrainisches Präsidentialamt/Pool/Planet Pix via ZUMA Press Wire/dpa

16. Januar, 10.13 Uhr: Russische Armee rückt im Gebiet Saporischschja vor

Ebenfalls viele Angriffe gab es weiter südlich bei Huljajpole im Gebiet Saporischschja.

In der Kleinstadt habe die russische Armee weitere Straßenzüge erobert, berichtete der militärnahe ukrainische Blog DeepState.

Damit bleibt es bei dem Bild der vergangenen Monate an der Front: Die russische Armee arbeitet sich langsam vor, erleidet dabei aber hohe Verluste.

15. Januar, 21.07 Uhr: Selenskyj drängt auf höhere Stromimporte

Vor dem Hintergrund neuer russischer Attacken auf Energieanlagen hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (47) vom Ministerkabinett Lösungen innerhalb eines Tages gefordert.

"Vor allem damit der Import von Strom und aller Möglichkeiten für die Reserveversorgung erhöht wird", sagte der Staatschef in seiner abendlichen Videobotschaft. Dafür sei auch eine stärkere Kooperation zwischen den örtlichen Regierungsorganen und den Energieunternehmen notwendig. Er kündigte tägliche Beratungen mit Regierungsmitgliedern und regionalen Verantwortlichen zur Lage im Energiesektor an.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (47) steht vor extremen Energie-Problemen.  © Ludovic Marin/POOL AFP/dpa

15. Januar, 17.02 Uhr: Putin gibt Europäern Schuld an schlechtem Verhältnis

Russlands Staatschef Wladimir Putin (73) beklagt das schlechte Verhältnis zu Europa - sieht die Schuld dafür aber allein bei den europäischen Nachbarn.

Der Zustand der jeweiligen bilateralen Beziehungen lasse "zu wünschen übrig", sagte Putin, der im Kreml in Moskau die Beglaubigungsschreiben neuer Botschafter entgegennahm. Unter anderem traten Botschafterinnen und Botschafter aus Frankreich, Italien, Schweden, Tschechien und der Schweiz ihren Posten in Moskau an.

"Der Dialog und die Kontakte sind - und zwar nicht durch unsere Schuld, das möchte ich betonen - auf ein Minimum reduziert für staatliche wie für wirtschaftliche und gesellschaftliche Kreise", sagte Putin. Er hoffe, dass es mit der Zeit einen Rückweg zu normalen und konstruktiven Beziehungen gebe.

Wladimir Putin (73) scheint zu grübeln, warum die Europäer wohl nicht so richtig gut mit ihm können.  © Ramil Sitdikov/Pool Reuters/AP/dpa

15. Januar, 15.01 Uhr: Kreml hofft auf neues Treffen mit US-Unterhändlern

Der Kreml hofft auf einen baldigen Besuch der US-Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner für Gespräche über ein Ende des Ukraine-Kriegs.

Der Dialog mit den Amerikanern laufe, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow (58) der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass zufolge. "Sobald die Termine abgestimmt sind, findet dieser Besuch, hoffen wir, statt." Es sei wichtig, dass auch die russische Seite ihre Sicht auf diese Beratungen darlege. Zwischen den Amerikanern, Ukrainern und Europäern habe es viele Gespräche gegeben.

Laut Sprecher Dmitri Peskow (58) will der Kreml ein neues Treffen mit US-Unterhändlern.  © Ulf Mauder/dpa

15. Januar, 12.44 Uhr: Neue Stromausfälle in der Ukraine durch Luftangriffe

In der Ukraine haben russische Luftangriffe in der Nacht weitere großflächige Stromausfälle verursacht.

In den Gebieten Charkiw und Schytomir seien Verbraucher ohne Strom, teilte das Energieministerium in Kiew mit. "Notfall- und Wiederherstellungsarbeiten werden überall dort durchgeführt, wo es die Sicherheitslage zulässt", hieß es. Im Gebiet Dnipropetrowsk ordnete der staatliche Versorger Ukrenergo wegen früherer Schäden am Netz Notabschaltungen an.

Drohneneinschläge wurden auch aus Lwiw und Kiew und aus frontnahen Städten wie Slowjansk und Kramatorsk gemeldet. Die neuen Stromausfälle belegen, wie geschwächt die Energieversorgung der Ukraine mittlerweile ist. Denn der russische Angriff war mit 82 Drohnen, wie die ukrainische Luftwaffe zählte, einer der schwächsten der vergangenen Wochen.

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