Ukraine-Krieg: Selenskyj kritisiert Klitschko wegen Notlage in Kiew scharf

Ukraine - Kein Strom, keine Heizung, aber strenger Frost - die ukrainische Führung schaltet sich in die bereits seit Tagen andauernde Notlage der Hauptstadt Kiew ein.

Die Reparaturen an der Energieinfrastruktur von Kiew laufen auf Hochtouren.  © Dan Bashakov/AP/dpa

Für den gesamten Energiesektor der Ukraine werde der Notstand ausgerufen, teilte Präsident Wolodymyr Selenskyj (47) nach einer Krisensitzung mit.

Es werde ein Koordinationsstab eingerichtet, der sich besonders um die Nöte der Dreimillionenstadt kümmern solle. Die gesamte Regierung solle zusätzliches Gerät und Hilfe organisieren.

Die Versorgungsnetze von Kiew waren bei einem russischen Luftangriff am vergangenen Freitag außer Gefecht gesetzt worden, was für Hunderttausende Menschen den Ausfall von Heizung, Strom und Wasser bedeutete.

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Die Hauptstadt befinde sich in einer humanitären Krise, schrieb der Journalist Oleksyj Sorokin vom "Kyiv Independent". Auf der Plattform X schrieb er weiter: "Es gibt Orte in Kiew, die derzeit unbewohnbar sind.

Alle relevanten Informationen zum aktuellen Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Newsticker.

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15. Januar, 6.42 Uhr: Selenskyj fordert Konzentration der USA auf Friedensgespräche

Russland überzieht das Nachbarland seit fast vier Jahren mit einem verheerenden Krieg. Ein Einlenken Moskaus ist nicht absehbar.

Bislang wird nur zwischen der Ukraine, den USA und den europäischen Staaten über ein mögliches Kriegsende beraten.

Wolodymyr Selenskyj (47) sagte, sein Chefunterhändler Rustem Umjerow (43) habe ihn über den jüngsten Stand der Gespräche informiert. Man müsse bei den Dokumenten zu Sicherheitsgarantien und Wirtschaft vorankommen, so der Präsident. Die Ukraine sei dabei maximal produktiv. "Wir erwarten auch energische Arbeit von amerikanischer Seite."

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15. Januar, 6.35 Uhr: Europarat alarmiert wegen russischer Angriffe

Der Europarat hat die russischen Angriffe auf ukrainische Städte thematisiert.

"Ich bin alarmiert über das weit verbreitete menschliche Leid, das durch die Zerstörung der Energieinfrastruktur in der Ukraine verursacht wird", sagte Menschenrechtskommissar Michael O'Flaherty (66).

Die humanitären Folgen der andauernden Stromausfälle seien gravierend.

Menschenrechtskommissar Michael O'Flaherty (66) zeigt sich alarmiert angesichts des menschlichen Leids in der Ukraine.  © Gregor Fischer/dpa

15. Januar, 6.28 Uhr: Selenskyj kritisiert Klitschko wegen Notlage in Kiew scharf

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (47) hat Kritik an der Verwaltung der Hauptstadt unter Bürgermeister Vitali Klitschko (54) geübt.

"Wir sehen, dass viel gemacht worden ist, - insbesondere in Charkiw, wo sich die lokalen Behörden vorbereitet haben", sagte der 47-Jährige. "Kiew hat leider deutlich weniger getan. In der Hauptstadt wurde sehr wenig unternommen." Auch jetzt gingen die Reparaturarbeiten dort nicht intensiv genug voran, bemängelte er.

Klitschko gestand bei einer eigenen Krisensitzung mit seiner Verwaltung ein, dass die Hauptstadt in der schwierigsten Lage seit Kriegsbeginn sei. Anfangs habe es in 6000 Wohnblocks, der Hälfte des Bestands, keine Heizung gegeben, sagte er. Immer noch seien 400 Wohnblocks unbeheizt, aber man hoffe, sie bald wieder ans Fernwärmenetz zu bekommen.

Für die meisten Bürger gebe es immer nur drei Stunden Strom und dann zehn oder mehr Stunden wieder nicht, berichtete Klitschko. Die städtischen Dienste arbeiteten rund um die Uhr, um alles zu reparieren. Die Kritik des Präsidenten wies er zurück, das sei "ununterbrochener Hass".

Wolodymyr Selenskyj (47) rügte den Bürgermeister Kiews.  © Michael Kappeler/dpa

14. Januar, 13.12 Uhr: Neuer EU-Kredit für Ukraine soll vor allem Militär stärken

Das neue riesige EU-Darlehen für die Ukraine soll nach dem Willen der Europäischen Kommission zu einem großen Teil den gegen Russland kämpfenden Streitkräften zugutekommen.

Wie ein von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (67, CDU) präsentierter Vorschlag vorsieht, soll das ukrainische Militär mit 60 Milliarden Euro unterstützt werden.

Die verbleibenden 30 Milliarden Euro des insgesamt 90 Milliarden Euro umfassenden Kredits sollen dem Vorschlag der Brüsseler Behörde zufolge der Ukraine als Haushaltsunterstützung bereitgestellt werden.

Mit der Unterstützung werde sichergestellt, dass die Ukraine einerseits ihre Verteidigung auf dem Schlachtfeld stärken und ihre militärischen Fähigkeiten ausbauen könne sowie andererseits den Staat sowie die grundlegenden öffentlichen Dienstleistungen aufrechterhalten könne, sagte von der Leyen.

Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen (67), gibt während einer Pressekonferenz am EU-Hauptsitz in Brüssel eine Erklärung ab.  © Virginia Mayo/AP/dpa

14. Januar, 13.11 Uhr: Ukraine verlängert Kriegsrecht und Mobilmachung bis Mai

In der von Russland angegriffenen Ukraine sind das geltende Kriegsrecht und die allgemeine Mobilmachung bis Anfang Mai verlängert worden.

Für beide Gesetzvorlagen stimmte jeweils eine deutliche Mehrheit von mehr als 300 Abgeordneten. Die Entwürfe waren von Präsident Wolodymyr Selenskyj eingereicht worden.

Die Ukraine wehrt sich seit fast vier Jahren gegen eine russische Invasion. Nach dem Einmarsch Russlands wurde das Kriegsrecht verhängt und eine allgemeine Mobilmachung angeordnet. Wehrpflichtige Männer im Alter von 23 bis 60 Jahren können das Land nicht verlassen. Es gelten nur wenige Ausnahmen, beispielsweise für Väter von mindestens drei minderjährigen Kindern.

Das ukrainische Parlament musste wegen des andauernden Krieges mit Russland erneut das geltende Kriegsrecht und die angeordnete Mobilmachung verlängern.  © -/Ukrinform/dpa

14. Januar, 13.08 Uhr: Ukraine hat vierten Verteidigungsminister seit Kriegsbeginn

In der von Russland angegriffenen Ukraine ist mit Mychajlo Fedorow (34) der vierte Verteidigungsminister seit Kriegsbeginn im Amt.

Für die Ernennung des ehemaligen Digitalisierungsministers stimmte eine deutliche Mehrheit von 277 Abgeordneten. Die Kandidatur war gemäß der Verfassung von Präsident Wolodymyr Selenskyj eingereicht worden.

Es war bereits der zweite Versuch, Fedorow einzusetzen. Am Vortag hatten sich im Parlament nicht genügend Abgeordnete gefunden, um eine Abstimmung über seine Kandidatur anzusetzen.

Mychajlo Fedorow (34) ist der vierte Verteidigungsminister seit Kriegsbeginn.  © Hanna Arhirova/AP/dpa

14. Januar, 11.33 Uhr: Russland zielt erneut auf Energieinfrastruktur

Russland nahm bei frostigen Temperaturen erneut die ukrainische Energieinfrastruktur ins Visier. Moskaus Streitkräfte attackierten in der Großstadt Krywyj Rih im Südosten der Ukraine Militärverwaltungschef Olexander Wilkul zufolge am Abend und in der Nacht die zivile Infrastruktur.

Demnach gab es Notabschaltungen der Stromversorgung für 45.000 Kunden, in mehr als 700 Häusern auch der Fernwärme. Am Morgen habe sich die Lage wieder stabilisiert, schrieb er bei Telegram.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von Angriffen auf den Energiesektor seines Landes in der Nacht. Demnach setzte Russland 113 Drohnen und drei ballistische Raketen ein und attackierte die Regionen Dnipropetrowsk, Schytomyr, Saporischschja, Charkiw und Cherson. Das Hauptziel seien die Energieversorgung und kritische Infrastruktur gewesen, Heizung und Strom, schrieb Selenskyj in sozialen Medien.

13. Januar, 22.37 Uhr: Selenskyj räumt schwere Lage in der Ukraine ein

Nach fast vier Jahren Krieg spitzt sich die Lage in der Ukraine nach Darstellung von Präsident Wolodymyr Selenskyj immer weiter zu - sowohl an der Front als auch im Hinterland.

Erneut sei die Ukraine von Russland beschossen worden. "Allein an ballistischen Raketen waren es 18 Stück", sagte Selenskyj in seiner täglichen Videoansprache. Hinzu kämen Kampfdrohnen und Marschflugkörper.

Die Elektriker seien seit Wochen im Einsatz, um das Stromnetz einigermaßen am Laufen zu halten, sagte Selenskyj. "Das Wetter stellt zusätzliche Herausforderungen - außerordentliche Herausforderungen", fügte er mit Blick auf die zweistelligen Minustemperaturen hinzu.

Menschen wärmen sich und laden ihre Akkus in einem Zelt auf, das der Rettungsdienst nach den russischen Luftangriffen auf den ukrainischen Energiesektor aufgestellt hat.  © Danyil Bashakov/AP/dpa

13. Januar, 14.48 Uhr: Russische Sabotage? Zwei mutmaßliche Agenten angeklagt

Die Bundesanwaltschaft hat am Oberlandesgericht Stuttgart Anklage gegen zwei mutmaßliche Agenten Russlands erhoben.

Mehr dazu hier: Russische Sabotage? Zwei mutmaßliche Agenten angeklagt

13. Januar, 9.12 Uhr: Notabschaltungen in Kiew

In der Hauptstadt Kiew musste nach einen schweren russischen Luftangriff erneut an vielen Stellen notfallmäßig der Strom abgeschaltet werden, wie die Stadtverwaltung mitteilte.

In den größten Städten der Ukraine müssen derzeit bei strengem Frost Millionen Menschen ohne Strom, Heizung oder Wasser ausharren, weil russische Angriffe die Versorgungsnetze gezielt ausgeschaltet haben.

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