Nahost-Konflikt: Frankreich erlaubt US-Flugzeugen in Golfregion Nutzung seiner Militärstützpunkte

Iran - Eine ballistische Rakete fliegt Richtung Nato-Land Türkei, Israel greift weiter Hisbollah-Stellungen im Libanon an, in den Golfstaaten gibt es Drohnen-Attacken auf zivile Ziele, die USA versenken.

Ein Mann inspiziert ein beschädigtes Haus, das von einer aus dem Libanon abgefeuerten Rakete getroffen wurde.  © Ariel Schalit/AP/dpa

Vor Sri Lanka ein Kriegsschiff und durch die Straße von Hormus kommt kaum mehr Öl und Gas: Der noch keine Woche alte Iran-Krieg zieht immer weitere Kreise.

In der Nacht auf den heutigen Donnerstag flogen die USA und Israel weiter Angriffe im Iran, Teheran griff erneut kurdische Gruppen im benachbarten Irak an und das israelische Militär bombardierte weiter Ziele im Libanon.

Zudem nahmen die Befürchtungen zu, dass Israel erneut eine Bodenoffensive in seinem nördlichen Nachbarland beginnen könnte.

Israel Krieg Erster Evakuierungsflug aus Nahost in Deutschland gelandet!

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5. März, 12.39 Uhr: Spanien kündigt nach Drohneneinschlag Entsendung einer Fregatte nach Zypern an

Nach einem Drohneneinschlag auf einer britischen Militärbasis auf Zypern hat Spanien die Entsendung eines Kriegsschiffs in das Gebiet angekündigt.

Spanien werde die Fregatte "Cristóbal Colón" entsenden, um "Schutz und Luftverteidigung" für Zypern zur Verfügung zu stellen und "jegliche Evakuierung von Zivilisten" zu unterstützen, erklärte das Verteidigungsministerium in Madrid am Donnerstag. Demnach befindet sich das Schiff derzeit noch in der Ostsee und soll am 10. März zunächst die griechische Insel Kreta erreichen.

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5. März, 12.37 Uhr: Neue Angriffe erschüttern Katars Hauptstadt Doha

Die katarische Hauptstadt Doha ist am Donnerstag von Explosionen erschüttert worden.

Journalisten der Nachrichtenagentur AFP vor Ort bezeichneten die Detonationen als einige der heftigsten seit dem Beginn der iranischen Angriffe auf den Golfstaat am Samstag. Es war eine schwarze Rauchsäule zu sehen. Das katarische Verteidigungsministerium erklärte, das Militär arbeite daran, den Raketenangriff abzuwehren.

Die jüngsten Angriffe erfolgten nur wenige Stunden, nachdem Emir Scheich Tamim bin Hamad Al Thani den iranischen Außenminister Abbas Araghtschi in einem Telefonat scharf kritisiert hatte.

Doha ist am Donnerstag von Explosionen erschüttert worden.  © Stringer/dpa

5. März, 12.35 Uhr: Sicherheitsbedenken im Iran vor Beisetzung von Chamenei

Vor der Beisetzung des getöteten Religionsführers Ajatollah Ali Chamenei soll es in der iranischen Führung erhebliche Sicherheitsbedenken geben.

Laut Medienberichten müsste bei den Trauerzeremonien die gesamte politische und militärische Elite erscheinen – darunter auch Modschtaba Chamenei, der als möglicher Nachfolger seines Vaters gilt.

Ein iranischer Journalist beschreibt das Risiko eines Luftangriffs drastisch: "Einerseits ist die Beisetzung mit der Teilnahme aller Verantwortlichen sowie der Medien und Millionen von Revolutionsanhängern ein Muss, andererseits wären die binnen Sekunden dann auch alle tot."

Wegen der Sicherheitslage gibt es bislang keinen genauen Zeitplan für die Zeremonien. Chamenei, der bei einem israelischen Luftangriff getötet worden war, soll im Imam-Resa-Mausoleum in seiner Heimatstadt Maschhad beigesetzt werden. Der Schrein im Nordosten des Landes ist für Schiiten eine heilige Stätte. Zuvor soll es in der Hauptstadt Teheran eine große Trauerzeremonie geben.

Ein Plakat mit dem Porträt des verstorbenen iranischen Obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei, der bei US-israelischen Angriffen getötet wurde, ragt über einen leeren Platz in Teheran.  © Vahid Salemi/AP/dpa

5. März, 12.34 Uhr: Weiteres iranisches Kriegsschiff nahe Sri Lanka

Nach dem tödlichen Angriff auf eine iranische Fregatte im Indischen Ozean befindet sich nach Angaben der Regierung Sri Lankas ein weiteres Schiff der iranischen Marine nahe der Insel.

Das Kriegsschiff liege noch in der sogenannten Exklusiven Wirtschaftszone (EEZ) Sri Lankas, also außerhalb der territorialen Gewässer, sagte Kabinettsprecher Nalinda Jayatissa im Parlament. Die Regierung prüfe, wie sie auf die Situation reagieren solle, und bemühe sich um eine Lösung, um die regionale Sicherheit zu wahren. An Bord sollen rund 100 Menschen sein.

Nach einem Angriff auf die iranische Fregatte "IRIS Dena" waren laut Regierung mindestens 80 Besatzungsmitglieder tot geborgen worden. Mehrere galten als vermisst. Laut übereinstimmenden Medienberichten wurde das Schiff von einem US‑U‑Boot mit einem Torpedo versenkt. Beide Schiffe sollen auf dem Rückweg in den Iran gewesen sein, nachdem sie an einer Flottenschau in Indien teilgenommen hatten.

5. März, 11.49 Uhr: Frankreich erlaubt US-Flugzeugen in Golfregion Nutzung seiner Militärstützpunkte

Vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs erlaubt Frankreich den USA vorerst die Nutzung seiner Militärstützpunkte in der vom Krieg betroffenen Region.

"Im Rahmen unserer Beziehungen zu den USA wurde die Präsenz von deren Flugzeugen auf unseren Stützpunkten vorübergehend genehmigt", sagte eine Sprecherin des Generalstabs am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. "Diese Flugzeuge tragen zum Schutz unserer Partner in der Golfregion bei", fügte sie hinzu.

Der größte französische Militärstützpunkt befindet sich in Abu Dhabi. Dort hatte eine iranische Drohne am vergangenen Wochenende Sachschaden angerichtet. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte den Stüzpunkt im vergangenen Dezember besucht.

Die USA und Israel hatten am Samstag massive Luftangriffe auf den Iran begonnen.  © Mahmud HAMS / AFP

5. März, 10.52 Uhr: Kurdenregion im Irak will keine militärische Eskalation

Angesichts von Spekulationen über eine Beteiligung kurdischer Milizen aus dem Irak am Krieg im Iran hat der Präsident der Autonomen Region Kurdistan im Nordirak, Nechirvan Barsani, seinen Willen zum Frieden unterstrichen.

"Die Kurdistan-Region wird stets ein Grundpfeiler des Friedens bleiben und sich nicht auf Konflikte oder militärische Eskalationen einlassen, die das Leben und die Sicherheit unserer Bevölkerung gefährden", hieß es in einer Erklärung Barsanis.

US-Präsident Donald Trump soll laut US-Medienberichten erwägen, die irakischen Kurden und oppositionelle Gruppen im Iran bei einem Kampf gegen die iranische Führung zu unterstützen. Die irakischen Kurden haben zahlreiche Kämpfer an der rund 1500 Kilometer langen Grenze zum Iran stationiert und teilweise auch Verbindungen zur kurdischen Minderheit im Iran.

5. März, 10.49 Uhr: Drohnen aus Iran treffen Flughafen

Aserbaidschan hat nach einem Drohnenvorfall in seiner autonomen Exklave Nachitschewan den iranischen Botschafter ins Außenministerium einbestellt.

Eine Drohne sei in die Abfertigungshalle des Flughafens eingeschlagen, eine weitere in der Nähe eines Schulgebäudes abgestützt, teilte das Außenministerium in Baku mit. Es verurteilte die Angriffe, die demnach vom Iran aus gestartet wurden. Zwei Menschen seien verletzt worden, das Flughafengebäude sei beschädigt.

Die Exklave Nachitschewan ist vom Kernland Aserbaidschans im Südkaukasus abgeschnitten - das Gebiet ist von Armenien, dem Iran und der Türkei umgeben. Solche Angriffe dürften sich nicht wiederholen, heißt es in der Mitteilung. Baku behalte sich das Recht vor, Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

5. März, 10.25 Uhr: Mehr als 100 zivile Ziele im Iran laut Roter Halbmond beschädigt

Seit Beginn der israelischen und amerikanischen Angriffe auf den Iran sind nach Angaben der Hilfsorganisation Roter Halbmond 105 zivile Einrichtungen im Land schwer beschädigt worden.

Laut der iranischen Nachrichtenagentur Isna wurden auch Wohngebiete in mehreren Städten sowie Teile Teherans getroffen. Es seien bislang 1332 Angriffe an 636 Orten registriert worden. Die Angaben lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen.

Rettungskräfte und Militärangehörige begutachten den Ort eines Einschlags einer iranischen Rakete.  © Oded Balilty/AP/dpa

5. März, 10.03 Uhr: Italien will Golfstaaten Ausrüstung zur Flugabwehr liefern

Angesichts iranischer Angriffe auf mehrere Golfstaaten will Italien Ausrüstung zur Flugabwehr in die Region liefern.

"Wir sprechen ausdrücklich von Verteidigung, von Luftverteidigung", sagte Ministerpräsidentin Giorgia Meloni im Radio. Die Regierungschefin fügte hinzu: "Nicht nur, weil es befreundete Nationen sind, sondern auch, weil sich in dieser Region Zehntausende Italiener befinden und etwa zweitausend Soldaten, die wir schützen müssen."

Außenminister Antonio Tajani und Verteidigungsminister Guido Crosetto sollen am Vormittag im italienischen Parlament berichten. Crosetto hatte erst kürzlich erklärt, Rom habe Hilfeersuchen aus mehreren Golfstaaten erhalten. Man prüfe nun ein schnelles und mit EU-Partnern koordiniertes Vorgehen.

5. März, 9.48 Uhr: Israelische Armee - Neue Raketen aus dem Iran auf Israel gestartet

Der Iran hat israelischen Angaben zufolge erneut Raketen auf Israel abgeschossen. Die Abwehrsysteme seien im Einsatz, "um die Bedrohung abzufangen", erklärte die israelische Armee am Donnerstag, dem sechsten Tag des Iran-Krieges.

Die USA und Israel hatten am Samstag massive Luftangriffe auf den Iran begonnen. Dabei wurden der oberste Führer Ayatollah Ali Chamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet.

Der Iran reagiert mit Gegenangriffen auf Israel, mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Golfregion.  © ATTA KENARE / AFP Foto von ATTA KENARE / AFP

5. März, 9.47 Uhr: Israels Regierung ordnet schnellere Rüstungsproduktion an

Israels Verteidigungsministerium hat die großen Rüstungsunternehmen des Landes angewiesen, die Produktion offensiver und defensiver Waffensysteme zu beschleunigen.

Dies bestätigte eine Sprecherin des Ministeriums. Hintergrund ist der Krieg Israels und der USA gegen den Iran. Israel bereitet sich den Angaben zufolge auf anhaltende Kampfhandlungen und eine mögliche Ausweitung auf weitere Fronten vor.

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