Ukraine-Krieg: Ungarns neuer Regierungschef macht Selenskyj ein Angebot

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Ukraine - Die ukrainische Rüstungsindustrie produziert nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj inzwischen teilweise mehr, als die eigenen Streitkräfte an Waffen benötigen.

Die gemeinsamen Drohnengeschäfte mit Deutschland zeichnen sich in der Ukraine inzwischen aus.
Die gemeinsamen Drohnengeschäfte mit Deutschland zeichnen sich in der Ukraine inzwischen aus.  © Michael Kappeler/dpa

"Aktuell verfügen wir über Produktionsbereiche mit 50 Prozent Überkapazität", sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft.

Angesichts der großen Waffenexpertise, die das Land in den vier Jahren Krieg gegen Russland gewonnen habe, ergäben sich so Exportmöglichkeiten, um die Finanzen des Landes aufzubessern.

Es gebe bereits mit einigen Regionen der Welt eine besondere Art der Kooperation: Drohnengeschäfte. Selenskyj nannte dabei Europa, den Nahen Osten und den Kaukasus.

Ukraine-Krieg: Tote nach russischen Angriffen in der Nordostukraine
Ukraine Ukraine-Krieg: Tote nach russischen Angriffen in der Nordostukraine

Nach Beginn des Iran-Kriegs hatte Selenskyj mit mehreren Monarchien in der Golfregion Verträge über Abfangdrohnen geschlossen. Mit Deutschland wiederum baut die Ukraine gemeinsam Drohnen - und erst vor zwei Tagen vereinbarte Selenskyj eine Rüstungskooperation mit Aserbaidschan.

Alle relevanten Informationen zum Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Newsticker.

29. April, 6.14 Uhr: Ungarns neuer Regierungschef macht Selenskyj ein Angebot

Ungarns designierter Regierungschef Peter Magyar hat ein Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj angeboten.

Ziel des Treffens sei es, die Situation der ethnischen Ungarn in der westukrainischen Region Transkarpatien zu verbessern, erklärte Magyar am Dienstag im Onlinedienst Facebook. Das Treffen könne Anfang Juni in Berehowe stattfinden, wo mehrheitlich ungarische Einwohner lebten.

"Es ist an der Zeit, dass die Ukraine die seit mehr als einem Jahrzehnt bestehenden rechtlichen Beschränkungen aufhebt", sagte Magyar. Wenn diese Probleme gelöst werden könnten, "können wir sicherlich ein neues Kapitel in den bilateralen Beziehungen zwischen der Ukraine und Ungarn aufschlagen", fuhr er fort.

In Transkarpatien lebt eine beträchtliche ungarische Gemeinschaft. Die Beziehungen zwischen Budapest und Kiew verschlechterten sich 2017, als die Ukraine ein Gesetz verabschiedete, das Ukrainisch als Hauptsprache für die Sekundarbildung vorschrieb. Aus Budapest hieß es, das Gesetz entziehe Zehntausenden ethnischen Ungarn, die vor allem in Transkarpatien leben, ihre Rechte.

Ein erster Schritt, die Beziehungen der Ukraine und Ungarn zu retten? Der neue ungarische Regierungschef Peter Magyar bietet dem ukrainischen Präsidenten ein Treffen an.
Ein erster Schritt, die Beziehungen der Ukraine und Ungarn zu retten? Der neue ungarische Regierungschef Peter Magyar bietet dem ukrainischen Präsidenten ein Treffen an.  © Robert Hegedus/MTI/AP/dpa

28. April, 22.39 Uhr: König Charles ruft in den USA zur Verteidigung der Ukraine auf

Der britische König Charles III. (77) hat während seiner Rede vor dem US-Kongress Meinungsäußerungen von US-Präsident Donald Trump (79) widersprochen.

Ohne Trumps Namen in diesem Kontext zu nennen, betonte der Monarch die Bedeutung der Nato, insbesondere auch im Krieg in der Ukraine. Es sei "dieselbe unerschütterliche Entschlossenheit" erforderlich, die von den Verbündeten unter anderem in den Weltkriegen, im Kalten Krieg sowie in Afghanistan gezeigt worden sei, sagte der König.

Trump hatte in den vergangenen Wochen immer wieder damit kokettiert, die US-Mitgliedschaft in der Nato zu beenden. Jüngster Auslöser war der Iran-Krieg mit einer nach Trumps Meinung zu geringen Unterstützung der Verbündeten. Auch die Grönlandkrise war in den vergangenen Monaten ein Grund für den US-Präsidenten, das Verteidigungsbündnis zu kritisieren. Zudem hat Trump immer wieder die US-Verantwortung im Ukraine-Krieg infrage gestellt.

König Charles III. (77) rief in seiner Rede vor dem US-Kongress zur Verteidigung der Ukraine auf.
König Charles III. (77) rief in seiner Rede vor dem US-Kongress zur Verteidigung der Ukraine auf.  © Henry Nicholls/PA Wire/dpa

28. April, 21.47 Uhr: Putin beklagt Angriffe Kiews auf zivile Infrastruktur in Russland

Kremlchef Wladimir Putin (73) hat eine Häufung ukrainischer Angriffe gegen zivile Objekte in Russland beklagt.

"Immer öfter werden auch mit Drohnen Schläge gegen zivile Infrastruktur geführt", sagte er bei einer Sitzung zu Fragen der Sicherheit bei den bevorstehenden Dumawahlen im Herbst. Er verwies dabei auf die jüngsten Attacken gegen Ölreservoirs in der Schwarzmeerstadt Tuapse.

Putin sprach in seiner Rede zwar von "potenziell schweren Folgen" für die Umwelt, dementierte aber, dass es derzeit ernste Gefahren für die Bewohner gebe. Die Behörden hätten alles im Griff, behauptete er nach einer Unterredung mit dem Gouverneur der Region Krasnodar, Wenjamin Kondratjew.

Kiew zielt bei seinen Attacken bewusst auf die Ölindustrie, weil Russland mit deren Einnahmen den von Putin befohlenen Krieg gegen die Ukraine finanziert.

Wladimir Putin (73) sieht eine Häufung ukrainischer Angriffe gegen zivile Objekte in Russland.
Wladimir Putin (73) sieht eine Häufung ukrainischer Angriffe gegen zivile Objekte in Russland.  © Dmitri Lovetsky/Pool AP/AP/dpa

28. April, 20.12 Uhr: Bundesregierung will private Investitionen in die Ukraine stärken

Die Bundesregierung will deutsche Kapitalgeber verstärkt für Investitionen in ukrainische Rüstungsbetriebe oder Gemeinschaftsunternehmen gewinnen.

Über die Bedingungen dafür wurde vom Verteidigungsministerium in Berlin aus mit Regierungsvertretern der Ukraine gesprochen. An der Schalte hätten auch Banken, Fonds und weitere relevante Akteure des Finanzsektors teilgenommen, sagte Verteidigungsminister Boris Pistorius (66, SPD) nach dem Gespräch.

Der Politiker weiter: "Aus der Unterstützung der Ukraine im Kampf gegen den brutalen russischen Angriffskrieg ist eine strategische Partnerschaft geworden."

28. April, 18.21 Uhr: Lettland liefert weitere Aufklärungsfahrzeuge an Ukraine

Lettland wird der Ukraine erneut Militärhilfe für den Abwehrkampf gegen Russlands Angriffskrieg leisten.

Das baltische EU- und Nato-Land wird auf Beschluss der Regierung in Riga weitere gepanzerte Aufklärungsfahrzeuge an die ukrainischen Streitkräfte liefern. Dies teilte das lettische Verteidigungsministerium mit. Eine genaue Anzahl an Fahrzeugen wurde in der Mitteilung nicht genannt.

"Wir unterstützen den Kampf der Ukraine gegen die russische Aggression und werden dies so lange wie nötig fortsetzen", sagte Verteidigungsminister Andris Spruds (54). Er betonte, dass die Lieferung der Fahrzeuge die Bedürfnisse und Einsatzfähigkeit der lettischen Armee nicht beeinträchtigen werde.

Lettlands Verteidigungsminister Andris Spruds (54) hat der Ukraine weitere gepanzerte Aufklärungsfahrzeuge zugesichert.
Lettlands Verteidigungsminister Andris Spruds (54) hat der Ukraine weitere gepanzerte Aufklärungsfahrzeuge zugesichert.  © Anna Ross/dpa

28. April, 15.16 Uhr: Gestohlenes Getreide - Ukraine droht Israel mit Sanktionen

Die Ukraine verschärft den Tonfall gegen Israel im Streit über russische Lieferungen von Getreide aus besetzten ukrainischen Gebieten.

Präsident Wolodymyr Selenskyj drohte mit Sanktionen gegen alle Beteiligten an dem Handel. "In jedem normalen Land ist der Kauf von gestohlenem Gut eine Straftat. Das gilt insbesondere für Getreide, das Russland gestohlen hat", schrieb Selenskyj in sozialen Netzwerken. "Wir erwarten, dass Israel die Ukraine respektiert und alles unterlässt, was unsere bilateralen Beziehungen untergräbt."

Nach Selenskyjs Angaben hat in diesem Jahr zum zweiten Mal ein Frachter Getreide aus den besetzten ukrainischen Gebieten nach Israel transportiert. Das Schiff soll im Hafen Haifa entladen werden. Am Montag bestellte das ukrainische Außenministerium in Kiew deshalb den israelischen Botschafter Michael Brodsky ein. Israels Außenminister Gideon Saar forderte, Kiew solle Beweise für seine Vorwürfe vorlegen.

Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) drohte mit Sanktionen gegen alle Beteiligten an dem Handel.
Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) drohte mit Sanktionen gegen alle Beteiligten an dem Handel.  © Michael Kappeler/dpa

28. April, 12.43 Uhr: Tote nach Angriffen - Sonnenblumenöl im Meer

Bei russischen Angriffen sind in der Ukraine nach Behördenangaben drei Menschen getötet und zahlreiche verletzt worden.

In der Region Dnipropetrowsk kam ein 40 Jahre alter Mann im Kreis Krywyj Rih ums Leben, wie Gouverneur Olexander Hanscha mitteilte. Fünf weitere Männer zwischen 31 und 57 Jahren seien verletzt worden. Russland habe mit Drohnen und Artillerie angegriffen.

Im ostukrainischen Gebiet Charkiw kam nach Angaben der regionalen Staatsanwaltschaft ein 70 Jahre alter Mann bei einer Drohnenattacke auf die Stadt Tschuhujiw ums Leben. Ein weiterer Mann erlag im Krankenhaus seinen Verletzungen. Die Drohne sei in der Nähe eines Wohngebiets eingeschlagen.

Nach russischem Beschuss auf die Hafenstadt Tschornomorsk am Schwarzen Meer bereits am Sonntag kam es zu einer Verschmutzung mit Sonnenblumenöl im Hafengebiet, wie die staatliche Umweltinspektion des Bezirks Südwest mitteilte. Durch einen Brand sei ein Tank mit 6000 Tonnen Sonnenblumenöl beschädigt worden und Öl im Hafengebiet ausgetreten.

28. April, 9.34 Uhr: Drei Tote in Grenzregion Belgorod

Im russischen Gebiet Belgorod an der Grenze zur Ukraine wurden Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow zufolge bei ukrainischen Drohnenangriffen drei Menschen getötet.

Demnach erlag ein Mann im Dorf Wosnessenowka bei einem Einschlag in ein Auto seinen Verletzungen. Im Dorf Bobrawa seien eine Frau und ein Mann ebenfalls bei einem Einschlag in ein Auto ums Leben gekommen, ihr 16-jähriger Sohn, der demnach auch in dem Fahrzeug saß, sei ins Krankenhaus gebracht worden. Bei einem anderen Einschlag seien zwei Menschen verletzt worden.

Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte am Morgen mit, dass in der Nacht 186 ukrainische Drohnen abgewehrt worden seien - auch über den Gebieten Krasnodar und Belgorod. Zu Schäden macht das Ministerium keine Angaben.

27. April, 22.25 Uhr: Kiew bestellt Israels Botschafter wegen Getreideschiff ein

Das ukrainische Außenministerium in Kiew hat den israelischen Botschafter Michael Brodsky einbestellt. Hintergrund ist der Vorwurf, Getreide aus russisch besetzten Gebieten der Ukraine zu beziehen.

"Die freundschaftlichen Beziehungen zwischen der Ukraine und Israel bergen das Potenzial, beiden Ländern zugutekommen, und Russlands illegaler Handel mit gestohlenem ukrainischem Getreide sollte diese nicht untergraben", schrieb Außenminister Andrij Sybiha aufder Plattform X.

Es sei trotz ukrainischer Warnungen bereits ein zweites Schiff mit "gestohlenen Waren" im israelischen Hafen Haifa eingetroffen. "Wir warnen Israel erneut davor, das gestohlene Getreide anzunehmen und damit unseren Beziehungen zu schaden", fügte Sybiha hinzu.

27. April, 13.32 Uhr: Russisches Ministerium bestellt Botschafter Lambsdorff ein

Der deutsche Botschafter Alexander Graf Lambsdorff (59) ist am Morgen ins russische Außenministerium einbestellt worden.

Lambsdorff sollte sich dort wegen angeblicher Kontakte von deutschen Politikern zu Terrororganisationen einfinden, wie seine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur in Moskau sagte. Als Hintergrund für die Einbestellung nannte das Ministerium in Moskau ein angebliches Treffen des CDU-Bundestagsabgeordneten Roderich Kiesewetter (62) in Kiew mit dem von Russland als Terrorist zur Fahndung ausgeschriebenen Tschetschenen Achmed Sakajew.

Kiesewetter hatte die Ukraine Mitte des Monats besucht. Nach Darstellung des russischen Außenministeriums soll er dort den Anführer der in Russland verbotenen Terrororganisation "Tschetschenische Republik Itschkeria" getroffen haben. Das sei ein Beweis dafür, dass sich Deutschland in die inneren Angelegenheiten Russlands einmische.

Lambsdorff hatte vor dem Termin im Ministerium seiner Sprecherin zufolge gesagt: "Der Einbestellung werde ich selbstverständlich Folge leisten. Ich halte es für unwahrscheinlich, dass die russische Seite ihre Vorwürfe belegen kann."

lAexander Graf Lambsdorff (59), Deutschlands Botschafter in Russland. (Archivbild)
lAexander Graf Lambsdorff (59), Deutschlands Botschafter in Russland. (Archivbild)  © Ulf Mauder/dpa

27. April, 12.26 Uhr: Merz sieht EU-Anbindung der Ukraine als Weg zum Frieden

Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) sieht eine stärkere Einbindung der Ukraine in die Europäische Union als wichtige Voraussetzung für ein Ende des russischen Angriffskriegs.

"Irgendwann wird es hoffentlich einen Friedensvertrag mit Russland geben. Dann wird möglicherweise ein Teil des Territoriums der Ukraine nicht mehr ukrainisch sein", sagte Merz bei einer Diskussion mit Schülern in Marsberg im Sauerland.

Damit der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj dafür in einer Volksabstimmung eine Mehrheit bekomme, müsse er seiner Bevölkerung sagen können: "Aber ich habe den Weg nach Europa für euch geöffnet." Die EU müsse für die Ukraine Schritte einleiten, "die glaubwürdig sind, die irreversibel sind und die letztendlich in die Vollmitgliedschaft in der Europäischen Union führen", forderte Merz.

Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) bei seinem Besuch im Carolus-Magnus-Gymnasium.
Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) bei seinem Besuch im Carolus-Magnus-Gymnasium.  © Federico Gambarini/dpa

27. April, 9.58 Uhr: 13 Verletzte nach schwerem Drohnenangriff auf Odessa

Bei schweren russischen Drohnenangriffen in der Nacht auf die ukrainische Hafenstadt Odessa sind nach Behördenangaben mindestens 13 Menschen verletzt worden.

Getroffen worden seien ein Wohnhaus und mehrere zivile Objekte in der Stadt, schrieb der örtliche Leiter der Militärverwaltung, Serhij Lyssak, auf Telegram. Der Militärgouverneur der Region, Oleh Kiper, berichtete zudem von Schäden an der Hafeninfrastruktur.

In Odessa wurde unter anderem ein Wohnhaus getroffen.
In Odessa wurde unter anderem ein Wohnhaus getroffen.  © Michael Shtekel/AP/dpa

27. April, 6.54 Uhr: Nordkorea eröffnet Denkmal für eigene Soldaten im Ukraine-Krieg

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un (42) hat eine für die im Ukraine-Krieg gefallenen nordkoreanischen Soldaten eröffnete Gedenkstätte eingeweiht.

Während seiner Rede dazu, die er bereits am Sonntag in der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang hielt, sprach Kim auch von der Notwendigkeit, die Beziehungen zwischen Pjöngjang und Moskau zu einem "mächtigen Bollwerk" zu stärken, wie die staatliche Nachrichtenagentur KCNA berichtete.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un (42) bei der Eröffnungszeremonie.
Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un (42) bei der Eröffnungszeremonie.  © Uncredited/KCNA/KNS/dpa

27. April, 6 Uhr: Russland verstärkt Angriffe in der Ostukraine

Das russische Militär hat seine Angriffsbemühungen im Osten der Ukraine verstärkt.

Der Generalstab in Kiew teilte mit, dass im Tagesverlauf insgesamt 161 bewaffnete Zusammenstöße von den Frontlinien gemeldet worden seien. Die meisten Angriffe erfolgten demnach bei Pokrowsk, dort seien 39 russische Angriffe registriert worden.

Titelfoto: Robert Hegedus/MTI/AP/dpa

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