Ukraine-Krieg: Moskau feuert auf Hauptstadt Kiew

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Ukraine - Russland hat die ukrainische Hauptstadt Kiew massiv mit Drohnen und ballistischen Raketen angegriffen. Die ukrainische Luftwaffe warnte in der Nacht auf der Plattform Telegram zudem ausdrücklich vor einem möglichen russischen Angriff mit der besonders gefürchteten neuen Mittelstreckenrakete vom Typ Oreschnik. Kiews Militärverwalter Tymur Tkatschenko sprach von insgesamt 40 beschädigten Gebäuden. Es gebe mindestens einen Toten und rund 20 Verletzte zu beklagen, schrieb er auf Telegram. 

Moskau feuert auf die Hauptstadt Kiew.
Moskau feuert auf die Hauptstadt Kiew.  © Efrem Lukatsky/AP/dpa

Bürgermeister Vitali Klitschko berichtete ebenfalls von zahlreichen betroffenen Gebäuden, darunter auch Hochhäuser und mindestens eine Schule. Er forderte die Bewohner der Millionenstadt in den frühen Morgenstunden auf, weiter in ihren Schutzräumen zu bleiben. 

Das Portal "The Kyiv Independent" sprach von "einer Reihe von Explosionen" in der Hauptstadt. Zunächst unbestätigten Berichten zufolge soll Russland bei dem Angriff auch Hyperschallraketen und Marschflugkörper eingesetzt haben.

Das Portal "Times of Ukraine" berichtete auf Telegram von zahlreichen Bränden in der Millionenstadt, darunter auch einer in der Nähe des Regierungsviertels. 

Ukraine-Krieg: Tote nach russischen Angriffen in der Nordostukraine
Ukraine Ukraine-Krieg: Tote nach russischen Angriffen in der Nordostukraine

Auch andere Landesteile der Ukraine wurden angegriffen. Das gesamte Ausmaß der russischen Angriffswelle und deren Folgen waren in der Nacht nicht sofort absehbar. 

Alle relevanten Informationen zum Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Newsticker.

24. Mai, 7.22 Uhr: Luftabwehr in Polen aktiviert

Im westlichen Nachbarland Polen erklärte das Militär auf der Plattform X, angesichts der russischen Angriffe in der Ukraine sei die Luftabwehr in Alarmbereitschaft, es seien Militärflugzeuge aufgestiegen.

In Polen kommt es bei größeren Angriffen in der Ukraine immer wieder zur Alarmierung der Luftabwehr, manchmal steigen dabei auch Kampfjets von Nato-Partnern auf. 

24. Mai, 7.20 Uhr: Heftige Explosionen während Luftalarm in Kiew

Kurz nach der Warnung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj vor einem schweren russischen Luftangriff ist die Hauptstadt Kiew von heftigem Beschuss erschüttert worden. 

Wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten, ereigneten sich in der Nacht zu Sonntag nach der Ausrufung eines Luftalarms durch die Behörden heftige Explosionen.

Die ukrainische Hauptstadt sei "das Ziel eines massiven Angriffs mit ballistischen Raketen", erklärte der Chef der Kiewer Militärverwaltung, Tymur Tkatschenko, im Onlinedienst Telegram. "Weitere Angriffe sind möglich. Bleiben Sie in den Schutzräumen", rief er die Bevölkerung auf.

Ob Russland bei dem neuen Angriff auf Kiew in der Nacht tatsächlich auch eine Oreschnik-Mittelstreckenrakete einsetzte, blieb zunächst unklar.
Ob Russland bei dem neuen Angriff auf Kiew in der Nacht tatsächlich auch eine Oreschnik-Mittelstreckenrakete einsetzte, blieb zunächst unklar.  © ROMAN PILIPEY / AFP

23. Mai, 19.15 Uhr: Selenskyj warnt vor Vergeltung mit russischer Mittelstreckenrakete

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) erwartet nach den jüngsten Angriffen Kiews auf russische Ziele einen Vergeltungsschlag Moskaus mit der besonders gefürchteten neuen Oreschnik-Mittelstreckenrakete.

"Unsere Nachrichtendienste haben Berichte über eingegangene Daten erhalten, einschließlich von amerikanischen und europäischen Partnern, wonach Russland einen Schlag mit der Oreschnik-Rakete vorbereitet", teilte Selenskyj in den sozialen Netzwerken mit. Die Hauptstadt Kiew ist demnach auch in Gefahr.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) erwartet eine brutale Reaktion der Russen.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) erwartet eine brutale Reaktion der Russen.  © Sven Hoppe/dpa

23. Mai, 17.51 Uhr: Selenskyj pocht in Brief an EU auf volle Mitgliedschaft

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) hat nach dem Vorschlag von Kanzler Friedrich Merz (70, CDU) zu einem Sonderstatus für Kiew in der EU seine Forderung nach einer vollen Mitgliedschaft bekräftigt.

"Es wäre ungerecht für die Ukraine in der Europäischen Union präsent zu sein, aber ohne Stimme zu bleiben", schrieb Selenskyj an die EU-Spitzen in einem Brief, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Der Erweiterungsprozess brauche viel zu lange, Europa müsse sich schneller bewegen und die Ukraine nicht in einem Warteraum halten, bis es die volle Mitgliedschaft gebe, betonte er.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) will sein Land schnellstmöglich in der EU sehen.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) will sein Land schnellstmöglich in der EU sehen.  © Suzanne Plunkett/PA Wire/dpa

23. Mai, 13.04 Uhr: Erneut Drohne in Lettland abgestürzt

Im Südosten des EU- und Nato-Mitglieds Lettland ist eine Drohne nahe der Grenze zu Belarus abgestürzt.

Das unbemannte Fluggerät sei auf dem Dridza-See in der Gemeinde Kraslava niedergegangen und beim Aufprall auf die Wasseroberfläche explodiert, teilte die lettische Polizei mit. Niemand sei verletzt worden bei dem Vorfall, über den die Behörden von Anwohnern informiert worden seien. Zu Herkunft und Art des Flugkörpers wurde zunächst keine Angaben gemacht.

Nach Angaben der Polizei waren Trümmerteile am Absturzort zu sehen. Einsatzkräfte und das Militär seien vor Ort, um den Vorfall zu untersuchen. Noch-Regierungschefin Evika Silina schrieb auf der Plattform X, dass sie mit den zuständigen Stellen in Kontakt stehe und nähere Informationen erwarte. Sie rief die Bevölkerung dazu auf, den Anweisungen der Behörden zu befolgen.

Der Einflug der Drohne in den lettischen Luftraum war nach Angaben der Armee von den Radarsystemen nicht registriert worden.

23. Mai, 9.49 Uhr: Nach Kiews Drohnenangriff auf Wohnheim steigt Zahl der Toten

Nach dem ukrainischen Drohnenangriff auf ein Wohnheim einer Berufsschule im russisch besetzten Gebiet Luhansk ist die Zahl der Toten laut Behörden auf zehn gestiegen.

Es seien weitere Leichen aus den Trümmern des Gebäudes in der Stadt Starobilsk gezogen worden, teilte das russische Zivilschutzministerium mit. Insgesamt gebe es 48 Verletzte. Laut den örtlichen Behörden werden noch elf Studentinnen und Studenten vermisst. Die Suche nach ihnen in den Trümmern dauert demnach an.

Kremlchef Wladimir Putin hatte dem ukrainischen Militär am Freitag einen "Terrorakt" vorgeworfen. Seinen Krieg gegen die Ukraine hatte er selbst 2022 begonnen und danach unter anderem das Gebiet Luhansk annektiert, das Kiew nun von Moskaus Besatzung befreien will. Der ukrainische Generalstab warf Russland Desinformation vor. In Starobilsk habe eine auf Drohnenangriffe gegen die Ukraine spezialisierte russische Militäreinheit operiert. Sie sei Ziel der Attacke gewesen.

Bergungskräfte suchen im russisch besetzten Gebiet Luhansk weiter nach vermissten Studenten in den Trümmern eines Wohnheims.
Bergungskräfte suchen im russisch besetzten Gebiet Luhansk weiter nach vermissten Studenten in den Trümmern eines Wohnheims.  © HANDOUT / SOCIAL MEDIA / AFP

23. Mai, 7.52 Uhr: Feuer in russischem Ölhafen nach ukrainischem Drohnenangriff

Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf den russischen Hafen Noworossijsk am Schwarzen Meer sind Behördenangaben zufolge mehrere Feuer in einem Öldepot ausgebrochen.

Die Brände in verschiedenen Hafengebäuden seien durch herabfallende Trümmerteile von Drohnen entfacht worden, erklärte der örtliche Bürgermeister Andrej Krawtschenko am Samstag im Onlinedienst Telegram. Dabei seien mindestens zwei Menschen verletzt worden. Einige Drohnenteile seien zudem auf das Gelände des Kraftstoffterminals gestürzt.

Am Hafen der Stadt Noworossijsk in der südrussischen Region Krasnodar wird rund ein Fünftel der Rohöllieferungen des Landes abgewickelt. Es handelt sich um den größten Exportknotenpunkt Russlands am Schwarzen Meer.

22. Mai, 22.05 Uhr: UN-Chef verurteilt Angriff auf Wohnheim in russisch besetztem Gebiet

UN-Generalsekretär António Guterres (77) hat den Angriff auf ein Studentenwohnheim im russisch besetzten Gebiet Luhansk scharf verurteilt.

"Jeden Angriff auf Zivilisten und zivile Infrastruktur verurteilen wir scharf, egal wo sie geschehen", sagte ein Sprecher von Guterres in New York. Der UN-Generalsekretär habe immer wieder betont, dass solche Angriffe völkerrechtswidrig seien und sofort aufhören müssten.

"Wir fordern alle Zuständigen auf, jegliche Handlungen, die die bereits gefährliche Situation noch eskalieren würden, zu unterlassen." Auf Bitten Russlands kam der UN-Sicherheitsrat in New York zu dem Thema zusammen.

Kremlchef Wladimir Putin (73) hatte den Angriff als "Terrorakt" bezeichnet. Es gebe bisher mindestens 6 Tote, 39 Verletzte und 15 Vermisste, sagte er in Moskau. Das Gebäude einer Berufsschule in Starobilsk war in der Nacht nach russischen Angaben von einer ukrainischen Drohne getroffen worden.

Im Zuge des Angriffes auf ein Studentenwohnheim äußerte sich der UN-Generalsekretär António Guterres (77) kritisch.
Im Zuge des Angriffes auf ein Studentenwohnheim äußerte sich der UN-Generalsekretär António Guterres (77) kritisch.  © KAZUHIRO NOGI / AFP

22. Mai, 21.24 Uhr: Bulgarien gegen Ukraine-Tribunal: Russland sei "nicht besiegt"

Bulgariens neuer Regierungschef Rumen Radew (62) hat die ablehnende Haltung seines Landes zu einem Sondertribunal für Verbrechen gegen die Ukraine mit dessen Recht auf eine eigene Meinung begründet.

Ein solches "Militär-Tribunal" habe eine Wirkung, wenn ein Staat besiegt worden sei, kapituliert habe und sein Führer gefangen genommen sei, sagte Radew. "Ich denke, dass diese Bedingungen momentan nicht existieren und kaum existieren werden."

Vergangene Woche hatten Deutschland und 35 weitere Länder sowie die Europäische Union bei einer Sitzung des Europarats in Moldau signalisiert, dem notwendigen Abkommen für die Einrichtung des Sondertribunals für Verbrechen gegen die Ukraine beitreten zu wollen.

Bulgarien, das seit Anfang Mai von einem Mitte-Links-Kabinett regiert wird, hatte sich der Erklärung überraschend nicht angeschlossen.

Regierungschef Radew, der Ex-General und Kampfjet-Pilot ist, galt in seiner vorherigen Rolle als Staatsoberhaupt galt als russlandfreundlich.

22. Mai, 20.19 Uhr: Merz und Co. sprechen mit Selenskyj über Europas Rolle

Die wichtigsten europäischen Verbündeten der Ukraine haben mit Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) darüber beraten, wie die stockenden Bemühungen um ein Ende des russischen Angriffskriegs wieder in Gang gebracht werden können.

Im Mittelpunkt der Videoschalte mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron und dem britischen Premierminister Keir Starmer habe die Frage gestanden, "wie die Friedensdiplomatie wiederbelebt werden kann und wie Europa dabei eine Rolle spielen kann", teilte Selenskyj anschließend in den sozialen Netzwerken mit. Einzelheiten nannte er nicht.

Ein Sprecher Starmers, der Ausrichter der Schalte war, bekräftigte die Unterstützung der Europäer für den Abwehrkampf der Ukraine. Sie werde "in den kommenden Monaten noch verstärkt" werden, hieß es in einer Mitteilung.

Man sei sich einig gewesen, "dass es für die Sicherheit in Europa und weltweit nach wie vor von entscheidender Bedeutung ist, der russischen Aggression die Stirn zu bieten".

Titelfoto: ROMAN PILIPEY / AFP

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