Ukraine-Krieg: Polen verstärkt Grenzposten nach russischen Drohnenangriffen

Ukraine - In der EU gibt es erneut Streit um Russland-Sanktionen.

Die Slowakei fordert, die EU-Sanktionen gegen den russischen Oligarchen Alischer Usmanow (r.) aufzuheben.  © Aleksey Nikolskyi/Planet Pix via ZUMA Wire/dpa

Wie ein Sprecher der derzeitigen irischen Ratspräsidentschaft mitteilte, konnten sich die Mitgliedstaaten nicht darauf einigen, heute auslaufende Strafmaßnahmen gegen rund 3000 Personen, Einrichtungen und Unternehmen wie ursprünglich geplant um zwölf Monate zu verlängern.

Vereinbart werden konnte demnach nur eine Verlängerung um sieben Tage bis Mitternacht am 22. September. Bis dahin sollen nun weitere Gespräche über Streitfragen geführt werden.

Grund für die Querelen ist nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur insbesondere die Forderung der Slowakei, die EU-Sanktionen gegen den russischen Oligarchen Alischer Usmanow aufzuheben.

Ukraine Ukraine-Krieg: US-Senatoren stellen Gesetz für neue Russland-Sanktionen vor

Das Land droht demnach, die Verlängerung aller Strafmaßnahmen zu blockieren, wenn Usmanow nicht von der Liste genommen wird. Laut Diplomaten wurde die Slowakei dabei zuletzt auch von Frankreich unterstützt.

Alle relevanten Informationen zum Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Newsticker.

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15. September, 18.22 Uhr: Polen verstärkt Grenzposten nach russischen Drohnenangriffen

Nach den jüngsten russischen Drohnenangriffen auf einen Zug von Kiew nach Warschau und auf die ukrainische Grenzregion will Polen seine Grenzübergänge zur Ukraine befestigen.

"Die Ereignisse der vergangenen Tage zeigen, dass Russlands Vorgehen die Sicherheit ganz Europas gefährdet", schrieb Polens Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz (45) auf X.

Pioniere der polnischen Armee sollen nun die Grenzposten mit sogenannten Hesco-Barrieren verstärken, wie das Oberkommando auf X mitteilte. Dies sind vom Militär verwendete Körbe aus Metall und Kunststofffolie, die mit Sand gefüllt werden. Außerdem sollen in der Nähe der Grenzübergänge Dorohusk, Medyka und Korczowa zusätzliche Beobachtungs- und Wachposten gebaut werden.

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Polens Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz (45) kündigte eine Verstärkung der Grenzposten an den Übergängen zur Ukraine an.  © Dominika Zarzycka/SOPA Images via ZUMA Press Wire/dpa

15. September, 18.09 Uhr: Ukrainisches Militär spricht von Rückeroberungen im Donbass

Das ukrainische Militär macht mit Verzögerung erfolgreiche Gegenangriffe im Norden des Gebiets Donezk öffentlich.

Der Kommandeur des 3. Armeekorps, Andrij Bilezkyj, berichtete in einem Video, nördlich der Stadt Lyman seien auf einer Fläche von 75 Quadratkilometern in mehreren Dörfern eingesickerte russische Stoßtrupps ausgeschaltet worden. Ukrainische Truppen hätten das Dorf Serednje und eine Fläche von zehn Quadratkilometern von russischen Truppen zurückerobert. Dies sei jedoch nur ein Teil der Offensive mit dem Codenamen "Vivaldi", sagte Bilezkyj.

Wegen der strikten Geheimhaltung auf ukrainischer Seite hatte es aus dieser Region seit dem Frühsommer kaum Nachrichten gegeben. Erst in den vergangenen Tagen machten von Militärexperten verifizierte Fotos und Videoaufnahmen deutlich, dass es der Ukraine gelungen war, die Stadt Lyman zu sichern und einen großen Vorstoß der russischen Streitkräfte zurückzuwerfen. Auch russische Militärblogger räumten die Probleme bei Lyman ein.

Das ukrainische Militär hat eigenen Angaben zufolge im Donbass das Dorf Serednje und eine Fläche von zehn Quadratkilometern zurückerobert. (Symbolfoto)  © Evgeniy Maloletka/AP/dpa

15. September, 14.03 Uhr: Kreml nennt Trump-Vorschlag zu Waffenruhe "gute Idee"

Der Kreml hat den Vorschlag von US-Präsident Donald Trump begrüßt, dass Moskau und Kiew wechselseitige Angriffe auf die Infrastruktur stoppen sollten.

Man habe Trumps Initiative zu einer Energie-Waffenruhe gesehen, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow in Moskau, wie die Nachrichtenagentur Interfax meldete. "Wir halten das insgesamt für eine sehr gute Idee", sagte er. Man sei mit den Amerikanern in Kontakt.

Es wurde keine Äußerung Peskows zitiert, ob Moskau dem Vorschlag zustimmen werde. Der Kremlsprecher sagte, es gehe nicht nur darum, dass es keine Angriffe auf russische Raffinerien mehr geben solle. Russland müsse sein Öl auch ungehindert exportieren dürfen. Kiew sei aber nicht bereit, eine sichere Schifffahrt zu garantieren, sagte er.

Laut Kremlsprecher Dmitri Peskow begrüße man Trumps Vorschlag einer Energie-Waffenruhe.  © Vyacheslav Prokofyev/Pool Sputnik Kremlin/dpa

15. September, 10.10 Uhr: Russische Fregatte feuert Leuchtkörper auf Dänen-Helikopter

Eine russische Fregatte hat am Montagabend nach Angaben des dänischen Verteidigungsministeriums in der Ostsee zwei Leuchtkörper auf einen Hubschrauber der dänischen Streitkräfte abgefeuert.

Der Vorfall ereignete sich "in Verbindung mit einer routinemäßigen Foto-Aufklärung" der Fregatte in internationalen Gewässern vor dem dänischen Hafenort Gedser, teilte das Ministerium mit. Eine der abgefeuerten sogenannten "flares" sei in geringem Abstand an dem Hubschrauber vorbeigeflogen. Der Besatzung sei nichts passiert.

Die Leuchtkörper können der dänischen Nachrichtenagentur Ritzau zufolge auf See als Aufmerksamkeits- oder Notsignale eingesetzt werden. Nach Einschätzung des Forschers Peter Viggo Jakobsen von der dänischen Verteidigungsakademie ist bei diesem Vorfall aber von Warnschüssen oder einer Machtdemonstration auszugehen: "Die Russen sagen damit: Lasst es sein, uns zu fotografieren, und fliegt nicht so dicht an uns heran."

Der dänische Außenminister Lars Løkke Rasmussen bezeichnete den Vorfall bei X "absolut inakzeptabel" und bestellte den russischen Botschafter in Dänemark ein.

Eine russische Fregatte hat mit Leuchtkörpern auf einen dänischen Militärhubschrauber geschossen. (Archivfoto)  © Mod Crown Copyright/Ministry of Defence/PA Wire/dpa

15. September, 10.08 Uhr: Ukraine greift russische Anlage trotz Trump-Ansage an

Die Ukraine hat in der Nacht mit Drohnen eine Industrieanlage in Russland angegriffen.

Dabei seien die Anlage sowie mehrere Wohngebäude in der Region Samara im Südosten des Landes beschädigt worden, berichtete die russische Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf Gebietsgouverneur Wjatscheslaw Fedorischtschew. Todesopfer habe es nicht gegeben.

Rund 40 Drohnen seien abgeschossen worden. Laut ukrainischen Berichten handelte es sich bei der Industrieanlage um eine Ölraffinerie. 

Am Montag hatte US-Präsident Donald Trump angekündigt, Russland und die Ukraine wollten auf Angriffe auf gegnerische Energieanlagen verzichten. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj schrieb auf X, dass ein deeskalierender Schritt mit Blick auf kritische Infrastruktur "ein erster Schritt in Richtung Frieden" sein könnte. Aus Moskau gab es zunächst keine Reaktion.

15. September, 6.15 Uhr: Deutschland gibt Million Euro für ukrainische Atomsicherheit

Die Bundesregierung stellt eine zusätzliche Million Euro zur Verbesserung der Sicherheitslage an den ukrainischen Atomkraftwerken bereit.

Das will die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Rita Schwarzelühr-Sutter (SPD), bei einer Konferenz der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) an diesem Dienstag in Wien ankündigen, wie das Ministerium der Deutschen Presse-Agentur in Berlin mitteilte. Deutschland hat die IAEA für ihre Präsenz in der Ukraine bislang bereits mit 7,3 Millionen Euro unterstützt.

Das von russischen Truppen besetzte Atomkraftwerk Saporischschja - das größte Kernkraftwerk Europas - steht seit Kriegsbeginn im Zentrum nuklearer Sicherheitsbedenken. Immer wieder wird die Anlage von Drohnenangriffen getroffen oder verliert ihre externe Stromversorgung, Notstromgeneratoren müssen einspringen. 

Die Bundesregierung gibt mehr Geld für die Sicherheit ukrainischer Atomkraftwerke. Denn die sind im russischen Angriffskrieg immer wieder betroffen.  © Kateryna Klochko/AP/dpa

15. September, 6.12 Uhr: Nato registriert steigende Zahl russischer Hybrid-Angriffe

Die Zahl der hybriden Angriffe Russlands auf Nato-Staaten nimmt nach Angaben aus dem Militärbündnis deutlich zu.

Allein im vergangenen Jahr wurden demnach mehr als 200 erfasst. Dabei seien die alltäglichen Cyberangriffe nicht eingerechnet, erklärte ein ranghoher Nato-Beamter in Brüssel. Von diesen gebe es allein gegen das Nato-Hauptquartier jeden Monat Tausende.

Zum Fall der Sprengstoffdrohne am Flughafen Leipzig/Halle sagte der Nato-Vertreter, der gefundene Sprengstoff deute nach seiner Einschätzung darauf hin, dass ein russischer Geheimdienst direkt involviert gewesen sei. "Semtex ist nichts, was man irgendeinem Jugendlichen in die Hand drückt, den man beim Videospielen rekrutiert hat", sagte er.

Die jüngsten hybriden Angriffe Russlands sorgen bei Nato-Generalsekretär Mark Rutte (r) und Bundesaußenminister Johann Wadephul für Besorgnis.  © Sebastian Gollnow/dpa

15. September, 6.10 Uhr: Kampfflugzeuge schießen Drohne über Litauen ab

Kampfflugzeuge der Nato haben über Litauen nach Regierungsangaben eine Drohne abgeschossen.

"Ich danke den Einsatzkräften der Allianz für ihre schnelle Reaktion", schrieb Präsident Gitanas Nauseda auf der Plattform X. "Angesichts der zunehmenden Aggression Russlands gegen die Ukraine ist diese Bereitschaft für unsere Region von entscheidender Bedeutung. Gemeinsam mit unseren Nato-Verbündeten wird Litauen seinen Luftraum verteidigen."

14. September, 21.43 Uhr: Selenskyj - Ukraine zu Deeskalation bereit

Nach der überraschenden Ankündigung von US-Präsident Donald Trump über eine Feuerpause zwischen der Ukraine und Russland bei ihren gegenseitigen Angriffen auf Energieanlagen hat der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj in diesem Zusammenhang von einem "nachdrücklichen Vorschlag" gesprochen.

Die Ukraine sei allerdings bereit, diese Deeskalation zu unterstützen, wenn Russland seine Angriffe auf kritische Infrastruktur in der Ukraine einstelle, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache.

Die Ukraine erkenne, dass Moskau nach den Gegenangriffen auf die russische Kriegswirtschaft unter Druck stehe. "Und bislang hat noch niemand einen echten Willen Russlands erkannt, den Krieg zu beenden", bekräftigte er seine Zweifel an Russlands Bereitschaft zu einem baldigen Kriegsende.

Der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj (48).  © Mindaugas Kulbis/AP/dpa

14. September, 18.38 Uhr: Erneut Streit in der EU um Russland-Sanktionen

In der EU gibt es erneut Streit um Russland-Sanktionen.

Wie ein Sprecher der derzeitigen irischen Ratspräsidentschaft mitteilte, konnten sich die Mitgliedstaaten nicht darauf einigen, an diesem Dienstag auslaufende Strafmaßnahmen gegen rund 3000 Personen, Einrichtungen und Unternehmen wie ursprünglich geplant um zwölf Monate zu verlängern. Vereinbart werden konnte demnach nur eine Verlängerung um sieben Tage bis Mitternacht am 22. September. Bis dahin sollen nun weitere Gespräche über Streitfragen geführt werden.

Grund für die Querelen ist nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur insbesondere die Forderung der Slowakei, die EU-Sanktionen gegen den russischen Oligarchen Alischer Usmanow aufzuheben. Das Land droht demnach, die Verlängerung aller Strafmaßnahmen zu blockieren, wenn Usmanow nicht von der Liste genommen wird. Laut Diplomaten wurde die Slowakei dabei zuletzt auch von Frankreich unterstützt.

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