Ukraine-Krieg: Schneckentempo! Rutte spottet über russische Streitkräfte

Ukraine - Seit Januar laufen unter Vermittlung der USA wieder direkte Gespräche zwischen Russland und der Ukraine. Jetzt äußert sich der Kreml zur nächsten Runde.

Der russische Präsident Wladimir Putin (73, r.) und Kreml-Sprecher Dmitri Peskow (58). (Archivfoto)  © Mikhail Metzel/Pool Sputnik Kremlin/dpa

Moskau hat bestätigt, dass in der kommenden Woche eine neue Verhandlungsrunde für ein Ende des Ukraine-Kriegs startet.

Das Treffen finde vom 17. bis 18. Februar statt - dabei seien wieder Russland, die Ukraine und die USA, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow (58) der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass zufolge. Als Verhandlungsort nannte er Genf.

Russland ändert demnach nun die Besetzung seines Verhandlungsteams. Die russische Delegation soll Peskow zufolge diesmal Ex-Kulturminister und Präsidentenberater Wladimir Medinski (55) leiten. Dieser hatte für Moskau die direkten Gespräche mit der Ukraine in Istanbul im vergangenen Jahr und kurz nach Kriegsbeginn geführt.

Ukraine Ukraine-Krieg: Zehntausende Familien nach russischen Angriffen ohne Strom

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13. Februar, 16.47 Uhr: Schneckentempo! Rutte spottet über russische Streitkräfte

Der Nato-Generalsekretär hat das Tempo des russischen Vormarsches in der Ukraine mit dem einer Gartenschnecke verglichen.

"Dieser sogenannte russische Bär existiert nicht", sagte er bei der Münchner Sicherheitskonferenz. "Unterm Strich bewegt sich das kaum schneller als eine Gartenschnecke."

Rutte (58) verwies zudem auf die enormen Verluste der russischen Streitkräfte in dem Angriffskrieg. Allein im Dezember seien 35.000 russische Soldaten gefallen, im Januar ebenfalls 30.000. "Das sind die Fakten. Deshalb müssen wir die Ukraine stark halten, denn wir sehen, dass sie unsere Unterstützung bestmöglich nutzt", sagte er. Er wolle bei der Münchner Sicherheitskonferenz klarmachen, dass die Russen nicht gewinnen, wie manche dächten.

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Mark Rutte (58), NATO-Generalsekretär, am Freitag in München.  © Marijan Murat/dpa

13. Februar, 16.44 Uhr: Deutsch-ukrainische Drohnenproduktion für die Front startet

Ein erstes gemeinsames deutsch-ukrainisches Rüstungsunternehmen will bis Jahresende mindestens 10.000 Drohnen für die gegen die russische Invasion kämpfenden Streitkräfte der Ukraine liefern.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) nahm vor Beginn der Münchner Sicherheitskonferenz eine frisch produzierte Drohne aus der in Süddeutschland gelegenen Anlage entgegen - die Örtlichkeit soll geheim bleiben.

13. Februar, 10.09 Uhr: Tote, Verletzte, Stromausfälle - Russland setzt Angriffe fort

Bei russischen Angriffen sind nach Behördenangaben mindestens sieben Menschen in der Ukraine getötet worden.

Im Osten seien drei Brüder beim Beschuss von Kramatorsk am Donnerstagabend ums Leben gekommen, teilte die Staatsanwaltschaft des Gebiets Donezk mit. Die älteren seien 19 Jahre und der jüngste acht Jahre alt gewesen. Ihre Mutter und ihre Großmutter wurden demnach bei dem direkten Einschlag in ein Wohnhaus verletzt. Bürgermeister Olexander Hontscharenko zufolge wurde bei dem Angriff ein weiterer Mann getötet.

Die Region Odessa am Schwarzen Meer war ebenso einmal mehr im Visier russischer Angriffe. Gouverneur Oleh Kiper zufolge wurde auch dort ein Mensch getötet, sechs weitere seien verletzt worden. Ziel der Attacken waren den Angaben nach Objekte der Hafen-, Wohn-, Industrie- und Energieinfrastruktur. Der ukrainische Zivilschutz sprach von einem massiven Angriff mit Drohnen. In der Nacht berichtete er zudem von erheblichen Aussetzern der Versorgung mit Strom, Wärme und Wasser.

In Kramatorsk kam es in der Nacht zu russischen Angriffen.  © Tommaso Fumagalli/ZUMA Press Wire/dpa

12. Februar, 21.47 Uhr: Selenskyj fordert schnellere Lieferung von Flugabwehrraketen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj fordert angesichts schwerer russischer Luftangriffe von den europäischen Partnern eine schnellere Versorgung mit Flugabwehrraketen.

"Das ist derzeit nicht nur für die Ukraine, sondern für ganz Europa eine zentrale Aufgabe", sagte Selenskyj. "Die Russen dürfen sich nicht daran gewöhnen, dass ihre Raketen und Shahed(-Drohnen) ihnen irgendwie helfen."

Ein kombinierter russischer Luftangriff mit 25 Raketen und mehr als 200 Drohnen hatte in der Nacht auf Donnerstag erneut schwere Schäden an der Energieversorgung von Kiew, Odessa und Dnipro verursacht.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj fordert von den europäischen Partnern eine schnellere Versorgung mit Luftabwehrraketen.  © Jens Büttner/dpa

12. Februar, 19.27 Uhr: Beschädigte Energieanlagen produzieren zu wenig Strom

Die durch russische Raketen- und Drohnenangriffe beschädigten Energieanlagen in der Ukraine produzieren trotz gestiegener Temperaturen weiter deutlich zu wenig Strom zur Versorgung der Bürger.

Das prognostizierte Verbrauchsmaximum liege aktuell bei 16,4 Gigawatt, bereitgestellt werden könnten nur 12,3 Gigawatt, sagte Energieminister Denys Schmyhal. Millionen Ukrainer haben länger als 20 Stunden täglich keinen Strom.

In den Tagen zuvor mit zweistelligen Minusgraden in einigen Teilen des Landes war der Bedarf an Strom den Angaben zufolge auf bis zu 18 Gigawatt gestiegen.

Die beschädigten Energieanlagen in der Ukraine produzieren derzeit zu wenig Strom. Erst im Frühling ist Besserung in Sicht.  © -/kyodo/dpa

12. Februar, 7.38 Uhr: Russland überzieht Ukraine mit neuen schweren Angriffen

In der Nacht hat Russland die benachbarte Ukraine erneut mit Drohnen und ballistischen Raketen angegriffen.

Schwere Schäden und Verletzte gab es Behördenangaben nach in der Hauptstadt Kiew und im Schwarzmeerhafen Odessa. Zwei Menschen seien bei dem Raketenangriff auf Kiew verletzt worden, einer davon schwer, teilte Bürgermeister Vitali Klitschko bei Telegram mit.

Nach Klitschkos Angaben waren erneut Infrastrukturobjekte Ziel der Raketenangriffe. Es habe aber auch Einschläge in privaten Wohnhäusern gegeben.

Einen Verletzten gab es auch in Odessa nach einem massiven russischen Drohnenangriff.

12. Februar, 6.17 Uhr: Kallas will EU Plan mit Forderungen an Moskau vorlegen

Seit Wochen laufen intensive Gespräche für eine Beendigung des seit fast vier Jahren andauernden russischen Angriffskriegs.

Zuletzt verhandelten Moskau und Kiew in der vergangenen Woche zum zweiten Mal in Abu Dhabi unter US-Vermittlung miteinander. Alle Seiten lobten die Verhandlungen anschließend als konstruktiv, konkrete Ergebnisse wurden allerdings nicht präsentiert.

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas kündigte bei "Table Media" an, den Mitgliedstaaten einen Plan mit Forderungen an Moskau für einen Frieden vorzulegen. "Wenn der ukrainischen Armee Beschränkungen auferlegt werden sollen, muss es auch Beschränkungen für die russische Armee geben."

In einem Ende Dezember von Selenskyj öffentlich Entwurf für einen von den USA angestoßenen Friedensplan war die Rede von einer Stärke von 800.000 Soldaten der ukrainischen Armee in Friedenszeiten.

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas (48).  © Harry Nakos/AP/dpa

12. Februar, 6.15 Uhr: Russland mit erheblichen Verlusten

Die russischen Verluste stiegen indes nach Einschätzung der Nato zuletzt weiter erheblich. Ein ranghoher Nato-Beamter sprach von etwa 400.000 getöteten oder verletzten russischen Soldaten im vergangenen Jahr.

Insgesamt summiere sich die Zahl der Verluste damit auf rund 1,3 Millionen. Darunter seien schätzungsweise 350.000 getötete russische Soldaten. "Moskau opfert damit mehr Männer und Frauen als in jedem europäischen Konflikt seit dem Zweiten Weltkrieg", sagte er.

Die Lage für die ukrainischen Streitkräfte bezeichnet der Nato-Beamte dennoch als "weiter schwierig". Russische Kräfte machten entlang mehrerer Abschnitte der Front weiterhin schrittweise Geländegewinne.

"Russische Truppen halten den Druck auf ukrainische Kräfte durch den massiven Einsatz von Drohnen und Artillerie aufrecht und setzen auf zermürbende Taktiken", sagte der Beamte.

12. Februar, 6.15 Uhr: Ukraine-Hilfe Thema bei Nato-Treffen

Für Deutschland nimmt Verteidigungsminister Boris Pistorius (65, SPD) am ersten Treffen der Nato-Verteidigungsminister in diesem Jahr im Hauptquartier des Militärbündnisses teil.

Er wird am Nachmittag zudem gemeinsam mit seinem britischen Kollegen John Healey ein Treffen der sogenannten Ukraine-Kontaktgruppe leiten. Bei diesem sollen weitere Militärhilfen für die Ukraine koordiniert werden.

Als Gast im Nato-Hauptquartier wird der ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow erwartet. Er will die Nato-Kollegen über die Lage an der Front und die am dringendsten benötigten Rüstungsgüter für den Abwehrkampf gegen Russland unterrichten.

Verteidigungsminister Boris Pistorius (65, SPD) nimmt am ersten Treffen der Nato-Verteidigungsminister in diesem Jahr im Hauptquartier des Militärbündnisses teil.  © Kay Nietfeld/dpa

12. Februar, 6.13 Uhr: Selenskyj reagiert auf Bericht zu Wahl

In den sozialen Medien pochte Selenskyj erneut darauf, dass eine Präsidentenwahl in der Ukraine an die Sicherheitslage gebunden sei. "Wir können zu Wahlen übergehen, wenn es alle entsprechenden Sicherheitsgarantien gibt", schrieb er. Wenn es einen Waffenstillstand gebe, werde es Wahlen geben.

Selenskyj reagierte dabei auch auf einen Bericht der "Financial Times", wonach er unter Druck der USA plane, eine Präsidentenwahl und ein Friedensreferendum noch vor dem 15. Mai anzusetzen. Dem Bericht nach könnte er bereits am 24. Februar, dem vierten Jahrestag der russischen Invasion, die Wahl ausrufen.

Der 24. Februar sei ein sehr ernstes Datum und der falsche Tag, um über Politik zu sprechen. Er könne nicht genutzt werden, um Wahlen zu verkünden, so Selenskyj.

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