Ukraine-Krieg: Russische Rakete trifft Haus in Charkiw - Tote und Verletzte

Ukraine - Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) hat bei einer Reise in die umkämpfte Region Donezk im Osten des Landes vor einer Frühlingsoffensive des russischen Militärs gewarnt.

Laut Wolodymyr Selenskyj (48) haben die USA angesichts des Iran-Kriegs um Unterstützung gebeten.
Laut Wolodymyr Selenskyj (48) haben die USA angesichts des Iran-Kriegs um Unterstützung gebeten.  © -/Press Service Of The President Of Ukraine/AP/dpa

Diese werde gerade vorbereitet und es sei wichtig, dass die Verteidigungspositionen ausgebaut und die ukrainischen Soldaten gut ausgerüstet seien für den Fall, sagte er in seiner abendlichen Videoansprache.

Zuvor hatte Selenskyj mehrere Kommandopunkte der Ukrainer in der Region besucht, Soldaten ausgezeichnet und sich von den Offizieren ein Lagebild geben lassen, wie aus verschiedenen Beiträgen in sozialen Netzwerken des Präsidenten hervorgeht.

Es ist nicht die erste Reise Selenskyjs ins Frontgebiet. Die Region Donezk ist schwer umkämpft, die Ukrainer halten noch etwa ein Fünftel des Territoriums, darunter aber auch den gut ausgebauten Verteidigungsgürtel um das Ballungsgebiet rund um Slowjansk und Kramatorsk.

Ukraine-Krieg: Selenskyj bezweifelt starke russische Frühjahr-Offensive
Ukraine Ukraine-Krieg: Selenskyj bezweifelt starke russische Frühjahr-Offensive

Alle relevanten Informationen zum aktuellen Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Newsticker.

7. März, 14.45 Uhr: Russische Rakete trifft Haus in Charkiw – Tote und Verletzte

Russland hat die Ukraine erneut mit Luftangriffen überzogen und allein in der zweitgrößten Stadt Charkiw im Osten zahlreiche Menschen getötet und verletzt.

Beim Einschlag einer ballistischen Rakete in einem Wohnhaus seien mindestens acht Menschen getötet worden, teilte der Militärgouverneur von Charkiw, Oleh Synjehubow, bei Telegram mit. Unter den Toten waren nach Behördenangaben auch eine Lehrerin und ihr Junge sowie eine weitere Frau und ihre 13 Jahre alte Tochter.

Die Zahl der Opfer hatte sich am Morgen immer wieder und dann am Nachmittag noch einmal erhöht, weil Rettungskräfte die Leichen erst nach und nach aus den Trümmern zogen. Auf den veröffentlichten Fotos waren schwere Schäden an dem fünfgeschossigen Wohnhaus zu sehen. Demnach sprengte die Rakete große Teile des Gebäudes weg. 

Charkiw im Osten der Ukraine wird immer wieder besonders heftig von russischen Raketen getroffen. Diesmal schlug eine in einem Wohnhaus ein – mit schweren Folgen.
Charkiw im Osten der Ukraine wird immer wieder besonders heftig von russischen Raketen getroffen. Diesmal schlug eine in einem Wohnhaus ein – mit schweren Folgen.  © Andrii Marienko/AP/dpa

7. März, 6.59 Uhr: Selenskyj warnt vor russischer Frühlingsoffensive

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) hat bei einer Reise in die umkämpfte Region Donezk im Osten des Landes vor einer Frühlingsoffensive des russischen Militärs gewarnt.

Diese werde gerade vorbereitet und es sei wichtig, dass die Verteidigungspositionen ausgebaut und die ukrainischen Soldaten gut ausgerüstet seien für den Fall, sagte er in seiner abendlichen Videoansprache - diesmal aus der Stadt Druschkiwka, gut 20 Kilometer von der Front entfernt.

Zuvor hatte Selenskyj mehrere Kommandopunkte der Ukrainer in der Region besucht, Soldaten ausgezeichnet und sich von den Offizieren ein Lagebild geben lassen, wie aus verschiedenen Beiträgen in sozialen Netzwerken des Präsidenten hervorgeht.

Seit vier Jahren versucht Russland die Region Donezk im Osten der Ukraine zu erobern. Der ukrainische Präsident Selenskyj zeigt mit einem Frontbesuch, dass er die Region nicht kampflos räumen will. (Archivbild)
Seit vier Jahren versucht Russland die Region Donezk im Osten der Ukraine zu erobern. Der ukrainische Präsident Selenskyj zeigt mit einem Frontbesuch, dass er die Region nicht kampflos räumen will. (Archivbild)  © Iryna Rybakova/Ukrainian 93rd Mechanized brigade/dpa

6. März, 17.38 Uhr: Selenskyj besucht ostukrainische Region Donezk nahe der Front

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) hat nach eigenen Angaben am Freitag die umkämpfte Region Donezk im Osten der Ukraine besucht.

"Die Russen geben den Krieg nicht auf und bereiten hier in der Region Donezk eine Offensive für den Frühling vor", erklärte Selenskyj im Onlinedienst X. "Es ist wichtig, dass unsere Positionen stark sind", betonte er. Selenskyj veröffentlichte ein Video, das ihn offenbar in der Stadt Druschkiwa zeigte - etwa 15 Kilometer von der Frontlinie entfernt.

6. März, 14.33 Uhr: EU-Kommission rügt Wortwahl Selenskyjs als inakzeptabel

Zwischen Ungarn und der Ukraine fliegen Beleidigungen hin und her. Nun hat die EU-Kommission von Ursula von der Leyen die Drohungen des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj gegen Ungarn scharf verurteilt.

"Eine solche Wortwahl ist inakzeptabel. Es darf keine Drohungen gegen EU-Mitgliedstaaten geben", sagte ein Sprecher der Kommission in Brüssel. Ganz allgemein sei die "eskalierende und aufrührerische Rhetorik" von allen Seiten nicht hilfreich.

Im Streit über von Ungarn blockierte Finanzhilfen für die Ukraine hatte Selenskyj zuvor dem ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban offen gedroht. "Wir hoffen, dass eine Person in der Europäischen Union die 90 Milliarden Euro nicht blockieren wird und die ukrainischen Kämpfer Waffen bekommen, andernfalls geben wir die Adresse dieser Person unseren Jungs weiter, auf dass sie ihn anrufen und mit ihm in ihrer Sprache reden", sagte Selenskyj.

Von der Regierung in Budapest wurden die Äußerungen als Einschüchterungs- und Erpressungsversuch gesehen.

Hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) dem ungarischen Regierungschef Viktor Orban (62) mit der Armee gedroht?
Hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) dem ungarischen Regierungschef Viktor Orban (62) mit der Armee gedroht?  © Peter Klaunzer/KEYSTONE/dpa

6. März, 12.42 Uhr: Ukraine und Russland tauschen weitere Kriegsgefangene

Innerhalb von zwei Tagen haben die Ukraine und Russland zum zweiten Mal Kriegsgefangene ausgetauscht.

"Weitere 300 Verteidiger kehren aus der russischen Gefangenschaft zurück", schrieb der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bei Telegram. Russland habe ebenfalls zwei ukrainische Zivilisten übergeben. Die zwischen 26 und 60 Jahre alten Militärs sind demnach zum Teil seit 2022 in Kriegsgefangenschaft gewesen.

6. März, 6.21 Uhr: Mindestens neun Verletzte nach Angriff in Sewastopol

Infolge eines ukrainischen Drohnenangriffs auf die russisch besetzte Schwarzmeer-Halbinsel Krim sind nach russischer Darstellung mindestens neun Menschen verletzt worden.

Ein fünfstöckiges Wohnhaus sei in der Hafenstadt Sewastopol von einer abgeschossenen Drohne schwer beschädigt worden, teilte Verwaltungschef Michail Raswoschajew auf Telegram mit.

Die nahe dem Haus abgestürzte Drohne sei mit Metallkugeln und Sprengstoff gefüllt gewesen, erklärte Raswoschajew weiter. Sechs der Verletzten, darunter auch drei Kinder, seien mit Schnittwunden in Krankenhäuser gebracht worden.

Infolge eines ukrainischen Drohnenangriffs auf die russisch besetzte Stadt Sewastopol sind nach russischer Darstellung mindestens neun Menschen verletzt worden.
Infolge eines ukrainischen Drohnenangriffs auf die russisch besetzte Stadt Sewastopol sind nach russischer Darstellung mindestens neun Menschen verletzt worden.  © Ulf Mauder/dpa

6. März, 5 Uhr: Indien darf zeitlich begrenzt russisches Öl kaufen

Die USA erlauben es indischen Raffinerieunternehmen, für einen begrenzten Zeitraum russisches Öl zu kaufen. Sein Ministerium erteile dafür eine 30-tägige Ausnahmegenehmigung, um sicherzustellen, dass weiterhin Öl auf den Weltmarkt gelange, teilte US-Finanzminister Scott Bessent auf X mit.

Russland, das einen Angriffskrieg gegen die Ukraine führt, dürfte damit zumindest kurzfristig seine Einnahmen aus dem Rohöl-Verkauf steigern können. Die US-Regierung spielte diesen Aspekt herunter. "Diese bewusst kurzfristige Maßnahme wird der russischen Regierung keinen nennenswerten finanziellen Vorteil verschaffen", betonte Bessent, da sie nur Transaktionen mit Öl genehmige, das bereits auf Tanker geladen, aber nicht ausgeliefert worden sei.

Der Finanzminister sprach von einer "Überbrückungsmaßnahme", die den Druck mindern werde, der durch das Verhalten des Irans entstehe.

5. März, 11.19 Uhr: Russland überzieht Ukraine mit Angriffen

Russland hat die Ukraine in der Nacht erneut mit Angriffen aus der Luft überzogen.

Im ostukrainischen Gebiet Charkiw wurden nach Angaben der regionalen Staatsanwaltschaft mehrere Menschen durch russische Drohnenattacken verletzt. Demnach nahm die russische Armee Ortschaften im Landkreis Tschuhujiw ins Visier. Vier Personen seien verletzt worden, als eine Drohne in der Nähe eines Mehrfamilienhauses im Dorf Nowopokrowka einschlug, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Der Gouverneur des südukrainischen Gebiets Odessa, Oleh Kiper, sprach zudem von einem Angriff auf ein ziviles Schiff unter der Flagge Panamas im Schwarzen Meer.

In Russland meldete der Gouverneur des Gebiets Saratow, Roman Bussargin, drei Verletzte nach ukrainischen Drohnenangriffen. Er sagte aber nicht, wo genau. In Saratow an der Wolga gibt es eine Ölraffinerie und in deren Nähe einen großen Luftwaffenstützpunkt der russischen Streitkräfte.

In der Ukraine wurden mehrere russische Drohnenattacken registriert. (Symbolfoto)
In der Ukraine wurden mehrere russische Drohnenattacken registriert. (Symbolfoto)  © Efrem Lukatsky/AP/dpa

5. März, 7.16 Uhr: Selenskyj sieht bisher keine Signale für neue Ukraine-Gespräche

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) geht wegen der Lage im Nahen Osten von einer Pause in den Friedensgesprächen mit Russland unter US-Vermittlung aus.

"Aufgrund der Situation mit dem Iran sind die notwendigen Signale für ein trilaterales Treffen bislang noch nicht gekommen", sagte Selenskyj in seiner in Kiew verbreiteten abendlichen Videobotschaft.

Er hatte mit neuen Verhandlungen zwischen Ukrainern und Russen Anfang März gerechnet. Nun sagte er, dass die "trilaterale diplomatische Arbeit" wieder aufgenommen werden solle, sobald "die Sicherheitslage und der allgemeine politische Kontext es uns erlauben". "Die Ukraine ist dazu bereit", sagte er.

Nach Aussage von Wolodymyr Selenskyj (48) sind bislang keine neuen Ukraine-Gespräche angesetzt. (Archivbild)
Nach Aussage von Wolodymyr Selenskyj (48) sind bislang keine neuen Ukraine-Gespräche angesetzt. (Archivbild)  © Sven Hoppe/dpa

4. März, 20.30 Uhr: Putin übergibt Budapests Außenminister zwei Kriegsgefangene

Kremlchef Wladimir Putin (73) lässt zwei Kriegsgefangene mit ungarischer und ukrainischer Staatsbürgerschaft frei und übergibt sie Budapests Außenminister Péter Szijjártó (47).

Die Männer seien in der Ukraine zwangsweise für den Fronteinsatz mobilisiert worden, sagte Putin bei dem Treffen in Moskau. "Sie können sie mitnehmen", antwortete er auf die im Fernsehen gezeigte Bitte Szijjártós, die Kriegsgefangenen freizulassen.

Putin sagte, dass sie mit im Flugzeug des Ministers nach Budapest reisen sollten. Der Ungar bedankte sich auf Russisch mit "Spassibo" (Danke).

Russlands Präsident Wladimir Putin (73) hat zwei Kriegsgefangene in die Freiheit entlassen.
Russlands Präsident Wladimir Putin (73) hat zwei Kriegsgefangene in die Freiheit entlassen.  © -/Kremlin/dpa

3. März, 18.18 Uhr: Merz bekräftigt, dass Ukraine ihr Territorium bewahren muss

Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) hat bei seinem Treffen mit US-Präsident Donald Trump (79) die europäischen Positionen zum Krieg in der Ukraine bekräftigt.

"Wir alle wollen diesen Krieg so schnell wie möglich beendet sehen", sagte der CDU-Vorsitzende im Weißen Haus in Washington. "Aber die Ukraine muss ihr Territorium und ihre Sicherheitsinteressen bewahren." Er werde mit Trump über das Thema reden, sagte Merz im Oval Office.

Merz ist zum dritten Mal bei Trump im Weißen Haus. Im Juni vergangenen Jahres absolvierte er seinen Antrittsbesuch. Dieser verlief ausgesprochen harmonisch.

Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) will mit dem US-Präsidenten über die Ukraine sprechen.
Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) will mit dem US-Präsidenten über die Ukraine sprechen.  © Mark Schiefelbein/AP/dpa

3. März, 16.55 Uhr: Russlands Zentralbank klagt gegen EU wegen eingefrorenem Vermögen

Die russische Zentralbank verklagt die EU wegen der dauerhaften Festsetzung russischen Vermögens.

Die EU habe mit dem Schritt gegen ihre eigenen Regularien verstoßen, argumentiert die russische Zentralbank mit Sitz in Moskau in einer Mitteilung. Ein Sprecher der EU-Kommission sagte, man sei von der Rechtmäßigkeit der Maßnahme vollkommen überzeugt.

Die EU hatte im Dezember beschlossen, eine Rückübertragung von in der EU festgesetzten Mitteln nach Russland unbefristet zu verbieten. 25 der 27 Mitgliedstaaten stimmten damals dafür. Dagegen votierten nur Ungarn und die Slowakei. Nach EU-Angaben geht es um mehr als 200 Milliarden Euro.

Russlands Zentralbank hat Klage gegen die EU eingereicht. (Symbolfoto)
Russlands Zentralbank hat Klage gegen die EU eingereicht. (Symbolfoto)  © Helena Dolderer/dpa

3. März, 14.21 Uhr: Selenskyj sorgt sich um Nachschub für Ukraine

Angesichts der israelisch-amerikanischen Angriffe auf den Iran befürchtet der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Probleme für sein eigenes Land im Krieg gegen Russland.

"Es könnte schwierig werden, Raketen und Waffen für die Verteidigung unseres Luftraums zu beschaffen", sagte Selenskyj der italienischen Tageszeitung "Corriere della Sera". "Die Amerikaner und ihre Verbündeten im Nahen Osten könnten diese zur Verteidigung benötigen, zum Beispiel Anti-Patriot-Raketen."

Der ukrainische Präsident verwies auf Erfahrungen während der Angriffe der USA und Israels auf den Iran im Juni vergangenen Jahres. Damals habe sich die Lieferung von Raketen an sein Land verzögert. "Heute ist das noch nicht geschehen, aber ich befürchte, dass es sich wiederholen könnte." Zugleich äußerte er die Hoffnung, dass es "nicht zu einem langen Krieg" komme.

Titelfoto: Andrii Marienko/AP/dpa

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