Ukraine-Krieg: Zehntausende Familien nach russischen Angriffen ohne Strom

Ukraine - Die Verhandlungen zwischen den USA und der Ukraine für ein Ende des russischen Angriffskriegs sollen am Samstag in Miami im US-Bundesstaat Florida fortgesetzt werden.

US-Präsident Donald Trump (79, r.) warf dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj (47) zuletzt vor, er halte die Friedensgespräche auf.  © Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa

Dabei soll es ukrainischen Angaben zufolge vor allem um Sicherheitsgarantien und die langfristige ökonomische Entwicklung des osteuropäischen Landes gehen. Derweil warnte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj vor dem Hintergrund einer Kältewelle und massiven Problemen bei der Energieversorgung vor neuen massiven russischen Luftangriffen.

Washington versucht seit Wochen ein Friedensabkommen zwischen den Kriegsgegnern zu vermitteln.

Bei grundsätzlichen Fragen wie einem möglichen Nato-Beitritt der Ukraine und russischen Gebietsansprüchen sind die Positionen Moskaus und Kiews jedoch weit voneinander entfernt. Russland beharrt bislang auf seinen Maximalforderungen, die auf eine Unterwerfung der Ukraine hinauslaufen.

Ukraine Ukraine-Krieg: Selenskyj erwartet Details aus Ukraine-Gesprächen in den USA

Zuletzt hatte US-Präsident Trump Selenskyj erneut vorgeworfen, er halte die Friedensgespräche auf. Selenskyj fordert immer wieder, den Druck auf Russland zu erhöhen, um Moskau zu Zugeständnissen zu bewegen.

Alle relevanten Informationen zum aktuellen Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Newsticker.

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17. Januar, 14.47 Uhr: Zehntausende ukrainische Familien ohne Strom nach russischen Angriffen auf Butscha

Nach erneuten russischen Angriffen auf die ukrainische Energieinfrastruktur ist bei 56.000 Familien in der Region Butscha der Strom ausgefallen.

Wie das ukrainische Energieministerium am Samstag meldete, betrafen die Ausfälle bei klirrender Kälte hauptsächlich Menschen in Butscha nahe der Hauptstadt Kiew. Wegen "anhaltender massiver Angriffe" sei jedoch in der gesamten Ukraine der Energie-Notstand ausgerufen worden. Auch im Süden des Landes rund um Odessa sei es zu Stromausfällen gekommen.

In mehreren Regionen sei "wegen der Überlastung der Anlagen durch den hohen Verbrauch während der Kälteperiode" der Strom abgeschaltet worden, erklärte das Ministerium weiter. Der Gasversorger Naftogaz berichtete ebenfalls von russischen Angriffen auf seine Anlagen in der Nacht zum Samstag.

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Der Gasversorger Naftogaz musste ebenfalls mit russischen Angriffen kämpfen. (Archivbild)  © Evgeniy Maloletka/AP/dpa

17. Januar, 8.23 Uhr: Selenskyj warnt vor neuen russischen Luftangriffen

Selenskyj warnte in seiner abendlichen Videobotschaft vor neuen massiven russischen Luftangriffen.

Zugleich kritisierte er die westlichen Verbündeten. "Wir reden ehrlich mit den Partnern über die notwendigen Raketen für die Flugabwehr und Flugabwehrsysteme. Die Lieferungen reichen nicht aus", betonte Selenskyj. Kiew dränge die Partnerstaaten zu einer Beschleunigung des Lieferprozesses.

In der Ukraine herrscht seit Tagen starker Frost und in den Nächten sinken die Temperaturen teils auf minus 20 Grad. Zugleich hat das russische Militär durch systematische Raketen- und Drohnenangriffe auf Energieanlagen Ausfälle bei der Versorgung mit Strom und Fernwärme in weiten Landesteilen verursacht. Besonders dramatisch ist die Lage in der Hauptstadt Kiew, in der es seit Tagen zu Notabschaltungen des Stroms kommt.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (47).  © Geert Vanden Wijngaert/AP/dpa

17. Januar, 8.20 Uhr: Abkommen mit Volumen von 690 Milliarden Euro

Die ukrainische Botschafterin in Washington, Olha Stefanischyna, schrieb auf Facebook, bei dem Treffen heute mit US-Vertretern solle an Abkommen über Sicherheitsgarantien und zum "wirtschaftlichen Aufblühen der Ukraine" mit einem Gesamtvolumen von umgerechnet bis zu 690 Milliarden Euro gearbeitet werden.

Bei einem günstigen Verlauf könne es bereits kommende Woche beim Weltwirtschaftsforum in Davos in der Schweiz zu einer Unterzeichnung kommen.

Zur ukrainischen Delegation gehören ihren Worten nach der Sekretär des Sicherheitsrates, Rustem Umjerow, der Leiter des Präsidentenbüros, Kyrylo Budanow, und der Chef der Parlamentsfraktion der Präsidentenpartei Diener des Volkes, David Arachamija. Angaben zu den US-Unterhändlern machte sie nicht. Medienberichten zufolge sollen der US-Sondergesandte Steve Witkoff sowie Trumps Schwiegersohn Jared Kushner dabei sein.

16. Januar, 21.49 Uhr: Laut IAEA Einigung auf Waffenruhe beim AKW Saporischschja

Für die Reparatur einer beschädigten Stromleitung haben die Kriegsgegner Ukraine und Russland zum vierten Mal eine örtliche Waffenruhe unweit des russisch kontrollierten Atomkraftwerks Saporischschja vereinbart.

"Techniker des ukrainischen Stromnetzbetreibers werden voraussichtlich in den kommenden Tagen mit den Reparaturarbeiten an der 330-Kilovolt-Leitung beginnen", teilte die Internationale Atomaufsichtsbehörde (IAEA) in Wien mit. Ein IAEA-Team werde die Arbeiten überwachen.

Die Leitung war demnach vor zwei Wochen infolge von Kämpfen beschädigt worden. Anlagen des stillgelegten AKWs seien nur über die verbliebene 750-Kilovolt-Leitung mit Strom versorgt worden.

Blick auf einen Block des Kernkraftwerks Saporischschja. (Archivbild)  © Victor/XinHua/dpa

16. Januar, 20.35 Uhr: Selenskyj warnt vor neuen massiven russischen Luftangriffen

Vor dem Hintergrund einer Kältewelle und massiven Problemen bei der Energieversorgung hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (47) vor neuen massiven russischen Luftangriffen gewarnt.

"Bitte beachtet die Luftalarme", sagte der Staatschef in seiner abendlichen Videobotschaft.

16. Januar, 19.51 Uhr: Ukraine kündigt Gespräche mit USA für Samstag an

Die Ukraine hat für diesen Samstag Gespräche in den USA über die "zukünftige Sicherheitsarchitektur" und die "langfristige ökonomische Entwicklung" des osteuropäischen Landes angekündigt.

Dabei solle an Abkommen über Sicherheitsgarantien und zum "wirtschaftlichen Aufblühen der Ukraine" mit einem Gesamtvolumen von umgerechnet bis zu 690 Milliarden Euro gearbeitet werden, schrieb die ukrainische Botschafterin in Washington, Olha Stefanischyna, auf Facebook. Als Verhandlungsort nannte sie Miami im Staat Florida.

16. Januar, 16.47 Uhr: Laut Selenskyj erneut Verhandlungsteam unterwegs in die USA

Ukrainische Unterhändler sind nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj (47) unterwegs in die USA. Das ukrainische Team arbeite "trotz allem" aktiv mit Vertretern von US-Präsident Donald Trump (79), teilte Selenskyj mit.

In diesen Tagen seien Treffen geplant. Der US-Präsident hatte in einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters zuletzt die Einschätzung geäußert, dass er Selenskyj für ein größeres Hindernis auf dem Weg zu Frieden hält als Kremlchef Wladimir Putin (73).

Zur ukrainischen Delegation gehören der Sekretär des nationalen Sicherheitsrats Rustem Umjerow, Selenskyjs neuer Kanzleichef Kyrylo Budanow und der Abgeordnete David Arachmija. Kiew erhoffe sich mehr Klarheit sowohl in Bezug auf die Dokumente, die mit der US-Seite vorbereitet worden seien, als auch in Bezug auf eine Rückmeldung Russlands auf die diplomatische Arbeit, sagte Selenskyj.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (47) setzt bei den Friedensverhandlungen weiter auf Trump.  © Geert Vanden Wijngaert/AP/dpa

16. Januar, 14.40 Uhr: Kreml gibt sich offen für Gespräche mit Europäern

Der Kreml sieht in europäischen Aussagen zu einem Dialog mit Russland eine positive Entwicklung. Moskau habe entsprechende Äußerungen insbesondere aus Paris, Rom und sogar Berlin festgestellt, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass zufolge. Das entspreche mit der Moskauer Sichtweise.

Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) hatte bei einem Neujahrsempfang in Halle Hoffnung auf einen Ausgleich mit Russland in der längeren Perspektive ausgedrückt.

Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni sprach sich vor rund einer Woche mit Blick auf die internationalen Bemühungen für ein Ende des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine dafür aus, dass Europa wieder mit Russland spricht.

"Denn wenn Europa beschließt, an dieser Verhandlungsphase teilzunehmen, dabei aber nur mit einer der Konfliktparteien spricht, fürchte ich, dass der positive Beitrag, den es leisten könnte, am Ende begrenzt sein wird", sagte sie.

16. Januar, 10.14 Uhr: Oberbefehlshaber - Ukrainer verringern eigene Verluste

Der ukrainische Oberbefehlshaber Olexander Syrskyj schrieb in einer Bilanz für 2025, es sei gelungen, kritische Durchbrüche des Gegners zu verhindern.

Seiner Einschätzung nach schalte seine Armee jeden Monat mehr russische Soldaten aus, als Moskau mobilisieren könne. Zugleich habe die ukrainische Armee die eigenen Verluste um 13 Prozent verringern können, schrieb Syrskyj ohne nähere Erläuterung.

Die russische Invasion in das Nachbarland wird am 22. Februar in ihr fünftes Jahr gehen.

Generaloberst Olexander Syrskyj (60), Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte.  © Ukrainisches Präsidentialamt/Pool/Planet Pix via ZUMA Press Wire/dpa

16. Januar, 10.13 Uhr: Russische Armee rückt im Gebiet Saporischschja vor

Ebenfalls viele Angriffe gab es weiter südlich bei Huljajpole im Gebiet Saporischschja.

In der Kleinstadt habe die russische Armee weitere Straßenzüge erobert, berichtete der militärnahe ukrainische Blog DeepState.

Damit bleibt es bei dem Bild der vergangenen Monate an der Front: Die russische Armee arbeitet sich langsam vor, erleidet dabei aber hohe Verluste.

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