Ukraine-Krieg: Drohnenalarm in Lettland - Flugobjekt durchquert Luftraum

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Ukraine - Bei ukrainischen Drohnenangriffen auf die Region Moskau sind russischen Angaben zufolge mindestens drei Menschen ums Leben gekommen, mindestens vier weitere seien in der Nacht verletzt worden.

Die Ukraine griff in der Nacht Ziele auf der Krim und in Moskau mit Drohnen an. In Sewastopol fiel in einigen Gebieten der Strom aus. (Archivfoto)
Die Ukraine griff in der Nacht Ziele auf der Krim und in Moskau mit Drohnen an. In Sewastopol fiel in einigen Gebieten der Strom aus. (Archivfoto)  © Uncredited/Moscow Region Governor Andrei Vorobyev official telegram channel/AP/dpa

Das schrieb Andrej Worobjow, Gouverneur des Moskauer Umlands, in seinem Telegramkanal.

Darüber hinaus seien mehrere Häuser und Wohnungen beschädigt worden und in Brand geraten. In einigen Gemeinden seien auch Infrastruktureinrichtungen attackiert worden.

Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin berichtete am Morgen auf Telegram, in den vergangenen 24 Stunden seien mehr als 120 Drohnen abgeschossen worden. In der Hauptstadt seien dennoch mindestens zwölf Menschen verletzt worden, vor allem Arbeiter in der Nähe einer Ölraffinerie. Mehrere Häuser seien beschädigt.

Ukraine-Krieg: Tote nach russischen Angriffen in der Nordostukraine
Ukraine Ukraine-Krieg: Tote nach russischen Angriffen in der Nordostukraine

Die Angaben konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden.

Die Ukraine griff in der Nacht auch die russisch besetzte Marinestadt Sewastopol auf der Halbinsel Krim an und beschädigte nach Behördenangaben mehrere Wohnblocks und Häuser. Zudem hätten Trümmer einer abgeschossenen Drohne eine Hochspannungsleitung getroffen, wodurch Stromausfälle verursacht worden seien, schrieb der Verwaltungschef der Stadt, Michail Raswoschajew, auf der Plattform Telegram. Das Kraftwerk der Stadt sei aber nicht getroffen worden.

Alle relevanten Informationen zum Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Newsticker.

17. Mai, 8.47 Uhr: Drohnenalarm in Lettland - Flugobjekt durchquert Luftraum

Im Baltikum haben die Streitkräfte des EU- und Nato-Mitglieds Lettland Anwohner über eine mögliche Bedrohungslage durch eine Drohne im Osten des Landes informiert.

Das Flugobjekt sei am Morgen in den Luftraum eingedrungen und habe diesen dann wieder verlassen, teilten die Streitkräfte mit. Kampfjets der Nato seien aktiviert worden, hieß es, ohne nähere Angaben. In der Vergangenheit kam es bereits zu Explosionen durch Drohnenvorfälle auf lettischem Gebiet.

"Solange die russische Aggression in der Ukraine andauert, ist es möglich, dass es erneut zu Vorfällen kommt, bei denen ausländische Drohnen in den lettischen Luftraum eindringen oder sich diesem nähern", teilte das Militär weiter mit.

Der Luftraum werde ständig überwacht, gemeinsam mit den Nato-Verbündeten sei auch schnelle Reaktion auf Bedrohungslagen gewährleistet.

Ein Flugobjekt sei am Morgen in den lettischen Luftraum eingedrungen und habe diesen dann wieder verlassen, teilte das Militär mit. (Symbolfoto)
Ein Flugobjekt sei am Morgen in den lettischen Luftraum eingedrungen und habe diesen dann wieder verlassen, teilte das Militär mit. (Symbolfoto)  © Efrem Lukatsky/AP/dpa

17. Mai, 8.45 Uhr: Russland will 556 ukrainische Drohnen abgewehrt haben

Die russischen Streitkräfte haben in der Nacht nach Angaben des Verteidigungsministeriums im ganzen Land insgesamt 556 ukrainische Drohnen abgewehrt. Das berichtete Russlands staatliche Nachrichtenagentur Tass.

Die Angaben aus Moskau konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden. Zuvor hatten russische Behördenvertreter im Raum Moskau und auf der besetzten Schwarzmeer-Halbinsel Krim von Drohnenangriffen berichtet.

Sollten die russischen Angaben zur Zahl der abgeschossenen Drohnen zutreffen, würden sie auf einen großen Angriff der Ukraine hindeuten. Das Verteidigungsministerium in Moskau veröffentlichte keine Informationen dazu, wie viele Drohnen nicht rechtzeitig abgefangen werden konnten.

17. Mai, 7.10 Uhr: Russland-Experte erwartet keinen raschen Angriff gegen Nato

Der Historiker Mattias Uhl hält die Warnungen von Bundespolitikern und Sicherheitsexperten vor einem baldigen Angriff Russlands auf Deutschland oder ein anderes Nato-Land für überzogen.

"Es wäre unklug, jenen Experten Beachtung zu schenken, die zu Dramatisierungen neigen, ohne das Potenzial Russlands wirklich zu kennen", sagt der Experte im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in Moskau.

In seinem Buch "Wie stark ist Russland wirklich? Die Wahrheit über Putins Militärmacht" (Herder) warnt er vor einem für den Westen "fatalen Rüstungswettlauf". Er plädiert für eine Abschreckung mit Augenmaß sowie für Dialog der EU mit Russland. Der Experte beklagt, dass zahlreiche deutsche Experten in Militär- und Sicherheitsfragen der russischen Propaganda von der "zweitstärksten Armee" der Welt erlegen seien.

Das deutsche Bild beruhe nicht selten auf Fehlwahrnehmungen oder Mythen. "Dies führt zu einer Überschätzung der russischen Fähigkeiten und birgt die Gefahr, in eine fatale Rüstungsspirale zu geraten, die der Nato keine Vorteile in der Auseinandersetzung mit Russland bringt."

Kremlchef Wladimir Putin versuche zwar, mit Waffenschauen und Raketentests, den Eindruck einer vermeintlichen Stärke russischer Rüstungsindustrie zu erzeugen. "Doch nichts ist weiter von der Realität entfernt", betont Uhl in seinem Buch.

Mit Waffenschauen und Raketentests demonstriert Russland die vermeintliche Stärke seiner Rüstungsindustrie.
Mit Waffenschauen und Raketentests demonstriert Russland die vermeintliche Stärke seiner Rüstungsindustrie.  © Ulf Mauder/dpa

16. Mai, 22.42 Uhr: Selenskyj beklagt, dass Moskau noch immer westliche Elektronik erhält

Nach schweren russischen Raketenangriffen hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) eine Einhaltung der Techniksanktionen gegen Moskau gefordert.

"Bei dem Angriff auf Kiew in dieser Woche haben die Russen Raketen eingesetzt, die in diesem Jahr hergestellt wurden", sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft aus Kiew.

"Ohne Komponenten von Unternehmen aus Europa, Japan und den Vereinigten Staaten hätten die Russen diese Raketen einfach nicht herstellen können." Gleiches gelte für andere Waffen der russischen Armee bei ihren Angriffen auf ukrainische Städte. "Russlands Verbindungen zur Welt, die dem Krieg dienen, sind eine direkte Bedrohung für das Leben", sagte der ukrainische Präsident.

Laut dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj (48) bekommt Moskau noch immer westliche Elektronik.
Laut dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj (48) bekommt Moskau noch immer westliche Elektronik.  © Sven Hoppe/dpa

16. Mai, 20.02 Uhr: Russische Pässe für Separatistengebiet Transnistrien

Russlands Präsident Wladimir Putin (73) erleichtert die Ausgabe russischer Pässe im Separatistengebiet Transnistrien und verstärkt damit den Druck auf die Republik Moldau.

Einem Erlass des Kremlchefs zufolge sollen Einwohner von Transnistrien ab 18 Jahren russische Staatsbürger werden können, auch wenn sie nicht - wie sonst gefordert - fünf Jahre in Russland gewohnt haben. Der Kreml in Moskau veröffentlichte das Dokument.

Transnistrien ist ein vorwiegend von ethnischen Russen bewohnter schmaler Landstreifen zwischen dem Fluss Dnjestr und der Ukraine. Er hat sich in einem Krieg Anfang der 1990er Jahre von der rumänischsprachigen Republik Moldau abgespalten. International ist die Separatistenrepublik nicht anerkannt. Für Moldau, das in die EU strebt, ist die Abspaltung ein ungelöstes Problem. Russland unterstützt Transnistrien und hat dort etwa 1500 Soldaten stationiert, meist Einheimische mit russischer Staatsbürgerschaft.

Kremlchef Wladimir Putin (73) erleichtert die Ausgabe russischer Pässe im Separatistengebiet Transnistrien.
Kremlchef Wladimir Putin (73) erleichtert die Ausgabe russischer Pässe im Separatistengebiet Transnistrien.  © Vyacheslav Prokofyev/Planet Pix via ZUMA Press Wire/dpa

16. Mai, 10 Uhr: Junge (12) macht Russen-Drohne den Garaus

Laut Washington Post stand der Zwölfjährige auf einem Birnbaum im Norden der Ukraine, wollte gerade einen Ast absägen. Er hörte ein Summen, sah dann eine schwarze Drohne bodentief auf das Grundstück seiner Familie zufliegen.

Seine Geschwister spielten draußen mit Freunden. Da erinnerte sich der Zwölfjährige an einen Tipp eines ukrainischen Soldaten mit dem Funknamen "Dynamo". Der habe ihm gezeigt, wie russische "Glasfaser-Drohnen" funktionieren - und wie sie aufgehalten werden können.

Die Drohnen, die nicht per Funk, sondern über ein kilometerlanges Kabel aus Glasfaser gesteuert werden, sind anfällig. Der Junge schnappte sich das dünne Kabel, zählte bis zehn und zerriss es dann. Die Drohne drehte und stürzte ab. Zu Schaden kam niemand!

FPV-Drohnen ziehen ein dünnes Kabel aus Glasfaser hinter sich her. Das macht es schwieriger, sie mit Störsendern auszuschalten. Bei per Funk gesteuerten Drohnen ist das einfacher.
FPV-Drohnen ziehen ein dünnes Kabel aus Glasfaser hinter sich her. Das macht es schwieriger, sie mit Störsendern auszuschalten. Bei per Funk gesteuerten Drohnen ist das einfacher.  © Efrem Lukatsky/AP/dpa

16. Mai, 7.28 Uhr: Funkstille beendet - Merz und Trump sprechen über Friedenslösung

Friedrich Merz (70, CDU) telefonierte am Freitag mit US-Präsident Donald Trump (79) während dessen Rückreise aus China.

Themen des Telefonats waren laut Merz "eine Friedenslösung für die Ukraine" sowie der Nato-Gipfel im türkischen Ankara Anfang Juni. Details nannte der Kanzler nicht. Er betonte aber: "Die USA und Deutschland sind starke Partner in einer starken Nato."

Zuletzt hatte Merz mit Äußerungen zum Iran-Krieg für Verstimmung in Washington gesorgt. Danach kühlte sich das Verhältnis beider Staaten ab.

Im März, als dieses Foto entstand, haben Kanzler Friedrich Merz (70, CDU) und US-Präsident Donald Trump (79, l.) noch miteinander gesprochen. Jetzt nähern sich beide Seiten nach einer längeren Redepause wohl wieder an.
Im März, als dieses Foto entstand, haben Kanzler Friedrich Merz (70, CDU) und US-Präsident Donald Trump (79, l.) noch miteinander gesprochen. Jetzt nähern sich beide Seiten nach einer längeren Redepause wohl wieder an.  © Guido Bergmann/Presse- und Informationsamt der/dpa

15. Mai, 21.53 Uhr: Neun Verletzte in Belgorod nach ukrainischem Drohnenangriff

Neun Menschen sind im westrussischen Belgorod nach Behördenangaben durch den Einschlag einer ukrainischen Drohne in einem Wohnhaus verletzt worden.

Unter den Verletzten sei auch ein dreijähriges Mädchen, teilte der Krisenstab der Region bei Telegram mit. Den vom Stab veröffentlichten Bildern zufolge wurde ein zehnstöckiger Wohnblock getroffen, die Fassade und etliche Balkons beschädigt.

15. Mai, 20.08 Uhr: Selenskyj kündigt neue Drohnenangriffe auf Russland an

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat eine Fortsetzung der Angriffe auf die russische Ölindustrie angekündigt.

Die Ukraine müsse hart und angemessen auf die Angriffe des russischen Militärs gegen Städte reagieren, sagte er in seiner abendlichen Videobotschaft nach dem russischen Luftschlag gegen Kiew mit 24 Toten. Eine erste Antwort habe es in der vergangenen Nacht gegeben, erklärte Selenskyj mit Blick auf die Attacke gegen die Ölraffinerie in Rjasan. "Wir setzen die Operation fort", fügte er hinzu.

In seinem Statement warnte er zudem ein weiteres Mal, den Nachbarn Belarus (früher Weißrussland) davor, sich von Russland in den Angriffskrieg gegen die Ukraine hineinziehen zu lassen. Moskau wolle von belarussischem Boden aus in Richtung Tschernihiw-Kiew marschieren oder sogar eins der mit Belarus benachbarten Nato-Länder angreifen, sagte Selenskyj. Er berief sich auf angebliche Geheimdienstinformationen zu solchen Gesprächen. Details nannte er nicht.

15. Mai, 10.48 Uhr: Gefangenenaustausch zwischen Russland und Ukraine beginnt

Russland und die Ukraine haben nach übereinstimmenden Angaben jeweils 205 Kriegsgefangene ausgetauscht.

Es sei der erste Schritt eines größeren Austauschs von 1000 Gefangenen jeder Seite, teilte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj auf der Plattform X mit. "Wir werden weiter um jeden kämpfen, der noch in Gefangenschaft ist."

Die heimkehrenden russischen Soldaten seien auf dem Gebiet von Belarus, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Es dankte den Vereinigten Arabischen Emiraten für Vermittlung bei der Aktion.

Der Austausch von jeweils 1000 Kriegsgefangenen war Teil der Vereinbarung über eine dreitägige Waffenruhe vom 9. bis 11. Mai, vermittelt von US-Präsident Donald Trump.

1000 Gefangene sollen Moskau und Kiew austauschen, im ersten Schritt kehrten jeweils 205 Soldaten heim.
1000 Gefangene sollen Moskau und Kiew austauschen, im ersten Schritt kehrten jeweils 205 Soldaten heim.  © Evgeniy Maloletka/AP/dpa

15. Mai, 9.33 Uhr: Angriff auf russische Raffinerie in Rjasan - vier Tote

Bei einem ukrainischen Drohnenangriff sind nach russischen Behördenangaben in der Stadt Rjasan mindestens vier Menschen getötet und fast 30 verletzt worden.

Zwei Wohnblocks und ein Industriebetrieb seien beschädigt worden, teilte Pawel Malkow, Gouverneur der Region südöstlich von Moskau, mit. Das meldete die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass.

Bei dem Industriebetrieb handelte es sich um die Raffinerie von Rjasan, nach Branchenangaben die drittgrößte in Russland. Der ukrainische Generalstab in Kiew bestätigte den Angriff. Dort sei ein großer Brand beobachtet worden.

Das Verteidigungsministerium in Moskau berichtete von einem ungewöhnlich großen Drohnenangriff der Ukraine auf viele russische Regionen in der Nacht. 355 feindliche Flugobjekte seien abgeschossen worden, hieß es. Solche Militärzahlen sind nicht im Detail zu überprüfen.

Nach ukrainischen Militärangaben wurden auch zwei kleine russische Marineschiffe im Kaspischen Meer beschädigt. Die Drohentruppen trafen nach eigenen Angaben auch ein Amphibienflugzeug Be-200 und einen Hubschrauber auf dem russischen Stützpunkt Jejsk am Asowschen Meer.

Im russischen Rjasan stand eine Raffinerie nach einem ukrainischen Drohnenangriff in Flammen. (Archivfoto)
Im russischen Rjasan stand eine Raffinerie nach einem ukrainischen Drohnenangriff in Flammen. (Archivfoto)  © Uncredited/Russian Emergency Ministry Press Service/AP/dpa

15. Mai, 7.55 Uhr: Auch ukrainischer Gegenschlag fordert Todesopfer

Nach dem russischen Angriff auf Kiew, bei dem die Zahl der Todesopfer mittlerweile auf 24 gestiegen ist, reagierte die Ukraine mit einem Gegenschlag.

Dem russischen Verteidigungsministerium zufolge habe man in der Nacht zu Freitag insgesamt 355 ukrainische Drohen abgefangen und zerstört. Diese hätten Moskau sowie die Grenzregionen Belgorod, Brjansk und Kursk im Visier gehabt.

Aus der Stadt Rjasan südwestlich von Moskau meldete Gouverneur Pavel Malkov zudem auf Telegram, dass bei einem ukrainischen Angriffen drei Menschen getötet sowie zwölf weitere verletzt worden seien.

Titelfoto: Efrem Lukatsky/AP/dpa

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