Ukraine-Krieg: Selenskyj will wieder Verteidigungsminister auswechseln

Ukraine - Russland hat nach eigenen Angaben auf einer ukrainischen Drohne Navigationsdaten entschlüsselt, die einen angeblich geplanten Angriff auf eine Residenz von Kremlchef Wladimir Putin (73) beweisen sollen.

Wurde ein Angriff auf eine Residenz von Wladimir Putin (73) geplant? Russland will dafür Beweise vorliegen haben.
Wurde ein Angriff auf eine Residenz von Wladimir Putin (73) geplant? Russland will dafür Beweise vorliegen haben.  © Sergei Bulkin/TASS via ZUMA Press/dpa

Die Materialien mit entschlüsselten Routing-Daten in einer Mappe sowie ein Bauteil der Drohne seien einem Vertreter des Militärattachés der US-Botschaft in Moskau übergeben worden, teilte das russische Verteidigungsministerium mit.

Das Ministerium veröffentlichte auch ein Video von dieser ungewöhnlichen Begegnung des Chefs des russischen Militärgeheimdienstes GRU, Igor Kostjukow, mit den Uniformierten.

Die Ukraine bezeichnet die russischen Vorwürfe seit Tagen als Lüge - mit dem Ziel, Schläge gegen Regierungsgebäude in Kiew zu rechtfertigen.

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2. Januar, 21.49 Uhr: Selenskyj will schon wieder Verteidigungsminister auswechseln

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (47) will erneut den Posten des Verteidigungsministers für den Kampf gegen den russischen Angriffskrieg neu besetzen.

Der Vizeregierungschef und Minister für digitale Transformation, Mychajlo Fedorow (34), solle das Amt von Denys Schmyhal (50) übernehmen, kündigte Selenskyj in seiner in Kiew verbreiteten abendlichen Videobotschaft an. Das ukrainische Parlament muss der Personalie zustimmen.

Schmyhal war erst im Sommer als Regierungschefs entlassen und anstelle von Rustem Umjerow als Verteidigungsminister eingesetzt worden. Er solle eine andere, für die Stabilität des Landes nicht weniger wichtige Aufgabe übernehmen, sagte Selenskyj. "Ich habe beschlossen, die Arbeitsweise des Verteidigungsministeriums zu ändern", sagte Selenskyj.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (47) schraubt schon wieder an seinem Kabinett.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (47) schraubt schon wieder an seinem Kabinett.  © Michael Kappeler/dpa

2. Januar, 19.57 Uhr: Kiew ordnet Evakuierung von 3000 Kindern aus Saporischschja und Dnipropetrowsk an

Die ukrainischen Behörden haben die Evakuierung von mehreren tausend Kindern und deren Eltern aus umkämpften Gebieten in den Regionen Saporischschja und Dnipropetrowsk angeordnet.

Wegen der "schwierigen Sicherheitslage" sei beschlossen worden, mehr als 3000 Kinder sowie deren Eltern aus 44 Ortschaften in Sicherheit zu bringen, die an vorderster Front in den Regionen Saporischschja und Dnipropetrowsk liegen, erklärte Wiederaufbauminister Oleksij Kuleba am Freitag im Onlinedienst Telegram.

2. Januar, 17.03 Uhr: Selenskyj bestimmt neuen Chef des Militärgeheimdienstes

Der ukrainische Auslandsgeheimdienstchef Oleh Iwaschtschenko übernimmt in Kiew die Leitung des Militärgeheimdienstes HUR.

Das teilte Präsident Wolodymyr Selenskyj (47) mit, nachdem er den bisherigen HUR-Chef Kyrylo Budanow zum Chef seiner Kanzlei gemacht hat. Der 56 Jahre alte Generalleutnant Iwaschtschenko hatte die Auslandsaufklärung seit 2024 geführt. Er solle in der neuen Aufgabe weiter an der wirtschaftlichen Schwächung Russlands und an der Einschränkung von Moskaus Militärpotenzial arbeiten, teilte Selenskyj in den sozialen Netzwerken mit.

2. Januar, 15.02 Uhr: Viele Verletzte nach Einschlag in Wohngebiet in Charkiw

In der Ukraine sind bei einem Angriff auf die Großstadt Charkiw nach Behördenangaben zahlreiche Menschen verletzt worden. Nach vorläufigen Informationen hätten zwei Raketen ein Wohngebiet getroffen, schrieb Präsident Wolodymyr Selenskyj (47) in sozialen Medien.

Die genaue Zahl der Opfer sei noch unbekannt. Selenskyj warf Russland vor, trotz internationaler diplomatischer Bemühungen das Töten fortzusetzen.

Der Charkiwer Bürgermeister Ihor Terechow schrieb bei Telegram zunächst von 16 Verletzten und erheblichen Schäden nach einem Treffer auf ein Hochhaus.

Ukrainische Soldaten der 48. Artilleriebrigade feuern eine Panzerhaubitze 2s22 Bohdana auf russische Stellungen an der Frontlinie in der Region Charkiw.
Ukrainische Soldaten der 48. Artilleriebrigade feuern eine Panzerhaubitze 2s22 Bohdana auf russische Stellungen an der Frontlinie in der Region Charkiw.  © Yevhen Titov/AP/dpa

2. Januar, 14.55 Uhr: Selenskyj macht Geheimdienstchef zu neuem Büroleiter

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (47) hat Geheimdienstchef Kyrylo Budanow (39) die Leitung des Präsidialamts übertragen.

Budanow wird damit Nachfolger von Andrij Jermak (54), der nach Hausdurchsuchungen der Korruptionsbehörden Ende November zurückgetreten war. Selenskyj berichtete in den sozialen Medien über eine Sitzung mit Budanow, in der er ihm den Posten angeboten habe.

Budanow leitete bisher den Militärgeheimdienst HUR. Selenskyj teilte mit, die Ukraine müsse sich stärker auf Sicherheitsfragen, die Entwicklung der Verteidigungs- und Sicherheitskräfte und den diplomatischen Weg der Verhandlungen konzentrieren.

Geheimdienstchef Kyrylo Budanow (39) übernimmt die Leitung des Präsidialamts.
Geheimdienstchef Kyrylo Budanow (39) übernimmt die Leitung des Präsidialamts.  © Uncredited/Ukrainian Presidential Press Office via AP/dpa

2. Januar, 12.16 Uhr: USA wissen über Drohnenangriffe Bescheid

Putin hatte am Montag auch US-Präsident Donald Trump über die Drohnenangriffe informiert.

Der Kreml erklärte, dass Russland zwar nicht aussteigen wolle aus den von Trump angestoßenen Verhandlungen über eine Beendigung des Krieges, aber eine härtere Position einnehmen werde. Kiew und Moskau werfen sich gegenseitig vor, den Vorfall zu benutzen, um die Friedensverhandlungen zu stören.

Unstrittig ist, dass die Ukraine in ihrem Kampf gegen Putins Angriffskrieg täglich auch russische Ziele angreift. Zweifel gibt es aber an der russischen Darstellung, dass Putins Residenz das Ziel gewesen sein soll.

Ein Mann in Tarnkleidung steht neben einer abgeschossenen Drohne, deren Ziel die Putin-Residenz gewesen sein soll.
Ein Mann in Tarnkleidung steht neben einer abgeschossenen Drohne, deren Ziel die Putin-Residenz gewesen sein soll.  © Uncredited/Russian Defense Ministry Press Service/AP/dpa

1. Januar, 15.57 Uhr: Ukrainischer Geheimdienst täuschte Tod von Milizenführer vor

Der ukrainische Militärgeheimdienst HUR hat Ende Dezember den Tod eines russischen Milizenführers fingiert, der in der Ukraine gegen Moskaus Truppen kämpft.

Geheimdienstchef Kyrylo Budanow zeigte am Neujahrstag in einem Video den totgeglaubten Denis Kapustin, Chef des russischen Freiwilligenkorps RDK. Es kämpft an der Seite ukrainischer Truppen gegen die russische Invasion.

1. Januar, 15.24 Uhr: Russische Besatzung meldet mehr als 24 Tote durch Beschuss

Im russisch kontrollierten Teil des Gebiets Cherson sollen der Besatzungsverwaltung zufolge mehr als 24 Menschen bei einem ukrainischen Drohnenangriff getötet worden sein.

Ein Café im Dorf Chorly am Schwarzen Meer sei von drei Drohnen getroffen worden, als dort Silvester gefeiert wurde, teilte Verwaltungschef Wladimir Saldo auf Telegram mit. Er sprach morgens zunächst von 24 Toten, sagte aber später, dass die Zahl höher liege. Weitere mindestens 25 Menschen seien verletzt wurden.

1. Januar, 13.04 Uhr: Ukraine setzt zwei neue Patriot-Flugabwehrsysteme ein

Die Ukraine hat nach Militärangaben mit deutscher Hilfe zwei weitere leistungsstarke Flugabwehrsysteme vom Typ Patriot erhalten.

Die Waffen seien bereits zum Schutz ukrainischer Städte und wichtiger Infrastruktur in Einsatz, teilte das Verteidigungsministerium in Kiew mit. Nach Angaben von Verteidigungsminister Denys Schmyhal sei dies möglich geworden "dank der jüngsten Vereinbarungen mit der deutschen Regierung".

Das Bundesverteidigungsministerium hatte im vergangenen August die schrittweise Lieferung von Komponenten für zwei Patriot-Systeme angekündigt. Deutschland werde im Gegenzug von den USA bevorzugt und schnell mit Patriots der neuesten Generation beliefert, hieß es damals. Norwegen kündigte im Sommer an, die Lieferung der zwei Systeme an Kiew finanziell zu unterstützen.

Wolodymyr Selensky ,kann sich über zwei Flugabwehrraketensysteme vom Typ "Patriot" freuen. (Archivbild)
Wolodymyr Selensky ,kann sich über zwei Flugabwehrraketensysteme vom Typ "Patriot" freuen. (Archivbild)  © Jens Büttner/dpa

1. Januar, 7.28 Uhr: Laut CIA kein Angriff Kiews auf Putins Residenz

Der US-Geheimdienst CIA hat Medienberichten zufolge die Erkenntnis erlangt, dass die Ukraine weder den russischen Präsidenten Wladimir Putin ins Visier genommen noch eine seiner Residenzen angegriffen hat.

Das berichteten das "Wall Street Journal" sowie die Sender PBS und CNN unter Berufung auf namentlich nicht genannte Vertreter der US-Regierung. Damit widerspricht der US-Auslandsgeheimdienst schweren Vorwürfen aus Moskau vom Montag.

Zunächst hatte auch Präsident Donald Trump nach einem Gespräch mit Putin die Ukraine wegen des angeblichen Angriffs kritisiert.

Titelfoto: Michael Kappeler/dpa

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