Ukraine-Krieg: Russland überzieht Ukraine mit Angriffen

Ukraine - Der Krieg im Iran stellt das Kampfgeschehen in der Ukraine derzeit in den Schatten.

Die Ukraine fürchtet den Verlust wichtiger Unterstützung infolge des Iran-Kriegs. (Symbolfoto)  © Monika Skolimowska/dpa

In Kiew ist die Angst da, bei einem sich hinziehenden Iran-Krieg wichtige Unterstützung zu verlieren. "Ja, fraglos beunruhigt uns diese Frage, und daher sind wir im Kontakt mit unseren Partnern", sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj (48).

Es gab Telefonate mit Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (67, CDU).

Neben der finanziellen Unterstützung betrifft dies insbesondere die wichtigen Lieferungen für Flugabwehrraketen, die auch am Golf für die US-amerikanischen Patriot-Systeme gebraucht werden.

Ukraine Ukraine-Krieg: Selenskyj bezweifelt starke russische Frühjahr-Offensive

Mit diesen schoss die ukrainische Flugabwehr bisher russische ballistische Raketen ab; Verzögerungen beim Nachschub hatten im Januar nach Angaben aus Kiew verheerende Folgen.

Alle relevanten Informationen zum aktuellen Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Newsticker.

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5. März, 11.19 Uhr: Russland überzieht Ukraine mit Angriffen

Russland hat die Ukraine in der Nacht erneut mit Angriffen aus der Luft überzogen.

Im ostukrainischen Gebiet Charkiw wurden nach Angaben der regionalen Staatsanwaltschaft mehrere Menschen durch russische Drohnenattacken verletzt. Demnach nahm die russische Armee Ortschaften im Landkreis Tschuhujiw ins Visier. Vier Personen seien verletzt worden, als eine Drohne in der Nähe eines Mehrfamilienhauses im Dorf Nowopokrowka einschlug, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Der Gouverneur des südukrainischen Gebiets Odessa, Oleh Kiper, sprach zudem von einem Angriff auf ein ziviles Schiff unter der Flagge Panamas im Schwarzen Meer.

In Russland meldete der Gouverneur des Gebiets Saratow, Roman Bussargin, drei Verletzte nach ukrainischen Drohnenangriffen. Er sagte aber nicht, wo genau. In Saratow an der Wolga gibt es eine Ölraffinerie und in deren Nähe einen großen Luftwaffenstützpunkt der russischen Streitkräfte.

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In der Ukraine wurden mehrere russische Drohnenattacken registriert. (Symbolfoto)  © Efrem Lukatsky/AP/dpa

5. März, 7.16 Uhr: Selenskyj sieht bisher keine Signale für neue Ukraine-Gespräche

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) geht wegen der Lage im Nahen Osten von einer Pause in den Friedensgesprächen mit Russland unter US-Vermittlung aus.

"Aufgrund der Situation mit dem Iran sind die notwendigen Signale für ein trilaterales Treffen bislang noch nicht gekommen", sagte Selenskyj in seiner in Kiew verbreiteten abendlichen Videobotschaft.

Er hatte mit neuen Verhandlungen zwischen Ukrainern und Russen Anfang März gerechnet. Nun sagte er, dass die "trilaterale diplomatische Arbeit" wieder aufgenommen werden solle, sobald "die Sicherheitslage und der allgemeine politische Kontext es uns erlauben". "Die Ukraine ist dazu bereit", sagte er.

Nach Aussage von Wolodymyr Selenskyj (48) sind bislang keine neuen Ukraine-Gespräche angesetzt. (Archivbild)  © Sven Hoppe/dpa

4. März, 20.30 Uhr: Putin übergibt Budapests Außenminister zwei Kriegsgefangene

Kremlchef Wladimir Putin (73) lässt zwei Kriegsgefangene mit ungarischer und ukrainischer Staatsbürgerschaft frei und übergibt sie Budapests Außenminister Péter Szijjártó (47).

Die Männer seien in der Ukraine zwangsweise für den Fronteinsatz mobilisiert worden, sagte Putin bei dem Treffen in Moskau. "Sie können sie mitnehmen", antwortete er auf die im Fernsehen gezeigte Bitte Szijjártós, die Kriegsgefangenen freizulassen.

Putin sagte, dass sie mit im Flugzeug des Ministers nach Budapest reisen sollten. Der Ungar bedankte sich auf Russisch mit "Spassibo" (Danke).

Russlands Präsident Wladimir Putin (73) hat zwei Kriegsgefangene in die Freiheit entlassen.  © -/Kremlin/dpa

3. März, 18.18 Uhr: Merz bekräftigt, dass Ukraine ihr Territorium bewahren muss

Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) hat bei seinem Treffen mit US-Präsident Donald Trump (79) die europäischen Positionen zum Krieg in der Ukraine bekräftigt.

"Wir alle wollen diesen Krieg so schnell wie möglich beendet sehen", sagte der CDU-Vorsitzende im Weißen Haus in Washington. "Aber die Ukraine muss ihr Territorium und ihre Sicherheitsinteressen bewahren." Er werde mit Trump über das Thema reden, sagte Merz im Oval Office.

Merz ist zum dritten Mal bei Trump im Weißen Haus. Im Juni vergangenen Jahres absolvierte er seinen Antrittsbesuch. Dieser verlief ausgesprochen harmonisch.

Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) will mit dem US-Präsidenten über die Ukraine sprechen.  © Mark Schiefelbein/AP/dpa

3. März, 16.55 Uhr: Russlands Zentralbank klagt gegen EU wegen eingefrorenem Vermögen

Die russische Zentralbank verklagt die EU wegen der dauerhaften Festsetzung russischen Vermögens.

Die EU habe mit dem Schritt gegen ihre eigenen Regularien verstoßen, argumentiert die russische Zentralbank mit Sitz in Moskau in einer Mitteilung. Ein Sprecher der EU-Kommission sagte, man sei von der Rechtmäßigkeit der Maßnahme vollkommen überzeugt.

Die EU hatte im Dezember beschlossen, eine Rückübertragung von in der EU festgesetzten Mitteln nach Russland unbefristet zu verbieten. 25 der 27 Mitgliedstaaten stimmten damals dafür. Dagegen votierten nur Ungarn und die Slowakei. Nach EU-Angaben geht es um mehr als 200 Milliarden Euro.

Russlands Zentralbank hat Klage gegen die EU eingereicht. (Symbolfoto)  © Helena Dolderer/dpa

3. März, 14.21 Uhr: Selenskyj sorgt sich um Nachschub für Ukraine

Angesichts der israelisch-amerikanischen Angriffe auf den Iran befürchtet der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Probleme für sein eigenes Land im Krieg gegen Russland.

"Es könnte schwierig werden, Raketen und Waffen für die Verteidigung unseres Luftraums zu beschaffen", sagte Selenskyj der italienischen Tageszeitung "Corriere della Sera". "Die Amerikaner und ihre Verbündeten im Nahen Osten könnten diese zur Verteidigung benötigen, zum Beispiel Anti-Patriot-Raketen."

Der ukrainische Präsident verwies auf Erfahrungen während der Angriffe der USA und Israels auf den Iran im Juni vergangenen Jahres. Damals habe sich die Lieferung von Raketen an sein Land verzögert. "Heute ist das noch nicht geschehen, aber ich befürchte, dass es sich wiederholen könnte." Zugleich äußerte er die Hoffnung, dass es "nicht zu einem langen Krieg" komme.

3. März, 6.54 Uhr: Kiew reklamiert Angriff auf russisches Ölterminal für sich

Die Ukraine hat einen Angriff auf ein Ölterminal im Hafen der russischen Stadt Noworossijsk für sich reklamiert.

Die ukrainische Armee erklärte am Montag im Onlinedienst Facebook, das Ölterminal Schescharis in Noworossijsk sowie den Marinestützpunkt in der Schwarzmeerstadt getroffen zu haben. Auf dem Gelände gebe es einen Großbrand, hieß es weiter.

Bei dem Angriff seien fünf Menschen verletzt worden, erklärte der Gouverneur der russischen Region Krasnodar, ohne das Ölterminal zu erwähnen. In Noworossijsk sei der Ausnahmezustand ausgerufen worden, fügte er hinzu.

Die Ukraine hatte das Ölterminal in Noworossijsk und ein nahegelegenes Terminal des internationalen Caspian Pipeline Consortium (CPC) bereits im November angegriffen. Beide Terminals sind ein wichtiger Teil der russischen Ölexportinfrastruktur.

Die Ukraine hat einen Angriff auf ein Ölterminal im Hafen der russischen Stadt Noworossijsk für sich reklamiert. (Symbolbild)  © Stringer/dpa

2. März, 12.35 Uhr: Russland will weiter mit USA verhandeln

Moskau bleibt nach Kremlangaben ungeachtet seiner Kritik an den US-Angriffen auf den Iran offen für eine Vermittlerrolle Washingtons im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine.

"Wir schätzen weiterhin die Vermittlungsbemühungen der Vereinigten Staaten sehr, vertrauen aber in erster Linie nur uns selbst", so Kremlsprecher Dmitri Peskow der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge. Russland werde sich auch weiterhin ausschließlich von seinen eigenen Interessen leiten lassen, sagte er.

Unklar ist, ob wegen der Lage im Nahen Osten die von der Ukraine für Anfang März angekündigten trilateralen Gespräche in den Vereinigten Arabischen Emiraten über die Bühne gehen können. Zuletzt hatte es in Genf solche Gespräche gegeben.

2. März, 8.04 Uhr: Ukraine attackiert russischen Schwarzmeerhafen Noworossijsk

Fünf Menschen wurden in der russischen Hafenstadt und Flottenbasis Noworossijsk offiziellen Angaben zufolge bei ukrainischen Drohnenangriffen verletzt.

Acht Wohnblocks und neun private Wohnhäuser seien bei der Attacke beschädigt worden, schrieb der Gouverneur von Krasnodar, Wenjamin Kondratjew, bei Telegram. Er rief die Bürger dazu auf, weiterhin Vorsichtsmaßnahmen zu beachten. Die Behörden riefen in Noworossijsk den Notstand aus.

Derweil berichtete das unabhängige Portal "Astra" von einem Brand im Ölterminal Schechsaris im Süden von Noworossijsk. Dieser sei mutmaßlich durch die Drohnenangriffe hervorgerufen worden, hieß es.

Das Verteidigungsministerium in Moskau meldete den Abschuss von 172 Drohnen in der Nacht. 67 davon seien über dem Schwarzen Meer, 66 über dem südrussischen Gebiet Krasnodar liquidiert worden.

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