Ukraine-Krieg: Tote und Verletzte bei russischen Angriffen

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Ukraine - Der scheidende deutsche Botschafter in Moskau, Alexander Graf Lambsdorff (59), sieht bei Russlands Staatschef Wladimir Putin (73) weiter "keinen ernsthaften Willen zu Verhandlungen" über ein Ende des Kriegs gegen die Ukraine.

Alexander Graf Lambsdorff (59), der immer wieder den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine kritisiert hatte, verabschiedet sich an diesem Dienstag aus Moskau.
Alexander Graf Lambsdorff (59), der immer wieder den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine kritisiert hatte, verabschiedet sich an diesem Dienstag aus Moskau.  © Ulf Mauder/dpa

"Putin wirkt sehr entschlossen, den Krieg fortzuführen, um ihn zu gewinnen", sagte Lambsdorff laut Vorabmeldung vom Freitag in einem Interview mit dem Magazin "Der Spiegel".

Lambsdorff warnte, in Moskau redeten derzeit "immer mehr Menschen" über eine zweite mögliche Mobilmachung wehrfähiger Männer nach der Duma-Wahl im September. "Auch ich befürchte, dass noch mal Russen im größeren Maßstab eingezogen werden könnten", fügte der Diplomat hinzu.

Lambsdorff gibt diese Woche nach drei Jahren seinen Botschafterposten in Russland auf, um in Kürze nach Israel zu wechseln. Von Russland verabschiedet er sich mit Sorge.

Ukraine-Krieg: Drohnen über der Ukraine und Russland
Ukraine Ukraine-Krieg: Drohnen über der Ukraine und Russland

Er sei zwar Optimist, könne aber "momentan nur pessimistisch auf Russlands nahe Zukunft schauen", sagte er. Lambsdorff beklagte, Kritikerinnen und Kritiker der russischen Führung würden zunehmend "drangsaliert". "Es ist fürchterlich, eine schleichende Re-Stalinisierung", kritisierte Lambsdorff.

Alle relevanten Informationen zum Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Newsticker.

17. Juli, 15.44 Uhr: Tote und Verletzte bei russischen Angriffen

In der Ukraine sind bei russischen Drohnen- und Raketenangriffen nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj erneut mehrere Menschen getötet und verletzt worden.

"In Odessa wurden zwei Menschen getötet, als Folge des nächtlichen russischen Raketenangriffs auf ein Wohngebäude", teilte Selenskyj auf der Plattform X mit. Es gebe auch fünf Verletzte. Bei einem Luftangriff in der ebenfalls im Süden gelegenen Region Saporischschja seien zwei Menschen getötet und fünf weitere verletzt worden.

Insgesamt habe der Feind in der Nacht mehr als 130 Drohnen und acht Raketen eingesetzt, sagte Selenskyj. Betroffen gewesen seien mehrere Regionen. Gegen die Region Sumy im Nordosten habe Russland 15 Gleitbomben eingesetzt. Es gebe einen Verletzten. Wohnhäuser und andere zivile Infrastruktur seien beschädigt worden.

Später teilte Selenskyj mit, die ukrainischen Streitkräfte hätten bei Gegenangriffen einen russischen Langstreckenbomber vom Typ Tu-95 in der Stadt Engels im Gebiet Saratow zerstört - rund 800 Kilometer von der Grenze entfernt. Eine Bestätigung von russischer Seite gab es dafür nicht. Russland nutzt die strategischen Bomber für Luftangriffe auf die Ukraine.

In Odessa wurden bei den jüngsten russischen Angriffen zwei Menschen getötet.
In Odessa wurden bei den jüngsten russischen Angriffen zwei Menschen getötet.  © Jussi Nukari/Lehtikuva/dpa

17. Juli, 10 Uhr: Scheidender deutscher Botschafter in Moskau sieht keinen Friedenswillen bei Putin

Der scheidende deutsche Botschafter in Moskau, Alexander Graf Lambsdorff, sieht bei Russlands Staatschef Wladimir Putin weiter "keinen ernsthaften Willen zu Verhandlungen" über ein Ende des Kriegs gegen die Ukraine.

"Putin wirkt sehr entschlossen, den Krieg fortzuführen, um ihn zu gewinnen", sagte Lambsdorff laut Vorabmeldung vom Freitag in einem Interview mit dem Magazin "Der Spiegel".

Lambsdorff warnte, in Moskau redeten derzeit "immer mehr Menschen" über eine zweite mögliche Mobilmachung wehrfähiger Männer nach der Duma-Wahl im September. "Auch ich befürchte, dass noch mal Russen im größeren Maßstab eingezogen werden könnten", fügte der Diplomat hinzu.

16. Juli, 20.39 Uhr: Selenskyj schlägt Geheimdienstler als Verteidigungsminister vor

In der Ukraine hat Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) den Geheimdienstler Jewhenij Chmara als neuen Verteidigungsminister vorgeschlagen.

Die Kandidatur werde bald im Parlament eingereicht, teilte der Staatschef auf Telegram mit. Bis zur Absolvierung aller rechtlichen Verfahren werde Chmara das Ministerium geschäftsführend leiten.

Gemäß Verfassung hat der Präsident das Vorschlagsrecht für den Posten des Verteidigungsministers. Zuvor war Mychajlo Fedorow als Verteidigungsminister entlassen worden.

Chmara leitete den Geheimdienst SBU seit Januar geschäftsführend. Er gilt als Experte für Drohneneinsätze im russischen Hinterland und hat den Rang eines Generalmajors inne. Dem ukrainischen Gesetz nach muss der Minister jedoch ein Zivilist sein.

Mitten im Krieg mit Russland wird im Rahmen eines Regierungsumbaus auch der Verteidigungsminister ausgewechselt. Präsident Selenskyj (48) legt sich nun auf einen Profi für Drohneneinsätze fest.
Mitten im Krieg mit Russland wird im Rahmen eines Regierungsumbaus auch der Verteidigungsminister ausgewechselt. Präsident Selenskyj (48) legt sich nun auf einen Profi für Drohneneinsätze fest.  © Teresa Suarez/POOL EPA/AP/dpa

16. Juli, 16.55 Uhr: Polen fängt dritten Tag in Folge russische Flugzeuge ab

Die polnische Luftwaffe hat nach Militärangaben drei Tage in Folge russische Kampfflugzeuge über der Ostsee abfangen müssen.

"Die Russen testen erneut die Leistungsfähigkeit unserer Flugabwehrsysteme", schrieb Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz auf dem Portal X.

Demnach fingen zwei polnische Maschinen aus Malbork (früher Marienburg) zunächst zwei russische Kampfjets vom Typ Suchoi Su-30 ab. Dann sei ein russisches Aufklärungsflugzeug etwa 30 Kilometer vor der pommerschen Ostseeküste bei Jastrebia Gora gesichtet worden.

Die polnischen Flieger hätten die Iljuschin Il-20 weiter aufs Meer hinaus eskortiert, wo schwedische Jets die Begleitung übernommen hätten. Der polnische Luftraum sei in beiden Fällen nicht verletzt worden, teilte der Verteidigungsminister mit.

Russische Jets vor Polens Küste, polnische Piloten im Einsatz – wie gefährlich sind solche Zwischenfälle in der Luft?
Russische Jets vor Polens Küste, polnische Piloten im Einsatz – wie gefährlich sind solche Zwischenfälle in der Luft?  © Vitaliy Timkiv/AP/dpa

16. Juli, 16.53 Uhr: Ukrainisches Parlament bestätigt neue Regierung

Im Rahmen eines von Präsident Wolodymyr Selenskyj eingeleiteten Kabinettumbaus hat das ukrainische Parlament einer neuen Regierung zugestimmt.

Für die insgesamt 16 Minister stimmte eine deutliche Mehrheit von 264 Abgeordneten. 226 wären notwendig gewesen. Die Kandidaturen wurden vom kurz vorher bestätigten Regierungschef Serhij Korezkyj vorgestellt und in einem Paket zur Abstimmung gestellt.

Ausgenommen sind der Außen- und der Verteidigungsminister. Für diese hat Selenskyj gemäß Verfassung das Vorschlagsrecht. Erwartet wird, dass der bisherige Außenminister Andrij Sybiha seinen Posten behält.

Für die Leitung des Verteidigungsressorts ist Ex-Innenminister Ihor Klymenko im Gespräch. Der bisherige Amtsinhaber Mychajlo Fedorow hofft jedoch vor dem Hintergrund von Demonstrationen zu seiner Unterstützung, dass Selenskyj sich erneut für ihn ausspricht.

16. Juli, 15.32 Uhr: Proteste überschatten Wahl der neuen Regierung

Begleitet von Protesten vor allem in Kiew hat das ukrainische Parlament, die Werchowna Rada, mit der Wahl einer neuen Regierung begonnen.

Für die Ernennung von Ministerpräsident Serhij Korezkyj stimmte eine deutliche Mehrheit von 289 Abgeordneten. Korezkyj, der bislang den staatlichen Energiekonzern Naftogaz leitete, soll das Land vor allem auf den nächsten Winter vorbereiten.

Korezkyjs Ernennung lief weitgehend geräuschlos ab, aber die im Raum stehende Ablösung des populären Verteidigungsministers Mychajlo Fedorow gerät zur Schlammschlacht. Die Ukraine droht sich im Abwehrkampf gegen Russland damit selbst zu schwächen.

16. Juli, 15.30 Uhr: Scheidender Verteidigungsminister bestätigt Konflikt mit Armeeführung

In der Ukraine hat der populäre scheidende Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow (35) einen Konflikt mit der Armeeführung bestätigt.

"Wir mussten feststellen, dass alle unsere Initiativen blockiert wurden und (Oberbefehlshaber Olexander) Syrskyj nicht bereit ist, offen und direkt über die Probleme zu sprechen", sagte Fedorow in Kiew.

Er warf Syrskyj vor, intrigiert zu haben. Syrskyj habe Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) ultimativ vor die Wahl gestellt, sich zwischen ihm - Fedorow - und Syrskyj zu entscheiden.

Gleichzeitig erklärte Fedorow aber auch, dass er selbst eine Ablösung von Syrskyj und Generalstabschef Andrij Hnatow angestrebt habe. "Wir haben keine andere Wahl, wenn wir den Feind asymmetrisch mit minimalen Verlusten besiegen wollen", begründete er das Vorhaben.

Fedorow machte noch einmal deutlich, dass er auf die Weiterentwicklung der Drohnentruppen setze. Seit mehreren Wochen erzielen die ukrainischen Drohneneinheiten teils spektakuläre Erfolge mit Angriffen auf Ziele tief im russischen Hinterland.

16. Juli, 15.04 Uhr: Kriegsparteien tauschen weitere Soldatenleichen aus

Die Ukraine und Russland haben inmitten laufender Kampfhandlungen erneut Leichen gefallener Soldaten ausgetauscht.

Kiew habe 501 Soldatenleichen erhalten, teilte der Stab für Kriegsgefangenenbelange bei Telegram mit. Moskau sind Medienberichten zufolge wiederum die Überreste von 31 russischen Soldaten übergeben worden.

Seit Anfang 2025 hat die Ukraine damit fast 21.000 Gefallene zurückerhalten. Gleichzeitig wurden Russland nur etwas über 660 Soldatenleichen übergeben.

Der massive Unterschied wird mit dem stetigen Vorrücken der russischen Armee erklärt, bei dem die ukrainischen Truppen ihre Toten nur zum Teil bergen können.

Der Krieg zwischen Russland und der Ukraine dauert bereits über vier Jahre - und er ist verlustreich.
Der Krieg zwischen Russland und der Ukraine dauert bereits über vier Jahre - und er ist verlustreich.  © Tass/TASS via ZUMA Press/dpa

16. Juli, 14.50 Uhr: Postenwechsel in Kiew - Nato erwartet keine Kursänderung

Nato-Generalsekretär Mark Rutte (59) erwartet durch die Neubesetzung des Postens des ukrainischen Verteidigungsministers keine großen Änderungen an der Strategie im Abwehrkampf gegen Russland.

Rutte sagte der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel, er gehe davon aus, dass der nächste Verteidigungsminister der künftigen Regierung unter Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) den Kurs von Mychajlo Fedorow fortsetzen werde.

Im Abwehrkampf gegen die russischen Invasionstruppen stünden die Ukrainer heute deutlich besser da als noch Anfang des Jahres. "Schauen Sie sich die Front an: Die Russen erzielen zwar weiterhin kleinere Geländegewinne, aber deutlich geringere als noch vor vier oder fünf Monaten", sagte er.

Gleichzeitig gelinge es auch den Ukrainern, den Russen wieder Gelände abzunehmen. Rutte verwies zudem darauf, dass die Ukrainer den russischen Streitkräften nach wie vor Monat für Monat erhebliche Verluste zufügten, die zwischen 25.000 und 35.000 Toten oder Verwundeten lägen.

"Wenn Sie ein junger russischer Mann sind und darüber nachdenken, sich dem Krieg anzuschließen, könnten Sie schon in diesem oder im nächsten Monat zu diesen rund 30.000 gehören", warnte er in Richtung Russland.

Ändert die Ukraine mit einem neuen Verteidigungsminister die Strategie im Abwehrkampf gegen Russland? Im Brüssel Nato-Hauptquartier wird nicht damit gerechnet. Mark Rutte (59) verweist auf die Lage.
Ändert die Ukraine mit einem neuen Verteidigungsminister die Strategie im Abwehrkampf gegen Russland? Im Brüssel Nato-Hauptquartier wird nicht damit gerechnet. Mark Rutte (59) verweist auf die Lage.  © Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa

16. Juli, 14.49 Uhr: Ukraine attackiert Großstadt und Öldepots an der Wolga

Ukrainische Drohnen sind nach Angaben der örtlichen Behörden in ein Wohnhaus der südrussischen Großstadt Engels an der Wolga eingeschlagen.

Schrieb Gouverneur Roman Bassurgin zunächst in sozialen Netzwerken, dass es keine Verletzten gebe, teilte die Staatsanwaltschaft später mit, dass Menschen zu Schaden gekommen seien. Details gab die Behörde nicht bekannt.

Medienberichten zufolge haben die Drohnen zudem ein Feuer auf dem Militärflugplatz der dort stationierten Bomberflotte ausgelöst. Das Ausmaß der Schäden ist unbekannt. Offizielle Stellen haben diese Berichte bislang nicht bestätigt.

Titelfoto: Jussi Nukari/Lehtikuva/dpa

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