Ukraine-Krieg: Tote und Verletzte nach russischen Attacken

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Ukraine - Russland hat die ukrainische Hauptstadt Kiew erneut mit ballistischen Raketen angegriffen.

Ukrainische Einsatzkräfte mussten nach russischen Angriffen mehrere Brände im Raum Kiew bekämpfen.
Ukrainische Einsatzkräfte mussten nach russischen Angriffen mehrere Brände im Raum Kiew bekämpfen.  © Tetiana DZHAFAROVA / AFP

Es gebe Explosionen in der Stadt, schrieb Bürgermeister Vitali Klitschko in der Nacht auf der Plattform Telegram. Er forderte die Einwohner auf, in Schutzräumen zu bleiben. In zwei Stadtbezirken gebe es Brände, die Feuerwehr sei vor Ort. 

Die ukrainische Luftwaffe berichtete auf Telegram darüber hinaus von mehreren Angriffen mit Raketen, Gleitbomben und Drohnen auf andere Landesteile, unter anderem verstärkt auf die Industriestädte Krementschuk und Krywyj Rih.

Russland meldete unterdessen massive ukrainische Drohnenangriffe auf die Region Moskau. 

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Alle relevanten Informationen zum Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Newsticker.

16. August, 10.56 Uhr: Tote und Verletzte nach russischen Attacken

Bei neuen russischen Luftangriffen in der Ukraine sind nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj mindestens drei Menschen getötet und mehr als 20 weitere verletzt worden.

Allein in der südlichen Industriestadt Krywyj Rih gab es nach einer Attacke mit ballistischen Raketen zwei Tote und 14 Verletzte, wie Selenskyj, der von dort stammt, bei Telegram mitteilte. Ein Mensch sei auch in Sumy im Nordosten des Landes getötet worden. In der Hauptstadt Kiew und Umgebung seien sechs Menschen verletzt worden bei den russischen Angriffen.

"Die Rettungsdienste sind an den Orten der morgendlichen und nächtlichen russischen Angriffe im Einsatz", sagte Selenskyj. In Kiew seien die Brände zügig gelöscht worden. Getroffen wurde in der ukrainischen Hauptstadt auch ein Büchermarkt. "Überall, wo die Russen mit ihren Raketen hinreichen, greifen sie die zivile Infrastruktur an", erklärte der Präsident. Er warnte vor einer weiteren Angriffswelle.

Der Buchhändler Alexander Bahlai beobachtet, wie Feuerwehrleute nach einem russischen Raketenangriff auf Kiew am frühen Sonntagmorgen versuchen, einen Brand auf einem städtischen Buchmarkt zu löschen.
Der Buchhändler Alexander Bahlai beobachtet, wie Feuerwehrleute nach einem russischen Raketenangriff auf Kiew am frühen Sonntagmorgen versuchen, einen Brand auf einem städtischen Buchmarkt zu löschen.  © Francisco Seco/AP/dpa

16. August, 7.10 Uhr: Ukraine greift Moskau mit 600 Drohnen an

Die Ukraine hat die Region der russischen Hauptstadt nach Angaben von Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin in der Nacht mit rund 600 Drohnen angegriffen.

Davon seien 201 in der Region Moskau von der Luftabwehr zerstört worden, schrieb Sobjanin auf der Plattform Telegram. Die meisten Drohnen seien bereits vorher beim Anflug auf die Region abgewehrt worden, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur Tass den Bürgermeister. 

Bürgermeister Sobjanin sprach von drei Verletzten. Er machte keine Angaben zu möglichen Schäden. Der ukrainischen Nachrichtenseite "Kyiv Independent" zufolge trafen die Angriffe in der Region Moskau unter anderem Industrieeinrichtungen sowie ein Lager des russischen Online-Händlers Wildberries. Die Ukraine hatte dessen Einrichtungen zuletzt auch in anderen russischen Landesteilen angegriffen. 

Der ukrainische Angriff auf Moskau schien eine der größten bisherigen Angriffswellen Kiews zu sein.

Die Ukraine hat Moskau in der Nacht zum Sonntag mit Hunderten Drohnen angegriffen. (Archivfoto)
Die Ukraine hat Moskau in der Nacht zum Sonntag mit Hunderten Drohnen angegriffen. (Archivfoto)  © Dan Bashakov/AP/dpa

16. August, 7.08 Uhr: Moskau kritisiert amerikanisch-türkisches Waffengeschäft für Kiew

Mit deutlicher Verärgerung hat Moskau auf ein türkisch-amerikanisches Waffengeschäft für die Ukraine reagiert.

Dies werde nur "das Ende des Kiewer Regimes hinauszögern", sagte Russlands Außenamtssprecherin Maria Sacharowa. Die Behörden der USA und der Türkei hätten damit "eine weitere Büchse der Pandora geöffnet", wurde sie von der Staatsagentur Tass zitiert.

Vor knapp einer Woche war aus einer Mitteilung des US-Außenministeriums an den Kongress ein größerer Waffenkauf der Ukraine in der Türkei bekannt geworden. Kiew kauft demnach ein größeres Paket mit US-produzierten Artilleriewaffen, das auch 70 Raketen des Typs ATACMS umfasst.

15. August, 15.19 Uhr: Baby bei russischem Angriff getötet

Durch einen russischen Drohnenangriff ist in der südostukrainischen Region Dnipropetrowsk ein Baby getötet worden.

Der drei Monate alte Junge kam nach Angaben von Militärgouverneur Olexander Hanscha in der frontnahen Stadt Marhanez bei einem Einschlag in ein Wohnhaus ums Leben. Elf weitere Menschen wurden demnach verletzt, darunter ein fünfjähriger Junge und ein zwölfjähriges Mädchen. Mehrstöckige Wohnhäuser, ein Ladengeschäft und ein Kino seien beschädigt worden. Russland habe bei mehreren Angriffen auf die Region Drohnen, Artillerie und Gleitbomben eingesetzt. 

Drei Menschen wurden Militärgouverneur Iwan Fedorow zufolge im Kreis Saporischschja bei Drohnenangriffen auf Autos verletzt.

Durch einen russischen Drohnenangriff ist in der südostukrainischen Region Dnipropetrowsk ein Baby getötet worden. (Symbolbild)
Durch einen russischen Drohnenangriff ist in der südostukrainischen Region Dnipropetrowsk ein Baby getötet worden. (Symbolbild)  © Francisco Seco/AP/dpa

15. August, 7.03 Uhr: Russland räumt Engpässe bei Energieversorgung ein

Die russische Justiz hat die an der Universität Bremen angesiedelte Forschungsstelle Osteuropa (FSO) in ihre umstrittene Liste der unerwünschten Organisationen aufgenommen.

Das Justizministerium erweiterte damit seine Liste mit ausländischen und internationalen Einrichtungen, deren Arbeit auf dem Gebiet der Russischen Föderation untersagt ist. Besondere Gründe werden nicht genannt, gelistet werden aber Organisationen, die nach Auffassung der Moskauer Behörden gegen die Interessen des russischen Staates arbeiten.

In der Liste stehen bereits mehrere deutsche Organisationen, darunter das viele Jahre in Moskau tätige Deutsche Historische Institut (DHI), der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) sowie zahlreiche politische Stiftungen.

14. August, 18.02 Uhr: Deutsche Botschaft warnt Reisende in der Ukraine

Die deutsche Botschaft in Kiew hat die Reisewarnung für Deutsche in der Ukraine verschärft. Im Zusammenhang mit dem Unabhängigkeitstag am 24. August seien verstärkte Angriffe auf die Energieinfrastruktur und Verkehrsknotenpunkte nicht ausgeschlossen, schrieb die Botschaft in einer Mail.

Gewarnt wurde vor allem vor einer Nutzung der Eisenbahn. "Die ukrainische Bahninfrastruktur sowie die Bahnbetriebe selbst sind nach wie vor Ziel russischer Luftangriffe", hieß es.

Russische Truppen haben in den vergangenen Wochen nicht nur Bahnhöfe, sondern auch fahrende Züge aus der Luft angegriffen. Nahe Odessa wurden am Donnerstag der Lokführer und sein Assistent auf einem Passagierzug getötet. Generell gilt wegen des russischen Angriffskrieges für die gesamte Ukraine eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes. 

In der Ukraine ist bald Nationalfeiertag. Die deutsche Auslandsvertretung rechnet mit verstärkten russischen Angriffen. Sie warnt vor allem vor einem Verkehrsmittel.
In der Ukraine ist bald Nationalfeiertag. Die deutsche Auslandsvertretung rechnet mit verstärkten russischen Angriffen. Sie warnt vor allem vor einem Verkehrsmittel.  © Andreas Stein/dpa

14. August, 17.59 Uhr: Russland lehnt Waffenruhe für Schwarzes Meer ab

Moskau lehnt den türkischen Vorschlag eines Stopps ukrainischer und russischer Angriffe auf Schiffe im Schwarzen Meer ab.

Russland sehe sich immer wieder mit "zügellosen Terrorakten" der Ukraine konfrontiert, die zivile Schiffe der Anrainerstaaten mit Drohnen angreife, sagte Außenministeriumssprecherin Maria Sacharowa in Moskau. Eine "halbherzige Maßnahme" wie eine begrenzte Waffenruhe verschaffe der Ukraine nur eine Atempause zur Nachrüstung, sagte sie nach Ministeriumsangaben.

In den vergangenen Wochen hat die Ukraine mit ihren Drohnen systematisch Jagd auf russische Öltanker und Getreidefrachter im Asowschen Meer und an der Schwarzmeerküste Russlands gemacht. Auch eine türkische Lastwagenfähre wurde getroffen. Im Gegenzug hat Russland ukrainische Häfen attackiert und die internationale Schifffahrt dorthin zum Erliegen gebracht.

Moskau lehnt den türkischen Vorschlag eines Stopps ukrainischer und russischer Angriffe auf Schiffe im Schwarzen Meer ab.
Moskau lehnt den türkischen Vorschlag eines Stopps ukrainischer und russischer Angriffe auf Schiffe im Schwarzen Meer ab.  © Michael Shtekel/AP/dpa

14. August, 13.51 Uhr: Mutter und Sohn bei russischen Angriffen in der Ukraine getötet

Durch russische Drohnenangriffe sind in der ukrainischen Grenzregion Sumy zwei Menschen getötet worden. Ein Privathaus sei von zwei Drohnen in Brand gesetzt und zerstört worden, schrieb der Chef der Militärverwaltung von Sumy, Oleh Hryhorow, auf der Nachrichtenplattform Telegram. Eine 29-jährige Frau und ihr neun Jahre alter Sohn seien dabei ums Leben gekommen. 

Vier weitere Menschen wurden demnach verletzt. Darunter seien der Vater und die Großmutter des Jungen, die mit schweren Verbrennungen ins Krankenhaus gebracht worden seien.

In der Stadt Smila in der Zentralukraine wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft der Region Tscherkassy fünf Menschen bei einem russischen Drohnenangriff verletzt. Die Behörde sprach von einer massiven Attacke auf zivile Infrastruktur.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj forderte Druck auf Unternehmen. Die Lieferketten für ausländische Bauteile müssten unterbrochen werden. Russland setze gegen Frontgemeinden täglich etwa 220 Gleitbomben ein, die es trotz Sanktionen herstelle und anpasse, schrieb er in sozialen Medien.

14. August, 6.15 Uhr: Luftalarm in Lettland: Kampfjets schießen Drohne ab

Eine Drohne ist in den lettischen Luftraum eingedrungen und von Kampfjets eines Nato-Partnerstaats abgeschossen worden. Der Luftalarm sei damit aufgehoben, teilte das lettische Militär in der Nacht auf der Plattform X mit.

Zuvor hatten die Streitkräfte die Menschen in dem Baltenstaat aufgerufen, sich nicht im Freien aufzuhalten und sich in Sicherheit zu bringen.

Das Militär machte zunächst keine genauen Angaben zur Herkunft des unbemannten Fluggeräts über der Region Balvi. Die Armee sprach aber von einer ausländischen Drohne, die infolge von Russlands elektronischer Kampfführung in den lettischen Luftraum geraten sei. Damit lag nahe, dass es sich um eine abgewehrte ukrainische Drohne gehandelt haben könnte.

F-16-Kampfjets. (Archivbild)
F-16-Kampfjets. (Archivbild)  © Mindaugas Kulbis/AP/dpa

13. August, 19.34 Uhr: Russischer Soldat bei Explosion getötet

Auf der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim ist in Sewastopol nach russischen Behördenangaben ein Soldat bei einer Explosion getötet worden.

Der Inlandsgeheimdienst FSB habe eine Verdächtige festgenommen, schrieb der von Moskau eingesetzte Statthalter, Michail Raswoschajew, bei Telegram. Er sprach von einem "zynischen Verbrechen gegen einen Offizier". Die tatverdächtige Frau soll demnach im Auftrag ukrainischer Geheimdienste gehandelt haben.

Bei dem Toten soll es sich nach inoffiziellen Berichten in Russland und der Ukraine um einen früheren ukrainischen Marineoffizier und U-Boot-Kommandanten handeln. Er sei nach der Annexion der Halbinsel Krim durch Moskau 2014 in die russische Armee übergetreten. Eine offizielle Bestätigung dafür gab es nicht.

Ein Militärangehöriger stirbt bei einer Explosion auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim. Eine Verdächtige soll schon gefasst sein. Laut den Behörden ist das nicht der einzige Todesfall.
Ein Militärangehöriger stirbt bei einer Explosion auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim. Eine Verdächtige soll schon gefasst sein. Laut den Behörden ist das nicht der einzige Todesfall.  © Ulf Mauder/dpa

13. August, 19.30 Uhr: Estland verhängt Einreiseverbote für russische Kriegsteilnehmer

stland beschränkt aus Sicherheitsgründen den Betrieb der Grenzübergänge zu Russland.

Die Regierung des baltischen EU- und Nato-Landes entschied in der Hauptstadt Tallinn, den Betrieb an den Kontrollpunkten Narva, Luhamaa und Koidula in den Nachtstunden auf unbeschränkte Zeit auszusetzen. Tagsüber sollen die Grenzübergänge weiterhin zwölf Stunden lang von 7.00 bis 19.00 Uhr geöffnet bleiben. Dieselben Öffnungszeiten werden auch für die Bahngrenzübergänge gelten.

Die Regierung verlängerte damit eine seit dem Frühjahr geltende Regelung, die zunächst bis Ende August gelten sollte. Die Entscheidung sei "im weiteren Kontext" der Beziehungen zwischen Russland und der EU getroffen worden, deren Ton durch Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine vorgegeben werde, hieß es in der Mitteilung des Innenministeriums.

Titelfoto: Francisco Seco/AP/dpa

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