Ukraine-Krieg: Russland und Ukraine tauschen mehr als 1000 Soldatenleichen aus

Ukraine - Deutschland und Belgien fordern Ungarn mit scharfen Worten auf, seine Blockade neuer EU-Sanktionen gegen Russland und von Milliarden-Hilfe für die Ukraine zu beenden.

Deutschlands Außenminister Wadephul kritisiert die ungarische Blockadehaltung zu EU-Sanktionen gegen Russland.  © Bernd von Jutrczenka/dpa

"Es ist erschreckend, mit anzusehen, wie das eigene historische Erbe hier mit Füßen getreten wird", sagte Außenminister Johann Wadephul (63, CDU) in Berlin mit Blick auf Ungarns Ministerpräsidenten Viktor Orban (62) bei einem Treffen mit seinem belgischen Kollegen Maxime Prévot (47).

Der Belgier nannte es inakzeptabel, dass Ungarn die ukrainische Bevölkerung aus wahltaktischen Gründen "in einer Kriegssituation als Geisel" nehme.

Alle relevanten Informationen zum aktuellen Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Newsticker.

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26. Februar, 11.46 Uhr: Ukraine und Russland tauschen Leichen aus

Moskau und Kiew haben nach russischen Angaben erneut mehr als 1.000 Soldatenleichen ausgetauscht.

Die Ukraine habe die sterblichen Überreste von 1.000 Soldaten von Russland erhalten, schrieb der russische Chefunterhändler bei den jüngsten Verhandlungen zwischen beiden Kriegsparteien, Wladimir Medinski, bei Telegram. Kiew übergab Moskau demnach 35 Soldatenleichen. Eine Bestätigung aus Kiew gab es zunächst nicht.

Russland und die Ukraine tauschen immer wieder Soldatenleichen aus. Allein im vergangenen Jahr erhielt Kiew nach offiziellen Angaben mehr als 15.000 Leichname gefallener Soldaten zurück.

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Die Ukraine habe von Russland die sterblichen Überreste von 1000 Soldatenleichen erhalten.  © ---/Russian Defense Ministry Press Service/AP/dpa

26. Februar, 6.58 Uhr: Raketenalarm und Explosionen in Charkiw, Kiew und weiteren Städten

Nach Raketenalarm ist die ukrainische Hauptstadt Kiew am frühen Donnerstagmorgen Journalisten der Nachrichtenagentur AFP zufolge von mehreren Explosionen erschüttert worden.

"Die Luftverteidigung ist im Einsatz", erklärte der Leiter der Militärverwaltung von Kiew, Tymur Tkatschenko. Er rief die Einwohner auf, in Schutzräumen zu bleiben, bis der Alarm aufgehoben wurde. Die russische Armee greife Kiew mit Kampfdrohnen und ballistischen Raketen an, fügte er hinzu.

Auch die südöstliche Stadt Saporischschja wurde nach Angaben des Regionalgouverneurs Iwan Fedorow angegriffen. Er meldete mehrere Explosionen und mindestens einen verletzten Menschen.

In Krywyj Rih wurde bei einem russischen Angriff ein 89-jähriger Mann verletzt und ein Hochhaus durch einen Brand beschädigt.

In Charkiw im Nordosten der Ukraine waren Bürgermeister Ihor Terechow zufolge bei Angriffen russischer Schahed-Drohnen zwei Explosionen zu hören gewesen. Später meldete Terechow einen "kombinierten Luftangriff".  © HANDOUT / STATE EMERGENCY SERVICE OF UKRAINE / AFP

26. Februar, 6.18 Uhr: Wieso Ungarn ein Veto gegen die EU-Kredite einlegt

Ungarn begründet seine Blockade damit, dass es über die durch die Ukraine führende Druschba-Pipeline nach einem russischen Angriff kein russisches Öl mehr bekomme, weil die Ukraine diese nicht repariere.

Ungarn hat sein Veto auch gegen einen EU-Kredit eingelegt, die wichtige Finanzhilfen für die Ukraine ermöglichen soll. Dabei geht es insgesamt um 90 Milliarden Euro, von denen 60 Milliarden Euro konkret für den Abwehrkampf der Ukraine bestimmt sind.

Der CDU-Politiker Wadephul erklärte, die Pipeline müsse "natürlich repariert werden". Er widersprach aber dem von Budapest hergestellten Zusammenhang zu dem Veto. Er sei erschüttert über das ungarische Verhalten. "Es verrät seinen eigenen Freiheitskampf."

Ungarns Staatschef Viktor Orban (62) wehrt sich gegen eine Unterstützung der Ukraine, weil dort die Druschba-Pipeline nicht repariert werde.  © Marton Monus/-/dpa

25. Februar, 22.28 Uhr: Selenskyj telefoniert mit Trump zu weiteren Gesprächen

Der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj (48) hat mit US-Präsident Donald Trump (79) über die nächsten Verhandlungen für ein Ende des russischen Angriffskriegs gesprochen.

Bei dem Telefongespräch seien auch Unterhändler Steve Witkoff (68) und Trumps Schwiegersohn, Jared Kushner (45), anwesend gewesen, teilte Selenskyj am Abend auf seiner Internetseite mit. Demnach dankte Selenskyj für die US-Vermittlung.

An diesem Donnerstag sind ihm zufolge Gespräche zwischen den USA und der Ukraine in Genf geplant.

25. Februar, 22.24 Uhr: Selenskyj verleiht Wadephul Verdienstorden - aber nur zweiter Klasse

Bundesaußenminister Johann Wadephul (63, CDU) ist vom ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj (48) mit dem Orden "Für Verdienste" zweiter Klasse ausgezeichnet worden.

Allerdings erhalten "Minister souveräner Staaten" dem Statut des Ordens zufolge eigentlich den Orden erster Klasse. So wurde Verteidigungsminister Boris Pistorius (65, SPD) 2024 von Selenskyj mit dem Verdienstorden erster Klasse ausgezeichnet. Weshalb Wadephul nur die zweite Stufe bekommt, warunklar. Eine Anfrage an das Präsidentenbüro blieb zunächst unbeantwortet.

Die zweite Stufe ist dem Statut zufolge eigentlich für Stellvertreter von Regierungs- und Parlamentschefs, Minister und Leiter anderer zentraler Behörden und Botschafter vorgesehen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48, l.) hat Deutschlands Außenminister Johann Wadephul (63, CDU) den Verdienstorden zweiter Klasse verliehen. (Archivbild)  © Uncredited/Ukrainian Presidential Press Office via AP/dpa

25. Februar, 21.19 Uhr: Ukraine erhöht Renten kräftig um über zwölf Prozent

Trotz hoher Ausgaben im Krieg mit Russland hat die ukrainische Regierung jetzt eine kräftige Rentenerhöhung für die über zehn Millionen Rentner angekündigt.

"Ab dem 1. März werden die Renten und Versicherungsleistungen für Millionen Ukrainer um 12,1 Prozent steigen", teilte Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko (40) mit.

Die Erhöhung liege über der Inflation und setze die Rentenerhöhungspolitik der Jahre 2021 bis 2025 fort. Zum Vergleich: In Deutschland werden zum 1. Juli Rentenerhöhungen von etwa 3,7 Prozent erwartet. Die Renten in der Ukraine sind traditionell sehr gering.

25. Februar, 21.11 Uhr: Ungarns Regierungschef unterstellt Ukraine feindselige Absichten

Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban (62) hat eine Verstärkung des militärischen und polizeilichen Schutzes für die Energie-Infrastruktur in seinem Land angeordnet.

Grund seien Befürchtungen, dass das Nachbarland Ukraine die Störung der ungarischen Energieversorgung plane, erklärte Orban nach einer Sitzung des Verteidigungsrats in einer Video-Botschaft bei Facebook ohne eine Grundlage für die Befürchtungen zu nennen. Zum Verteidigungsrat gehören unter anderem die Führungen der Armee und der Geheimdienste.

Ferner werde ein Flugverbot für Drohnen in der Nähe der ukrainischen Grenze, in der ungarischen Region Szatmar-Szabolcs-Bereg, verhängt. "Ich sehe, dass die Ukraine weitere Aktionen vorbereitet, um die Funktionsweise des Energiesystems Ungarns zu stören. Darum habe ich angeordnet, dass die Verteidigung kritische Energie-Infrastruktur verstärkt wird", sagte Orban. Mehr Soldaten und Polizisten sollten für die "Verhütung von Angriffen" sorgen. Wie viele genau, sagte er nicht.

Ungarns Regierungschef Viktor Orban (62) lässt den Schutz der Energie-Infrastruktur seines Landes hochfahren.  © Alex Brandon/Pool AP/AP/dpa

25. Februar, 19.12 Uhr: Bundestags-Beschluss zur Unterstützung der Ukraine

Zum vierten Jahrestag der russischen Invasion hat der Bundestag die deutsche Unterstützung für die Ukraine bekräftigt.

Über ihre Landesgrenzen hinaus verteidige sie Freiheit, Demokratie und die regelbasierte Weltordnung, heißt es in einem Antrag von CDU/CSU und SPD, der am Abend mit Koalitionsmehrheit beschlossen wurde. "Ein Hinnehmen von Landraub und Gewalt in Europa wäre eine Blaupause für weitere Staaten weltweit, die eine revisionistische oder territoriale Expansionspolitik verfolgen."

"Wir müssen zu einem Frieden kommen, der dauerhaft und gerecht ist", erklärte Außenminister Johann Wadephul (63, CDU). Einen solchen Frieden werde die Ukraine aber nur aus einer Position der Stärke erreichen können.

25. Februar, 14.34 Uhr: Xi bekräftigt Ukraine-Linie bei Merz-Besuch

Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping (72) hat sich beim Treffen mit Bundeskanzler Friedrich Merz (70) für Verhandlungen im Ukraine-Krieg ausgesprochen und erneut auf eine direkte Schuldzuweisung an Russland verzichtet.

Nach chinesischen Regierungsangaben erklärte Xi, entscheidend sei es, durch Dialog zu einer Lösung zu kommen. Dabei müssten jedoch alle Parteien gleichberechtigt eingebunden und ihre berechtigten Anliegen berücksichtigt werden.

Merz erhofft sich mit Blick auf die Bemühungen um ein Ende des Ukraine-Kriegs Unterstützung von China. "Wenn Xi Jinping (Kremlchef Wladimir) Putin morgen sagen würde, hör das auf, dann muss er übermorgen aufhören", hatte der Kanzler am Montag vor seiner Abreise nach China gesagt.

Bundeskanzler Friedrich Merz (70, l.) reiste nach China für ein Treffen mit Staatschef Xi Jinping (72).  © Michael Kappeler/dpa

25. Februar, 13.58 Uhr: USA und Ukraine bereiten neue Gesprächsrunde mit Russland vor

Im Rahmen der von den USA vermittelten ukrainisch-russischen Friedensgespräche ist am Donnerstag in der Schweiz ein neues Treffen zwischen Vertretern der Ukraine und der USA geplant.

"Ich habe gerade mit (dem Chefunterhändler) Rustem Umjerow gesprochen. Er wird morgen ein Treffen mit den US-amerikanischen Unterhändlern Steve Witkoff und Jared Kushner haben", sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) vor Journalisten.

An dem Treffen werde auch der ukrainische Wirtschaftsminister Olexij Sobolew teilnehmen. Umjerows Pressesprecherin bestätigte den Termin und nannte Genf als Gesprächsort. Zuvor hatte Witkoff bereits die Reise nach Genf am Donnerstag angekündigt.

Nach ukrainischen Angaben wird der russische Chefunterhändler Rustem Umjerow (43, r.) am Donnerstag an einem weiteren Friedensgespräch teilnehmen.  © Wiktor Dabkowski/ZUMA Press Wire/dpa

25. Februar, 13.17 Uhr: Tote nach ukrainischem Angriff auf Fabrik in Russland

Bei Drohnenangriffen der Ukraine sind im westrussischen Gebiet Smolensk nach Behördenangaben sieben Menschen getötet worden.

Mindestens zehn weitere wurden dem Ermittlungskomitee zufolge verletzt. Kiew habe die Chemiefabrik Dorogobusch mit mindestens 30 Drohnen attackiert, hieß es. Ein Strafverfahren wegen eines Terrorakts sei eröffnet worden.

Gouverneur Wassili Anochin (42) hatte zunächst von vier getöteten Mitarbeitern gesprochen. Um mögliche Gefahren für die Bevölkerung zu minimieren, werde die Evakuierung der Einwohner in umliegende Siedlungen in Erwägung gezogen, schrieb er am Vormittag bei Telegram.

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