Ukraine-Krieg: Osterwaffenruhe vorbei - Drohnen treffen Chemiewerk

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Ukraine - Die von Moskau angeordnete Waffenruhe zum orthodoxen Osterfest ist um Mitternacht (23 Uhr MESZ) abgelaufen.

Die Waffenruhe zum orthodoxen Osterfest ist abgelaufen.
Die Waffenruhe zum orthodoxen Osterfest ist abgelaufen.  © Oleg Grekov/AP/dpa

Wie schon bei früheren Waffenruhen zu Feiertagen bezichtigten sich die Kriegsparteien gegenseitig, gegen die Anordnung verstoßen zu haben.

Sowohl Russland als auch die Ukraine berichteten von weiteren Angriffen der jeweiligen Gegenseite, allerdings in kleinerem Maßstab als sonst.

Anders als zuvor gab es nach Angaben des Generalstabs in Kiew keine Angriffe mit russischen Raketen und Gleitbomben und damit insgesamt auch weniger Opfer und Zerstörung als an anderen Tagen des Moskauer Angriffskrieges. Russland wiederum verzeichnete seinerseits keine ukrainischen Angriffe auf die für die Kriegswirtschaft wichtige Ölindustrie.

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Alle relevanten Informationen zum Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Newsticker.

13. April, 20.07 Uhr: Osterwaffenruhe vorbei - Drohnen treffen Chemiewerk

Nach einer Waffenruhe über das orthodoxe Osterfest hat die ukrainische Armee mit Langstreckendrohnen eine Chemiefabrik im Norden Russlands beschossen.

Ziel sei ein Ammoniakwerk in Tscherepowez etwa 400 Kilometer nördlich von Moskau gewesen, schrieb der Kommandeur der ukrainischen Drohnentruppen, Robert Browdi, auf Telegram. Die Fabrik stelle jährlich mehrere Hunderttausend Tonnen Ammoniak, Salpeter und Salpetersäure her, die zur Produktion von Sprengstoff verwendet würden.

Auf russischer Seite bestätigte Bürgermeister Andrej Nakroschajew, dass es einen Angriff auf einen Industriebetrieb gegeben habe. Für die Stadt selbst habe keine Gefahr bestanden, sagte er der staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge. Tscherepowez liegt etwa 900 Kilometer von der Ukraineentfernt.

Ukrainische Drohnen sind nach Ablauf der Waffenruhe in einer russischen Chemiefabrik eingeschlagen. (Symbolbild)
Ukrainische Drohnen sind nach Ablauf der Waffenruhe in einer russischen Chemiefabrik eingeschlagen. (Symbolbild)  © Evgeniy Maloletka/AP/dpa

13. April, 15.32 Uhr: 16 Handlanger Russlands seit Anfang 2025 in Estland gefasst

Estlands Sicherheitsbehörden haben im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben eine Rekordzahl von Personen festgenommen, die mit russischen Geheimdiensten zusammengearbeitet haben.

Seit Anfang 2025 seien 16 Kollaborateure aufgedeckt und ihre Aktivitäten unterbunden worden, sagte Sicherheitspolizei-Chef Margo Palloson bei der Vorstellung des Jahresberichts der Behörde in Tallinn. Bei den meisten soll es sich demnach um Privatpersonen gehandelt haben, die nicht in einer staatlichen Institution des baltischen EU- und Nato-Landes arbeiteten und keinen Zugang zu sensiblen Informationen hatten.

13. April, 13.55 Uhr: Wahl in Ungarn beeinflusst Krieg in der Ukraine laut Kreml nicht

Die Wahlniederlage des moskaufreundlichen Regierungschefs Viktor Orban in Ungarn hat nach Angaben aus dem Kreml keinen Einfluss auf den weiteren Fortgang des Ukraine-Kriegs.

Seiner Ansicht nach habe das keine Auswirkungen auf die Perspektive des Konflikts, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. "Das sind wohl unterschiedliche Prozesse, daher sehe ich hier keinen Zusammenhang", betonte er. Russland führt seit mehr als vier Jahren Krieg gegen die Ukraine.

13. April, 10.08 Uhr: Ukraine hebt Reisewarnung für Ungarn auf

Nach dem Wahlsieg des ungarischen Oppositionsführers Peter Magyar hat die Ukraine ihre Reisewarnung für das Nachbarland aufgehoben.

"Der Wahlkampf, der leider von Manipulationen zur Ukraine geprägt war, liegt hinter uns", erklärte der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha gemäß einer Mitteilung. Damit seien die erhöhten Risiken für Provokationen entfallen, auf deren Grundlage die Reisewarnung ausgesprochen wurde.

13. April, 6.28 Uhr: Selenskyj zu Ungarn-Wahl: "überwältigender Sieg" von Magyar

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat dem bisherigen ungarischen Oppositionsführer Peter Magyar zu seinem "überwältigenden Sieg" bei der Parlamentswahl gratuliert.

Es sei wichtig, dass sich ein konstruktiver Ansatz durchsetze, schrieb Selenskyj am späten Abend auf der Plattform X. Die Ukraine habe stets gute nachbarschaftliche Beziehungen zu allen europäischen Staaten angestrebt und sei bereit, ihre Zusammenarbeit mit Ungarn zu vertiefen.

Selenskyj schrieb weiter, Kiew sei zu gemeinsamer konstruktiver Arbeit zum Wohle beider Nationen bereit. Europa und alle europäischen Nationen müssten gestärkt werden, Millionen von Europäern wünschten sich Zusammenarbeit und Stabilität.

Zuletzt waren die Beziehungen zwischen Ungarn und der Ukraine äußerst angespannt. Der nun abgewählte Regierungschef Viktor Orban hatte zuletzt einen 90-Milliarden-Kredit der EU für die Ukraine blockiert.

Selenskyj freut sich nach dem Sieg von Peter Magyar auf eine konstruktive Zusammenarbeit.
Selenskyj freut sich nach dem Sieg von Peter Magyar auf eine konstruktive Zusammenarbeit.  © Danylo Antoniuk/AP/dpa

13. April, 6.25 Uhr: Russland und Ukraine tauschen Gefangene aus

Kurz vor Beginn der Feierlichkeiten tauschten das russische und das ukrainische Militär Hunderte Gefangene aus – jeweils 175 Militärangehörige und 7 Zivilisten.

Beide Seiten kündigten an, dass die immer wieder vollzogenen Austausche fortgesetzt werden sollen. Das ukrainische Militär warf Russland vor, am Sonntag mehrere russische Kriegsgefangene an der Front mit Kampfdrohnen angegriffen und verletzt zu haben.

Kurz vor den Feierlichkeiten kehrten ukrainische Soldaten im Zuge eines Gefangenenaustauschs mit Russland in ihre Heimat zurück.
Kurz vor den Feierlichkeiten kehrten ukrainische Soldaten im Zuge eines Gefangenenaustauschs mit Russland in ihre Heimat zurück.  © Efrem Lukatsky/AP/dpa

13. April, 6.24 Uhr: Selenskyj scheitert mit Vorschlag zur Verlängerung der Waffenruhe

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj scheiterte mit einem Vorschlag, aus der Waffenruhe einen dauerhaften Waffenstillstand zu machen.

Kremlsprecher Dmitri Peskow bekräftige im russischen Staatsfernsehen, dass die Kampfhandlungen nach Ablauf wieder aufgenommen würden, wenn Selenskyj keine Entscheidung treffe, sich auf die russischen Bedingungen für einen Frieden einzulassen.

Die von Moskau geforderte Gebietsabtretung im Donezk-Gebiet als Grundlage für Friedensgespräche lehnt Kiew weiterhin kategorisch ab.

12. April, 18.11 Uhr: Trümmerteile von Drohne an Ostseeküste gefunden

Im Nordosten Estlands ist an der Ostseeküste ein Trümmerteil einer Drohne gefunden worden.

Nach Angaben der Sicherheitsbehörden des baltischen EU- und Nato-Landes handelt es sich dabei um ein Flügelteil, das aus dem Meer an Land gespült und von einem Anwohner am Strand nahe der Ortschaft Kalvi gefunden wurde. Nach ersten Einschätzungen soll es von einer ukrainischen Drohne stammen. Die genauen Umstände des Vorfalls werden einem Rundfunkbericht zufolge nun untersucht.

Trümmer einer ukrainischen Drohne sind an der Küste Estlands entdeckt worden. (Archivfoto)
Trümmer einer ukrainischen Drohne sind an der Küste Estlands entdeckt worden. (Archivfoto)  © Evgeniy Maloletka/AP/dpa

12. April, 11.20 Uhr: Kriegsparteien werfen sich tausendfachen Bruch der Waffenruhe vor

Die Ukraine und Russland haben sich bei ihrer vereinbarten Waffenruhe zum orthodoxen Osterfestfest gegenseitig Tausende Verstöße vorgeworfen.

Der ukrainische Generalstab registrierte seit Samstag 2.299 Verletzungen der Waffenruhe, wie er am Morgen bei Facebook mitteilte. Konkret gab es demnach unter anderem 479 Fälle von Beschuss und rund 1.800 Angriffe mit kleineren Drohnen. "Schläge mit Raketen, Gleitbomben und Drohnen vom Typ Shahed gab es nicht", teilte der Generalstab weiter mit.

Das russische Verteidigungsministerium warf der Ukraine gezielte Angriffe vor. "Insgesamt wurden im Zeitraum vom 11. April, 16 Uhr, bis zum 12. April, 8 Uhr, 1.971 Verstöße gegen den Waffenstillstand durch Einheiten der ukrainischen Streitkräfte registriert", teilte das Ministerium in Moskau mit. Die ukrainische Armee habe trotz des Osterfriedens russische Stellungen unter anderem im Raum Pokrowsk im Gebiet Donezk sowie im Gebiet Dnipropetrowsk angegriffen. "Alle Attacken wurden abgewehrt", hieß es.

Auch versuchte Vorstöße der ukrainischen Truppen etwa im Gebiet Sumy seien vereitelt worden. Zugleich behauptete das Ministerium, dass sich "alle Truppenverbände" an die von Kremlchef Wladimir Putin angeordnete Waffenruhe hielten.

12. April, 7.06 Uhr: Ukraine beklagt Hunderte Verstöße gegen Osterwaffenruhe, auch Russland meldet Angriffe

Die Ukraine hat Russland Hunderte Verstöße gegen die von Kremlchef Wladimir Putin selbst angeordnete Waffenruhe zum orthodoxen Osterfest vorgeworfen.

Der ukrainische Generalstab in Kiew teilte am Samstagabend mit, dass er 469 Verletzungen der Waffenruhe registriert habe. Es habe nicht nur Hunderte Angriffe mit Drohnen gegeben, sondern auch 153 Fälle von Beschuss und 22 Erstürmungen. Eine offizielle Aufkündigung der Waffenruhe, die 32 Stunden lang bis Sonntagabend gelten soll, gab es aber demnach nicht.

Eine russische Reaktion auf die ukrainischen Vorwürfe lag zunächst nicht vor. Die Stadtverwaltung in der von Russland kontrollierten Stadt Nowa Kachowka im südukrainischen Gebiet Cherson beklagte allerdings bereits kurz nach Beginn der Waffenruhe Drohnenangriffe und mindestens einen Verletzten.

Die Ukraine meldete auch nach Beginn der Osterwaffenruhe noch Hunderte russische Drohnenangriffe. (Archivbild)
Die Ukraine meldete auch nach Beginn der Osterwaffenruhe noch Hunderte russische Drohnenangriffe. (Archivbild)  © Uncredited/Russian Defense Ministry Press Service via AP/dpa

11. April, 22.25 Uhr: Orban wirbt mit Friedensversprechen

Ungarns rechtspopulistischer Ministerpräsident Viktor Orban hat am Vorabend der Parlamentswahl erneut betont, dass nur ein Sieg seiner Partei Fidesz verhindere, dass sein Land in den Krieg in der von Russland angegriffenen Ukraine hineingezogen werde.

"Frieden ist das wichtigste Ziel dieser Wahl", sagte Orban vor Tausenden Anhängern in Budapest.

Titelfoto: Evgeniy Maloletka/AP/dpa

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