Ukraine-Krieg: Pistorius besorgt 30 Patriot-Raketen für Ukraine

Ukraine - Nach der Beschlagnahmung eines ukrainischen Geldtransporters in Ungarn und der Festnahme von sieben Begleitern hat das ukrainische Außenministerium den ungarischen Botschafter einbestellt.

Laut Wolodymyr Selenskyj (48) nutzt Russland den Iran-Krieg zu seinen Gunsten aus.
Laut Wolodymyr Selenskyj (48) nutzt Russland den Iran-Krieg zu seinen Gunsten aus.  © -/Press Service Of The President Of Ukraine/AP/dpa

In einer Protestnote warf Kiew Budapest unter anderem Verstöße gegen die Europäische Menschenrechtskonvention im Umgang mit ukrainischen Staatsbürgern vor, wie die Behörde mitteilte. Ungarn wird illegale Festnahme, Einschüchterung und übermäßige Gewaltanwendung vorgeworfen. 

Die ungarische Polizei hatte in der vergangenen Woche zwei Geldtransporter mit sieben Mitarbeitern der staatlichen ukrainischen Sparkasse kurzzeitig festgesetzt und Geldwäschevorwürfe erhoben.

Trotz eines offiziellen Antrags sei ukrainischen Konsularbeamten kein Zugang zu den Festgenommenen gewährt worden, hieß es nun aus dem Kiewer Außenministerium. 

Tot geglaubter Soldat meldet sich bei Familie: Jetzt will der Staat ein Haufen Geld
Ukraine Tot geglaubter Soldat meldet sich bei Familie: Jetzt will der Staat ein Haufen Geld

Hintergrund des Skandals ist der Streit zwischen Ungarn und der Ukraine um Öllieferungen aus Russland.

Alle relevanten Informationen zum aktuellen Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Newsticker.

10. März, 13.29 Uhr: Tote nach russischen Bomben auf Slowjansk

Durch russische Gleitbomben sind im Zentrum der ostukrainischen Stadt Slowjansk mindestens vier Menschen getötet worden.

Weitere 16 seien verletzt worden, teilte der Chef der Militärverwaltung, Wadym Ljach, bei Facebook mit. Insgesamt seien drei russische Bomben eingeschlagen. Den Angaben nach wurden zudem sechs Wohnhäuser und zehn Autos beschädigt. 

Mitten in der ostukrainischen Frontstadt Slowjansk schlagen russische Bomben ein. Es gibt Tote und Verletzte. (Archivbild)
Mitten in der ostukrainischen Frontstadt Slowjansk schlagen russische Bomben ein. Es gibt Tote und Verletzte. (Archivbild)  © Tommaso Fumagalli/ZUMA Press Wire/dpa

10. März, 13.28 Uhr: Kiew sieht Gebiet Dnipropetrowsk fast komplett unter eigener Kontrolle

Infolge von Gegenangriffen ist die südostukrainische Region Dnipropetrowsk nach Militärangaben beinahe komplett wieder unter Kontrolle Kiews.

Drei kleinere Siedlungen seien noch in russischer Hand und zwei weitere müssten überprüft werden, sagte der im Kiewer Generalstab arbeitende General Olexander Komarenko in einem Interview der Nachrichtenagentur RBK Ukraine. 

Aufgrund der ukrainischen Vorstöße gebe es für den Februar eine positive Dynamik. "Es wurde mehr Territorium befreit, als verloren", unterstrich Komarenko. Mehr als 400 Quadratkilometer seien zurückerobert worden. Die Gesamtlage sei weiter "schwierig, aber kontrollierbar".

10. März, 13.27 Uhr: Pistorius besorgt 30 Patriot-Raketen für Ukraine

Verteidigungsminister Boris Pistorius (65, SPD) hat nach einem "Spiegel"-Bericht von Partnern 30 zusätzliche Patriot-Flugabwehrraketen für die Ukraine organisiert.

Zusammen mit 5 weiteren der weltweit knappen High-Tech-Raketen vom Typ PAC-3 aus Bundeswehrbeständen sollen damit nun 35 der Abfangraketen in die Ukraine geliefert werden.

Pistorius hatte im Februar nach Beratungen am Rande eines Nato-Treffens in Brüssel erklärt, Deutschland werde fünf weitere Lenkflugkörper für Patriot-Systeme in der Ukraine liefern, wenn andere Unterstützerstaaten zusammen insgesamt 30 davon spendeten. Er sei sehr optimistisch, dass man die "30 plus 5" erreiche, sagte der SPD-Politiker. Und: "Wir alle wissen, dass es darum geht, Leben zu retten. Es ist eine Frage von Tagen und nicht von Wochen oder Monaten."

Inmitten eines drohenden Raketenmangels sichert Pistorius der Ukraine Systeme für eine High-Tech-Abwehr. (Archivbild)
Inmitten eines drohenden Raketenmangels sichert Pistorius der Ukraine Systeme für eine High-Tech-Abwehr. (Archivbild)  © Kay Nietfeld/dpa

10.März, 6.06 Uhr: Trump und Putin haben über die Kriege im Iran und der Ukraine gesprochen

US-Präsident Donald Trump (49) und Kremlchef Wladimir Putin (73) haben über die Kriege im Iran und der Ukraine gesprochen.

Das Telefonat habe eine Stunde gedauert und sei sachlich, offen und konstruktiv gewesen, teilte Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow in einem vom Kreml veröffentlichten Kommentar mit. Trump habe angerufen.

Putin habe Überlegungen für eine baldige politisch-diplomatische Lösung für den Iran-Krieg geäußert unter Berücksichtigung der Kontakte zu den Führungen der Golfstaaten, dem iranischen Präsidenten Massud Peseschkian und weiterer Staaten, hieß es von russischer Seite. Trump sagte wenig später über das Telefonat, Putin wolle im Krieg mit dem Iran hilfreich sein. "Ich sagte, du könntest noch hilfreicher sein, wenn du die Ukraine in Ordnung bringst." 

Zwischen dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj (48) und Putin herrsche enormer Hass, sagte Trump. Doch es sei ein sehr gutes Gespräch mit Putin gewesen.

10. März, 6.05 Uhr: Streit geht weiter - Kiew bestellt ungarischen Botschafter ein

Nach der Beschlagnahmung eines ukrainischen Geldtransporters in Ungarn und der Festnahme von sieben Begleitern hat das ukrainische Außenministerium den ungarischen Botschafter einbestellt.

In einer Protestnote warf Kiew Budapest unter anderem Verstöße gegen die Europäische Menschenrechtskonvention im Umgang mit ukrainischen Staatsbürgern vor, wie die Behörde mitteilte. Ungarn wird illegale Festnahme, Einschüchterung und übermäßige Gewaltanwendung vorgeworfen. 

Die ungarische Polizei hatte in der vergangenen Woche zwei Geldtransporter mit sieben Mitarbeitern der staatlichen ukrainischen Sparkasse kurzzeitig festgesetzt und Geldwäschevorwürfe erhoben. Trotz eines offiziellen Antrags sei ukrainischen Konsularbeamten kein Zugang zu den Festgenommenen gewährt worden, hieß es nun aus dem Kiewer Außenministerium. 

Zwischen der Ukraine und Ungarn knirscht es. Es geht um Öl und vorübergehend festgesetzte Ukrainer, die einen Geldtransport begleiteten. Jetzt hat Kiew den Budapester Botschafter einbestellt. (Archivbild)
Zwischen der Ukraine und Ungarn knirscht es. Es geht um Öl und vorübergehend festgesetzte Ukrainer, die einen Geldtransport begleiteten. Jetzt hat Kiew den Budapester Botschafter einbestellt. (Archivbild)  © Friedemann Kohler/dpa

10. März, 6.04 Uhr: Iran-Krieg verzögert Friedensgespräche zur Ukraine weiter

Aufgrund des Iran-Krieges ist eine weitere Verhandlungsrunde zu einer Friedenslösung in der Ukraineverschoben worden.

"Derzeit liegt der Schwerpunkt der Partner und die ganze Aufmerksamkeit auf der Situation um den Iran", schrieb der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nach einer Beratung mit dem ukrainischen Verhandlungsteam auf sozialen Netzwerken. Die Verschiebung sei auf Vorschlag der US-amerikanischen Seite erfolgt. "Doch ist die Ukraine bereit zu Treffen in jedem Moment und in jedem Format", fügte Selenskyj hinzu.

9. März, 21.37 Uhr: Putin spricht in Telefonat mit Trump über Ukraine

US-Präsident Donald Trump (79) und der russische Staatschef Wladimir Putin (73) haben am Montag nach Angaben des Kreml in einem Telefonat über den Iran-Krieg und den Ukraine-Konflikt beraten. Putin habe eine "rasche politische und diplomatische Lösung des Iran-Konflikts" gefordert, sagte der Kreml-Berater Juri Uschakow nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen.

Zudem hätten die beiden Präsidenten über die "laufenden bilateralen Verhandlungen unter Beteiligung von Vertretern der Vereinigten Staaten zur Lösung der Ukraine-Frage" gesprochen. Der Kreml-Chef habe "die Vermittlungsbemühungen" Trumps im Ukraine-Konflikt "positiv bewertet", sagte Uschakow. Die bisherigen Gesprächsrunden zwischen Vertretern der USA, Russland und der Ukraine brachten allerdings noch keinen Durchbruch.

Washington habe um das Gespräch gebeten, fügte der Kreml-Berater hinzu. Das erste Telefonat zwischen Putin und Trump seit Dezember dauerte seinen Angaben zufolge rund eine Stunde.

Der russische Staatschef Wladimir Putin (73) hat die "Vermittlungsbemühungen" Trumps gelobt.
Der russische Staatschef Wladimir Putin (73) hat die "Vermittlungsbemühungen" Trumps gelobt.  © Gavriil Grigorov/Pool Sputnik Kremlin via AP/dpa

8. März, 14.05 Uhr: Russische Drohne trifft besetzten Zug

Die Ukraine meldete neue russische Angriffe mit zwei Raketen vom Typ Iskander und 117 Drohnen.

Laut Behörden traf eine Drohne auch einen mit bis zu 200 Passagieren besetzten Zug auf der Strecke Kiew-Sumy. Niemand sei dabei verletzt worden, hieß es.

8. März, 14.02 Uhr: Russland meldet Schäden nach ukrainischen Angriffen

Die Ukraine hat bei Gegenangriffen im grenznahen russischen Gebiet Belgorod erneut Energieanlagen und im Gebiet Krasnodar ein Öldepot getroffen.

In Belgorod berichtete Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow von schweren Schäden an der Energieinfrastruktur und Stromausfällen nach einem ukrainischen Raketenangriff. Es gebe auch Probleme bei der Wasser- und Wärmeversorgung.

In Armawir im Gebiet Krasnodar brach in einem Öllager nach einem Drohnenangriff ein Feuer auf einer Fläche von 700 Quadratmetern aus. Es gebe keine Verletzten, hieß es.

Ukrainische Streitkräfte nahmen kürzlich grenznahe russische Anlagen ins Visier. (Archivfoto)
Ukrainische Streitkräfte nahmen kürzlich grenznahe russische Anlagen ins Visier. (Archivfoto)  © IRYNA RYBAKOVA / THE 93RD KHOLODNYI YAR SEPARATE MECHANIZED BRIGADE / AFP

7. März, 14.45 Uhr: Russische Rakete trifft Haus in Charkiw – Tote und Verletzte

Russland hat die Ukraine erneut mit Luftangriffen überzogen und allein in der zweitgrößten Stadt Charkiw im Osten zahlreiche Menschen getötet und verletzt.

Beim Einschlag einer ballistischen Rakete in einem Wohnhaus seien mindestens acht Menschen getötet worden, teilte der Militärgouverneur von Charkiw, Oleh Synjehubow, bei Telegram mit. Unter den Toten waren nach Behördenangaben auch eine Lehrerin und ihr Junge sowie eine weitere Frau und ihre 13 Jahre alte Tochter.

Die Zahl der Opfer hatte sich am Morgen immer wieder und dann am Nachmittag noch einmal erhöht, weil Rettungskräfte die Leichen erst nach und nach aus den Trümmern zogen. Auf den veröffentlichten Fotos waren schwere Schäden an dem fünfgeschossigen Wohnhaus zu sehen. Demnach sprengte die Rakete große Teile des Gebäudes weg.

Charkiw im Osten der Ukraine wird immer wieder besonders heftig von russischen Raketen getroffen. Diesmal schlug eine in einem Wohnhaus ein – mit schweren Folgen.
Charkiw im Osten der Ukraine wird immer wieder besonders heftig von russischen Raketen getroffen. Diesmal schlug eine in einem Wohnhaus ein – mit schweren Folgen.  © Andrii Marienko/AP/dpa

7. März, 6.59 Uhr: Selenskyj warnt vor russischer Frühlingsoffensive

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) hat bei einer Reise in die umkämpfte Region Donezk im Osten des Landes vor einer Frühlingsoffensive des russischen Militärs gewarnt.

Diese werde gerade vorbereitet und es sei wichtig, dass die Verteidigungspositionen ausgebaut und die ukrainischen Soldaten gut ausgerüstet seien für den Fall, sagte er in seiner abendlichen Videoansprache - diesmal aus der Stadt Druschkiwka, gut 20 Kilometer von der Front entfernt.

Zuvor hatte Selenskyj mehrere Kommandopunkte der Ukrainer in der Region besucht, Soldaten ausgezeichnet und sich von den Offizieren ein Lagebild geben lassen, wie aus verschiedenen Beiträgen in sozialen Netzwerken des Präsidenten hervorgeht.

Seit vier Jahren versucht Russland die Region Donezk im Osten der Ukraine zu erobern. Der ukrainische Präsident Selenskyj zeigt mit einem Frontbesuch, dass er die Region nicht kampflos räumen will. (Archivbild)
Seit vier Jahren versucht Russland die Region Donezk im Osten der Ukraine zu erobern. Der ukrainische Präsident Selenskyj zeigt mit einem Frontbesuch, dass er die Region nicht kampflos räumen will. (Archivbild)  © Iryna Rybakova/Ukrainian 93rd Mechanized brigade/dpa

6. März, 17.38 Uhr: Selenskyj besucht ostukrainische Region Donezk nahe der Front

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) hat nach eigenen Angaben am Freitag die umkämpfte Region Donezk im Osten der Ukraine besucht.

"Die Russen geben den Krieg nicht auf und bereiten hier in der Region Donezk eine Offensive für den Frühling vor", erklärte Selenskyj im Onlinedienst X. "Es ist wichtig, dass unsere Positionen stark sind", betonte er. Selenskyj veröffentlichte ein Video, das ihn offenbar in der Stadt Druschkiwa zeigte - etwa 15 Kilometer von der Frontlinie entfernt.

6. März, 14.33 Uhr: EU-Kommission rügt Wortwahl Selenskyjs als inakzeptabel

Zwischen Ungarn und der Ukraine fliegen Beleidigungen hin und her. Nun hat die EU-Kommission von Ursula von der Leyen die Drohungen des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj gegen Ungarn scharf verurteilt.

"Eine solche Wortwahl ist inakzeptabel. Es darf keine Drohungen gegen EU-Mitgliedstaaten geben", sagte ein Sprecher der Kommission in Brüssel. Ganz allgemein sei die "eskalierende und aufrührerische Rhetorik" von allen Seiten nicht hilfreich.

Im Streit über von Ungarn blockierte Finanzhilfen für die Ukraine hatte Selenskyj zuvor dem ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban offen gedroht. "Wir hoffen, dass eine Person in der Europäischen Union die 90 Milliarden Euro nicht blockieren wird und die ukrainischen Kämpfer Waffen bekommen, andernfalls geben wir die Adresse dieser Person unseren Jungs weiter, auf dass sie ihn anrufen und mit ihm in ihrer Sprache reden", sagte Selenskyj.

Von der Regierung in Budapest wurden die Äußerungen als Einschüchterungs- und Erpressungsversuch gesehen.

Hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) dem ungarischen Regierungschef Viktor Orban (62) mit der Armee gedroht?
Hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) dem ungarischen Regierungschef Viktor Orban (62) mit der Armee gedroht?  © Peter Klaunzer/KEYSTONE/dpa

6. März, 12.42 Uhr: Ukraine und Russland tauschen weitere Kriegsgefangene

Innerhalb von zwei Tagen haben die Ukraine und Russland zum zweiten Mal Kriegsgefangene ausgetauscht.

"Weitere 300 Verteidiger kehren aus der russischen Gefangenschaft zurück", schrieb der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bei Telegram. Russland habe ebenfalls zwei ukrainische Zivilisten übergeben. Die zwischen 26 und 60 Jahre alten Militärs sind demnach zum Teil seit 2022 in Kriegsgefangenschaft gewesen.

Titelfoto: Kay Nietfeld/dpa

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