Ukraine-Krieg: Osterwaffenruhe - hält die Feuerpause diesmal?

❤️
😂
😱
🔥
😥
👏

Ukraine - Ukrainer und Russen feiern das orthodoxe Osterfest. Dafür sollen im Angriffskrieg des Kreml die Waffen schweigen. Kiew hätte gern einen dauerhaften Waffenstillstand. Moskau nennt Bedingungen.

Bilder wie diese aus dem ukrainischen Odessa soll es an diesem Wochenende nicht geben. Es gilt eine 32-Stunden-Waffenruhe.
Bilder wie diese aus dem ukrainischen Odessa soll es an diesem Wochenende nicht geben. Es gilt eine 32-Stunden-Waffenruhe.  © Oleg Grekov/AP/dpa

Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha schrieb auf der Plattform X, es gebe keine Notwendigkeit, die Angriffe wieder aufzunehmen nach Ablauf der Frist. Dagegen betonte Kremlsprecher Dmitri Peskow, dass die Kampfhandlungen nach Ablauf um Mitternacht am Sonntag wieder aufgenommen würden, wenn Selenskyj keine Entscheidung treffe, sich auf die russischen Bedingungen für einen Frieden einzulassen.

Peskow sagte, dass Russland Frieden und keine Waffenruhe wolle. Er meint damit, dass Kiew seine Truppen aus dem ostukrainischen Gebiet Donbass abziehen soll. Moskau kontrolliert bisher den größten Teil des Gebiets, verlangt aber für ein Kriegsende auch die letzten Kilometer inklusive der für Kiew strategisch wichtigen Städte Kramatorsk und Slowjansk.

Selenskyj lehnt solche Gebietsabtretungen als Geschenk an die russischen Besatzer kategorisch ab.

Ukraine-Krieg: Tote nach russischen Angriffen in der Nordostukraine
Ukraine Ukraine-Krieg: Tote nach russischen Angriffen in der Nordostukraine

Alle relevanten Informationen zum Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Newsticker.

11. April, 15.26 Uhr: Osterwaffenruhe - hält die Feuerpause diesmal?

Im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine ist eine kurzzeitige Waffenruhe anlässlich des orthodoxen Osterfests offiziell in Kraft getreten.

Der russische Präsident Wladimir Putin setzte sie für insgesamt 32 Stunden an - und zwar von Samstagnachmittag 16 Uhr Ortszeit (15 Uhr MESZ) bis Mitternacht am Sonntag (23 Uhr MESZ). Der Kreml sprach von einer humanitären Geste, weil der Feiertag sowohl für die Menschen in Russland als auch in der Ukraine eine zentrale Bedeutung habe.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte selbst mehrfach eine solche Osterwaffenruhe vorgeschlagen und stimmte nach Putins Ankündigung am Donnerstagabend auch prompt zu. Allerdings kündigten beiden Seiten an, auf mögliche Verstöße gegen die Waffenruhe antworten zu wollen. Bei den zeitlich begrenzten Feuerpausen in der Vergangenheit hatten sich beide Seiten stets zahlreiche Verstöße vorgeworfen.

Ein Vater hilft seiner Tochter beim Anzünden einer Kerze während der orthodoxen Osterfeier in Charkiw.
Ein Vater hilft seiner Tochter beim Anzünden einer Kerze während der orthodoxen Osterfeier in Charkiw.  © George Ivanchenko/AP/dpa

11. April, 14.27 Uhr: Selenskyj warnt vor Verstößen bei Osterwaffenruhe

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Russland vor möglichen Verstößen gegen die geplante Waffenruhe gewarnt.

Er und Oberbefehlshaber Olexander Syrskyj hätten die Bedingungen festgelegt für ukrainische Reaktionen auf eine etwaige Verletzung der Feuerpause, teilte Selenskyj bei Telegram mit. "Solange es keine russischen Angriffe in der Luft, zu Lande oder auf See gibt, wird es auch keine Reaktionen unsererseits geben", sagte er.

Wolodymyr Selenskyj hofft, dass die Waffenruhe eingehalten wird.
Wolodymyr Selenskyj hofft, dass die Waffenruhe eingehalten wird.  © Danylo Antoniuk/AP/dpa

11. April, 13.12 Uhr: Kiew und Moskau tauschen Gefangene aus

Russland und die Ukraine haben vor Beginn einer geplanten Osterwaffenruhe nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau jeweils 175 Kriegsgefangene freigelassen.

"Zudem wurden sieben Bürger der Russischen Föderation zurückgebracht, die vom Kiewer Regime unrechtmäßig festgehalten wurden", teilte das Ministerium mit. Es handele sich um Einwohner der Region Kursk. Das Ministerium dankte auch den Vereinigten Arabischen Emiraten für die Vermittlung des Gefangenenaustauschs. 

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte wenig später die Aktion. "175 Soldaten. Soldaten der Streitkräfte, Angehörige der Nationalgarde, Grenzschutzbeamte. Soldaten, Unteroffiziere und Offiziere. Und sieben Zivilisten", teilte er bei Telegram mit. 

11. April, 7.51 Uhr: Tote und Verletzte vor Osterwaffenruhe

Vor der angekündigten Waffenruhe für das orthodoxe Osterfest haben Russland und die Ukraine ihre Drohnenangriffe fortgesetzt.

In Odessa am Schwarzen Meer wurden Behörden zufolge mindestens zwei Menschen getötet. Es habe auch Verletzte, Schäden an vielen Wohnhäusern und an einem Kindergarten gegeben, teilte die Verwaltung der ukrainischen Stadt mit. 

Die Stadt Sumy im Nordosten der Ukraine meldete nach russischen Angriffen mindestens 17 Verletzte sowie ebenfalls Schäden an Wohnhäusern, einem Kindergarten und zahlreichen Autos.

Das russische Verteidigungsministerium sprach am Morgen von 99 abgeschossenen ukrainischen Drohnen. Zu Treffern oder Schäden machte das Ministerium keine Angaben.

11. April, 7.45 Uhr: Oster-Waffenruhe im Ukraine-Krieg für 32 Stunden geplant

Ukrainer und Russen feiern das orthodoxe Osterfest. Dafür sollen im Angriffskrieg des Kreml die Waffen ab Samstag 16 Uhr für 32 Stunden schweigen.

Bei den zeitlich begrenzten Feuerpausen in der Vergangenheit hatten sich beide Seiten stets zahlreiche Verstöße vorgeworfen. Deshalb gilt die nun angesetzte Waffenruhe auch als Test für die Bereitschaft der Kriegsparteien, sich bei den Friedensverhandlungen unter US-Vermittlung anzunähern. Bisher ist ein von Selenskyj geforderter dauerhafter Waffenstillstand nicht in Sicht.

10. April, 22.14 Uhr: Ukraine kündigt "Ramstein"-Treffen an - so schnell soll es kommen

Der ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow (35) hat bei einem Telefonat mit seinem deutschen Amtskollegen Boris Pistorius (66, SPD) für den 15. April ein neues Treffen im sogenannten Ramstein-Format vereinbart.

Bei den Gesprächen der Ukraine-Kontaktgruppe solle es darum gehen, wie Russland zu einem Frieden gezwungen werden könne, teilte das Ministerium in Kiew mit.

Der ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow (35) hat das neue Treffen vereinbart.
Der ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow (35) hat das neue Treffen vereinbart.  © Hanna Arhirova/AP/dpa

10. April, 12.33 Uhr: Selenskyj fordert EU-Beitritt von vier Ländern

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) hat der EU geraten, angesichts eines möglichen NATO-Austritts der USA weitere Länder aufzunehmen, um "seine Unabhängigkeit" zu bewahren.

"Wenn die Vereinigten Staaten wirklich darüber nachdenken, sich aus der NATO zurückzuziehen, dann wird die europäische Sicherheit ausschließlich auf der Europäischen Union basieren. Aber nicht in ihrer jetzigen Form. Ich denke, dass die EU in einer Situation ist, in der sie mehr Länder benötigt"; sagte Selenskyj im Podcast "The Rest Is Politics".

Selenskyj hob dabei insbesondere die Aufnahme von Großbritannien, Norwegen, der Türkei und seiner Ukraine hervor. Allein diese Länder hätten gemeinsam eine größere Truppenstärke als Russland. Der ukrainische Präsident forderte deshalb auch, über bisherige Differenzen - etwa bei einem EU-Beitritt der Türkei - hinwegzusehen: "Aber Sicherheit geht vor, Wirtschaft kommt danach."

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48). (Archivbild)
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48). (Archivbild)  © Omar Havana/AP/dpa

10. April, 9.51 Uhr: Großer ukrainischer Drohnenangriff auf Russland

Die Ukraine hat Russland nach Moskauer Militärangaben in der Nacht mit einem massiven Drohnenangriff überzogen.

Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, es seien 151 gegnerische Kampfdrohnen abgewehrt worden. Die Angaben sind nicht unabhängig überprüfbar, doch den Zahlen nach waren die Gebiete Wolgograd an der Wolga und Rostow im Süden Schwerpunkte der Angriffe. Seit Donnerstagabend verhängte die russische Luftfahrtbehörde Rosawiazija an mehr als 25 Flughäfen Einschränkungen des Betriebs.

10. April, 6.12 Uhr: Selenskyj bestätigt Oster-Waffenruhe

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) hat die von Kremlchef Wladimir Putin (73) angekündigte Waffenruhe im Ukraine-Krieg anlässlich des orthodoxen Osterfests bestätigt.

"Wir haben eine Waffenruhe über die Osterfeiertage in diesem Jahr vorgeschlagen und werden entsprechend handeln", schrieb er in sozialen Medien. Die Menschen bräuchten ein Osterfest ohne Bedrohungen und echte Bewegung zum Frieden, und Russland habe die Chance, auch nach Ostern nicht zu Angriffen zurückzukehren.

9. April, 21.34 Uhr: Putin verkündet Oster-Waffenruhe

Der russische Präsident Wladimir Putin (73) hat nach Kremlangaben anlässlich des orthodoxen Osterfests eine Waffenruhe im Krieg gegen die Ukraine verkündet.

Sie soll demnach am Samstag um 16 Uhr (15 Uhr MESZ) beginnen und den gesamten Sonntag andauern. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) hatte zuletzt mehrfach eine Waffenruhe über die Osterfeiertage gefordert.

Anlässlich des orthodoxen Osterfests hat der russische Präsident Wladimir Putin laut Angaben des Kremls eine vorübergehende Waffenruhe im Krieg gegen die Ukraine angekündigt. (Archivbild)
Anlässlich des orthodoxen Osterfests hat der russische Präsident Wladimir Putin laut Angaben des Kremls eine vorübergehende Waffenruhe im Krieg gegen die Ukraine angekündigt. (Archivbild)  © Kristina Solovyeva/TASS via ZUMA Press/dpa

9. April, 16.21 Uhr: Moskau und Kiew tauschen mehr als 1000 Soldatenleichen aus

Russland und die Ukraine haben in ihrem Krieg erstmals seit Februar wieder die Leichen von Soldaten ausgetauscht.

Die ukrainische Seite habe 1000 getötete Soldaten erhalten, Russland dagegen 41 Leichen, sagte der Parlamentsabgeordnete Schamsail Saralijew dem russischen Nachrichtenportal "rbc.ru". Der Politiker ist in der Duma für Fragen der "militärischen Spezialoperation", wie der Krieg in Moskau offiziell genannt wird, zuständig. Zuletzt hatten beide Seiten im Februar Überreste von Toten ausgetauscht.

Mehrere Kühlwagen transportieren die Leichen ukrainischer Soldaten zu einem Austauschgebiet in der Nähe von Nowaja Guta (Belarus), wo der groß angelegte Austausch zwischen Russland und der Ukraine beginnen sollte.
Mehrere Kühlwagen transportieren die Leichen ukrainischer Soldaten zu einem Austauschgebiet in der Nähe von Nowaja Guta (Belarus), wo der groß angelegte Austausch zwischen Russland und der Ukraine beginnen sollte.  © ---/Russian Defense Ministry Press Service/AP/dpa

9. April, 13.18 Uhr: Französischer General sieht permanente russische Bedrohung

Der Generalstabschef der französischen Streitkräfte, Fabien Mandon (56), hat vor einer permanenten russischen Bedrohung in Europa gewarnt.

Mandon sprach im Verteidigungsausschuss der Nationalversammlung von einem "offenen Krieg, der mit Blick auf die Vorbereitung der Armee meine größte Sorge bleibt. Das ist auf unserem Kontinent." Seit vier Jahren würden die Ukrainer auf heldenhafte Weise durchhalten.

Titelfoto: George Ivanchenko/AP/dpa

Mehr zum Thema Ukraine: