Ukraine-Krieg: Schutztruppe nimmt Form an - Deutschland dabei

Ukraine - Die internationale Schutztruppe zur militärischen Absicherung eines möglichen Waffenstillstands in der Ukraine nimmt Form an.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (47, l.) der französische Präsident Emmanuel Macron (48, M.) und der britische Premierminister Sir Keir Starmer (63) nach der Unterzeichnung einer Absichtserklärung zu einer multinationalen Truppe zur Absicherung eines Waffenstillstands in der Ukraine.  © Tom Nicholson/PA Wire/dpa

Bei einem Treffen der sogenannten Koalition der Willigen in Paris unterzeichneten Frankreich, Großbritannien und die Ukraine eine Erklärung, die dem Einsatz ausländischer Truppen in dem angegriffenen Land eine Grundlage gibt.

Bei einem weiteren Treffen in Paris am Mittwoch zwischen Außenminister Johann Wadephul (62) und seinen Amtskollegen aus Frankreich und Polen soll es ebenfalls um die Unterstützung der von Russland angegriffenen Ukraine gehen.

Für Deutschland stellte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU, 70) am Dienstag erstmals die Beteiligung der Bundeswehr an einer Friedenssicherung in Aussicht - nicht in der Ukraine selbst, aber auf Nato-Boden nahe der Grenze.

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Der britische Premier Keir Starmer (63) sprach bereits von einem Einsatz britischer und französischer Streitkräfte auf ukrainischem Boden nach einem Waffenstillstand.

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7. Januar, 6.08 Uhr: Selenskyj - Trotz Fortschritten bleibt Territorialfrage

Der ukrainische Präsident Selenskyj (47) sprach von großen Fortschritten in den Friedensgesprächen.

Territorialfragen seien aber nicht zu 100 Prozent gelöst, sagte er. Ukrainische Unterhändler sollten deshalb vor Ort bleiben und die Gespräche fortsetzen. Auch US-Unterhändler Witkoff sagte, dass diese Frage bislang nicht gelöst sei.

Bei diesem Streit geht es darum, ob die Ukraine - wie von Moskau gefordert - ihre Truppen vollständig aus den Gebieten Donezk und Luhansk im Osten abzieht. Die USA drängen Kiew dazu, weil sonst ein Frieden mit Russland nicht zu erreichen sei. Die Ukraine lehnt dies ab. Moskau hat zuletzt erklärt, man werde diese Territorien ohnehin militärisch erobern.

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Der ukrainische Präsident Selenskyj (47) sprach von großen Fortschritten in den Friedensgesprächen.  © Ludovic Marin/POOL AFP/AP/dpa

7. Januar, 6.07 Uhr: Verbindliche Sicherheitsgarantien mit Militärhilfe

Neben Unterstützung für die ukrainische Armee stellte die Koalition der Willigen in einer gemeinsamen Erklärung Kiew erstmals verbindliche Sicherheitsgarantien in Aussicht, was als starkes Signal gilt.

"Wir sind bereit, uns zu einem System politisch und rechtlich verbindlicher Garantien zu verpflichten, das in Kraft tritt, sobald eine Waffenruhe in Kraft tritt", teilte EU-Ratspräsident António Costa nach den Beratungen mit.

7. Januar, 6.06 Uhr: Paris und London wollen Truppen in die Ukraine schicken

Der britische Premier Keir Starmer (63) erklärte zu seiner Ankündigung, Ziel sei es, "den ukrainischen Luft- und Seeraum zu sichern und die ukrainischen Streitkräfte für die Zukunft wiederaufzubauen."

Auch weitere Verbündete wollen demnach ihre Einheiten in die Ukraine entsenden. Dabei geht es nicht um einen Einsatz an der künftigen Waffenstillstandslinie. Diese sollte den Planungen zufolge von den USA mit technischen Mitteln aus der Ferne überwacht werden. Die ausländischen Truppen sollten im Rückraum oder außerhalb der Ukraine bei der Regenerierung der ukrainischen Armee helfen und zur Abschreckung beitragen. Neben Deutschland erklärten sich auch Spanien und Belgien zu solchen Missionen bereit.

Der britische Premier Keir Starmer (63) erklärte, Ziel sei die Sicherung des ukrainischen Luft- und Seeraums sowie der Wiederaufbau der Streitkräfte.  © Tom Nicholson/PA Wire/dpa

7. Januar, 6.05 Uhr: Schutztruppe für Ukraine nimmt Form an - Deutschland dabei

Die internationale Schutztruppe zur militärischen Absicherung eines möglichen Waffenstillstands in der Ukraine nimmt Form an.

Bei einem Treffen der sogenannten Koalition der Willigen in Paris unterzeichneten Frankreich, Großbritannien und die Ukraine eine Erklärung, die dem Einsatz ausländischer Truppen in dem angegriffenen Land eine Grundlage gibt. Bei einem weiteren Treffen in Paris am Mittwoch zwischen Außenminister Johann Wadephul und seinen Amtskollegen aus Frankreich und Polen soll es ebenfalls um die Unterstützung der von Russland angegriffenen Ukraine gehen.

Merz (CDU, 70) knüpfte eine Beteiligung der Bundeswehr an klare Vereinbarungen für einen Waffenstillstand.  © Tom Nicholson/PA Wire/dpa

6. Januar, 21.03 Uhr: Merz will Ukraine-Waffenstillstand mit absichern

Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) hat eine militärische Beteiligung Deutschlands an der Absicherung eines möglichen Waffenstillstands in der Ukraine in Aussicht gestellt.

"Dazu kann zum Beispiel gehören, dass wir nach einem Waffenstillstand Kräfte für die Ukraine auf benachbartem Nato-Gebiet einmelden", sagte er nach einem Treffen der in der sogenannten "Koalition der Willigen" vereinten Verbündeten der Ukraine in Paris.

Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU, l.) und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (47, r.) während einer Pressekonferenz im Elysee-Palast in Paris nach einem Treffen mit Mitgliedern der Koalition der Willigen.  © Tom Nicholson/PA Wire/dpa

6. Januar, 9.54 Uhr: Russland beklagt Opfer nach ukrainischen Angriffen

Bei ukrainischen Angriffen sind nach russischen Behördenangaben mehrere Menschen getötet worden.

In der Großstadt Twer im Nordwesten Russlands kam dem amtierenden Gouverneur Witali Koroljow zufolge ein Mensch infolge ukrainischer Drohnenangriffe ums Leben, zwei weitere wurden demnach verletzt. Drohnentrümmer seien auf ein mehrstöckiges Wohnhaus gestürzt, woraufhin ein Feuer in einer Wohnung ausgebrochen sei, teilte er mit.

In der Region Belgorod seien bereits am Abend zwei Menschen bei verschiedenen Schlägen in Grenznähe zur Ukraine getötet worden, schrieb Gebietsgouverneur Wjatscheslaw Gladkow bei Telegram.

6. Januar, 6.11 Uhr: Darum geht es beim Ukraine-Treffen in Paris

Die westlichen Unterstützer der Ukraine wollen an diesem Dienstag mit Vertretern der USA in Paris über die Absicherung eines möglichen Waffenstillstands oder Friedens für das von Russland angegriffene Land beraten.

Bei den Gesprächen der von Frankreich und Großbritannien angeführten Koalition soll es im Detail darum gehen, wie ein Waffenstillstand überwacht und abgesichert werden könnte. Auch über eine angedachte multinationale Truppe zur Absicherung eines Friedens zwischen Russland und der Ukraine will man sprechen.

6. Januar, 6.09 Uhr: "Koalition der Willigen" berät mit US-Vertretern in Paris

Die Europäer wollen am Dienstagnachmittag mit Vertretern der USA über die Absicherung eines möglichen Waffenstillstands im Ukraine-Krieg beraten.

Insgesamt 35 Staaten sollen bei dem Treffen der "Koalition der Willigen" vertreten sein, aus Deutschland reist Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) an. Für die USA sollen nach Angaben aus Paris der US-Sondergesandte Steve Witkoff (68) und Jared Kushner (44), Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump (79), teilnehmen. Auch der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj (47) wird erwartet, ebenso Nato-Chef Mark Rutte (58).

Die Friedensverhandlungen zum Ukraine-Krieg laufen intensiv.  © Kay Nietfeld/dpa

5. Januar, 13.44 Uhr: Ukrainischer Geheimdienstchef will zurücktreten

Der bisherige Leiter des ukrainischen Geheimdienstes SBU, Wassyl Maljuk, tritt von seinem Posten zurück.

Das geht aus einem Post des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj hervor. Er habe mit Maljuk über mögliche Kandidaten zur Ernennung als neue SBU-Leitung gesprochen, schrieb Selenskyj in sozialen Medien. Maljuk bestätigte bei Telegram, dass er zurücktrete und gab an, im SBU-System zu bleiben, um "asymmetrische Spezialoperationen von Weltniveau" umzusetzen.

Es brauche mehr ukrainische "asymmetrische Operationen" gegen Russland und mehr starke Ergebnisse bei der Vernichtung des Feinds, führte Selenskyj aus, ohne Details zu nennen, um welche Art Operationen es sich genau handelt. Darin sei Malkjuk am stärksten, und das werde er auch weiterhin im SBU tun.

5. Januar, 12.08 Uhr: Merz am Dienstag bei Ukraine-Treffen in Paris

Bundeskanzler Friedrich Merz nimmt am Dienstag in Paris an Beratungen über ein Ende des Ukraine-Kriegs teil.

Das kündigte ein stellvertretender Regierungssprecher in Berlin an. Merz werde auf Einladung des französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron an einem Gipfeltreffen der "Koalition der Willigen" teilnehmen.

Zu dem Treffen am Dienstagnachmittag würden neben dem Bundeskanzler weitere Staats- und Regierungschefs aus Europa, Vertreter der EU und der Nato sowie der USA und der Ukraine teilnehmen. Einige Teilnehmer würden in Präsenz da sein, andere online zugeschaltet. Merz werde in Präsenz teilnehmen.

Bundeskanzler Friedrich Merz (70) nimmt am Dienstag in Paris an Beratungen über ein Ende des Ukraine-Kriegs teil.  © Michael Kappeler/dpa

5. Januar, 11.20 Uhr: Wadephul beschwört europäische Verteidigungsbereitschaft

Außenminister Johann Wadephul beschwört angesichts anhaltender russischer hybrider Attacken auf Deutschland und das Baltikum die eigenständige Verteidigungsbereitschaft Europas.

"Es gilt, der Bedrohung durch Russland durch einen starken europäischen Zusammenhalt zu begegnen", sagte der CDU-Politiker vor dem Abflug nach Litauen. In der Hauptstadt Vilnius will Wadephul mit Regierungschefin Inga Ruginiene und Außenminister Kestutis Budrys über eine Vertiefung der Zusammenarbeit beraten.

Litauen ist EU- und Nato-Mitglied. Unter hybriden Bedrohungen werden militärische, wirtschaftliche, geheimdienstliche und propagandistische Mittel verstanden, mit der auch die öffentliche Meinung beeinflusst werden kann. Unter anderem gehören staatlich gelenkte Cyberattacken dazu.

Außenminister Johann Wadephul (62) beschwört angesichts anhaltender russischer hybrider Attacken auf Deutschland und das Baltikum die eigenständige Verteidigungsbereitschaft Europas.  © Christoph Soeder/dpa

5. Januar, 6.38 Uhr: Mindestens zwei Tote bei russischen Angriffen auf Kiew

Bei russischen Angriffen auf die ukrainische Hauptstadtregion Kiew sind nach dortigen Angaben in der Nacht zum Montag mindestens zwei Menschen getötet worden.

Ein Mensch wurde in der Hauptstadt selbst getötet, erklärte der Leiter der Kiewer Militärverwaltung, Tymur Tkatschenko, im Onlinedienst Telegram. Nach Behördenangaben wurde zudem eine medizinische Einrichtung getroffen und mehrere Wohnhäuser sowie kritische Infrastruktur in Vororten von Kiew beschädigt.

In der Stadt Fastiw rund 70 Kilometer südwestlich von Kiew wurde ein 70-jähriger Mann getötet, erklärte der Kiewer Gouverneur Mykola Kalaschnyk.

Bei russischen Angriffen auf die ukrainische Hauptstadt Kiew sind nach dortigen Angaben in der Nacht zum Montag mindestens zwei Menschen getötet worden.  © -/Ukrinform/dpa

5. Januar, 4.30 Uhr: Trump glaubt nicht an Angriff Kiews auf Putins Residenz

US-Präsident Donald Trump geht nicht von einem Angriff der Ukraine auf die Residenz des russischen Präsidenten Wladimir Putin aus.

Er glaube nicht, dass dieser Angriff stattgefunden habe, sagte der Republikaner auf eine Nachfrage von Journalisten. Vor einer Woche hatte Trump nach einem Gespräch mit Putin den angeblich geplanten Angriff noch kritisiert.

Seit dem 29. Dezember behauptet Russland, dass die Ukraine versucht habe, die Waldai-Residenz Putins mit Kampfdrohnen anzugreifen. Kiew hatte das vehement bestritten. Putin hatte auch Trump über den angeblich geplanten Angriff informiert, der danach etwa sagte: "Das ist nicht gut."

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