Ukraine-Krieg: Russland greift Tschernihiw in der Nordukraine an

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Ukraine - Das russische Militär hat in der Nacht die ukrainische Stadt Tschernihiw angegriffen und mehrere Viertel von der Stromversorgung abgeschnitten.

Drohnen spielen eine zunehmend bedeutende Rolle auf dem Schlachtfeld. (Archivbild)
Drohnen spielen eine zunehmend bedeutende Rolle auf dem Schlachtfeld. (Archivbild)  © Michael Kappeler/dpa

Nach Angaben des regionalen Militärverwalters Dmitri Bryschinskyj wurden am frühen Morgen mehrere Objekte der Energieinfrastruktur getroffen und in Brand gesetzt. Vorerst gab es keine Berichte über mögliche Verletzte. Bryschinskyj machte in seiner Mitteilung auf Telegram keine Angaben, welche Waffen bei dem Angriff eingesetzt wurden.

Erst vor knapp zehn Tagen hatte das russische Militär die Energieversorgung von Tschernihiw schwer getroffen. Knapp 340.000 Kunden blieben damals vorübergehend ohne Strom.

Russland greift die zivile Infrastruktur der Ukrainemassiv an. Ziel dieser Angriffe, durch die es immer wieder Opfer gibt, ist es, die Zivilbevölkerung unter Druck zu setzen.

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Alle relevanten Informationen zum Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Newsticker.

17. April, 6.07 Uhr: Russland greift Tschernihiw in der Nordukraine an

In der Nacht attackierte das russische Militär die ukrainische Stadt Tschernihiw, wodurch in mehreren Vierteln der Strom ausfiel.

Nach Angaben des regionalen Militärverwalters Dmitri Bryschinskyj wurden am frühen Morgen mehrere Anlagen der Energieinfrastruktur getroffen und in Brand gesetzt. Zunächst lagen keine Informationen über mögliche Verletzte vor. In seiner Mitteilung auf Telegram machte Bryschinskyj keine Angaben dazu, welche Waffen bei dem Angriff eingesetzt wurden.

Immer wieder greift Russland zivile Ziele in der Ukraine an. (Archivbild)
Immer wieder greift Russland zivile Ziele in der Ukraine an. (Archivbild)  © Ukrainian Emergency Service/Ukrainian Emergency Service/AP/dpa

17. April, 6.06 Uhr: Großbrand russischer Ölanlagen nach Drohnenangriff

Der ukrainische Drohnenangriff auf den russischen Schwarzmeerhafen Tuapse hat einen Großbrand der dortigen Ölanlagen verursacht.

Rettungskräfte der Region Krasnodar berichteten am Nachmittag, dass Löscharbeiten im Gang seien, wie die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass meldete. Bis zum Abend fehlte die sonst übliche Meldung, dass der Brand eingedämmt oder gelöscht sei.

16. April, 18.57 Uhr: Tschechien protestiert gegen Drohungen aus Moskau

Der tschechische Außenminister Petr Macinka (47) hat nach Drohgebärden aus Moskau gegen europäische Rüstungshersteller den russischen Botschafter einbestellt.

Man fordere eine Erklärung zu den jüngsten Verlautbarungen des russischen Verteidigungsministeriums und des Ex-Präsidenten Dmitri Medwedew (60), teilte ein Sprecher mit. "Die Äußerungen richteten sich gegen mehrere tschechische Firmen, die als mögliche Ziele russischer Angriffe bezeichnet wurden", hieß es in Prag.

Zuvor hatte das russische Verteidigungsministerium eine Liste von Firmen mit Adressen veröffentlicht, die angeblich Drohnenteile oder Drohnen für die Ukraine herstellen. Auch deutsche Firmen werden genannt. Medwedew, der als Vizechef des nationalen Sicherheitsrats immer noch großen Einfluss hat, bezeichnete auf der Plattform X die aufgeführten Unternehmen als "Liste potenzieller Ziele für die russischen Streitkräfte". Wie schnell solche Schläge Realität würden, hänge von der weiteren Entwicklung ab, drohte er.

Tschechiens Außenminister Petr Macinka (47) ließ den russischen Botschafter einbestellen. (Archivbild)
Tschechiens Außenminister Petr Macinka (47) ließ den russischen Botschafter einbestellen. (Archivbild)  © Kamaryt Michal/CTK/dpa

16. April, 18.51 Uhr: Schoigu droht Finnland und den Balten

Der frühere russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu (70) hat Finnland und den baltischen Staaten Unterstützung für ukrainische Drohnenangriffe unterstellt und mit militärischer Gegenwehr gedroht.

Entweder sei die Flugabwehr dieser Staaten schlecht, oder sie stellten bewusst ihren Luftraum für Angriffe auf Russland zur Verfügung, erklärte der jetzige Sekretär des russischen Sicherheitsrates in Moskau. "Dann werden sie offen zu Teilnehmern einer Aggression gegen Russland", sagte Schoigu der staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge. Moskau habe dann ein von den Vereinten Nationen verbrieftes Recht auf Selbstverteidigung.

Die Ukraine hat in den vergangenen Wochen russische Ölexporthäfen am Finnischen Meerbusen mit Langstreckendrohnen attackiert. Auf dem mehrere Hundert Kilometer langen Flug gerieten mehrmals Drohnen auf das Gebiet Finnlands oder der baltischen Staaten - sei es irrtümlich oder weil sie elektronisch gestört wurden. Mehrere Drohnen stürzten ab. In Estland wurde ein Kraftwerk getroffen, das an der Grenze zu Russland liegt.

Die baltischen Staaten haben um verstärkten Schutz der Nato vor solchen Zwischenfällen gebeten. Die Schuld daran liege trotzdem nicht bei der Ukraine, sondern bei Russland, das den Krieg begonnen habe.

Sergej Schoigu (70), der Sekretär des russischen Sicherheitsrates in Moskau, richtet drohende Worte an Finnland und die baltischen Staaten. (Archivbild)
Sergej Schoigu (70), der Sekretär des russischen Sicherheitsrates in Moskau, richtet drohende Worte an Finnland und die baltischen Staaten. (Archivbild)  © Dmitry Astakhov/Pool Sputnik Government/AP/dpa

16. April, 12.32 Uhr: Tote nach ukrainischen Angriffen

In der russischen Region Krasnodar am Schwarzen Meer sind nach Behördenangaben zwei Menschen bei einem ukrainischen Drohnenangriff getötet worden.

Unter den Toten sei eine 14-Jährige, teilte Gouverneur Weniamin Kondratjew in den sozialen Netzwerken mit. Verletzt wurden demnach sieben Menschen.

Im Landkreis Tuapse sei ein Notstand ausgerufen worden. Drohnentrümmer beschädigten demnach 24 Privathäuser und sechs Mehrfamilienhäuser, zwei Bildungseinrichtungen und eine Musikschule. Trümmer seien auch auf das Gelände einer Fabrik im Hafengebiet gefallen. In Noworossisjk sei auf einem zivilen Schiff ein Feuer durch Drohnentrümmer entstanden, aber schnell gelöscht worden, schrieb Kondratjew. Eine Person sei verletzt worden.

16. April, 12.31 Uhr: Viele Tote nach russischen Angriffen auf Hafenstadt Odessa

Bei massiven russischen Angriffen sind in der ukrainischen Hafenstadt Odessa mindestens acht Menschen getötet worden.

16 Menschen seien verletzt worden, schrieb Militärverwaltungschef Serhij Lyssak bei Telegram. Moskau habe in mehreren Wellen mit Raketen und Drohnen angegriffen. Auch Infrastruktureinrichtungen und Gebäude seien beschädigt worden.

Moskau greift die Ukraine in mehreren Wellen massiv mit Raketen und Drohnen an. An mehreren Orten kommen Menschen ums Leben. Allein in der Hafenstadt Odessagibt es acht Todesopfer.
Moskau greift die Ukraine in mehreren Wellen massiv mit Raketen und Drohnen an. An mehreren Orten kommen Menschen ums Leben. Allein in der Hafenstadt Odessagibt es acht Todesopfer.  © Natasha Rudenko/ZUMA Press Wire/dpa

16. April, 6.10 Uhr: Angriffe auf mehrere Regionen der Ukraine

Luftalarm wurde auch in anderen Regionen des Landes ausgelöst.

In Dnipro, der viertgrößten Stadt der Ukraine, kamen bei einem russischen Raketenangriff mindestens zwei Menschen ums Leben, 27 weitere wurden verletzt, wie der Gouverneur des Gebietes Dnipropetrowsk, Olexander Hanscha, auf Telegram schrieb. Fünf der Verletzten seien in Lebensgefahr. Mehrere Häuser in Wohngebieten brannten demnach. Bereits vor wenigen Tagen waren bei einem Raketenangriff auf die Industriestadt mindestens fünf Menschen getötet worden. 

Auch aus der ukrainischen Hafenstadt Odessa wurden in der Nacht Explosionen gemeldet, wie Gouverneur Oleh Kiper bei Telegram schrieb. Bereits am Abend war beim Einschlag einer russischen Drohne in einen Wohnblock mindestens ein Mensch ums Leben gekommen, sechs weitere wurden verletzt. 

16. April, 6.09 Uhr: Mindestens zwei Tote bei neuen russischen Angriffen auf Kiew

Die ukrainische Hauptstadt Kiew ist in der Nacht einmal mehr von einer Welle russischer Luftangriffe getroffen worden.

Dabei seien mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen, darunter ein Kind, schrieb Kiews Militärverwalter Tymur Tkatschenko auf der Plattform Telegram. Zudem seien 18 Menschen verletzt worden.

Nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko war das getötete Kind zwölf Jahre alt, eine getötete Frau 35 Jahre. 

Erneut attackiert Russland die Ukraine mit Raketen. Auch Kinder zählen zu den Opfern.
Erneut attackiert Russland die Ukraine mit Raketen. Auch Kinder zählen zu den Opfern.  © Ukrainian Emergency Service via AP/dpa

15. April, 21.52 Uhr: Toter und Verletzte nach Drohnenattacke auf Wohnhaus

Beim Einschlag einer russischen Drohne in einen Wohnblock in der ukrainischen Hafenstadt Odessa ist am Abend mindestens ein Mensch ums Leben gekommen.

Bei dem Opfer handle es sich um einen knapp 60-jährigen Mann, schrieb Gouverneur Oleh Kiper bei Telegram. Insgesamt seien sechs Personen im Alter zwischen 20 und 67 Jahren zu Schaden gekommen. Drei der Verletzten seien im Krankenhaus, die anderen ambulant behandelt worden.

Den Bildern nach wurde die Fassade über mehrere Etagen hinweg in Mitleidenschaft gezogen. Drei Wohnungen seien beschädigt, eine weitere völlig zerstört worden, teilte Kiper mit. Das entstandene Feuer konnte immerhin schnell gelöscht werden.

Die russische Drohne schlug in einem Wohnhaus ein.
Die russische Drohne schlug in einem Wohnhaus ein.  © Michael Shtekel/AP/dpa

15. April, 19.01 Uhr: Ukraine-Unterstützer bekennen sich zu weiterem Beistand

Die Unterstützerstaaten der Ukraine haben dem von Russland angegriffenen Land demonstrativ ihren weiteren Beistand zugesagt.

"Wir haben heute - und das war sehr wichtig - alle unsere Verpflichtungen gegenüber der Ukraine bekräftigt", sagte Nato-Generalsekretär Mark Rutte (59) nach einer Sitzung der Ukraine-Kontaktgruppe in Berlin. "Wir halten unsere starke Unterstützung aufrecht. Die Ukraine kann sich weiterhin auf uns verlassen", versicherte Deutschlands Verteidigungsminister Boris Pistorius (66, SPD) seinem ukrainischen Kollegen Mychajlo Fedorow (35).

Die Ukraine-Kontaktgruppe beim Treffen in Berlin.
Die Ukraine-Kontaktgruppe beim Treffen in Berlin.  © Kay Nietfeld/dpa

15. April, 12.25 Uhr: Ukrainische Drohnen attackieren Chemiewerk tief in Russland

Über 1300 Kilometer hinweg hat die ukrainische Armee eine Chemiefabrik in der russischen Stadt Sterlitamak mit Kampfdrohnen angegriffen.

Das Oberhaupt der Teilrepublik Baschkortostan, Radi Chabirow, bestätigte den Angriff, wie die staatliche Nachrichtenagentur Tass meldete. Er hielt sich an die übliche Darstellung, dass Trümmer abgeschossener Drohnen auf eine Industrieanlage gestürzt seien. Der entstandene Brand werde gelöscht. Von direkten Treffern ist in offiziellen russischen Mitteilungen selten die Rede.

Titelfoto: Ukrainian Emergency Service/Ukrainian Emergency Service/AP/dpa

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