Ukraine-Krieg: Medwedew vergleicht Raketeneinsatz mit Beruhigungsspritze

Ukraine - Ungeachtet laufender Friedensbemühungen hat Russland eine schwere ballistische Rakete auf die Westukraine an der Grenze zu EU- und Nato-Gebiet abgefeuert.

Über Nacht kam es zu mehreren russischen Angriffen auf die Ukraine.  © Uncredited/Dnipro Regional Administration/AP/dpa

Die ukrainische Luftwaffe teilte mit, für das gesamte Land sei am Donnerstag gegen 23.30 Uhr Ortszeit Luftalarm ausgelöst worden.

Es habe die Gefahr des Starts einer ballistischen Waffe vom russischen Testgelände Kapustin Jar bestanden. Wenig später seien Einschläge im Gebiet Lwiw verzeichnet worden.

Ein Objekt der kritischen Infrastruktur sei angegriffen worden, schrieb Gebietsgouverneur Maksym Kosyzkyj auf Telegram.

Ukraine Ukraine-Krieg: Selenskyj erwartet Details aus Ukraine-Gesprächen in den USA

Ukrainische Militärblogs veröffentlichten angebliche Videos aus der Region, die sechs Einschläge hintereinander zeigen. Dies ähnelt dem Trefferbild von sechs Gefechtsköpfen der neuen russischen Mittelstreckenrakete Oreschnik (Haselstrauch).

Alle relevanten Informationen zum aktuellen Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Newsticker.

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9. Januar, 11.17 Uhr: Medwedew vergleicht Raketeneinsatz mit Beruhigungsspritze

Russlands Ex-Präsident Dmitri Medwedew hat den Einsatz der neuen Mittelstreckenrakete Oreschnik gegen die Ukraine als Beruhigungsmittel gerechtfertigt.

"Gefährliche Psychopathen brauchen eine Zwangsjacke oder eine Rettungsspritze mit Haloperidol", schrieb der als Vizechef des nationalen Sicherheitsrats in Moskau immer noch einflussreiche Politiker. So sei es in der vergangenen Nacht im Westen der Ukraine passiert. Haloperidol ist ein Medikament zur Behandlung von Schizophrenie.

Medwedew, der einst als Hoffnungsträger für eine Liberalisierung des Landes galt, hat sich seit Kriegsbeginn als Hardliner in Moskau profiliert mit harten rhetorischen Attacken nicht nur gegen die Ukraine, sondern den gesamten Westen. So drohte er unter anderem mit Atombombenabwürfen auf London, Paris oder Berlin.

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Russlands Ex-Präsident Dmitri Medwedew (60) hat den Einsatz der neuen Mittelstreckenrakete Oreschnik gegen die Ukraine als Beruhigungsmittel gerechtfertigt.  © Ekaterina Shtukina/Pool Sputnik via AP/dpa

9. Januar, 8.54 Uhr: Mehr als 500.000 Russen ohne Strom nach ukrainischem Angriff

Ein ukrainischer Angriff auf das westrussische Gebiet Belgorod hat nach Angaben der örtlichen Behörden einen großflächigen Ausfall der Strom-, Wärme und Wasserversorgung zur Folge.

Der Beschuss eines Infrastrukturobjekts mit Raketen habe 556.000 Menschen von der Stromversorgung abgeschnitten, teilte Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow bei Telegram mit. "Ohne Wärmeversorgung ist fast die gleiche Anzahl, in erster Linie betrifft das 1.920 Mehrfamilienhäuser. Fast 200.000 Menschen sind ohne Wasser und Abwasser", sagte er in dem Video.

Nach Angaben Gladkows sind die Reparaturarbeiten bereits angelaufen. "Die Situation ist sehr schwierig", betonte er. Demnach wird versucht, Reservekapazitäten anzuschließen. Zur möglichen Dauer des Blackouts machte er keine Angaben. Am Nachmittag werde er neue Informationen geben, sagte er nur.

9. Januar, 7.24 Uhr: Russland hat Mittelstreckenrakete Oreschnik eingesetzt

Nach Angaben aus Moskau hat Russland bei dem Angriff auf die Westukraine die gefürchtete neue Mittelstreckenrakete Oreschnik eingesetzt.

Das teilte das russische Verteidigungsministerium mit. Es war der zweite Angriff mit einer Rakete dieses Typs auf die Ukraine.

Ein russisches Oreschnik-Raketensystem während eines Trainings an einem unbekannten Ort in Belarus.  © -/Russian Defense Ministry Press Service/AP/dpa

9. Januar, 6.23 Uhr: Drei Tote bei russischen Angriffen auf Kiew

Bei russischen Angriffen auf die ukrainische Hauptstadt und ihre Vororte Kiew sind nach den Worten von Bürgermeister Vitali Klitschko drei Menschen getötet worden.

13 weitere Menschen seien verletzt worden, erklärte Klitschko am Freitagmorgen. Die ukrainische Luftwaffe warnte in der gesamten Ukraine vor Raketenbeschuss.

Die US-Botschaft in Kiew hatte am Donnerstag davor gewarnt, dass es in den kommenden Tagen zu einem "potenziell bedeutenden Luftangriff" kommen könne. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wiederholte diese Warnung, die selten ausgesprochen wird, in seiner abendlichen Ansprache.

Eine Leiche in einem Plastiksack liegt nach einem russischen Angriff in Kiew auf dem Boden.  © Efrem Lukatsky/AP/dpa

9. Januar, 1 Uhr: Raketeneinschläge bei Lwiw verzeichnet

Inmitten eines landesweiten Raketenalarms in der Ukraine sind nahe der Stadt Lwiw im Westen mehrere Einschläge verzeichnet worden.

Im Gebiet Lwiw sei ein Objekt der kritischen Infrastruktur angegriffen worden, schrieb Gouverneur Maksym Kosyzkyj auf Telegram. Nähere Informationen sollten folgen. Die ukrainische Luftwaffe, die vor einem Angriff mit ballistischen Raketen gewarnt hatte, hob nach dem Einschlag den Alarm wieder auf.

Ukrainische Militärblogs veröffentlichten angebliche Videos aus der Region, die sechs Einschläge hintereinander zeigen. Dies würde dem Trefferbild von sechs Gefechtsköpfen der neuen russischen Mittelstreckenrakete Oreschnik entsprechen.

8. Januar, 19.06 Uhr: Selenskyj warnt vor russischen Angriffen in Frostperiode

Die Ukraine richtet sich nach Worten von Präsident Wolodymyr Selenskyj (47) auf noch heftigere russische Luftangriffe in der gegenwärtigen Frostperiode ein.

"Es gibt Informationen, dass es heute Nacht einen neuen massiven russischen Angriff geben könnte", warnte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft aus Kiew. Die Bürger sollten unbedingt auf Luftalarm achten und sich in Schutzräume flüchten.

"Russland setzt derzeit mehr auf den Winter als auf Diplomatie, auf ballistische Raketen gegen unsere Energieversorgung und nicht auf Arbeit mit Amerika und Vereinbarungen mit Präsident (Donald) Trump", sagte Selenskyj.

8. Januar, 19.04 Uhr: Russland greift Krywyj Rih mit Raketen an

Die südukrainische Industriestadt Krywyj Rih, Geburtsstadt von Präsident Wolodymyr Selenskyj (47), ist nach örtlichen Angaben von Russland erneut mit Raketen attackiert worden.

"Die verdammten Mistkerle haben zwei ballistische Iskander-Raketen auf Mehrfamilienhäuser abgefeuert", schrieb Bürgermeister Oleander Wilkul auf Telegram. Es gebe Opfer, teilte er ohne nähere Angaben mit. Medienberichte gingen von zahlreichen Verletzten aus.

8. Januar, 16.46 Uhr: Tote in der Ukraine nach russischen Angriffen

Im Süden der Ukraine sind vier Zivilisten nach Behördenangaben durch russische Angriffe getötet worden.

Bei einem Drohnenangriff bei der Gemeinde Beryslaw im Gebiet Cherson kam demnach ein Mann ums Leben, schrieb Gebietsgouverneur Olexander Prokudin bei Telegram. Ein weiterer sei verletzt worden.

8. Januar, 15.28 Uhr: Moskau wirft den USA nach Tanker-Beschlagnahme im Atlantik Schüren von Spannungen vor

Nach der Beschlagnahme eines unter russischer Flagge fahrenden Öltankers im Nordatlantik hat Russland den USA das Schüren "militärischer und politischer Spannungen" vorgeworfen.

Washington sei "bereit, schwerwiegende internationale Krisen zu provozieren", erklärte das russische Außenministerium am Donnerstag. Dies sei "bedauerlich und alarmierend". Das Ministerium verurteilte das US-Vorgehen sowie die Unterstützung durch Großbritannien bei der Beschlagnahme als "gefährlich und unverantwortlich".

Das Ministerium in Moskau warnte davor, dass der Vorfall die "bereits extrem angespannten russisch-amerikanischen Beziehungen" aufgrund der in den vergangenen Jahren zunehmenden Konflikte noch weiter verschlechtern könnte.

Kreml-Herrscher Putin (73) dürften die aktuellen Entwicklungen überhaupt nicht gefallen.  © Mikhail Metzel/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa

8. Januar, 15.19 Uhr: Sicherheitsdokument laut Selenskyj im Grunde bereit für Trump

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (47) sieht Fortschritte in Gesprächen über ein bilaterales Dokument mit den USA über Sicherheitsgarantien für sein Land.

Das Papier sei nun "im Grunde bereit" für die Fertigstellung auf der höchsten Ebene mit US-Präsident Donald Trump (79), teilte Selenskyj in sozialen Medien mit.

8. Januar, 15.10 Uhr: Laut US-Senator "grünes Licht" von Trump für neue Russland-Sanktionen

Der einflussreiche republikanische US-Senator Lindsey Graham (70) rechnet mit einem baldigen Beschluss eines neuen US-Sanktionspakets gegen Russland wegen des andauernden Ukraine-Kriegs. Präsident Donald Trump (79) habe "grünes Licht" für den überparteilichen Gesetzesentwurf gegeben, schrieb Graham auf der Plattform X.

Dieser ermögliche US-Sanktionen gegen Länder, die russisches Öl kauften und damit die "Kriegsmaschine" von Kremlchef Wladimir Putin (73) finanzierten. Graham argumentierte, dass Trump damit mehr Druck auf Länder wie China, Indien und Brasilien machen könnte, kein Öl mehr von Russland zu kaufen.

Die neuen Sanktionen kämen "genau zum richtigen Zeitpunkt, da die Ukraine Zugeständnisse für den Frieden macht, während Putin nur leere Worte von sich gibt und weiterhin unschuldige Menschen tötet", schrieb Graham weiter. Im Idealfall erwarte er bereits kommende Woche eine Zustimmung von Demokraten und Republikanern im US-Kongress.

Der einflussreiche republikanische US-Senator Lindsey Graham (70) hat gute Nachrichten für die Ukraine.  © Marwan Naamani/ZUMA Press Wire/dpa

8. Januar, 10.08 Uhr: Hunderttausende in Ukraine von Stromversorgung abgeschnitten

In der Nacht haben russische Angriffe im Süden der Ukraine zu großflächigen Stromausfällen geführt.

Die Regionen Dnipropetrowsk und Saporischschja waren nach Angaben des ukrainischen Energieministeriums fast vollständig von der Stromversorgung getrennt.

Ukrainische Soldaten der Luftverteidigungseinheit der 59. Brigade feuern auf russische Kampfdrohnen in der Region Dnipropetrowsk. (Archivbild)  © Evgeniy Maloletka/AP/dpa

7. Januar, 20.47 Uhr: Selenskyj strebt Kriegsende im ersten Halbjahr an

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (47) schließt angesichts von Fortschritten bei Friedensgesprächen ein Ende des Krieges in der ersten Jahreshälfte 2026 nicht aus.

"Wir stellen fest, dass die Verhandlungen mit unseren europäischen Partnern und natürlich mit den USA und allen Mitgliedern der Koalition der Willigen einen neuen Meilenstein erreicht haben", sagte Selenskyj bei einem Besuch in Zypern.

In der Hauptstadt Nikosia war die EU-Spitze zu Beginn der sechsmonatigen EU-Ratspräsidentschaft Zyperns versammelt. "Wir sind uns bewusst, dass dieser Krieg noch während Ihrer Präsidentschaft beendet werden kann", sagte Selenskyj der Nachrichtenagentur Interfax Ukraina zufolge bei der Zeremonie.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (47) zeigt sich optimistisch.  © Petros Karadjias/Pool AP/dpa

7. Januar, 20.19 Uhr: Tote nach Angriff auf Häfen bei Odessa

Durch einen russischen Luftangriff auf Häfen bei Odessa sind am Schwarzen Meer nach ukrainischen Behördenangaben mindestens zwei Menschen getötet worden.

Die russische Armee habe Drohnen und Raketen eingesetzt, teilte der Gouverneur des Gebietes Odessa, Oleh Kiper, auf Telegram mit. Es gebe außerdem acht Verletzte. Es habe Schäden an der Infrastruktur der Häfen Piwdennyj und Tschornomorsk gegeben. Kiper veröffentlichte Fotos mit zerstörten Containern und beschädigten Lkws. In Odessa selbst waren nach Medienberichten Explosionen zu hören.

Odessa wird immer wieder von Russland angegriffen. (Archivbild)  © Michael Shtekel/AP/dpa

7. Januar, 17.59 Uhr: Russen fordern freie Heimkehr für Tanker-Besatzung

Das russische Außenministerium fordert eine ungehinderte Heimkehr der Seeleute auf dem von der US-Marine im Nordatlantik aufgebrachten Öltanker.

Man verfolge die Lage auf der "Marinera" aufmerksam, teilte das Ministerium in Moskau nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen mit. Das US-Militär benutzt für den Tanker den Namen "Bella-1", so hieß es vor einer Umbenennung.

"Angesichts der Berichte, dass russische Bürger zur Besatzung gehören, verlangen wir von der amerikanischen Seite, ihre humane und würdige Behandlung sicherzustellen, ihre Rechte und Interessen strikt zu wahren und eine schnellstmögliche Rückkehr in die Heimat nicht zu behindern", hieß es.

Kreml-Herrscher Putin (73) dürften die aktuellen Entwicklungen überhaupt nicht passen.  © Vyacheslav Prokofyev/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa

7. Januar, 16.58 Uhr: Konkrete Beiträge zur Sicherung der Ukraine nötig

Verteidigungsminister Boris Pistorius (65, SPD) hält weitere Planungen zum militärischen Schutz bei einer Friedenslösung in der Ukraine für nötig. "Mir ist wichtig, dass die Unterstützerländer der Ukraine konkrete Beiträge für die Absicherung einer möglichen politischen Beendigung des russischen Angriffskriegs in der Ukraine erarbeiten", sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Es müsse - anders als beim Budapester Memorandum von 1994 – nunmehr um eine verlässliche und dauerhafte Garantie für die Ukraine gehen, sagte der Minister.

Verteidigungsminister Boris Pistorius (65, SPD) steht wie so oft für klare Kante.  © Christoph Soeder/dpa

7. Januar, 15.19 Uhr: USA beschlagnahmen Öltanker unter russischer Flagge

Die USA haben Armeeangaben zufolge einen unter russischer Flagge fahrenden Öltanker im Nordatlantik "beschlagnahmt". Der Tanker "Bella 1", der zuvor wochenlang von der US-Armee verfolgt worden war, sei im Auftrag des Justizministeriums und des Innenministeriums "wegen des Verstoßes gegen US-Sanktionen" unter US-Kontrolle gebracht worden, erklärte das US-Militärkommando für Europa am Mittwoch im Onlinedienst X. Der Tanker sei zuvor einer Teilblockade rund um Venezuela entkommen, berichteten die US-Sender Fox News und CNN.

Wenige Stunden zuvor hatten US-Medien berichtet, dass Russland ein U-Boot in Richtung Atlantik geschickt habe, um den leeren Tanker zu eskortieren. US-Behörden zufolge gehört der Tanker mutmaßlich zur sogenannten Schattenflotte, die unter Verstoß gegen US-Sanktionen Öl für Länder wie Venezuela, Russland und den Iran transportiert. Am Mittwoch befand sich der Tanker laut der Website Marinetraffic in der Nähe der ausschließlichen Wirtschaftszone vor Island.

Das Schiff, das ursprünglich "Bella 1" hieß, steht seit 2024 wegen mutmaßlicher Verbindungen zum Iran und zur libanesischen Hisbollah-Miliz unter US-Sanktionen. Der Tanker wird seit dem 21. Dezember von der US-Küstenwache verfolgt. Seitdem fährt er unter russischer Flagge und hat seinen Namen in "Marinera" geändert.

US-Präsident Trump (79) schafft erneut Fakten.  © Evan Vucci/AP/dpa

7. Januar, 15.14 Uhr: Russischer Öltanker soll vor US-Kontrolle geflohen sein

Ein mutmaßlich vor einer US-Kontrolle geflohener Öltanker sorgt für Spannungen zwischen Russland und den USA im Nordatlantik.

Das Frachtschiff "The Marinera" soll sich unter russischer Flagge fahrend derzeit zwischen Island und Schottland befinden. Zuvor soll es - noch mit anderem Namen auf dem Weg nach Venezuela - plötzlich den Kurs geändert haben, um der Durchsuchung durch die US-Küstenwache zu entgehen, wie das "Wall Street Journal" und der Sender CBS berichteten.

Russland soll den Berichten zufolge ein U-Boot und weitere Schiffe zum Schutz des Tankers entsendet haben. Die Nachrichtenagentur PA berichtete, ein britisches Aufklärungsflugzeug soll entlang der Route des Schiffes unterwegs gewesen sein. Weder das Weiße Haus noch die britische Regierung antworteten konkret auf Nachfragen. "Die USA sind der wichtigste Verteidigungs- und Sicherheitspartner des Vereinigten Königreichs", sagte ein Sprecher des britischen Premierministers Keir Starmer (63).

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