Ukraine-Krieg: Selenskyj will Russland mit 40-Tage-Geheimdienstoperation zum Frieden zwingen

Ukraine - Überschattet von Geschichtsstreit zwischen Warschau und Kiew beraten internationale Geber ab heute in Danzig über den Wiederaufbau der von Russland angegriffenen Ukraine.

Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk (69) sichert der Ukraine trotz des Streits Hilfe zu.  © Kay Nietfeld/dpa

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (47) lässt sich in der Ostseestadt von Regierungschefin Julia Swyrydenko vertreten. 

Co-Gastgeber auf polnischer Seite ist Ministerpräsident Donald Tusk (69). Er sagte der Ukraine die Unterstützung Polens trotz des Streits zu.

Für Deutschland reist Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) nach Danzig (Gdansk). Tusk und Merz haben sich erst wenige Stunden vorher beim Treffen von fünf großen europäischen Staaten (E5) am Mittwochabend in Berlin gesehen. 

Ukraine Ukraine-Krieg: US-Außenminister bezichtigt Selenskyj der Lüge

Alle relevanten Informationen zum Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Newsticker.

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25. Juni, 21.37 Uhr: Selenskyj will Russland mit 40-Tage-Geheimdienstoperation zum Frieden zwingen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) hat eigenen Angaben zufolge eine neue Geheimdienstoperation abgesegnet.

Die Operation werde 40 Tage dauern und diene dazu, Russland zum Frieden zu zwingen, schrieb er auf sozialen Netzwerken nach einem Treffen mit dem Chef des Inlandsgeheimdienstes SBU, Jewheni Chmara. Details nannte er nicht.

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Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) hat eine 40-tägige Geheimdienstoperation angekündigt.  © Ludovic Marin/POOL AFP/dpa

25. Juni, 19.10 Uhr: Lukaschenko ruft zu Verhandlungen auf

Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko (71) ruft nach Spekulationen um eine Beteiligung seines Landes am russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine zu Gesprächen auf.

Er habe erst kürzlich eine Delegation des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj (48) empfangen und diesen davor gewarnt, Belarus in den Krieg hineinzuziehen, sagte Lukaschenko bei einem Treffen mit dem Gouverneur des Moskauer Umlands. "Unsere Position ist friedliebend", sagte Lukaschenko der staatlichen Nachrichtenagentur Belta zufolge. "Lasst uns verhandeln, Leute."

Lukaschenko betonte, keine Angriffsabsichten zu haben. Auf der anderen Seite ständen nur Einheiten der ukrainischen Territorialverteidigung. "Werden wir etwa auf diese Maschinenschlosser, Melkerinnen und Arbeiter schießen, die gar nicht gegen die Belarussen kämpfen wollen? Auch wir wollen nicht gegen die Ukrainer kämpfen", betonte der belarussische Staatschef. Darüber habe er in der Vergangenheit auch mit Kremlchef Wladimir Putin (73) geredet. Er sei sogar bereit, die Grenze zu öffnen, damit Ukrainer im belarussischen Grenzgebiet nach Beeren und Pilzen suchen könnten.

Der Machthaber von Belarus, Alexander Lukaschenko (71), appelliert an Russland und die Ukraine.  © Pavel Bednyakov/Pool Ap/dpa

25. Juni, 18.23 Uhr: Ukraine bekommt 3,4 Milliarden Dollar von der Weltbank

Die Ukraine soll nach Angaben von Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko (40) weitere 3,39 Milliarden US-Dollar (knapp drei Milliarden Euro) als Hilfen von der Weltbank bekommen.

Die Abkommen seien bei der Wiederaufbaukonferenz für die Ukraine in Danzig (Gdansk) geschlossen worden, sagte Swyrydenko laut einer Mitteilung. Sie traf dort mit Weltbank-Präsident Ajay Banga (66) zusammen. 

Den Angaben nach sind 2,35 Milliarden US-Dollar Zuschüsse zur Stabilisierung von Staat und Wirtschaft in dem vom Krieg gezeichneten Land. 1,04 Milliarden US-Dollar werden speziell für wirtschaftliche Entwicklung als Kredit gegeben, garantiert durch Großbritannien und Japan.

25. Juni, 16.10 Uhr: Russland wartet auf weiteren Dialog mit USA

Rund eine Woche nach dem G7-Gipfel wartet Moskau nach Worten von Kremlsprecher Dmitri Peskow (58) auf eine Fortsetzung des Dialogs mit den USA.

Man schätze die Bemühungen der amerikanischen Verhandler im Ukraine-Krieg, sagte er der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass zufolge. Aber es sei unmöglich, solche Anstrengungen zu unternehmen, während man auf einer der Seiten in den Krieg verwickelt sei, sagte er. Moskau wisse, dass das US-Verhandlungsteam das gut verstehe. 

Kremlsprecher Dmitri Peskow (58) hat sich zu Wort gemeldet.  © Alexei Nikolsky/AP/dpa

25. Juni, 11.19 Uhr: EU zahlt erste Milliarden aus

Die Ukraine erhält heute die erste Zahlung des 90 Milliarden Euro schweren Unterstützungsdarlehens der EU. Rund drei Milliarden Euro Makrofinanzhilfen würden ausgezahlt, sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bei einer Wiederaufbaukonferenz für die Ukraine in Danzig.

In den kommenden Tagen solle zudem zusätzliches Geld für die Drohnenproduktion an Kiew fließen. "Das ist gelebte Solidarität", betonte von der Leyen.

Von den neuen EU-Finanzhilfen in Höhe von 90 Milliarden Euro sind 60 Milliarden für verteidigungsrelevante Ausgaben vorgesehen. Die Hälfte des Geldes soll bereits in diesem Jahr fließen - weitere 45 Milliarden könnten dann im kommenden Jahr folgen.

Die EU hatte im April den Weg für den Unterstützungskredit freigemacht, nachdem der ehemalige ungarische Ministerpräsident Viktor Orban ihn zuvor monatelang blockiert hatte. Das Geld soll dem Land die Fortsetzung seines Abwehrkampfes gegen die russischen Invasionstruppen ermöglichen und es vor einer Staatspleite bewahren.

Das Finanzierungskonzept sieht vor, das Geld für das Darlehen zu günstigen Konditionen am Kapitalmarkt aufzunehmen. Die Ukraine soll das Geld dann nur zurückzahlen müssen, wenn Russland nach einem Ende seines Angriffskriegs Entschädigungszahlungen für die entstandenen Schäden leistet.

Soldaten des ukrainischen Verteidigungsministeriums stellen an einem ungenannten Ort in der Ukraine Drohnen gegen Russland auf.  © Efrem Lukatsky/AP/dpa

25. Juni, 9.50 Uhr: Russische Behörden - Tote auf Krim und in Russland

Auf der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim sind nach Angaben der von Moskau eingesetzten Behörden mindestens zwei Menschen infolge ukrainischer Angriffe getötet worden.

Eines der Opfer sei minderjährig, teilte der von Russland eingesetzte Krim-Chef Sergej Aksjonow mit. Zwei weitere seien bei der Attacke im Umland von Simferopol verletzt worden. 

In der russischen Grenzregion Brjansk kamen nach Angaben des kommissarischen Gebietsgouverneurs, Jegor Kowaltschuk, ebenfalls zwei Menschen ums Leben. Eine Drohne sei in ein Auto beim Dorf Solowa eingeschlagen und habe den 23 Jahre alten Fahrer und eine 15-jährige Mitfahrerin getötet.

In der südrussischen Region Krasnodar lösten ukrainische Drohnenangriffe nach Behördenangaben Brände aus. Auf dem Gelände eines Öllagers in der Siedlung Poltawskaja sei durch herabstürzende Drohnentrümmer ein Feuer ausgebrochen, schrieb der Zivilschutzstab der Region bei Telegram. Das Öllager war bereits in der vergangenen Woche getroffen worden. Im Kreis Abinski sei zudem ein Feuer auf einem Fabrikgelände durch herabstürzende Drohnentrümmer ausgelöst worden.

Ukrainische Soldaten des Verteidigungsnachrichtendienstes bereiten den Start der Langstreckendrohne An-196 Ljutyj an einem ungenannten Ort in der Ukraine vor. (Archivbild)  © Evgeniy Maloletka/AP/dpa

25. Juni, 6.12 Uhr: Hilfen für Lwiw in der Westukraine

Ein Beispiel für Hilfen nannte der Bürgermeister der westukrainischen Metropole Lwiw, Andryj Sadowyj, in Danzig.

"Wir haben 2,5 Millionen Euro an Unterstützung für Lwiw erhalten und sechs Verträge mit ausländischen Partnern abgeschlossen", teilte er auf der Plattform X mit.

Die Vereinbarungen wurden mit Akteuren aus Litauen, Deutschland, Tschechien, Schweden und Frankreich geschlossen. Sadowyj betonte das gute Verhältnis zu Polen: "Entgegen allem, was man uns in letzter Zeit in der Öffentlichkeit aufzuzwingen versucht, empfängt uns Polen herzlich."

Nach dem russischen Drohnenangriff in Lwiw steigen Feuer und Rauch über dem Stadtzentrum in Lwiw auf.  © Mykola Tys/AP/dpa

25. Juni, 6.08 Uhr: Tusk versucht Streit zu entschärfen

Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk sprach vor der zweitägigen Konferenz in Danzig von 200 Verträgen im Milliardenwert für den Wiederaufbau.

Am Vorabend in Berlin sicherte er der Ukraine ungeachtet des aktuellen Geschichtsstreits anhaltende Unterstützung zu. Trotz der Emotionen stehe man für die Ukraine in deren Konfrontation mit Russland ein, sagte er. 

Der liberale Ministerpräsident bemüht sich seit Tagen, den Streit mit Kiew zu beruhigen, während der rechtskonservative Präsident Karol Nawrocki ihn verschärft hat: Er hat Selenskyj einen hohen polnischen Orden aberkannt. 

Ausgelöst hat den Streit indes Selenskyj. Er benannte eine Armee-Einheit nach ukrainischen Untergrundkämpfern im Zweiten Weltkrieg. Auf deren Konto gehen aber auch Massaker an Zehntausenden Polen und Juden auf dem Gebiet der heutigen Westukraine.

25. Juni, 6.04 Uhr: Krieg zerstörte Milliardenwerte in der Ukraine

Wie in den Jahren zuvor geht es bei der Ukraine Recovery Conference (URC) darum, wie Kriegsschäden an der ukrainischen Infrastruktur repariert werden können und wie der künftige Wiederaufbau aussehen soll.

Russland hat immer wieder Kraftwerke und Energienetze der Ukraine bombardiert. Im vergangenen Winter hatten Millionen Menschen in der Hauptstadt Kiew über Wochen keine Heizung und kaum Strom. Unzählige Wohnhäuser und Betriebe in der Ukraine sind beschädigt oder zerstört.

Ein Bericht der Weltbank, der ukrainischen Regierung und der EU hat die Zerstörungen nach vier Jahren Krieg seit 2022 auf 195 Milliarden US-Dollar (171 Milliarden Euro) geschätzt, die wirtschaftlichen und sozialen Schäden und Ausfälle auf 666 Milliarden Dollar. Für den Wiederaufbau seien in den kommenden zehn Jahren 587 Milliarden US-Dollar nötig, hieß es im Bericht.

Das Gebäude der Regionalverwaltung auf dem Hauptplatz der Frontstadt in der Südukraine ist durch den ständigen russischen Beschuss zerstört worden. (Archivbild)  © Efrem Lukatsky/AP/dpa

24. Juni, 21.45 Uhr: Abschaltung nach Ultimatum zum Abbau von Signalverstäkern?

Nach einem Ultimatum Kiews an Belarus zum Abbau von Signalverstärkern für russische Drohnen ist die Technik ukrainischen Angaben zufolge abgeschaltet worden.

Sie hätten am 22. Juni ihren Betrieb eingestellt, sagte Selenskyj ukrainischen Medien zufolge. Er wisse nicht, ob die Signalverstärker abgebaut worden seien, aber sie arbeiteten nicht mehr.

Selenskyj hatte am Freitag Vorwürfe gegen Minsk erhoben und vom belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko den Abbau gefordert. "Wenn er das nicht macht, machen wir es", sagte Selenskyj.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) hatte zuletzt Vorwürfe gegen Belarus und Machthaber Alexander Lukaschenko (71) erhoben.  © Ludovic Marin/POOL AFP/dpa

24. Juni, 18.43 Uhr: Einst profitiert vom Krieg - für Rheinmetall geht's bergab

Nachdem sich die Hoffnungen auf einen Fregatten-Großauftrag zerschlagen haben, geht es für den einstigen Börsen-Überflieger Rheinmetall bergab.

Noch im Herbst war ein Anteilsschein der Düsseldorfer Waffenschmiede gut 2000 Euro wert gewesen und damit circa 20 Mal so viel wie vor Beginn des Ukraine-Kriegs im Februar 2022. Danach aber ging es schrittweise nach unten - manch Finanzanalyst fragte sich, ob sich der Rüstungskonzern mit seinen prallvollen Auftragsbüchern in diversen Bereichen nicht übernommen hat.

Nun drückte eine Nachricht aus dem hinzugekauften Schiffsbereich die Aktie weiter nach unten.

Rheinmetall hatte noch im Herbst vom Krieg in der Ukraine profitiert, nun ist das Rüstungsunternehmen auf Talfahrt.  © Wolf von Dewitz/dpa

24. Juni, 10.43 Uhr: Erneut Angriffe gegen tiefes Hinterland

Unter Beschuss ist die weit von der Front entfernte Wolgaregion Orenburg in Russland geraten. Der Gouverneur der Region, Jewgeni Solnzew, berichtete von einem schweren Angriff.

"Einige Drohnen wurden über Industrieobjekten in der Stadt abgeschossen", schrieb er in sozialen Netzwerken. Dort seien Katastrophenschutz und Feuerwehr im Einsatz, Verletzte gebe es nicht. Medienberichten zufolge wurde eine Anlage zur Verarbeitung von Erdgas beschossen. Über das Ausmaß der Schäden ist bislang nichts bekannt.

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