Ukraine-Krieg: Moskau zufrieden nach US-Lockerungen bei Ölsanktionen

Ukraine - Nach der befristeten Lockerung von US-Sanktionen auf russisches Öl gibt sich Moskau selbstbewusst und zufrieden.

Kirill Alexandrowitsch Dmitrijew (50), russischer Investmentbanker, gab nun an, dass sich rund 100 Millionen Barrel russisches Öl im Transit befinden. (Archivbild)
Kirill Alexandrowitsch Dmitrijew (50), russischer Investmentbanker, gab nun an, dass sich rund 100 Millionen Barrel russisches Öl im Transit befinden. (Archivbild)  © Virginia Mayo/AP/dpa

"Die USA erkennen faktisch das Offensichtliche an: Ohne russisches Öl kann der globale Energiemarkt nicht stabil bleiben", schrieb der Kremlgesandte Kirill Dmitrijew bei Telegram. 

In der Nacht zum Freitag hatte US-Finanzminister Scott Bessent auf X mitgeteilt, dass Länder zeitweise russisches Öl kaufen dürften, das sich bereits auf Schiffen befinde. Ziel sei, das Angebot auf dem Weltmarkt zu verbessern. Die befristete Ausnahme von US-Sanktionen soll bis 11. April gelten. 

Dmitrijew, der erst diese Woche für Wirtschaftsgespräche in den USA war, sprach nun von rund 100 Millionen Barrel russischem Öl, das sich im Transit befinde.

Ukraine-Krieg: Tote nach russischen Angriffen in der Nordostukraine
Ukraine Ukraine-Krieg: Tote nach russischen Angriffen in der Nordostukraine

Vor dem Hintergrund der sich verschärfenden Energiekrise scheine eine weitere Lockerung der Beschränkungen für russische Energieträger immer unausweichlicher, schrieb Dmitrijew. "Trotz des Widerstands eines Teils der Brüsseler Bürokratie." 100 Millionen Barrel Öl entsprechen in etwa dem weltweiten Verbrauch an einem Tag.

Alle relevanten Informationen zum aktuellen Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Newsticker.

13. März, 10.19 Uhr: Moskau zufrieden nach US-Lockerungen bei Ölsanktionen

Nach der befristeten Lockerung von US-Sanktionen auf russisches Öl gibt sich Moskau selbstbewusst und zufrieden.

"Die USA erkennen faktisch das Offensichtliche an: Ohne russisches Öl kann der globale Energiemarkt nicht stabil bleiben", schrieb der Kremlgesandte Kirill Dmitrijew bei Telegram. 

In der Nacht zum Freitag hatte US-Finanzminister Scott Bessent auf X mitgeteilt, dass Länder zeitweise russisches Öl kaufen dürften, das sich bereits auf Schiffen befinde. Ziel sei, das Angebot auf dem Weltmarkt zu verbessern. Die befristete Ausnahme von US-Sanktionen soll bis 11. April gelten. 

Angesichts des stark gestiegenen Ölpreises erlauben die USA Ländern eingeschränkt den Kauf von russischem Öl. (Archivbild)
Angesichts des stark gestiegenen Ölpreises erlauben die USA Ländern eingeschränkt den Kauf von russischem Öl. (Archivbild)  © Igor Russak/dpa

13. März, 10.18 Uhr: USA erlauben zeitweise Kauf von russischem Öl

Die USA erlauben angesichts des stark gestiegenen Ölpreises Ländern zeitlich befristet den Kauf von derzeit per Schiff transportiertem russischen Öl.

Um das Angebot auf dem Weltmarkt zu verbessern, dürfen Länder zeitweise russisches Öl kaufen, das sich bereits auf Schiffen befindet, wie Finanzminister Scott Bessent auf der Plattform X mitteilte. Die befristete Ausnahme von US-Sanktionen soll bis 11. April gelten. 

12. März, 21.47 Uhr: Moskau warnt Russen vor Reisen nach Deutschland

Moskau hat der Regierung in Berlin Diskriminierung von Russen vorgeworfen und eine Reisewarnung für Deutschland ausgesprochen.

Das Außenministerium rate weiterhin von "nicht absolut notwendigen" Reisen nach Deutschland ab, sagte Außenamtssprecherin Maria Sacharowa der staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge.

"Die deutsche Obrigkeit verdächtigt weiterhin bewusst praktisch jeden russischen Bürger auf deutschem Gebiet, darunter auch dauerhaft und befristet lebende, schürt eine vergiftete Atmosphäre des Misstrauens um alle Russen, hetzt gegen Russen und Russischsprachige, behandelt sie ungerecht und willkürlich", sagte sie.

Die Diskriminierung von Russen erfolge auf unterschiedliche Art und Weise. So beschlagnahme der Zoll am Flughafen ihre persönlichen Sachen und Bargeld und verhänge anschließend hohe Geldstrafen wegen angeblicher Umgehung der Sanktionen. Die Banken schränkten Finanzdienstleistungen für Russen ein, die auch noch mit ständigen Kontrollen gegängelt würden, klagte sie.

Moskau hat der Regierung in Berlin Diskriminierung von Russen vorgeworfen und eine Reisewarnung für Deutschland ausgesprochen.
Moskau hat der Regierung in Berlin Diskriminierung von Russen vorgeworfen und eine Reisewarnung für Deutschland ausgesprochen.  © Ulf Mauder/dpa

12. März, 17.42 Uhr: Russischer Gastanker treibt im Mittelmeer

Im Mittelmeer treibt ein beschädigter Flüssiggas-Tanker aus Russland nach offiziellen Angaben ohne Besatzung auf die italienische Insel Lampedusa zu.

Die Schifffahrtsbehörden des EU-Mitgliedslandes Malta warnten davor, dass der 277 Meter lange Tanker "Arctic Metagaz" mit seiner Ladung von Tausenden Tonnen Gas zur Gefahr für andere Schiffe werden könnte. Möglicherweise sei das Schiff auch manövrierunfähig. 

Maltas Ministerpräsident Robert Abela zufolge ist in Malta ein Notfallplan in Vorbereitung. Das Schiff befindet sich nach Angaben der dortigen Behörden aktuell etwa 110 Kilometer entfernt von Maltas Küste in internationalen Gewässern. Andere Schiffe wurden gewarnt, sich dem Tanker näher als fünf Seemeilen (etwa neun Kilometer) zu nähern. Von italienischer Seite gab es zunächst keine Bestätigung dafür, dass das Schiff auf Lampedusa zutreibt.

12. März, 17.05 Uhr: Ukraine und Rumänien starten gemeinsame Drohnenproduktion

Die Nachbarländer Rumänien und die Ukraine wollen gemeinsam militärische Drohnen produzieren. Dazu unterzeichneten der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und sein rumänischer Amtskollege Nicusor Dan in Bukarest ein Abkommen.

Die Drohnen sollen mit ukrainischem Know-How im EU- und Nato-Land Rumänien hergestellt werden, unterstützt durch den EU-Rüstungsfonds SAFE. 

Dan betonte, dass das frühere "historische Misstrauen" zwischen beiden Ländern seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine verflogen sei. Selenskyj bedankte sich für die unterstützende Position Rumäniens seit Beginn dieses Krieges.

Die beiden Präsidenten schlossen zudem ein Energie-Abkommen. Es sieht den Ausbau der Stromleitungen zwischen den beiden Ländern. Selenskyj und Dan berieten auch über eine mögliche Zusammenarbeit bei der Öl- und Gasförderung aus dem Schwarzen Meer, an das beide Länder grenzen.

12. März, 11.02 Uhr: Teenagerin in Ukraine getötet

Bei einem russischen Drohnenangriff ist in der nordukrainischen Region Tschernihiw eine Teenagerin getötet worden.

Die Eltern der 2010 geborenen Jugendlichen seien verletzt worden, teilte der ukrainische Zivilschutz mit. Drei weitere Verletzte gab es demnach in den Regionen Charkiw und Dnipropetrowsk. 

Der ukrainischen Luftwaffe zufolge setzte Russland in der Nacht 94 Kampfdrohnen ein. Davon seien 77 abgewehrt worden, aber es habe auch 16 Einschläge an elf Orten des Landes gegeben. 

12. März, 6.42 Uhr: "Es geht um unsere Geschichte" - Ukrainische Archive im Krieg

"Wir leben und arbeiten unter unnormalen Bedingungen", sagt Anatolii Khromov. Der 40-Jährige ist Leiter des Staatlichen Archivdienstes der Ukrainemit Sitz in Kiew.

"Inzwischen erscheinen sie uns normal, aber ich erinnere mich an Zeiten, da waren sie nicht normal." Der Ukrainer berichtet von den ständigen Bomben- und Drohnenangriffen auf sein Land, von dem bitterkalten Winter und den Stromausfällen. "Es ist sehr hart", sagt er.

In den Wirren des russischen Angriffskrieges gegen seine Heimat versucht Khromov gemeinsam mit seinem Team, die Sammlungen ukrainischer Archive zu schützen und zu erhalten. Dazu setzen sie vor allem auf die Digitalisierung der Bestände. 

Das zerstörte Kreisarchiv in Wysokopillja in der südukrainischen Region Kherson. (Archivbild)
Das zerstörte Kreisarchiv in Wysokopillja in der südukrainischen Region Kherson. (Archivbild)  © Dina Schelest/Arolsen Archives/dpa

12. März, 6.41 Uhr: Kiew und Budapest streiten um Besuch ungarischer Prüfer

Zwischen Budapest und Kiew entbrennt ein immer heftigerer Streit um den geplanten Besuch einer ungarischen Delegation in der Ukraine, die den Zustand der Ölpipeline "Druschba" ("Freundschaft") überprüfen will.

Weil der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) erklärte, er wisse nichts von einer solchen Reise, warf ihm Ungarns Außenminister Peter Szijjarto (47) Lüge vor. "Der ukrainische Präsident lügt", die Ukrainer seien in einer offiziellen Notiz über den anstehenden Besuch informiert worden, schrieb Szijjarto bei Facebook.

Zwischen Budapest und Kiew spitzt sich der Streit um den geplanten Besuch einer ungarischen Delegation zur Kontrolle der Ölpipeline "Druschba" zu. (Archivbild)
Zwischen Budapest und Kiew spitzt sich der Streit um den geplanten Besuch einer ungarischen Delegation zur Kontrolle der Ölpipeline "Druschba" zu. (Archivbild)  © Zsolt Szigetvary/MTI/epa/dpa

11. März, 22.26 Uhr: Selenskyj hofft auf Plan B für weitere Hilfen aus Europa

Um die von Ungarn blockierten milliardenschweren EU-Hilfen an die Ukraine freizugeben, braucht es nach Angaben aus Kiew neue Ideen.

"Wir und Europa, wir brauchen alle einen Plan B", sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in einem Interview von Politico und Welt. Das sei nötig, um weitere Erpressungsversuche von Ungarns Regierungschef Viktor Orban abzuschmettern.

Ein seit langer Zeit zwischen Kiew und Budapest schwelender Streit hat sich in den letzten Wochen auch vor dem Hintergrund des Wahlkampfs in Ungarn drastisch verschärft.

"Wir und Europa, wir brauchen alle einen Plan B", sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) in einem Interview von Politico und Welt.
"Wir und Europa, wir brauchen alle einen Plan B", sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) in einem Interview von Politico und Welt.  © Sina Schuldt/dpa

11. März, 19.05 Uhr: Selenskyj lehnt Lockerung von Russland-Sanktionen ab

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich vor dem Hintergrund des Iran-Krieges gegen eine Lockerung der Sanktionen gegen Russland ausgesprochen.

"Wenn die Sanktionen gelockert werden, dann wird diese Aggression anerkannt", sagte der Staatschef auf einer Pressekonferenz mit Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) in Kiew. Das wäre "absolut ungerecht". Er sei überzeugt, dass dies auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) so sehe.

Klöckner sagte wiederum, sie habe darüber als Bundestagspräsidentin nicht zu entscheiden. Sie persönlich finde es allerdings wichtig, "dass wir Russland nicht belohnen für das, was es tut".

Titelfoto: Igor Russak/dpa

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