Ukraine-Krieg: Russische Abgeordnete treffen wieder US-Kongressmitglieder

Ukraine - Die US-Regierung hat einen Fonds für die Rückkehr nach Russland verschleppter ukrainischer Kinder eingerichtet.

Die First Lady der Ukraine, Olena Selenska (48), befürwortet den eingerichteten Fonds der US-Regierung.
Die First Lady der Ukraine, Olena Selenska (48), befürwortet den eingerichteten Fonds der US-Regierung.

Der Fonds in Höhe von 25 Millionen Dollar (21,7 Millionen Euro) werde für "die Identifizierung, Rückführung und Rehabilitation ukrainischer Kinder und Jugendlicher, die gewaltsam verlegt oder auf andere Weise von ihren Familien und Gemeinschaften ferngehalten wurden", genutzt werden, erklärte das US-Außenministerium am Donnerstag.

Der Fonds wird Washington zufolge zwei Arten von Programmen unterstützen: die Identifizierung und Nachverfolgung vertriebener Kinder sowie die Förderung ihrer Wiedereingliederung in die Gesellschaft.

Die ukrainische First Lady Olena Selenska (48) begrüßte die Einrichtung des Fonds. "Alle ukrainischen Kinder müssen zurückkehren", erklärte sie im Onlinedienst X.

Ukraine-Krieg: Zehntausende Familien nach russischen Angriffen ohne Strom
Ukraine Ukraine-Krieg: Zehntausende Familien nach russischen Angriffen ohne Strom

Alle relevanten Informationen zum aktuellen Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Newsticker.

27. März, 8.12 Uhr: Russische Abgeordnete treffen wieder US-Kongressmitglieder

Erstmals seit Jahren haben US-Kongressmitglieder Abgeordnete aus Russland empfangen.

Ein Sprecher des US-Außenministeriums und eine republikanische Abgeordnete bestätigten am Donnerstag Angaben aus Moskau zu der Reise. Die US-Abgeordnete Anna Paulina Luna (36), die Präsident Donald Trump (79) nahesteht, veröffentlichte im Onlinedienst X ein Foto des Treffens. Nach ihren Angaben war es die erste solche Begegnung seit fast 25 Jahren.

Das Treffen fand im Friedensinstitut in Washington statt, das die US-Regierung kürzlich nach Trump benannt hatte. "Als Vertreter der zwei größten Atomsupermächte der Welt schulden wir unseren Bürgern einen offenen Dialog, Ideen und offene Kommunikationskanäle", erklärte Luna, eine Republikanerin aus dem Bundesstaat Florida. Beide Seiten wollten den Friedens-Dialog fortsetzen.

Erstmals seit vielen Jahren fand wieder ein Treffen zwischen russischen Abgeordneten und US-Kongressmitgliedern statt. Mit dabei: die Republikanerin Anna Paulina Luna (36).
Erstmals seit vielen Jahren fand wieder ein Treffen zwischen russischen Abgeordneten und US-Kongressmitgliedern statt. Mit dabei: die Republikanerin Anna Paulina Luna (36).  © DAVID DEE DELGADO/GETTY IMAGES NORTH AMERICA/GETTY IMAGES VIA AFP

26. März, 17.17 Uhr: Ukraine beschießt zweitgrößte russische Ölraffinerie

Bei Angriffen auf die russische Ölindustrie an der Ostsee hat die Ukraine auch die große Raffinerie von Kirischi im Umland von St. Petersburg mit Kampfdrohnen attackiert. Gebietsgouverneur Alexander Drosdenko bestätigte auf Telegram, dass es Schäden in einem Industriegebiet von Kirischi gebe. Über dem Gebiet seien 21 feindliche Flugobjekte ausgeschaltet worden.

In Telegramkanälen wurde unter Berufung auf Anwohner geschrieben, dass es Brände in der Raffinerie gebe. Kirischi ist nach Branchenangaben die zweitgrößte Raffinerie in Russland und kann jährlich 20 Millionen Tonnen Öl verarbeiten.

26. März, 16.27 Uhr: USA könnten Raketen für Ukraine nach Nahost umleiten

Nato-Generalsekretär Mark Rutte (59) hat ausweichend auf einen Bericht reagiert, nach dem die USA wegen des Iran-Kriegs für die Ukraine vorgesehene Rüstungsgüter in den Nahen Osten umleiten könnten.

Aus den USA würden weiter Abfangraketen und andere entscheidende Ausrüstung in die Ukraine geliefert, sagte Rutte bei einer Pressekonferenz. Er äußerte sich allerdings nicht dazu, ob möglicherweise Kürzungen vorgenommen oder angekündigt wurden. Aus Bündniskreisen hatte es zuvor geheißen, der Bericht der "Washington Post" komme nicht überraschend.

Das Blatt hatte unter Berufung auf mehrere nicht genannte Quellen berichtet, das Pentagon prüfe, ob Waffen, die eigentlich für die Ukraine bestimmt sind, in den Nahen Osten umgeleitet werden sollten, da der Krieg mit dem Iran einige der wichtigsten Munitionsbestände des US-Militärs aufzehre. Konkret gehe es auch um Flugabwehrraketen, die eigentlich über die sogenannte Purl-Initiative der Nato an die Ukraine geliefert werden sollen.

Nato-Generalsekretär Mark Rutte (59) muss mit weniger US-Hilfe für die Ukraine kalkulieren.
Nato-Generalsekretär Mark Rutte (59) muss mit weniger US-Hilfe für die Ukraine kalkulieren.  © -/NATO/dpa

26. März, 11.28 Uhr: Selenskyj warnt vor Unterfinanzierung der Armee

Wegen der Blockade des EU-Kredits in Milliardenhöhe warnt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) vor einem drohenden Geldmangel für die Armee.

"Die Produktion von Drohnen - weitreichenden Drohnen, Abfangdrohnen sowie Luftabwehrsystemen - wird unterfinanziert sein, da wir aus diesen Mitteln sowohl den Kauf europäischer Luftabwehrsysteme als auch amerikanischer PAC-3-Raketen finanzieren", sagte Selenskyj in einem Interview der französischen Zeitung "Le Monde". Das sei ein Risiko für die europäische Sicherheit. Er hoffe darauf, dass die Europäer eine Lösung finden.

Selenskyj kritisierte zudem die Aussetzung eines Teils der US-Sanktionen gegen russische Erdöllieferungen wegen des Iran-Krieges. Aus den Einnahmen könne Russland seinen Angriffskrieg weiter finanzieren. "Geld bedeutet Drohnen. Geld bedeutet Menschen", erklärte der Staatschef. Wenn Moskau dagegen kein Geld für die Anwerbung von Soldaten hätte, werde die russische Armee schwächer. Daher müsse der Druck auf Russland aufrechterhalten werden, mahnte er.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) befürchtet einen Geldmangel für seine Armee.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) befürchtet einen Geldmangel für seine Armee.

26. März, 11.21 Uhr: Orban stoppt Gasdurchleitungen in die Ukraine

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban (62) stellt die Durchleitung von Erdgas durch sein Land in die Ukraine ab Juli ein.

Eine diesbezügliche Verordnung erschien in der Nacht zum Donnerstag im ungarischen Amtsblatt. Der Ungar will damit nach eigenen Angaben den Druck auf das von Russland angegriffene Nachbarland erhöhen, die durch einen russischen Angriff beschädigte Erdölleitung Druschba schneller wieder in Betrieb zu nehmen.

"Solange die Ukraine uns kein Öl gibt, solange bekommt sie aus Ungarn kein Gas", hatte Orban am Mittwoch auf seiner Facebook-Seite angekündigt. Die Blockade der Gasdurchleitungen in die Ukraine wirft Experten zufolge schwerwiegende juristische und europarechtliche Fragen auf. Der Gashandel liegt nämlich in den Händen von privaten Firmen, darunter Unternehmen, die mit dem Energieträger handeln und solchen, die den Transport durch Röhren bewerkstelligen.

Nach Angaben von Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban (62) wird sein Land ab Juli die Gasdurchleitungen in die Ukraine einstellen.
Nach Angaben von Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban (62) wird sein Land ab Juli die Gasdurchleitungen in die Ukraine einstellen.

25. März, 11.41 Uhr: Drohnen stürzen in Estland und Lettland ab

In Estland und Lettland sind aus Russland in den Luftraum eingeflogene Drohnen abgestürzt.

Die Vorfälle im Osten der beiden EU- und Nato-Mitgliedstaaten nahe der Grenze zu Russland würden untersucht, teilten die Behörden in Tallinn und Riga mit. Es handelt sich um jeweils eine Drohne. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine sind wiederholt Drohnen in den Luftraum der an Russland grenzenden baltischen Staaten eingedrungen.

Militär und Einsatzkräfte seien an den Absturzstellen vor Ort, um Trümmerteile einzusammeln und zu untersuchen. Für die Bevölkerung und öffentliche Sicherheit bestehe keine Gefahr, hieß es in den Mitteilungen. Ob es sich um russische oder ukrainische Drohnen handelte, sei noch unklar und werde ermittelt. Die Zwischenfälle ereigneten sich aber zu einer Zeit, als die Ukraine mit Dutzenden Drohnen russische Ziele am Finnischen Meerbusen angriff.

Ein Grenzpfeiler mit der Aufschrift "Republik Lettland" an der russischen Grenze. (Archivfoto)
Ein Grenzpfeiler mit der Aufschrift "Republik Lettland" an der russischen Grenze. (Archivfoto)

25. März, 9.18 Uhr: Ukraine schickt Drohnenschwärme zu russischem Ostseehafen

Ukrainische Streitkräfte haben Russland in der Nacht mit Drohnenschwärmen angegriffen und Brände in dem Ostseehafen Ust-Luga ausgelöst.

Das Verteidigungsministerium in Moskau berichtete von 398 feindlichen Langstreckendrohnen. Laut Tass sei die Attacke der schwerste bislang verzeichnete Drohnenangriff aus der Ukraine gewesen.

Russische Stellen bestätigten am Mittwoch Brände in dem für den Öl- und Gasexport wichtigen Hafen Ust-Luga. Er liegt am Finnischen Meerbusen etwa hundert Kilometer von St. Petersburg entfernt. Verletzte habe es nicht gegeben.

Von der Insel Kronstadt, die ein wichtiger Marinestützpunkt der russischen Ostseeflotte ist, wurden Häuserschäden gemeldet.

Das Ölterminal von Ust-Luga wurde zum Ziel ukrainischer Drohnenangriffe. (Archivfoto)
Das Ölterminal von Ust-Luga wurde zum Ziel ukrainischer Drohnenangriffe. (Archivfoto)

25. März, 7.05 Uhr: Angriffe auf Weltkulturerbe, Selenskyj fordert mehr Druck auf Moskau

Russland hat die Ukraine erneut angegriffen. Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) sprach von mehr als 550 Drohnen. Ziel war unter anderem die historische Altstadt von Lwiw im Westen des Landes.

Selenskyj forderte nach den massiven russischen Angriffen mit mehreren Toten und Dutzenden Verletzten mehr Druck auf Moskau. Das Ausmaß dieses Angriffs zeige, dass Russland nicht die Absicht habe, diesen Krieg zu beenden, sagte der 48-Jährige.

Russland nehme weiterhin vor allem die Energieversorgung der Ukraine ins Visier, sagte Selenskyj.

Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) zog in seiner abendlichen Videobotschaft Bilanz. (Archivfoto)
Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) zog in seiner abendlichen Videobotschaft Bilanz. (Archivfoto)  © Ludovic Marin/POOL AFP/AP/dpa

24. März, 18.24 Uhr: Viele Verletzte nach russischen Angriffen in Lwiw

In der westukrainischen Großstadt Lwiw sind mehrere Menschen nach Behördenangaben durch russische Drohnenangriffe verletzt worden.

Bürgermeister Andrij Sadowyj zufolge werden 17 Menschen in Krankenhäusern der Stadt behandelt. Er schrieb von Einschlägen an mehreren Stellen der Stadt, ein Wohnhaus sei zweimal getroffen worden. Militärgouverneur Maksym Kosyzkyj schrieb auf Telegram von Schäden im historischen Zentrum der Stadt.

Nach russischen Drohnenangriffen gibt es viele Verletzte im Zentrum der Stadt Lwiw.
Nach russischen Drohnenangriffen gibt es viele Verletzte im Zentrum der Stadt Lwiw.  © Mykola Tys/AP/dpa

24. März, 13.35 Uhr: Tote und Verletzte bei russischen Angriffen auf Häuser

Bei russischen Luftangriffen in der Ukraine sind nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj mindestens vier Menschen getötet worden. Es gebe Dutzende Verletzte, darunter auch Kinder.

"Insgesamt waren es über 390 Angriffsdrohnen und 34 Raketen verschiedener Typen – ballistische und Marschflugkörper - und Gleitbomben", teilte Selenskyj in den sozialen Netzwerken mit. Es seien Schäden in elf Gebieten und zahlreiche Verletzte gemeldet worden.

In Saporischschja, Poltawa und Dnipro wurden laut Behörden Hochhäuser beschädigt; es kam demnach zu Bränden. Im Gebiet Charkiw im Osten des Landes starb ein 61 Jahre alter Passagier in einem Zug, der von einer Drohne getroffen wurde. In Dnipro wurden in einem 14-stöckigen Hochhaus nach einem russischen Angriff mindestens zwölf Menschen verletzt.

Rettungskräfte versuchen, ein Feuer in einem Wohnhaus n Saporischschja zu löschen, das nach einem russischen Drohnenangriff brennt.
Rettungskräfte versuchen, ein Feuer in einem Wohnhaus n Saporischschja zu löschen, das nach einem russischen Drohnenangriff brennt.  © Kateryna Klochko/AP/dpa

24. März, 11.54 Uhr: Abgestürzte Drohne in Litauen stammte aus Ukraine

Bei einem im Südosten des baltischen EU- und Nato-Mitglieds Litauen abgestürzten Flugobjekt handelt es sich nach Angaben der Regierung in Vilnius um eine ukrainische Drohne.

Regierungschefin Inga Ruginiene teilte mit, der Vorfall habe sich im Zusammenhang mit einer Operation der Ukrainer gegen Russland ereignet. "Wir können schon mit Sicherheit sagen, dass es sich um eine verirrte Drohne handelte", sagte sie nach einer Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates in Vilnius.

Die Drohne war in der Nacht zu Montag im Bezirk Varena nahe der Grenze zu Belarus in den litauischen Luftraum eingedrungen und auf einem zugefrorenen See abgestürzt. Sie war weder von Militärradargeräten erfasst noch vom Grenzschutz bemerkt worden. Auf Aufnahmen einer Überwachungskamera, die der litauische Rundfunk veröffentlichte und die den Vorfall zeigen sollen, sind eine Explosion und brennende Trümmer zu sehen. Verletzt wurde bei dem Vorfall niemand.

Regierungschefin Inga Ruginiene.
Regierungschefin Inga Ruginiene.  © Fabian Sommer/dpa

24. März, 8.09 Uhr: Tote und Verletzte nach Explosion in Wohnhaus auf der Krim

In der Hafenstadt Sewastopol auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim sind in der Nacht bei einer schweren Explosion in einem Wohnhaus nach offiziellen Angaben zwei Menschen getötet worden.

"Weitere acht Menschen wurden verletzt, die Ärzte leisten ihnen alle nötige Hilfe", schrieb Sewastopols Gouverneur Michail Raswosschajew bei Telegram. Die Ursache der Detonation werde noch untersucht.

Die Wucht der Explosion hat Behördenangaben nach zu einem Teileinsturz des Gebäudes geführt. Auch ein Nachbarhaus wurde in Mitleidenschaft gezogen und daher ebenfalls evakuiert.

Titelfoto: DAVID DEE DELGADO/GETTY IMAGES NORTH AMERICA/GETTY IMAGES VIA AFP

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