Ukraine-Krieg: Russland greift Kiew wieder mit Raketen an - Macron überrascht mit Ankündigung

❤️
😂
😱
🔥
😥
👏

Ukraine - Russlands Militär hat die ukrainische Hauptstadt Kiew in der Nacht erneut mit ballistischen Raketen angegriffen, die aufgrund ihrer hohen Geschwindigkeit schwierig abzuwehren sind.

Mitarbeiter der Polizei untersuchen die Einschlagstelle einer russischen Rakete in einem Wohngebiet in Kiew. (Symbolbild)
Mitarbeiter der Polizei untersuchen die Einschlagstelle einer russischen Rakete in einem Wohngebiet in Kiew. (Symbolbild)  © Dan Bashakov/AP/dpa

Im Zentrum der Dreimillionenstadt waren gut ein halbes Dutzend Explosionen zu hören.

Nach Behördenangaben brachen in mindestens zwei Stadtteilen Brände aus, teils ausgelöst durch herabgestürzte Trümmerteile.

Kurz zuvor hatten in Paris mehrere Mitgliedstaaten der sogenannten Koalition der Willigen eine Initiative zur Stärkung der ukrainischen Flugabwehr ins Leben gerufen.

Ukraine-Krieg: Angriff mit Oreschnik-Rakete - Zahl der Verletzten steigt immer weiter
Ukraine Ukraine-Krieg: Angriff mit Oreschnik-Rakete - Zahl der Verletzten steigt immer weiter

Alle relevanten Informationen zum Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Newsticker.

14. Juli, 6.20 Uhr: Macron überrascht mit Ankündigung von Manövern für Ukraine

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (48) hat überraschend schon für die nächsten Monate gemeinsame Manöver der "Koalition der Willigen" der Ukraine-Verbündeten in den Nachbarländern des von Russland angegriffenen Landes angekündigt.

Die Übungen sollten unter anderem zeigen, "dass wir bereit, entschlossen und glaubwürdig sind - zu Land, in der Luft und zur See", sagte Macron nach Beratungen der Koalition in Paris, an denen unter anderen Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) teilnahmen.

Wer konkret an diesen Manövern beteiligt sein soll und wann und wo genau sie organisiert werden sollen, ließ Macron aber offen. Die Koalition verfüge nun über eine multinationale Truppe für die Ukraine, die einsatzbereit sei, so der französische Präsident. Dabei präzisierte er aber nicht, welche Länder der multinationalen Truppe im Einzelnen angehören werden - dazu hatte es bislang keine Einigung und öffentliche Ankündigung der Koalition der Willigen gegeben.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (48, r.) gemeinsam mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj (48) auf dem Treffen der "Koalition der Willigen".
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (48, r.) gemeinsam mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj (48) auf dem Treffen der "Koalition der Willigen".  © Teresa Suarez/POOL EPA/AP/dpa

13. Juli, 20.29 Uhr: Tote nach ukrainischen Drohnenattacken in besetzten Gebieten

Bei ukrainischen Drohnenangriffen sind nach Angaben der Besatzungsbehörden in den russisch besetzten Gebieten der Ost- und Südukraine mindestens sieben Zivilisten getötet worden.

Weitere 18 seien verletzt worden, teilten die von Moskau eingesetzten Gebietsverwaltungen bei Telegram mit. Der Großteil der Angriffe galt demnach Lastkraftwagen und Autos. Unter den Toten sind demnach ein Lkw-Fahrer und die Fahrer von zwei Autos.

Die ukrainische Armee hat ihre Drohnenangriffe auf Ziele im russischen Hinterland besonders in den von Russland besetzten Gebieten intensiviert. (Archivfoto)
Die ukrainische Armee hat ihre Drohnenangriffe auf Ziele im russischen Hinterland besonders in den von Russland besetzten Gebieten intensiviert. (Archivfoto)  © Oleg Petrasiuk/Ukrainian 24th Mechanized brigade/dpa

13. Juli, 20.27 Uhr: Außenministern gelingt keine Einigung auf Russland-Paket

Die EU-Staaten haben bei einem Außenministertreffen in Brüssel keine Einigung auf ein neues großes Paket mit Russland-Sanktionen erzielen können.

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas sagte im Anschluss an die Beratungen, sie bedauere dies. Man sei aber "recht nah" an einer Verständigung.

Vertreter der EU-Mitgliedstaaten beraten bereits seit Wochen über Vorschläge der Kommission für neue Strafmaßnahmen, die Russlands Kriegsführung gegen die Ukraine weiter erschweren sollen. Die Pläne sehen unter anderem weitere Maßnahmen gegen den russischen Finanz- und Energiesektor sowie ein Einreiseverbot für russische Soldaten vor.

13. Juli, 19.18 Uhr: Neues Bündnis für Raketenabwehr geschlossen

Angesichts anhaltender russischer Angriffe auf die Ukraine haben sich Deutschland, Frankreich und sieben weitere Länder mit der Ukraine in einer neuen Koalition zur Raketenabwehr zusammengeschlossen.

"Angesichts der ballistischen Bedrohung treffen wir eine klare Entscheidung: Wir schützen die Ukraine, stärken unsere gemeinsame Sicherheit und bauen ein Europa der Verteidigung auf", sagte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron nach der Gründung der rein defensiven Koalition gegen ballistische Raketen in Paris.

"Mit der Gründung der Raketenabwehr-Koalition stärken wir die Fähigkeiten, die Europa benötigt", sagte Macron. Beteiligt sind außerdem Dänemark, Italien, die Niederlande, Norwegen, Spanien, Schweden sowie Großbritannien. Ziel des neuen Bündnisses ist eine industrielle Zusammenarbeit, um bestehende Raketenabwehrsysteme zu ergänzen.

"Durch die Bündelung unserer industriellen Verteidigungsbasis, unserer Forschung und unserer operativen Erfahrung ist es unser Ziel, eine gemeinsame Abwehrkapazität gegen ballistische Raketen für Europa aufzubauen und relevante unterstützende Aktivitäten zu fördern", hieß es in einer Erklärung.

Neun Länder und die Ukraine haben beim Treffen der sogenannten Koalition der Willigen ein Bündnis gegen Raketenangriffe geschmiedet.
Neun Länder und die Ukraine haben beim Treffen der sogenannten Koalition der Willigen ein Bündnis gegen Raketenangriffe geschmiedet.  © Teresa Suarez/EPA Pool/AP/dpa

13. Juli, 16.16 Uhr: Ukrainischer Offizier soll Mord an Zivilisten beauftragt haben

In der Ukraine soll ein ranghoher Ex-Offizier Soldaten seiner Einheit zur Entführung und Ermordung zweier Zivilisten angestiftet haben.

Der ehemalige Kommandeur der 155. mechanisierten Brigade wurde in Kiew festgenommen, wie Präsident Wolodymyr Selenskyj auf dem Portal X mitteilte. Bislang gebe es in dem aufsehenerregenden Fall zehn Festnahmen.

Die Opfer stammten demnach aus dem Ort Kalyniwka bei Kiew, der Offizier hatte privat Streit mit ihnen. Sie wurden entführt und im Gebiet Poltawa getötet. "Dieser Fall geht über einen einzelnen Ort oder die Region Kiew hinaus", schrieb Selenskyj. "Es ist für das ganze Land wichtig, die vollständige Wahrheit herauszufinden und alle Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen."

Der ukrainischen Armee fehlen im Abwehrkampf gegen Russland Soldaten. Sie ist zuletzt von mehreren Skandalen erschüttert worden. Im Sturmregiment "Skelja" sollen etwa zwei Dutzend Rekruten durch Misshandlungen ums Leben gekommen sein. Der jetzt festgenommene Offizier führte zeitweise auch dort das Kommando.

Mehrere Skandale haben das Ansehen der ukrainischen Armee untergraben. Nun kommt ein brutaler Kriminalfall hinzu.
Mehrere Skandale haben das Ansehen der ukrainischen Armee untergraben. Nun kommt ein brutaler Kriminalfall hinzu.  © Iryna Rybakova/Ukrainian 93rd Mechanized brigade via AP/dpa

13. Juli, 13.43 Uhr: Drei Tote bei russischem Angriff auf Frachter nahe Odessa

Bei einem russischen Luftangriff auf einen ausländischen Frachter in der Ukraine sind nach Kiewer Angaben mindestens drei Besatzungsmitglieder getötet worden.

Außerdem habe es auf dem Schiff unter der Flagge von Togo fünf Verletzte gegeben, teilte der ukrainische Wiederaufbauminister Olexij Kuleba auf Telegram mit. Der Frachter sei während des Entladens von Mineraldünger in einem Schwarzmeerhafen bei Odessa getroffen worden.

In Odessa selbst wurden durch den nächtlichen Angriff mehr als ein Dutzend Busse in einem Fuhrpark zerstört oder beschädigt, wie Bürgermeister Oleh Kiper mitteilte. Wohnhäuser und ein Sanatorium seien beschädigt worden. Kiper sprach von mindestens fünf Verletzten.

Moskaus Angriff auf den Schiffsverkehr in Odessa wirkt dabei wie eine Antwort auf die ukrainischen Drohnenattacken gegen russische Tankschiffe im Asowschen Meer. (Symbolfoto)
Moskaus Angriff auf den Schiffsverkehr in Odessa wirkt dabei wie eine Antwort auf die ukrainischen Drohnenattacken gegen russische Tankschiffe im Asowschen Meer. (Symbolfoto)  © Evgeniy Maloletka/AP/dpa

13. Juli, 10.41 Uhr: Tote und Verletzte nach ukrainischen Angriffen nahe Moskau

Bei ukrainischen Drohnenattacken sind nahe der Hauptstadt Moskau nach Behördenangaben mindestens drei Menschen getötet und fünf weitere verletzt worden.

Die Menschen kamen beim Absturz einer Drohne in der Siedlung Pionerski in der Stadt Istra ums Leben, wie der Gouverneur der Region Moskau, Andrej Worobjow, bei Telegram mitteilte. "In fünf Privathäusern brachen Brände aus", sagte er. Im Laufe der Nacht seien 81 Drohnen abgeschossen worden. Die Angaben waren von unabhängiger Seite nicht überprüfbar.

In Solnetschnogorsk schlug laut Worobjow eine Drohne in einem Mehrfamilienhaus ein. Zwei Menschen seien verletzt worden. Im Moskauer Gebiet wurden demnach mehrere Wohnhäuser beschädigt.

Das russische Verteidigungsministerium teilte am Morgen mit, dass in der Nacht in verschiedenen Regionen insgesamt 342 ukrainische Drohnen abgeschossen worden seien. Zu Treffern macht das Ministerium wie in den meisten Fällen keine Angaben.

13. Juli, 6.10 Uhr: Kämpfe in der Ukraine dauern an

Die Kampfhandlungen an den Fronten im Osten und Südosten der Ukraine dauern unterdessen unvermindert an. Schwerpunkte seien zuletzt die Umgebung von Kostjantyniwka, Kramatorsk sowie Slowjansk gewesen, erklärte der Generalstab in Kiew in seinem Lagebericht am Sonntagabend.

Die russischen Truppen seien bei ihren Angriffen von der Luftwaffe unterstützt worden, die über 150 Gleitbomben gegen ukrainische Stellungen eingesetzt habe. Eine unabhängige Prüfung der Angaben war nicht möglich.

Dieses vom ukrainischen Rettungsdienst zur Verfügung gestellte Foto zeigt einen ausgebrannten Reisebus nach einem russischen Luftangriff.
Dieses vom ukrainischen Rettungsdienst zur Verfügung gestellte Foto zeigt einen ausgebrannten Reisebus nach einem russischen Luftangriff.  © Uncredited/Ukrainian Emergency Service/AP/dpa

13. Juli, 6.05 Uhr: EU-Außenminister erörtern neue Sanktionen gegen Russland

Auch die Außenminister der EU-Staaten beraten bei ihrem letzten regulären Treffen vor der Sommerpause in Brüssel über die Lage im Ukraine-Krieg.

Geplant ist, weitere Sanktionen gegen Personen, Einrichtungen und Organisationen aus Russland zu verhängen.

Aus Deutschland wird Außenminister Johann Wadephul (63, CDU) zu den Gesprächen erwartet. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha ist zu einem informellen Gedankenaustausch nach Brüssel eingeladen.

Weiterer Druck auf Moskau könnte zudem aus Washington kommen. Einflussreiche Senatoren beider Parteien teilten vergangene Woche mit, sich mit der US-Regierung auf neue Sanktionen gegen Russland verständigt zu haben.

12. Juli, 18.56 Uhr: Mehrere Tote bei ukrainischen Angriffen nahe AKW

Bei ukrainischen Angriffen auf die von russischen Truppen besetzte Stadt Enerhodar in der Nähe des Atomkraftwerks Saporischschja sind nach russischen Angaben mindestens sieben Menschen ums Leben gekommen.

Weitere vier Bewohner der Stadt seien verletzt worden, sagten Alexej Lichatschow, Leiter der russischen Atombehörde Rosatom, sowie der von Moskau eingesetzte regionale Gouverneur Jewgenij Balizkij. Die Angaben konnten nicht unabhängig geprüft werden.

Lichatschow warf europäischen Politikern und Organisationen nach Angaben der Staatsagentur Tass vor, sich "hinter dem Deckmantel europäischer Politkorrektheit zu verstecken" oder die Angriffe gegen Enerhodar "einfach zu ignorieren". Nach seiner Darstellung kamen seit Ende April im Stadtgebiet mindestens elf Bewohner bei ukrainischen Angriffen ums Leben.

Nahe dem AKW Saporischschja sollen mindestens sieben Menschen bei ukrainischen Angriffen getötet worden sein. (Archivbild)
Nahe dem AKW Saporischschja sollen mindestens sieben Menschen bei ukrainischen Angriffen getötet worden sein. (Archivbild)  © Uncredited/AP/dpa

12. Juli, 18.21 Uhr: Koalition der Willigen berät in Paris zur Ukraine-Hilfe

Die sogenannte Koalition der Willigen aus westlichen Unterstützerländern der Ukraine kommt am Montag (17 Uhr) zu Beratungen in Paris zusammen.

Bei den Gesprächen der von Frankreich und Großbritannien angeführten Koalition zur Absicherung eines möglichen Waffenstillstands oder Friedens zwischen Russland und der Ukraine soll es nach Angaben von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (48) unter anderem um das Thema Raketenabwehr und mögliche gemeinsame Manöver gehen. Die Bundesregierung hat die Teilnahme von Kanzler Friedrich Merz (70, CDU) bestätigt.

Themen sind außerdem die Sicherheitsgarantien für die Ukraine und die weitere Unterstützung des von Russland angegriffenen Landes. Das Treffen findet kurz nach dem Nato-Gipfel der vergangenen Woche statt, bei der es neue Unterstützungszusagen für die Ukraine gegeben hatte.

Titelfoto: Teresa Suarez/POOL EPA/AP/dpa

Mehr zum Thema Ukraine: