Ukraine-Krieg: Trümmerteile von Drohne an Ostseeküste gefunden

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Ukraine - Ukrainer und Russen feiern das orthodoxe Osterfest. Dafür sollten im Angriffskrieg des Kreml die Waffen schweigen. Doch Kiew beklagt bereits zahlreiche Verstöße gegen die vereinbarte Waffenruhe.

Bilder wie diese aus dem ukrainischen Odessa soll es an diesem Wochenende nicht geben. Es gilt eine 32-Stunden-Waffenruhe.
Bilder wie diese aus dem ukrainischen Odessa soll es an diesem Wochenende nicht geben. Es gilt eine 32-Stunden-Waffenruhe.  © Oleg Grekov/AP/dpa

Erst am Samstagnachmittag trat für 32 Stunden geplante Waffenruhe in Kraft, schon am Abend allerdings meldete die Ukraine weitere Drohnenangriffe, Beschüsse und Erstürmungen. Auch Russland beklagte im Gegenzug Verletzungen der Waffenruhe.

Zuvor hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in einer in Kiew verbreiteten Videobotschaft gesagt, er hoffe, dass die Waffenruhe diesmal funktioniere.

"Ostern sollte eine Zeit der Sicherheit und des Friedens sein. Es wäre richtig, wenn der Waffenstillstand über die Feiertage hinaus andauern würde", sagte er.

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Ukraine Ukraine-Krieg: US-Außenminister bezichtigt Selenskyj der Lüge

"Wir haben diesen Vorschlag an Russland weitergeleitet, und sollte Russland erneut den Krieg dem Frieden vorziehen, wird es der Welt und insbesondere den Vereinigten Staaten einmal mehr zeigen, wer wirklich wofür steht", meinte Selenskyj.

Alle relevanten Informationen zum Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Newsticker.

12. April, 18.11 Uhr: Trümmerteile von Drohne an Ostseeküste gefunden

Im Nordosten Estlands ist an der Ostseeküste ein Trümmerteil einer Drohne gefunden worden.

Nach Angaben der Sicherheitsbehörden des baltischen EU- und Nato-Landes handelt es sich dabei um ein Flügelteil, das aus dem Meer an Land gespült und von einem Anwohner am Strand nahe der Ortschaft Kalvi gefunden wurde. Nach ersten Einschätzungen soll es von einer ukrainischen Drohne stammen. Die genauen Umstände des Vorfalls werden einem Rundfunkbericht zufolge nun untersucht.

Trümmer einer ukrainischen Drohne sind an der Küste Estlands entdeckt worden. (Archivfoto)
Trümmer einer ukrainischen Drohne sind an der Küste Estlands entdeckt worden. (Archivfoto)  © Evgeniy Maloletka/AP/dpa

12. April, 11.20 Uhr: Kriegsparteien werfen sich tausendfachen Bruch der Waffenruhe vor

Die Ukraine und Russland haben sich bei ihrer vereinbarten Waffenruhe zum orthodoxen Osterfestfest gegenseitig Tausende Verstöße vorgeworfen.

Der ukrainische Generalstab registrierte seit Samstag 2.299 Verletzungen der Waffenruhe, wie er am Morgen bei Facebook mitteilte. Konkret gab es demnach unter anderem 479 Fälle von Beschuss und rund 1.800 Angriffe mit kleineren Drohnen. "Schläge mit Raketen, Gleitbomben und Drohnen vom Typ Shahed gab es nicht", teilte der Generalstab weiter mit.

Das russische Verteidigungsministerium warf der Ukraine gezielte Angriffe vor. "Insgesamt wurden im Zeitraum vom 11. April, 16 Uhr, bis zum 12. April, 8 Uhr, 1.971 Verstöße gegen den Waffenstillstand durch Einheiten der ukrainischen Streitkräfte registriert", teilte das Ministerium in Moskau mit. Die ukrainische Armee habe trotz des Osterfriedens russische Stellungen unter anderem im Raum Pokrowsk im Gebiet Donezk sowie im Gebiet Dnipropetrowsk angegriffen. "Alle Attacken wurden abgewehrt", hieß es.

Auch versuchte Vorstöße der ukrainischen Truppen etwa im Gebiet Sumy seien vereitelt worden. Zugleich behauptete das Ministerium, dass sich "alle Truppenverbände" an die von Kremlchef Wladimir Putin angeordnete Waffenruhe hielten.

12. April, 7.06 Uhr: Ukraine beklagt Hunderte Verstöße gegen Osterwaffenruhe, auch Russland meldet Angriffe

Die Ukraine hat Russland Hunderte Verstöße gegen die von Kremlchef Wladimir Putin selbst angeordnete Waffenruhe zum orthodoxen Osterfest vorgeworfen.

Der ukrainische Generalstab in Kiew teilte am Samstagabend mit, dass er 469 Verletzungen der Waffenruhe registriert habe. Es habe nicht nur Hunderte Angriffe mit Drohnen gegeben, sondern auch 153 Fälle von Beschuss und 22 Erstürmungen. Eine offizielle Aufkündigung der Waffenruhe, die 32 Stunden lang bis Sonntagabend gelten soll, gab es aber demnach nicht.

Eine russische Reaktion auf die ukrainischen Vorwürfe lag zunächst nicht vor. Die Stadtverwaltung in der von Russland kontrollierten Stadt Nowa Kachowka im südukrainischen Gebiet Cherson beklagte allerdings bereits kurz nach Beginn der Waffenruhe Drohnenangriffe und mindestens einen Verletzten. 

Die Ukraine meldete auch nach Beginn der Osterwaffenruhe noch Hunderte russische Drohnenangriffe. (Archivbild)
Die Ukraine meldete auch nach Beginn der Osterwaffenruhe noch Hunderte russische Drohnenangriffe. (Archivbild)  © Uncredited/Russian Defense Ministry Press Service via AP/dpa

11. April, 22.25 Uhr: Orban wirbt mit Friedensversprechen

Ungarns rechtspopulistischer Ministerpräsident Viktor Orban hat am Vorabend der Parlamentswahl erneut betont, dass nur ein Sieg seiner Partei Fidesz verhindere, dass sein Land in den Krieg in der von Russland angegriffenen Ukraine hineingezogen werde.

"Frieden ist das wichtigste Ziel dieser Wahl", sagte Orban vor Tausenden Anhängern in Budapest. 

11. April, 15.26 Uhr: Osterwaffenruhe - hält die Feuerpause diesmal?

Im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine ist eine kurzzeitige Waffenruhe anlässlich des orthodoxen Osterfests offiziell in Kraft getreten.

Der russische Präsident Wladimir Putin setzte sie für insgesamt 32 Stunden an - und zwar von Samstagnachmittag 16 Uhr Ortszeit (15 Uhr MESZ) bis Mitternacht am Sonntag (23 Uhr MESZ). Der Kreml sprach von einer humanitären Geste, weil der Feiertag sowohl für die Menschen in Russland als auch in der Ukraine eine zentrale Bedeutung habe.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte selbst mehrfach eine solche Osterwaffenruhe vorgeschlagen und stimmte nach Putins Ankündigung am Donnerstagabend auch prompt zu. Allerdings kündigten beiden Seiten an, auf mögliche Verstöße gegen die Waffenruhe antworten zu wollen. Bei den zeitlich begrenzten Feuerpausen in der Vergangenheit hatten sich beide Seiten stets zahlreiche Verstöße vorgeworfen.

Ein Vater hilft seiner Tochter beim Anzünden einer Kerze während der orthodoxen Osterfeier in Charkiw.
Ein Vater hilft seiner Tochter beim Anzünden einer Kerze während der orthodoxen Osterfeier in Charkiw.  © George Ivanchenko/AP/dpa

11. April, 14.27 Uhr: Selenskyj warnt vor Verstößen bei Osterwaffenruhe

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Russland vor möglichen Verstößen gegen die geplante Waffenruhe gewarnt.

Er und Oberbefehlshaber Olexander Syrskyj hätten die Bedingungen festgelegt für ukrainische Reaktionen auf eine etwaige Verletzung der Feuerpause, teilte Selenskyj bei Telegram mit. "Solange es keine russischen Angriffe in der Luft, zu Lande oder auf See gibt, wird es auch keine Reaktionen unsererseits geben", sagte er.

Wolodymyr Selenskyj hofft, dass die Waffenruhe eingehalten wird.
Wolodymyr Selenskyj hofft, dass die Waffenruhe eingehalten wird.  © Danylo Antoniuk/AP/dpa

11. April, 13.12 Uhr: Kiew und Moskau tauschen Gefangene aus

Russland und die Ukraine haben vor Beginn einer geplanten Osterwaffenruhe nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau jeweils 175 Kriegsgefangene freigelassen.

"Zudem wurden sieben Bürger der Russischen Föderation zurückgebracht, die vom Kiewer Regime unrechtmäßig festgehalten wurden", teilte das Ministerium mit. Es handele sich um Einwohner der Region Kursk. Das Ministerium dankte auch den Vereinigten Arabischen Emiraten für die Vermittlung des Gefangenenaustauschs. 

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte wenig später die Aktion. "175 Soldaten. Soldaten der Streitkräfte, Angehörige der Nationalgarde, Grenzschutzbeamte. Soldaten, Unteroffiziere und Offiziere. Und sieben Zivilisten", teilte er bei Telegram mit. 

11. April, 7.51 Uhr: Tote und Verletzte vor Osterwaffenruhe

Vor der angekündigten Waffenruhe für das orthodoxe Osterfest haben Russland und die Ukraine ihre Drohnenangriffe fortgesetzt.

In Odessa am Schwarzen Meer wurden Behörden zufolge mindestens zwei Menschen getötet. Es habe auch Verletzte, Schäden an vielen Wohnhäusern und an einem Kindergarten gegeben, teilte die Verwaltung der ukrainischen Stadt mit. 

Die Stadt Sumy im Nordosten der Ukraine meldete nach russischen Angriffen mindestens 17 Verletzte sowie ebenfalls Schäden an Wohnhäusern, einem Kindergarten und zahlreichen Autos.

Das russische Verteidigungsministerium sprach am Morgen von 99 abgeschossenen ukrainischen Drohnen. Zu Treffern oder Schäden machte das Ministerium keine Angaben.

11. April, 7.45 Uhr: Oster-Waffenruhe im Ukraine-Krieg für 32 Stunden geplant

Ukrainer und Russen feiern das orthodoxe Osterfest. Dafür sollen im Angriffskrieg des Kreml die Waffen ab Samstag 16 Uhr für 32 Stunden schweigen.

Bei den zeitlich begrenzten Feuerpausen in der Vergangenheit hatten sich beide Seiten stets zahlreiche Verstöße vorgeworfen. Deshalb gilt die nun angesetzte Waffenruhe auch als Test für die Bereitschaft der Kriegsparteien, sich bei den Friedensverhandlungen unter US-Vermittlung anzunähern. Bisher ist ein von Selenskyj geforderter dauerhafter Waffenstillstand nicht in Sicht.

10. April, 22.14 Uhr: Ukraine kündigt "Ramstein"-Treffen an - so schnell soll es kommen

Der ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow (35) hat bei einem Telefonat mit seinem deutschen Amtskollegen Boris Pistorius (66, SPD) für den 15. April ein neues Treffen im sogenannten Ramstein-Format vereinbart.

Bei den Gesprächen der Ukraine-Kontaktgruppe solle es darum gehen, wie Russland zu einem Frieden gezwungen werden könne, teilte das Ministerium in Kiew mit.

Der ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow (35) hat das neue Treffen vereinbart.
Der ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow (35) hat das neue Treffen vereinbart.  © Hanna Arhirova/AP/dpa

10. April, 12.33 Uhr: Selenskyj fordert EU-Beitritt von vier Ländern

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) hat der EU geraten, angesichts eines möglichen NATO-Austritts der USA weitere Länder aufzunehmen, um "seine Unabhängigkeit" zu bewahren.

"Wenn die Vereinigten Staaten wirklich darüber nachdenken, sich aus der NATO zurückzuziehen, dann wird die europäische Sicherheit ausschließlich auf der Europäischen Union basieren. Aber nicht in ihrer jetzigen Form. Ich denke, dass die EU in einer Situation ist, in der sie mehr Länder benötigt"; sagte Selenskyj im Podcast "The Rest Is Politics".

Selenskyj hob dabei insbesondere die Aufnahme von Großbritannien, Norwegen, der Türkei und seiner Ukraine hervor. Allein diese Länder hätten gemeinsam eine größere Truppenstärke als Russland. Der ukrainische Präsident forderte deshalb auch, über bisherige Differenzen - etwa bei einem EU-Beitritt der Türkei - hinwegzusehen: "Aber Sicherheit geht vor, Wirtschaft kommt danach."

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48). (Archivbild)
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48). (Archivbild)  © Omar Havana/AP/dpa

10. April, 9.51 Uhr: Großer ukrainischer Drohnenangriff auf Russland

Die Ukraine hat Russland nach Moskauer Militärangaben in der Nacht mit einem massiven Drohnenangriff überzogen.

Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, es seien 151 gegnerische Kampfdrohnen abgewehrt worden. Die Angaben sind nicht unabhängig überprüfbar, doch den Zahlen nach waren die Gebiete Wolgograd an der Wolga und Rostow im Süden Schwerpunkte der Angriffe. Seit Donnerstagabend verhängte die russische Luftfahrtbehörde Rosawiazija an mehr als 25 Flughäfen Einschränkungen des Betriebs.

Titelfoto: Evgeniy Maloletka/AP/dpa

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