Ukraine-Krieg: Staatschef unter Druck - Präsidentenwahl im Mai?

Ukraine - Der Präsident der von russischen Luftangriffen geplagten Ukraine, Wolodymyr Selenskyj (48), hat Veränderungen bei der Organisation der Flugabwehr angekündigt.

Der Präsident der Ukraine, Wolodymyr Selenskyj (48), kündigte Änderungen bei der Flugabwehr an.  © Sergei Grits/AP/dpa

"In einigen Regionen wird die Arbeitsweise der Teams komplett umstrukturiert", das betreffe Abfangjäger, mobile Feuergruppen und den gesamten Komplex der lokalen Flugabwehr, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft.

Entsprechende Anordnungen seien bei einer Beratung mit der Militärführung getroffen worden.

Die Ukraine leidet schwer unter den anhaltenden russischen Drohnen- und Raketenangriffen.

Ukraine Soldat wird für tot erklärt und beerdigt: Familie trauert, dann klingelt das Telefon

Mitten im Winter bei tiefstem Frost ist die Strom- und Wärmeversorgung vieler Städte im Land massiv beeinträchtigt. Millionen Ukrainer müssen täglich stundenlang ohne Heizung und Strom auskommen.

Alle relevanten Informationen zum aktuellen Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Newsticker.

Anzeige

11. Februar, 10.45 Uhr: taatschef unter Druck - Präsidentenwahl im Mai?

Einem Bericht der "Financial Times" zufolge plant der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj unter Druck der USA, eine Präsidentenwahl und ein Friedensreferendum für den 15. Mai anzusetzen.

Die britische Zeitung beruft sich auf ukrainische und westliche Verantwortliche, die mit den Überlegungen vertraut seien, zitiert aber nicht Selenskyj selbst.

Demnach könnte Selenskyj am 24. Februar, dem vierten Jahrestag der russischen Invasion, die Wahl ausrufen. Dann solle im Mai parallel über das Staatsoberhaupt und eine bis dahin zu erreichende Friedensregelung mit Russland abgestimmt werden.

Der ukrainische Präsident hat bereits das Parlament beauftragt, die nötigen Gesetzesänderungen für eine Wahl zu Kriegszeiten vorzubereiten. Er berichtete vergangene Woche auch von Druck der US-Administration, den Krieg bis zum Sommer zu beenden

Anzeige
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj könnte Präsidentenwahl für den 15. Mai ansetzen.  © Mindaugas Kulbis/AP/dpa

11. Februar, 8.58 Uhr: Vier Tote durch russischen Drohnenangriff bei Charkiw

Durch einen russischen Drohneneinschlag sind im ukrainischen Gebiet Charkiw nach Behördenangaben vier Menschen getötet worden.

Drei Kleinkinder und ein 34-jähriger Mann seien tot aus den Trümmern eines Hauses geborgen worden, teilte Gebietsgouverneur Oleh Synjehubow auf Telegram mit. Außerdem seien eine schwangere Frau (35) und eine 73-Jährige verletzt worden. Angegriffen wurde die Kleinstadt Bohoduchiw nordwestlich von Charkiw.

In der Großstadt Saporischschja trafen russische Drohnen nach Angaben der Regionalverwaltung Teile des Stromnetzes. Für 11.000 Haushalte sei der Strom ausgefallen. Die ukrainische Luftwaffe ortete nach eigenen Angaben in der Nacht 120 russische Drohnen, von denen 112 ausgeschaltet worden seien.

11. Februar, 6.25 Uhr: Energie bleibt Dauerthema

Die anhaltenden Energieprobleme thematisierte Selenskyj in seiner Rede ebenfalls.

So dankte er zunächst dem Katastrophenschutz, den internationalen Partnern der Ukraine für ihre Hilfslieferungen und den vielen Elektrikern der Stromkonzerne, die versuchten, die riesigen Schäden zumindest teilweise wieder zu beheben.

Es gab aber auch Kritik an regionalen Verwaltungen, die nach Angaben Selenskyjs Probleme nicht rechtzeitig gemeldet und damit vergrößert haben. Neben Kiew, mit dessen Bürgermeister Vitali Klitschko Selenskyj seit geraumer Zeit immer wieder öffentliche Konflikte austrägt, kritisierte der Staatschef auch die Lage in Ochtyrka (Gebiet Sumy) und in seiner Heimatstadt Krywyj Rih.

Arbeiter reparieren an einem zerstörten Kraftwerk des Unternehmens DTEK nach einem russischen Raketenangriff auf die Energieversorgung des Landes.  © Sergei Grits/AP/dpa

10. Februar, 12.54 Uhr: Macron will Dialog mit Putin - Kreml ist bereit

Europa muss auf der Suche nach einer Friedenslösung im Ukraine-Krieg nach Überzeugung von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron wieder direkt mit Kremlchef Wladimir Putin sprechen.

Die Diskussionen mit Russland könne Europa nicht an die Amerikaner delegieren, sagte Macron im Interview mehrerer europäischer Zeitungen, darunter die "Süddeutsche Zeitung" und "Le Monde". "Es muss möglich sein, den Dialog mit Russland wieder aufzunehmen. Warum? Weil an dem Tag, an dem wir Frieden haben, dieser Frieden auch Europa betreffen wird", sagte Macron. "Wir haben die Diskussionskanäle auf einer technischen Ebene wiederhergestellt." Nötig sei ein gut organisierter europäischer Ansatz. Es dürfe nicht zu viele Gesprächspartner geben, sagte Macron auf die Frage, ob er es sei, der mit Putin reden wolle.

Russland ist nach Kremlangaben bereit zur Wiederaufnahme des Dialogs mit Frankreich auf Ebene der Präsidenten.

10. Februar, 6.07 Uhr: Ukraine kann auf EU-Hilfe für Ausbildungsstützpunkte hoffen

Die Ukraine kann bei der geplante Modernisierung von Ausbildungszentren für ihre Streitkräfte auf Unterstützung der EU hoffen.

Bei einem EU-Verteidigungsministertreffen an diesem Mittwoch sollten Optionen für zwei Einrichtungen im Westen des von Russland angegriffenen Landes besprochen werden, sagte eine ranghohe EU-Beamtin in Brüssel. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas werde um politische und finanzielle Unterstützung für das Projekt bitten.

Bei einem EU-Verteidigungsministertreffen in Brüssel soll es am Mittwoch um die militärische Unterstützung für die Ukraine gehen. (Archivbild)  © -/Ukrinform/dpa

10. Februar, 6.05 Uhr: Selenskyj verspricht Hausbesitzern Hilfe beim Generatorenkauf

Angesichts der Zerstörungen im ukrainischen Stromnetz wird die Kiewer Regierung Hausbesitzer bei der Anschaffung von Generatoren und anderen Energiequellen unterstützen.

Das kündigte Präsident Wolodymyr Selenskyj nach einer Beratung mit Regierungschefin Julija Swyrydenko an. Für Eigentümergemeinschaften von Mehrfamilienhäusern wie für Besitzer von Einfamilienhäusern solle der Kauf einer autonomen Stromversorgung erschwinglicher werden, sagte Selenskyj abends in seiner Videobotschaft.

Das Energienetz der Ukraine ist zerschossen, Reparaturen werden dauern. Die Regierung kündigt Hilfen an.  © -/Ukrainian Presidency/dpa

9. Februar, 13.27 Uhr: Lawrow kritisiert US-Vorgehen bei Ukraine-Verhandlungen

Bei den Verhandlungen über eine mögliche Beendigung des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine hat der russische Außenminister Sergej Lawrow den USA indirekt Wortbruch vorgeworfen.

Kremlchef Wladimir Putin und US-Präsident Donald Trump hätten sich bei ihrem Treffen in Alaska im August auf Prinzipien für eine Lösung geeinigt, die Washington nun aber ablehne, sagte Lawrow in einem auf der Seite des Ministeriums veröffentlichten Interview mit dem Portal "Brics TV". "Jetzt sind sie nicht bereit", sagte Lawrow.

9. Februar, 13.26 Uhr: 100.000 Menschen im westrussischen Belgorod ohne Wasser

In der westrussischen Großstadt Belgorod ist nach Angriffen aus der benachbarten Ukraine laut Behörden die Wasserversorgung teilweise zusammengebrochen.

Am Morgen sei an zwei Wasserentnahmestellen die Stromzufuhr ausgefallen, teilte die Stadtverwaltung auf sozialen Netzwerken mit. Daher gebe es Probleme in den nördlichen und zentralen Stadtvierteln Belgorods. Ohne Wasser seien derzeit rund 100.000 Menschen, sagte Bürgermeister Walentin Demidow.

9. Februar, 7.40 Uhr: Russische Angriffe in der Ukraine fordern das Leben eines Kindes

In der Nacht führten erneute russische Angriffe in der ostukrainischen Region Charkiw zu Toten und Verletzten.

Bei einer Drohnenattacke auf ein Wohnviertel der grenznahen Kleinstadt Bohoduchiw sei ein Haus vollständig zerstört worden, teilte der ukrainische Katastrophenschutz bei Telegram mit. "Aus den Trümmern wurden zwei Leichen geborgen: die einer Frau und eines zehnjährigen Jungen." Außerdem seien drei weitere Personen verletzt worden.

Häuser wurden zerstört, Menschen kamen ums Leben bei dem Drohnenangriff in der Region Charkiw. (Archivbild)  © Uncredited/Ukrainian Emergency Service/dpa

8. Februar, 20.43 Uhr: Erste Drohne aus Produktion in Deutschland laut Selenskyj schon im Februar

Mitte Februar erwartet die Ukraine die ersten ukrainischen Drohnen aus einer Produktionsstätte in Deutschland.

"Ich werde die erste Drohne erhalten. Das ist eine Produktionslinie, die bereits arbeitet", sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bei einem Auftritt vor Studentinnen und Studenten in Kiew. Auch in Großbritannien gebe es bereits eine funktionierende Produktion mit "unserer ukrainischen Technologie".

Bald schon sollen erste Drohnen aus Deutschland in der Ukraine eintreffen, so Präsident Wolodymyr Selenskyj (48).  © -/Ukrainian Presidency/dpa

8. Februar, 16.55 Uhr: Russland greift Kiew wieder mit ballistischen Raketen an

Das russische Militär hat erneut Ziele in der ukrainischen Hauptstadt Kiew mit ballistischen Raketen angegriffen.

"Explosionen in der Hauptstadt. [...] Die Flugabwehr ist aktiv", schrieb Bürgermeister Vitali Klitschko am frühen Abend bei Telegram. Im Zentrum der Dreimillionenstadt waren gut ein halbes Dutzend Explosionen vernehmbar.

Mehr zum Thema Ukraine: