Ukraine-Krieg: Selenskyj führt anhaltende Angriffe aus Moskau auf laxe Sanktionen zurück

Ukraine - Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat angesichts schwerer russischer Angriffe auf sein Land und den Krieg im Nahen Osten zur stärkeren Einhaltung der Sanktionen gegen Moskau gemahnt.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ermahnt die westlichen Staaten, stärker auf die Einhaltung der Sanktionen gegen Russland zu achten.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ermahnt die westlichen Staaten, stärker auf die Einhaltung der Sanktionen gegen Russland zu achten.  © Ludovic Marin/POOL AFP/AP/dpa

Allein in der vergangenen Woche habe Russland 1770 Kampfdrohnen sowie 86 Raketen und Marschflugkörper gegen die Ukraine eingesetzt, schrieb er auf Telegram.

"Jede dieser Raketen beinhaltet mindestens 60 ausländische Bauteile, die Russland unter Umgehung der Sanktionen erhält."

Das Schema der Sanktionsumgehung sei bekannt und müsse beendet werden, forderte er.

Ukraine-Krieg: Selenskyj bezweifelt starke russische Frühjahr-Offensive
Ukraine Ukraine-Krieg: Selenskyj bezweifelt starke russische Frühjahr-Offensive

Russland führt seit mehr als vier Jahren Krieg gegen die Ukraine. Dabei beschießt das russische Militär auch systematisch Städte und zivile Objekte wie Energieanlagen im Hinterland.

Alle relevanten Informationen zum aktuellen Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Newsticker.

15. März, 11.53 Uhr: Selenskyj sieht Zusammenhang zwischen Ukraine-Krieg und Nahost-Konflikt

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj stellt einen Zusammenhang zwischen dem Ukraine-Krieg und dem Konflikt im Nahen Osten her, in dem der Iran die Angriffe der USA und Israels unter anderem mit Drohnenattacken gegen eine Reihe von Ländern im Nahen Osten beantwortet.

Da die Welt nicht genügend Ressourcen habe, um eine Flugabwehr für Europa und den Nahen Osten auf die Beine zu stellen, sei es umso wichtiger, den Russen die Möglichkeit zu nehmen, Raketen in ihren Fabriken herzustellen, schrieb er auf Telegram.

14. März, 17.23 Uhr: Ukrainischer Geheimdienst - Russische Kriegsschiffe getroffen

Der ukrainische Militärgeheimdienst HUR hat eigenen Angaben nach zwei vom russischen Militär genutzte Schiffe angegriffen und beschädigt.

Die Eisenbahnfähre "Slawjanin" sei außer Betrieb gesetzt, die "Avantgarde" beschädigt worden, teilte HUR bei Telegram mit. Nach Angaben des HUR wurden mit den Schiffen Waffen, Militärtechnik und Munition transportiert.

Demnach wurden die Schiffe im Rahmen eines Angriffs gegen den Schwarzmeerhafen Port Kawkas beschossen. Auch die Infrastruktur des Hafens selbst sei bei der Aktion beschädigt worden. Die vom HUR veröffentlichten Bilder deuten auf einen Drohnenangriff hin. Tatsächlich hatten am Morgen russische Behörden Schäden am Hafen und an einem Schiff eingeräumt, ohne Details zu nennen. Bei der Attacke wurden drei Personen verletzt.

14. März, 8.45 Uhr: Merz will EU-Einreiseverbot für russische Ukraine-Kämpfer

Bundeskanzler Friedrich Merz und sieben weitere Staats- und Regierungschefs fordern die Prüfung eines EU-Einreiseverbots für russische Soldaten, die am Krieg gegen die Ukraine beteiligt sind oder waren.

Die mögliche Einreise von Kämpfern in den Schengen-Raum stelle ein schwerwiegendes Risiko für die innere Sicherheit dar, heißt es in einem Brief der Politiker an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EU-Ratspräsident António Costa.

Die Personen könnten demnach etwa Gewaltdelikte verüben, in kriminellen Netzwerken oder extremistischen Bewegungen tätig werden oder feindliche Aktivitäten Russlands unterstützen.

Bundeskanzler Friedrich Merz möchte die Einreise russischer Soldaten in die EU verhindern.
Bundeskanzler Friedrich Merz möchte die Einreise russischer Soldaten in die EU verhindern.  © Bernd von Jutrczenka/dpa

14. März, 8.05 Uhr: Vier Tote und mehrere Verletzte bei Angriffen

Bei russischen Angriffen mit Drohnen und Raketen nahe der ukrainischen Hauptstadt Kiew sind Polizeiangaben zufolge mindestens vier Menschen getötet worden.

Zehn weitere Menschen seien bei den Angriffen verletzt worden, teilte die ukrainische Polizei am Samstag im Onlinedienst Telegram mit und fügte hinzu: "Die russischen Streitkräfte greifen die Region Kiew weiterhin an."

Unter anderem wurde die Stadt Browary schwer getroffen.
Unter anderem wurde die Stadt Browary schwer getroffen.  © Foto von GENYA SAVILOV / AFP

13. März, 17.26 Uhr: Moskau bestellt britischen und französischen Botschafter ein

Das russische Außenministerium hat nach einem ukrainischen Angriff auf die russische Stadt Brjansk schwere Vorwürfe gegen Großbritannien und Frankreich erhoben und deren Botschafter einbestellt.

Für Moskau sei es offensichtlich, dass die Attacke nicht ohne die Beteiligung britischer und französischer Spezialisten und die Weitergabe von Geheimdienstinformationen an Kiew organisiert worden sein könne, teilte das Außenministerium in Moskau mit.

Bei dem ukrainischen Angriff am Dienstag waren nach offiziellen russischen Angaben 7 Menschen in der Region Brjansk getötet und mehr als 40 weitere verletzt worden. Laut Kiew galt der Beschuss einer Fabrik, die wichtige Bestandteile für russische Waffen herstellt. Eingesetzt worden seien dabei Marschflugkörper des britischen Typs Storm Shadow, teilte der Generalstab in Kiew mit. Moskau warf London anschließend eine Beteiligung an der Aktion vor.

13. März, 15.51 Uhr: Selenskyj kritisiert Lockerung der Russland-Sanktionen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Entscheidung der USA zur befristeten Lockerung der Sanktionen gegen russisches Öl als kontraproduktiv kritisiert.

Allein dieser Schritt bringe der russischen Kriegskasse rund zehn Milliarden Dollar ein. "Das hilft auf keinem Fall dem Frieden", sagte er bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron in Paris.

In der Nacht zum Freitag hatte US-Finanzminister Scott Bessent auf X mitgeteilt, dass Länder zeitweise russisches Öl kaufen dürften, das sich bereits auf Schiffen befinde. Ziel sei, das Angebot auf dem Weltmarkt zu verbessern. Die befristete Ausnahme von US-Sanktionen soll bis 11. April gelten.

13. März, 12.33 Uhr: Merz kritisiert Lockern von US-Sanktionen für russisches Öl

Bundeskanzler Friedrich Merz (70) kritisiert die Entscheidung der USA zu einer befristeten Lockerung von Handelssperren für russisches Öl.

"Jetzt Sanktionen zu lockern, aus welchen Gründen auch immer, das halten wir für falsch", sagte der CDU-Politiker bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Ministerpräsident Jonas Gahr Støre auf der norwegischen Insel Andoya. Merz wies darauf hin, dass Russland weiter keine Verhandlungsbereitschaft zu einer Beendigung seines Krieges gegen die Ukraine zeige. "Wir werden deshalb und müssen den Druck auf Moskau weiter erhöhen."

13. März, 10.19 Uhr: Moskau zufrieden nach US-Lockerungen bei Ölsanktionen

Nach der befristeten Lockerung von US-Sanktionen auf russisches Öl gibt sich Moskau selbstbewusst und zufrieden.

"Die USA erkennen faktisch das Offensichtliche an: Ohne russisches Öl kann der globale Energiemarkt nicht stabil bleiben", schrieb der Kremlgesandte Kirill Dmitrijew bei Telegram.

In der Nacht zum Freitag hatte US-Finanzminister Scott Bessent auf X mitgeteilt, dass Länder zeitweise russisches Öl kaufen dürften, das sich bereits auf Schiffen befinde. Ziel sei, das Angebot auf dem Weltmarkt zu verbessern. Die befristete Ausnahme von US-Sanktionen soll bis 11. April gelten.

Angesichts des stark gestiegenen Ölpreises erlauben die USA Ländern eingeschränkt den Kauf von russischem Öl. (Archivbild)
Angesichts des stark gestiegenen Ölpreises erlauben die USA Ländern eingeschränkt den Kauf von russischem Öl. (Archivbild)  © Igor Russak/dpa

13. März, 10.18 Uhr: USA erlauben zeitweise Kauf von russischem Öl

Die USA erlauben angesichts des stark gestiegenen Ölpreises Ländern zeitlich befristet den Kauf von derzeit per Schiff transportiertem russischen Öl.

Um das Angebot auf dem Weltmarkt zu verbessern, dürfen Länder zeitweise russisches Öl kaufen, das sich bereits auf Schiffen befindet, wie Finanzminister Scott Bessent auf der Plattform X mitteilte. Die befristete Ausnahme von US-Sanktionen soll bis 11. April gelten.

12. März, 21.47 Uhr: Moskau warnt Russen vor Reisen nach Deutschland

Moskau hat der Regierung in Berlin Diskriminierung von Russen vorgeworfen und eine Reisewarnung für Deutschland ausgesprochen.

Das Außenministerium rate weiterhin von "nicht absolut notwendigen" Reisen nach Deutschland ab, sagte Außenamtssprecherin Maria Sacharowa der staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge.

"Die deutsche Obrigkeit verdächtigt weiterhin bewusst praktisch jeden russischen Bürger auf deutschem Gebiet, darunter auch dauerhaft und befristet lebende, schürt eine vergiftete Atmosphäre des Misstrauens um alle Russen, hetzt gegen Russen und Russischsprachige, behandelt sie ungerecht und willkürlich", sagte sie.

Die Diskriminierung von Russen erfolge auf unterschiedliche Art und Weise. So beschlagnahme der Zoll am Flughafen ihre persönlichen Sachen und Bargeld und verhänge anschließend hohe Geldstrafen wegen angeblicher Umgehung der Sanktionen. Die Banken schränkten Finanzdienstleistungen für Russen ein, die auch noch mit ständigen Kontrollen gegängelt würden, klagte sie.

Moskau hat der Regierung in Berlin Diskriminierung von Russen vorgeworfen und eine Reisewarnung für Deutschland ausgesprochen.
Moskau hat der Regierung in Berlin Diskriminierung von Russen vorgeworfen und eine Reisewarnung für Deutschland ausgesprochen.  © Ulf Mauder/dpa

12. März, 17.42 Uhr: Russischer Gastanker treibt im Mittelmeer

Im Mittelmeer treibt ein beschädigter Flüssiggas-Tanker aus Russland nach offiziellen Angaben ohne Besatzung auf die italienische Insel Lampedusa zu.

Die Schifffahrtsbehörden des EU-Mitgliedslandes Malta warnten davor, dass der 277 Meter lange Tanker "Arctic Metagaz" mit seiner Ladung von Tausenden Tonnen Gas zur Gefahr für andere Schiffe werden könnte. Möglicherweise sei das Schiff auch manövrierunfähig.

Maltas Ministerpräsident Robert Abela zufolge ist in Malta ein Notfallplan in Vorbereitung. Das Schiff befindet sich nach Angaben der dortigen Behörden aktuell etwa 110 Kilometer entfernt von Maltas Küste in internationalen Gewässern. Andere Schiffe wurden gewarnt, sich dem Tanker näher als fünf Seemeilen (etwa neun Kilometer) zu nähern. Von italienischer Seite gab es zunächst keine Bestätigung dafür, dass das Schiff auf Lampedusa zutreibt.

Titelfoto: Ludovic Marin/POOL AFP/AP/dpa

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