Ukraine-Krieg: Orban stoppt Gasdurchleitungen in die Ukraine

Ukraine - Die Ukraine verhandelt nach Angaben ihres Präsidenten Wolodymyr Selenskyj (48) mit den Staaten der Golfregion über eine Waffenpartnerschaft.

Die Ukraine setzt auf eine Waffenpartnerschaft mit den Golfstaaten. (Symbolfoto)  © Nikoletta Stoyanova/AP/dpa

Diese hätten wegen des Iran-Kriegs größtes Interesse an der ukrainischen Expertise bei der Drohnenbekämpfung, erklärte der 48-Jährige in seiner abendlichen Videobotschaft vom Mittwoch.

"Die Ukraine schlägt eine für beide Seiten vorteilhafte Partnerschaft vor: Wir können diejenigen stärken, die uns stärken können", sagte er.

Als Gegenleistung sei Kiew an Flugabwehrwaffen und Geld für den eigenen Abwehrkrieg gegen Russland interessiert, machte Selenskyj deutlich.

Ukraine Ukraine-Krieg: Selenskyj bezweifelt starke russische Frühjahr-Offensive

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26. März, 11.28 Uhr: Selenskyj warnt vor Unterfinanzierung der Armee

Wegen der Blockade des EU-Kredits in Milliardenhöhe warnt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) vor einem drohenden Geldmangel für die Armee.

"Die Produktion von Drohnen - weitreichenden Drohnen, Abfangdrohnen sowie Luftabwehrsystemen - wird unterfinanziert sein, da wir aus diesen Mitteln sowohl den Kauf europäischer Luftabwehrsysteme als auch amerikanischer PAC-3-Raketen finanzieren", sagte Selenskyj in einem Interview der französischen Zeitung "Le Monde". Das sei ein Risiko für die europäische Sicherheit. Er hoffe darauf, dass die Europäer eine Lösung finden.

Selenskyj kritisierte zudem die Aussetzung eines Teils der US-Sanktionen gegen russische Erdöllieferungen wegen des Iran-Krieges. Aus den Einnahmen könne Russland seinen Angriffskrieg weiter finanzieren. "Geld bedeutet Drohnen. Geld bedeutet Menschen", erklärte der Staatschef. Wenn Moskau dagegen kein Geld für die Anwerbung von Soldaten hätte, werde die russische Armee schwächer. Daher müsse der Druck auf Russland aufrechterhalten werden, mahnte er.

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Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) befürchtet einen Geldmangel für seine Armee.  © Sven Hoppe/dpa

26. März, 11.21 Uhr: Orban stoppt Gasdurchleitungen in die Ukraine

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban (62) stellt die Durchleitung von Erdgas durch sein Land in die Ukraine ab Juli ein.

Eine diesbezügliche Verordnung erschien in der Nacht zum Donnerstag im ungarischen Amtsblatt. Der Ungar will damit nach eigenen Angaben den Druck auf das von Russland angegriffene Nachbarland erhöhen, die durch einen russischen Angriff beschädigte Erdölleitung Druschba schneller wieder in Betrieb zu nehmen. 

"Solange die Ukraine uns kein Öl gibt, solange bekommt sie aus Ungarn kein Gas", hatte Orban am Mittwoch auf seiner Facebook-Seite angekündigt. Die Blockade der Gasdurchleitungen in die Ukraine wirft Experten zufolge schwerwiegende juristische und europarechtliche Fragen auf. Der Gashandel liegt nämlich in den Händen von privaten Firmen, darunter Unternehmen, die mit dem Energieträger handeln und solchen, die den Transport durch Röhren bewerkstelligen.

Nach Angaben von Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban (62) wird sein Land ab Juli die Gasdurchleitungen in die Ukraine einstellen.  © Markus Lenhardt/dpa

25. März, 11.41 Uhr: Drohnen stürzen in Estland und Lettland ab

In Estland und Lettland sind aus Russland in den Luftraum eingeflogene Drohnen abgestürzt.

Die Vorfälle im Osten der beiden EU- und Nato-Mitgliedstaaten nahe der Grenze zu Russland würden untersucht, teilten die Behörden in Tallinn und Riga mit. Es handelt sich um jeweils eine Drohne. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine sind wiederholt Drohnen in den Luftraum der an Russland grenzenden baltischen Staaten eingedrungen.

Militär und Einsatzkräfte seien an den Absturzstellen vor Ort, um Trümmerteile einzusammeln und zu untersuchen. Für die Bevölkerung und öffentliche Sicherheit bestehe keine Gefahr, hieß es in den Mitteilungen. Ob es sich um russische oder ukrainische Drohnen handelte, sei noch unklar und werde ermittelt. Die Zwischenfälle ereigneten sich aber zu einer Zeit, als die Ukraine mit Dutzenden Drohnen russische Ziele am Finnischen Meerbusen angriff.

Ein Grenzpfeiler mit der Aufschrift "Republik Lettland" an der russischen Grenze. (Archivfoto)  © Alexander Welscher/dpa

25. März, 9.18 Uhr: Ukraine schickt Drohnenschwärme zu russischem Ostseehafen

Ukrainische Streitkräfte haben Russland in der Nacht mit Drohnenschwärmen angegriffen und Brände in dem Ostseehafen Ust-Luga ausgelöst.

Das Verteidigungsministerium in Moskau berichtete von 398 feindlichen Langstreckendrohnen. Laut Tass sei die Attacke der schwerste bislang verzeichnete Drohnenangriff aus der Ukraine gewesen.

Russische Stellen bestätigten am Mittwoch Brände in dem für den Öl- und Gasexport wichtigen Hafen Ust-Luga. Er liegt am Finnischen Meerbusen etwa hundert Kilometer von St. Petersburg entfernt. Verletzte habe es nicht gegeben.

Von der Insel Kronstadt, die ein wichtiger Marinestützpunkt der russischen Ostseeflotte ist, wurden Häuserschäden gemeldet.

Das Ölterminal von Ust-Luga wurde zum Ziel ukrainischer Drohnenangriffe. (Archivfoto)  © Igor Russak/dpa

25. März, 7.05 Uhr: Angriffe auf Weltkulturerbe, Selenskyj fordert mehr Druck auf Moskau

Russland hat die Ukraine erneut angegriffen. Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) sprach von mehr als 550 Drohnen. Ziel war unter anderem die historische Altstadt von Lwiw im Westen des Landes.

Selenskyj forderte nach den massiven russischen Angriffen mit mehreren Toten und Dutzenden Verletzten mehr Druck auf Moskau. Das Ausmaß dieses Angriffs zeige, dass Russland nicht die Absicht habe, diesen Krieg zu beenden, sagte der 48-Jährige.

Russland nehme weiterhin vor allem die Energieversorgung der Ukraine ins Visier, sagte Selenskyj.

Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) zog in seiner abendlichen Videobotschaft Bilanz. (Archivfoto)  © Ludovic Marin/POOL AFP/AP/dpa

24. März, 18.24 Uhr: Viele Verletzte nach russischen Angriffen in Lwiw

In der westukrainischen Großstadt Lwiw sind mehrere Menschen nach Behördenangaben durch russische Drohnenangriffe verletzt worden.

Bürgermeister Andrij Sadowyj zufolge werden 17 Menschen in Krankenhäusern der Stadt behandelt. Er schrieb von Einschlägen an mehreren Stellen der Stadt, ein Wohnhaus sei zweimal getroffen worden. Militärgouverneur Maksym Kosyzkyj schrieb auf Telegram von Schäden im historischen Zentrum der Stadt.

Nach russischen Drohnenangriffen gibt es viele Verletzte im Zentrum der Stadt Lwiw.  © Mykola Tys/AP/dpa

24. März, 13.35 Uhr: Tote und Verletzte bei russischen Angriffen auf Häuser

Bei russischen Luftangriffen in der Ukraine sind nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj mindestens vier Menschen getötet worden. Es gebe Dutzende Verletzte, darunter auch Kinder.

"Insgesamt waren es über 390 Angriffsdrohnen und 34 Raketen verschiedener Typen – ballistische und Marschflugkörper - und Gleitbomben", teilte Selenskyj in den sozialen Netzwerken mit. Es seien Schäden in elf Gebieten und zahlreiche Verletzte gemeldet worden.

In Saporischschja, Poltawa und Dnipro wurden laut Behörden Hochhäuser beschädigt; es kam demnach zu Bränden. Im Gebiet Charkiw im Osten des Landes starb ein 61 Jahre alter Passagier in einem Zug, der von einer Drohne getroffen wurde. In Dnipro wurden in einem 14-stöckigen Hochhaus nach einem russischen Angriff mindestens zwölf Menschen verletzt.

Rettungskräfte versuchen, ein Feuer in einem Wohnhaus n Saporischschja zu löschen, das nach einem russischen Drohnenangriff brennt.  © Kateryna Klochko/AP/dpa

24. März, 11.54 Uhr: Abgestürzte Drohne in Litauen stammte aus Ukraine

Bei einem im Südosten des baltischen EU- und Nato-Mitglieds Litauen abgestürzten Flugobjekt handelt es sich nach Angaben der Regierung in Vilnius um eine ukrainische Drohne.

Regierungschefin Inga Ruginiene teilte mit, der Vorfall habe sich im Zusammenhang mit einer Operation der Ukrainer gegen Russland ereignet. "Wir können schon mit Sicherheit sagen, dass es sich um eine verirrte Drohne handelte", sagte sie nach einer Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates in Vilnius.

Die Drohne war in der Nacht zu Montag im Bezirk Varena nahe der Grenze zu Belarus in den litauischen Luftraum eingedrungen und auf einem zugefrorenen See abgestürzt. Sie war weder von Militärradargeräten erfasst noch vom Grenzschutz bemerkt worden. Auf Aufnahmen einer Überwachungskamera, die der litauische Rundfunk veröffentlichte und die den Vorfall zeigen sollen, sind eine Explosion und brennende Trümmer zu sehen. Verletzt wurde bei dem Vorfall niemand.

Regierungschefin Inga Ruginiene.  © Fabian Sommer/dpa

24. März, 8.09 Uhr: Tote und Verletzte nach Explosion in Wohnhaus auf der Krim

In der Hafenstadt Sewastopol auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim sind in der Nacht bei einer schweren Explosion in einem Wohnhaus nach offiziellen Angaben zwei Menschen getötet worden.

"Weitere acht Menschen wurden verletzt, die Ärzte leisten ihnen alle nötige Hilfe", schrieb Sewastopols Gouverneur Michail Raswosschajew bei Telegram. Die Ursache der Detonation werde noch untersucht.

Die Wucht der Explosion hat Behördenangaben nach zu einem Teileinsturz des Gebäudes geführt. Auch ein Nachbarhaus wurde in Mitleidenschaft gezogen und daher ebenfalls evakuiert.

24. März, 6.49 Uhr: Russland hilft Iran laut Selenskyj mit Geheim-Infos

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wirft Russland vor, den Iran-Krieg durch die Weitergabe von Geheimdienstinformationen zu verlängern.

Es gebe weitere Belege dafür, dass Russland der iranischen Führung weiterhin mit Geheimdienstinformationen helfe, sagte er in seiner abendlichen Videobotschaft unter Berufung auf den ukrainischen Militärgeheimdienst HUR. Details nannte er nicht.

Auch der Geheimdienst SBU erstattete Selenskyj demnach Bericht. Der russische Krieg dürfe nicht von der geopolitischen Lage und solchen Krisen-Ölpreisen profitieren, sagte der ukrainische Präsident. Er dankte den Soldaten für ihre "Treffsicherheit" bei Angriffen auf die russische Ölindustrie, die wichtig für Moskaus Kriegskasse ist. Selenskyj sprach auch von guten Ergebnissen des SBU an der Front und beim Vorgehen gegen russische Spionagenetzwerke.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in einer Videoansprache.  © -/Press Service Of The President Of Ukraine/AP/dpa

23. März, 19.21 Uhr: Russland verliert bei Sturmversuchen Tausende Soldaten

Die russische Frühjahrsoffensive im Ukraine-Krieg hat nach Angaben aus Kiew mit hohen Verlusten für Moskau begonnen.

"Innerhalb von vier Tagen intensiver Sturmversuche hat der Feind mehr als 6090 Soldaten als Gefallene oder Verletzte verloren", teilte der Oberkommandierende der ukrainischen Streitkräfte, Olxander Syrskyj, bei Facebook mit.

Im Verlauf der vergangenen Woche seien es sogar mehr als 8700 Tote und Schwerverletzte auf russischer Seite gewesen.

Kiew warnt seit Wochen vor einer neuen Frühlingsoffensive der Russen im Ukraine-Krieg. Nach Angaben des Kiewer Generalstabs hat sie bereits begonnen - bislang jedoch mit fatalen Folgen für Moskau. (Archivbild)  © Uncredited/Russian Defense Ministry Press S/AP/dpa

22. März, 21.58 Uhr: Selenskyj überzeugt - "Putin will Krieg nicht beenden"

In den USA hat eine ukrainische Unterhändlergruppe zwei Tage lang mit US-Vertretern über Wege zur Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges gesprochen. Daran anknüpfend meldete sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) zu Wort.

"Insgesamt bleibt die Lage recht klar: [Der russische Präsident Wladimir] Putin will den Krieg nicht beenden. Aber entscheidend ist, was die Welt will", sagte der 48-Jährige nach einem Telefonat mit den Unterhändlern in einer Videobotschaft.

Nach der Rückkehr der ukrainischen Gruppe werde diese einen detaillierteren Bericht erstatten. "Es gibt Signale, dass die Gefangenenaustausche fortgesetzt werden", sagte Selenskyj. Ihm zufolge wäre das bereits eine Bestätigung für funktionierende Diplomatie.

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