Ukraine-Krieg: Polizistin bei Explosionen getötet

Ukraine - In der westukrainischen Großstadt Lwiw (Lemberg) ist es zu einer Serie von Explosionen gekommen, die mindestens eine Polizistin getötet und weitere Sicherheitskräfte verletzt haben sollen.

Die Sonne über der Skyline von Lwiw im Westen der Ukraine.  © -/Ukrinform/dpa

"Das war ein Terroranschlag", wurde Bürgermeister Andrij Sadowyj vom Nachrichtenportal "Kyiv Independent" zitiert.

Er sprach demnach von 15 Verletzten und einer 23-jährigen Polizistin, die getötet worden sei. Näheres zu den Hintergründen des Vorfalls war zunächst nicht bekannt.

Laut einem Reporter hatten sich die Explosionen kurz nach Mitternacht ereignet.

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Das Portal zitierte eine Mitteilung der Staatsanwaltschaft, wonach die Sicherheitskräfte zunächst wegen eines angeblichen Einbruchs zu einem Geschäft nahe der Altstadt von Lwiw geeilt seien.

Alle relevanten Informationen zum aktuellen Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Newsticker.

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22. Februar, 7.48 Uhr: Polizistin bei Explosionen im Westen der Ukraine getötet

Bei Explosionen in der westukrainischen Stadt Lwiw (Lemberg) ist nach Angaben des örtlichen Bürgermeisters eine Polizistin getötet worden. Mindestens 15 Menschen seien verletzt worden, erklärte Bürgermeister Andrij Sadowyj am Sonntag im Onlinedienst Facebook. "Das ist definitiv ein Terroranschlag", fuhr er fort.

Nach Angaben der örtlichen Staatsanwaltschaft ereigneten sich die Explosionen kurz nachdem die Polizei in der Nacht zu einem Einbruch in einem Geschäft im Stadtzentrum gerufen worden war. Die erste Explosion ereignete sich, als eine erste Streife eintraf. Kurz darauf kam es zu einer zweiten Explosion, als weitere Kräfte eintrafen.

Den Angaben zufolge handelt es sich bei der getöteten Polizistin um eine 23-Jährige. Ein Streifenwagen und ein Zivilfahrzeug seien beschädigt worden. Lwiw liegt nahe der polnischen Grenze und weit entfernt von der Frontlinie.

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Bei Explosionen in der westukrainischen Stadt Lwiw ist nach Angaben des örtlichen Bürgermeisters eine Polizistin getötet worden.  © X/AndriySadovyi

22. Februar, 5 Uhr: Ukraine wirft Ungarn und Slowakei Erpressung vor

Die Ukraine hat den EU-Mitgliedern Ungarn und Slowakei im Streit um Energielieferungen Provokation und Erpressung vorgeworfen.

Kiews Außenminister Andrij Sybiha bezeichnete Drohungen aus Budapest und Bratislava, der Ukraine nach den russischen Angriffen auf die Energieinfrastruktur nun die Stromlieferungen abzustellen, als unverantwortlich. "Das bedroht die Energiesicherheit der gesamten Region", teilte Sybiha auf der Plattform X mit. Kiew erwäge deshalb, den im Assoziierungsabkommen mit der EU vereinbarten Frühwarnmechanismus in Kraft zu setzen.

Ungarn und die Slowakei haben der Ukraine mit einem Stromlieferstopp gedroht, weil sie kein russisches Öl mehr durch die "Druschba"-Leitung des benachbarten Transitlandes erhalten. Außenminister Sybiha sagte, dass die Regierungen in Budapest und Bratislava ihre Beschwerden an den Kreml richten sollten – und nicht an Kiew.

21. Februar, 19.06 Uhr: Selenskyj - Attentate auf bekannte Ukrainer vereitelt

Kiews Sicherheitsdienste haben nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj mehrere Attentate auf prominente Ukrainer verhindert.

"Es ist gelungen, russische Söldner unschädlich zu machen, die Anschläge auf unsere Bürger planten", sagte Selenskyj in seiner in Kiew verbreiteten abendlichen Videobotschaft. "Es handelt sich um ziemlich bekannte Namen, und dass solche Verbrechen verhindert werden konnten, ist ein bedeutendes Ergebnis", sagte er vor dem vierten Jahrestag des Beginns des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine.

Die Russen hätten Anschläge gegen ukrainische Militärs, Geheimdienstmitarbeiter und ukrainische Medienvertreter vorbereitet und seien unschädlich gemacht worden, führte Selenskyj aus. Details nannte er nicht. Er dankte den Behörden für den Schutz der Bürger. An kommenden Dienstag geht der russische Angriffskrieg in sein fünftes Jahr.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48).  © Sven Hoppe/dpa

21. Februar, 15.18 Uhr: Russischer Geheimdienst stuft Telegram als Gefahr ein

Moskaus Inlandsgeheimdienst FSB hat die von Millionen Menschen in Russland genutzte Online-Plattform Telegram als Sicherheitsrisiko eingestuft.

Das russische Militär habe durch die Nutzung des Messengers an der Front im Kampf gegen die ukrainischen Truppen wiederholt das Leben von Soldaten gefährdet, teilte der FSB in Moskau mit.

Demnach gebe es "zuverlässige Informationen darüber, dass die Streitkräfte und Geheimdienste der Ukraine in der Lage sind, innerhalb kürzester Zeit Informationen aus dem Messengerdienst Telegram abzurufen und für militärische Zwecke zu nutzen", hieß es in der Mitteilung.

21. Februar, 8.43 Uhr: Ungarn droht mit Blockade von riesigem Ukraine-Darlehen

Trotz der bereits gefundenen EU-Einigung droht Ungarn überraschend ein milliardenschweres Darlehen an die Ukraine nicht freizugeben.

"Wir blockieren das 90-Milliarden-Euro-Darlehen der EU für die Ukraine, bis der Öltransit nach Ungarn über die Druschba-Pipeline wieder aufgenommen wird", schrieb der ungarische Außenminister Peter Szijjarto auf X.

Die Druschba-Pipeline ist nach ukrainischen Angaben durch russische Bombardierungen seit Ende Januar unterbrochen. Ungarn und auch die Slowakei beschuldigen die ukrainische Führung, die Wiederaufnahme der Lieferungen absichtlich zu verhindern.

Die Ölversorgung beider Länder ist weitestgehend von der Pipeline abhängig. Aus ukrainischer Sicht trägt der Kauf von Gas und Öl aus Russland durch die Slowakei und Ungarn zur Finanzierung des russischen Angriffskriegs bei.

Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban (62).  © Alex Brandon/Pool AP/AP/dpa

20. Februar, 18.02 Uhr: Russische Drohne tötet zwei Polizisten in der Ostukraine

Eine russische Kampfdrohne hat zwei Polizisten im ostukrainischen Gebiet Charkiw getötet.

Ein weiterer Beamter sei verletzt worden, teilte die ukrainische Polizei mit. Das Team sei mit einem gepanzerten Auto zu einer Evakuierung von Anwohnern beim Dorf Serednij Burluk unterwegs gewesen, als die Drohne ihren Wagen traf.

Der Ort im Landkreis Kupjansk befindet sich mehr als 20 Kilometer von der Frontlinie entfernt.

Die Ukraine schützt sich derzeit mit speziellen Netzen vor Drohnen-Angriffe. (Archivfoto)  © Andreas Stroh/ZUMA Press Wire/dpa

19. Februar, 19.33 Uhr: Russland will weiter ohne Europäer um Frieden verhandeln

Russland lehnt auch künftig eine von der Ukraine gewünschte Beteiligung der Europäer an den Friedensverhandlungen ab.

Russland sehe keinen Sinn in einer Teilnahme von Vertretern Europas an den Gesprächen, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge.

Bei den Gesprächen von Ukrainern, Russen und US-Vermittlern in Genf am Dienstag und Mittwoch waren im Hintergrund auch mehrere ranghohe europäische Beamte anwesend, darunter aus Deutschland, Großbritannien und Frankreich.

Russland sieht keinen Sinn in einer Teilnahme von Vertretern Europas an den Gesprächen. (Archivbild)  © Ulf Mauder/dpa

19. Februar, 11.09 Uhr: Selenskyj erwartet nächste Ukraine-Gespräche in der Schweiz

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erwartet eine Fortsetzung der Verhandlungen mit Russland über eine Beendigung des Kriegs erneut in der Schweiz.

Weil der Krieg in Europa tobe, müssten auch die Gespräche hier laufen, sagte Selenskyj in einem Interview mit dem britischen Journalisten Piers Morgan. "Ich möchte unterstreichen, dass das nächste Treffen ebenfalls in der Schweiz stattfindet", sagte Selenskyj nach den zweitägigen Verhandlungen am Dienstag und Mittwoch in Genf.

Russland hat bisher weder einen Ort noch einen Termin bestätigt. Selenskyj hatte die Ergebnisse der trilateralen Gespräche in Genf unter Vermittlung der USA als unzureichend kritisiert und eine Fortsetzung noch im Februar gefordert.

19. Februar, 6.11 Uhr: Eingefrorene Wasserrohre, Biotoiletten und hilflose Behörden

Am südlichen Stadtrand im Stadtteil Teremky ist nach dem Ausfall der Heizungen der Notfall eingetreten.

"Bei uns sind die Wasserrohre eingefroren", erzählt ein Mann, der Mykola heißt. Er trinkt Tee in einem Aufwärmzelt und wartet auf die Essensausgabe. "Das Haus hat Betonwände, und alles ist ausgekühlt. In der Verwaltung hat man uns gesagt, dass sie keine Leute für die Reparatur haben", sagt er.

Neben dem Zelt gibt es eine Biotoilette. Passanten erzählen, dass das viel besser sei als im Sommer, wenn sie für die Notdurft in den Park gegangen seien. Brauchwasser holen die Anwohner aus Brunnen, wie es sie in den meisten Stadtteilen gibt, und tragen es selbst in ihre Wohnungen hoch.

In diesem einfachen Zelt des staatlichen Zivilschutzes können sich Menschen im Stadtteil Teremky aufwärmen und einmal am Tag gibt es eine warme Mahlzeit.  © Andreas Stein/dpa

19. Februar, 6.07 Uhr: Zum Aufwärmen und für eine warme Mahlzeit ins Wärmezelt

Trojeschtschyna ist einer der ärmsten Stadtteile im Nordosten von Kiew ohne U-Bahnanbindung. Es herrscht wieder Luftalarm.

Vor einem Wärmezelt des staatlichen Zivilschutzdienstes stehen knapp zwei Dutzend vor allem ältere Menschen. Sie tragen in die Jahre gekommene Winterkleidung und warten im Schnee auf die Entwarnungsmeldung. Während des Alarms dürfen sie sich nicht im Zelt aufhalten. Auf einem Lastwagen ist ein riesiger Generator montiert. Ratternd liefert er Strom für die Zelte und deren Heizlüfter.

Wolodymyr kommt täglich zum Aufwärmen. Auch die zwei warmen Mahlzeiten, die eine Hilfsorganisation ausgibt, schätzt er. "In der Hütte ist es unangenehm zu sitzen", sagt der Alleinstehende. Die Heizung ist kalt, Strom gebe es mal für drei Stunden, mal für vier Stunden am Tag. Er habe einen Ölradiator, um wenigstens ein bisschen Wärme zu haben.

Der Rentner lebt von umgerechnet 100 Euro im Monat. "Für Essen reicht es, doch für die Medikamente nicht", erzählt er. Um Medikamente zu bezahlen, sammelt und verkauft er trotz zweier Schlaganfälle für ein paar Euro Altpapier.

Der Rentner Wolodymyr (76) erzählt vor einem Wärmezelt, wie er ohne Heizung und mit ständigen Stromausfällen bei zweistelligen Minusgraden lebt.  © Andreas Stein/dpa

18. Februar, 19.35 Uhr: EU will Grenzregionen nahe Russland besser helfen

Um die östlichen EU-Regionen an den Grenzen zu Russland, Belarus und der Ukraine stärker zu unterstützen, sollen sie nach Willen der EU-Kommission einfacheren Zugang zu Geld bekommen.

Außerdem soll in den entsprechenden Regionen in neun EU-Mitgliedsstaaten gegen Abwanderung und Arbeitskräftemangel vorgegangen werden. Das geht aus einer in Brüssel vorgestellten Strategie der Behörde hervor.

Die Stärkung von Wohlstand und Widerstandsfähigkeit dieser Regionen sei nicht nur ein Ausdruck der EU-Solidarität nach dem russischen Angriff auf die Ukraine, "sondern auch eine strategische Investition in Europas Sicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und künftige Stabilität", hieß es.

Die Grenzregionen der EU zu Russland, Belarus und der Ukraine sollen besser unterstützt werden. (Archivbild)  © Alexander Welscher/dpa

18. Februar, 17.10 Uhr: Russen und Ukrainer sprachen vor Abflug erneut bilateral

Nach Abschluss der offiziellen Verhandlungen in Genf über ein Ende des russischen Angriffskriegs in der Ukraine haben Vertreter beider Kriegsparteien noch einmal direkt miteinander gesprochen.

Er habe sich vor dem Abflug noch einmal hinter verschlossenen Türen mit der ukrainischen Delegation getroffen, bestätigte der russische Delegationsleiter Wladimir Medinski (55). Zum Inhalt der Gespräche machte er keine Angaben.

Laut dem russischen Politologen Sergej Markow (67) dauerte dieses "seltsame zusätzliche Treffen" eineinhalb Stunden - und damit fast so lange wie der knapp zweistündige offizielle Teil zuvor, den die USA als Vermittler begleitet hatten. An dem Gespräch nahm unter anderem der ukrainische Verhandlungsführer Rustem Umjerow (43) teil.

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