Ukraine-Krieg: Lage an der Front laut Kiew so gut wie seit einem Jahr nicht

Ukraine - Der Weg für neue Ukraine-Hilfen und Russland-Sanktionen ist nach einer langen Hängepartie frei.

Der russische Präsident Wladimir Putin (l) spricht mit dem ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban. (Archivfoto))  © Alexander Nemenov/Pool AFP via AP/dpa

Nach einer monatelangen Blockade durch Ungarn haben die EU-Länder der Freigabe des 90-Milliarden-Euro-Kredits an die Ukraine zugestimmt.

Die Botschafter aller 27 Mitgliedstaaten billigten am Mittwoch in Brüssel die dafür notwendige Anpassung des EU-Haushalts, wie ein Sprecherin der zyprischen EU-Ratspräsidentschaft mitteilte.

Die Entscheidung muss nun noch in einem schriftlichen Verfahren von den EU-Ländern abschließend angenommen werden.

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22. April, 15.49 Uhr: Lage an der Front laut Kiew so gut wie seit einem Jahr nicht

Die Ukraine steht nach eigenen Angaben in der Verteidigung gegen den russischen Angriffskrieg so gut da wie seit einem Jahr nicht mehr. "Wir haben die russische Überlegenheit in der Truppenstärke durch den Einsatz von Drohnen minimiert", sagte der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha in einer Erklärung vor Journalisten. Die jetzige Situation der Ukraine auf dem Schlachtfeld sei auch dank der verstärkten Luftabwehr "tatsächlich die stärkste, oder die solideste" seit einem Jahr.

Laut Sybiha ist die Ukraine inzwischen in der Lage, "bis zu 90 Prozent" der Angriffe auf ukrainische Städte abzuwehren. Auch nach einer Auswertung der Nachrichtenagentur AFP von Daten der ukrainischen Luftwaffe konnten die Streitkräfte in den vergangenen Monaten regelmäßig 80 bis 90 Prozent der russischen Drohnen und Raketen abfangen.

Analysten zufolge liegen die Ursachen für Kiews gestärkte Position in der ukrainischen Drohnen-Überlegenheit und in Kommunikationsproblemen der russischen Armee. Moskau wurde in den vergangenen Monaten vom US-Satelliten-System Starlink abgeschnitten und hat zudem versucht, den Zugang zu der an der Front viel genutzten Messenger-App Telegram einzuschränken.

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Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha hat gute Nachrichten.  © Kay Nietfeld/dpa

22. April, 15.11 Uhr: Russisches Öl wieder auf dem Weg nach Ungarn

Die Druschba-Pipeline, die russisches Öl über Belarus und die Ukraine nach Ungarn transportiert, hat nach ungarischer Darstellung ihren Betrieb wieder aufgenommen.

"Nach den uns vorliegenden Informationen hat die Öldurchleitung über die Druschba-Pipeline heute um 11.35 Uhr von Belarus in Richtung Ukraine wieder begonnen", schrieb der ungarische Minister für EU-Angelegenheiten, Janos Boka (47), auf seiner Facebook-Seite.

22. April, 14.41 Uhr: Druschba-Pipeline wieder in Betrieb

Nach einer monatelangen Blockade durch Ungarn haben die EU-Länder der Freigabe des 90-Milliarden-Euro-Kredits an Kiew zugestimmt.

Die Botschafter aller 27 Mitgliedstaaten billigten am Mittwoch in Brüssel die dafür notwendige Anpassung des EU-Haushalts, wie eine Sprecherin der zyprischen EU-Ratspräsidentschaft mitteilte. Zuvor hatte Kiew die lange gestoppte Lieferung von russischem Öl durch die Druschba-Pipeline in Richtung Ungarn und der Slowakei wieder aufgenommen.

22. April, 13.05 Uhr: Orban gibt Blockade von Ukraine-Hilfe und Sanktionen auf

Ungarn hat seine monatelange Blockade des geplanten milliardenschweren EU-Unterstützungspakets für die Ukraine aufgegeben.

Die Regierung des scheidenden Ministerpräsidenten Viktor Orban trug in Brüssel eine Entscheidung mit, die ein Darlehen in Höhe von bis zu 90 Milliarden Euro ermöglichen soll, wie mehrere Diplomaten der Deutschen Presse-Agentur sagten. Zudem konnte auch ein neues Paket mit Russland-Sanktionen auf den Weg gebracht werden - die formellen Beschlüsse müssen in einem schriftlichen Verfahren gefasst werden, das an diesem Donnerstag abgeschlossen sein soll.

Ministerpräsident Viktor Orban hat seine monatelange Blockade aufgegeben.  © Omar Havana/AP/dpa

22. April, 11.54 Uhr: Russland will ab Mai kein kasachisches Öl mehr nach Deutschland durchleiten

Russland will ab Mai kein Öl aus Kasachstan mehr über die sogenannte Druschba-Pipeline zur PCK-Raffinerie im brandenburgischen Schwedt leiten.

Die Entscheidung geht den Angaben nach auf das russische Energieministerium zurück, welches ab dem 1. Mai die Durchleitung von kasachischem Öl für die PCK Schwedt über russisches Staatsgebiet verbietet.

Die unter staatlicher Treuhandverwaltung stehende deutsche Tochter des russischen Rosneft-Konzern habe darüber die Bundesnetzagentur informiert, erklärte eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums am Mittwoch.

"Rosneft Deutschland prüft derzeit die Auswirkungen und wird sich einer etwaigen neuen Lage anpassen", erklärte sie weiter. Die PCK ist für die Versorgung Berlins und des Nordostens Deutschlands mit Diesel, Benzin, Kerosin und Heizöl wichtig.

22. April, 11.41 Uhr: Tote und Verletzte nach ukrainischem Angriff

Nach russischen Behördenangaben seien eine Frau und ein Kind in der Stadt Sysran an der Wolga getötet worden.

Sie seien aus den Trümmern eines teilweise eingestürzten Wohnblocks gezogen worden. Zwölf Menschen seien verletzt worden. Zudem beschädigten am Morgen ukrainische Drohnen zwei Mehrfamilienhäuser.

Im Südosten der Ukraine kam wiederum ein Mensch durch einen russischen Angriff ums Leben. Ein Rangierbahnhof in Saporischschja sei mit Drohnen attackiert worden, ein Zug habe sich zu dem Zeitpunkt auf den Gleisen befunden, schrieb der ukrainische Minister Olexij Kuleba. Der Lokführerassistent sei getötet, der Lokführer ins Krankenhaus gebracht worden.

Der Minister sprach auch von Schäden in Odessa am Schwarzen Meer nach Angriffen auf die Hafeninfrastruktur. Er warf Russland Terror vor.

22. April, 11.10 Uhr: Druschba-Pipeline soll öffnen - "in wenigen Stunden" fließt wieder Öl

Die Röhre werde gegen 13 Uhr (MESZ) wieder ihren Betrieb aufnehmen, sagte ein ranghoher ukrainischer Beamter am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. Dies könne aber auch schon früher der Fall sein, fügte er hinzu.

Die Ukraine hatte am Dienstag erklärt, die nach eigenen Angaben im Januar durch einen russischen Angriff beschädigte Pipeline repariert zu haben. Sie warte nun auf einen Antrag aus Ungarn zur Wiederaufnahme der Lieferungen.

Eine entsprechende Anfrage wurde ukrainischen Angaben zufolge nun durch den ungarischen Energiekonzern MOL gestellt. Das Unternehmen, das Ungarn und die Slowakei beliefert, forderte demnach rund 100.000 Tonnen Öl an.

Kiew hofft, dass durch die Wiederinbetriebnahme die letzte Hürde für die Auszahlung eines 90 Milliarden Euro schweren Kredits der EU für die Ukraine aus dem Weg geräumt wird.

Der Betrieb der Erdölleitung "Druschba" (Freundschaft) aus Russland in die Europäische Union soll wieder aufgenommen werden.  © ATTILA KISBENEDEK / AFP

22. April, 6.25 Uhr: Selenskyj dankt Merz für Deutschlands "starke Unterstützung"

Im Onlinedienst X erklärte Selenskyj am Dienstagabend, in einem Gespräch mit Merz habe er dessen "so starke Unterstützung der Ukraine" gelobt.

Sie hätten Themen der bilateralen und multilateralen Beziehungen gesprochen sowie über "die Schritte, die notwendig sind, um den Beitritt der Ukraine zur Europäischen Union voranzutreiben".

Thema des Gesprächs waren laut Selenskyj auch "Treffen und Verhandlungen diese Woche". "Danke, Friedrich, für die Unterstützung und die Bereitschaft, bei allem zu helfen!", schloss der ukrainische Präsident seine Erklärung.

Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) und Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskyj (48, r.) scheinen sich gut zu verstehen.  © Michael Kappeler/dpa

21. April, 21.09 Uhr: Selenskyj verkündet Reparatur der "Druschba"-Pipeline

Kurz vor Beratungen über ein weiteres Darlehen für die Ukraine hat Kiew die Reparatur der Erdölleitung "Druschba" (Freundschaft) aus Russland in die Europäische Union verkündet.

"Die Ölpipeline kann ihren Betrieb wieder aufnehmen", schrieb Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) bei Telegram. Kiew erwarte nun die Freigabe von blockierten EU-Mitteln von 90 Milliarden Euro als Unterstützungspaket.

Selenskyj telefonierte nach eigenen Angaben mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (67) und EU-Ratspräsident António Costa (64) und betonte, dass die Ukraine alle Forderungen erfüllt habe und nun dringend das Geld brauche. "Diese Mittel werden nicht nur die Ukraine, sondern ganz Europa stärken", sagte er. Das Land will den Großteil des Geldes für den Abwehrkampf gegen den russischen Angriffskrieg nutzen.

Die Erdölleitung "Druschba" führt aus Russland in die Europäische Union. (Archivbild)  © Zsolt Szigetvary/MTI/epa/dpa

21. April, 12.01 Uhr: Mindestens 25 Verletzte bei russischen Angriffen

Bei russischen Luftangriffen auf die Ukraine sind in verschiedenen Regionen des Landes mindestens 25 Menschen verletzt worden.

In der nordöstlichen Stadt Sumy seien 15 Menschen durch Drohnenangriffe verletzt worden, mehrere Wohnhäuser und medizinische Einrichtungen seien dabei beschädigt worden, erklärte der örtliche Regionalgouverneur Oleh Grigorow am Dienstag. Bei weiteren Luftangriffen auf die östliche Region Charkiw und die Stadt Slowjansk wurden den Behörden zufolge jeweils drei Menschen verletzt, vier weitere in der Region Dnipropetrowsk.

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