Ukraine-Krieg: Ungarns Regierungschef unterstellt Ukraine feindselige Absichten

Ukraine - Bei russischen Angriffen im Süden der Ukraine sind nach Behördenangaben vier Menschen getötet worden.

Flutlichter leuchten über den Gräbern der gefallenen Soldaten, und mehrere Kerzen wurden anlässlich des vierten Jahrestages der russischen Invasion angezündet.
Flutlichter leuchten über den Gräbern der gefallenen Soldaten, und mehrere Kerzen wurden anlässlich des vierten Jahrestages der russischen Invasion angezündet.  © Alex Brandon/AP/dpa

Außerdem sei ein Kind bei den Attacken am Dienstagabend verletzt worden, teilte der Zivilschutz mit. Luftangriffe auf ein Dorf im Kreis Saporischschja zerstörten den Angaben nach ein Wohnhaus und beschädigten ein weiteres.

Russlands Militär griff demnach am Abend des vierten Kriegsjahrestags an. Die Ukraine verteidigt sich mit westlicher Hilfe seit dem 24. Februar 2022 gegen eine großangelegte russische Invasion.

Alle relevanten Informationen zum aktuellen Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Newsticker.

25. Februar, 22.28 Uhr: Selenskyj telefoniert mit Trump zu weiteren Gesprächen

Der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj (48) hat mit US-Präsident Donald Trump (79) über die nächsten Verhandlungen für ein Ende des russischen Angriffskriegs gesprochen.

Bei dem Telefongespräch seien auch Unterhändler Steve Witkoff (68) und Trumps Schwiegersohn, Jared Kushner (45), anwesend gewesen, teilte Selenskyj am Abend auf seiner Internetseite mit. Demnach dankte Selenskyj für die US-Vermittlung.

An diesem Donnerstag sind ihm zufolge Gespräche zwischen den USA und der Ukraine in Genf geplant.

25. Februar, 22.24 Uhr: Selenskyj verleiht Wadephul Verdienstorden - aber nur zweiter Klasse

Bundesaußenminister Johann Wadephul (63, CDU) ist vom ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj (48) mit dem Orden "Für Verdienste" zweiter Klasse ausgezeichnet worden.

Allerdings erhalten "Minister souveräner Staaten" dem Statut des Ordens zufolge eigentlich den Orden erster Klasse. So wurde Verteidigungsminister Boris Pistorius (65, SPD) 2024 von Selenskyj mit dem Verdienstorden erster Klasse ausgezeichnet. Weshalb Wadephul nur die zweite Stufe bekommt, warunklar. Eine Anfrage an das Präsidentenbüro blieb zunächst unbeantwortet.

Die zweite Stufe ist dem Statut zufolge eigentlich für Stellvertreter von Regierungs- und Parlamentschefs, Minister und Leiter anderer zentraler Behörden und Botschafter vorgesehen. 

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48, l.) hat Deutschlands Außenminister Johann Wadephul (63, CDU) den Verdienstorden zweiter Klasse verliehen. (Archivbild)
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48, l.) hat Deutschlands Außenminister Johann Wadephul (63, CDU) den Verdienstorden zweiter Klasse verliehen. (Archivbild)  © Uncredited/Ukrainian Presidential Press Office via AP/dpa

25. Februar, 21.19 Uhr: Ukraine erhöht Renten kräftig um über zwölf Prozent

Trotz hoher Ausgaben im Krieg mit Russland hat die ukrainische Regierung jetzt eine kräftige Rentenerhöhung für die über zehn Millionen Rentner angekündigt.

"Ab dem 1. März werden die Renten und Versicherungsleistungen für Millionen Ukrainer um 12,1 Prozent steigen", teilte Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko (40) mit.

Die Erhöhung liege über der Inflation und setze die Rentenerhöhungspolitik der Jahre 2021 bis 2025 fort. Zum Vergleich: In Deutschland werden zum 1. Juli Rentenerhöhungen von etwa 3,7 Prozent erwartet. Die Renten in der Ukraine sind traditionell sehr gering.

25. Februar, 21.11 Uhr: Ungarns Regierungschef unterstellt Ukraine feindselige Absichten

Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban (62) hat eine Verstärkung des militärischen und polizeilichen Schutzes für die Energie-Infrastruktur in seinem Land angeordnet.

Grund seien Befürchtungen, dass das Nachbarland Ukraine die Störung der ungarischen Energieversorgung plane, erklärte Orban nach einer Sitzung des Verteidigungsrats in einer Video-Botschaft bei Facebook ohne eine Grundlage für die Befürchtungen zu nennen. Zum Verteidigungsrat gehören unter anderem die Führungen der Armee und der Geheimdienste. 

Ferner werde ein Flugverbot für Drohnen in der Nähe der ukrainischen Grenze, in der ungarischen Region Szatmar-Szabolcs-Bereg, verhängt. "Ich sehe, dass die Ukraine weitere Aktionen vorbereitet, um die Funktionsweise des Energiesystems Ungarns zu stören. Darum habe ich angeordnet, dass die Verteidigung kritische Energie-Infrastruktur verstärkt wird", sagte Orban. Mehr Soldaten und Polizisten sollten für die "Verhütung von Angriffen" sorgen. Wie viele genau, sagte er nicht. 

Ungarns Regierungschef Viktor Orban (62) lässt den Schutz der Energie-Infrastruktur seines Landes hochfahren.
Ungarns Regierungschef Viktor Orban (62) lässt den Schutz der Energie-Infrastruktur seines Landes hochfahren.  © Alex Brandon/Pool AP/AP/dpa

25. Februar, 19.12 Uhr: Bundestags-Beschluss zur Unterstützung der Ukraine

Zum vierten Jahrestag der russischen Invasion hat der Bundestag die deutsche Unterstützung für die Ukraine bekräftigt.

Über ihre Landesgrenzen hinaus verteidige sie Freiheit, Demokratie und die regelbasierte Weltordnung, heißt es in einem Antrag von CDU/CSU und SPD, der am Abend mit Koalitionsmehrheit beschlossen wurde. "Ein Hinnehmen von Landraub und Gewalt in Europa wäre eine Blaupause für weitere Staaten weltweit, die eine revisionistische oder territoriale Expansionspolitik verfolgen."

"Wir müssen zu einem Frieden kommen, der dauerhaft und gerecht ist", erklärte Außenminister Johann Wadephul (63, CDU). Einen solchen Frieden werde die Ukraine aber nur aus einer Position der Stärke erreichen können.

25. Februar, 14.34 Uhr: Xi bekräftigt Ukraine-Linie bei Merz-Besuch

Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping (72) hat sich beim Treffen mit Bundeskanzler Friedrich Merz (70) für Verhandlungen im Ukraine-Krieg ausgesprochen und erneut auf eine direkte Schuldzuweisung an Russland verzichtet.

Nach chinesischen Regierungsangaben erklärte Xi, entscheidend sei es, durch Dialog zu einer Lösung zu kommen. Dabei müssten jedoch alle Parteien gleichberechtigt eingebunden und ihre berechtigten Anliegen berücksichtigt werden. 

Merz erhofft sich mit Blick auf die Bemühungen um ein Ende des Ukraine-Kriegs Unterstützung von China. "Wenn Xi Jinping (Kremlchef Wladimir) Putin morgen sagen würde, hör das auf, dann muss er übermorgen aufhören", hatte der Kanzler am Montag vor seiner Abreise nach China gesagt.

Bundeskanzler Friedrich Merz (70, l.) reiste nach China für ein Treffen mit Staatschef Xi Jinping (72).
Bundeskanzler Friedrich Merz (70, l.) reiste nach China für ein Treffen mit Staatschef Xi Jinping (72).  © Michael Kappeler/dpa

25. Februar, 13.58 Uhr: USA und Ukraine bereiten neue Gesprächsrunde mit Russland vor

Im Rahmen der von den USA vermittelten ukrainisch-russischen Friedensgespräche ist am Donnerstag in der Schweiz ein neues Treffen zwischen Vertretern der Ukraine und der USA geplant.

"Ich habe gerade mit (dem Chefunterhändler) Rustem Umjerow gesprochen. Er wird morgen ein Treffen mit den US-amerikanischen Unterhändlern Steve Witkoff und Jared Kushner haben", sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) vor Journalisten.

An dem Treffen werde auch der ukrainische Wirtschaftsminister Olexij Sobolew teilnehmen. Umjerows Pressesprecherin bestätigte den Termin und nannte Genf als Gesprächsort. Zuvor hatte Witkoff bereits die Reise nach Genf am Donnerstag angekündigt.

Nach ukrainischen Angaben wird der russische Chefunterhändler Rustem Umjerow (43, r.) am Donnerstag an einem weiteren Friedensgespräch teilnehmen.
Nach ukrainischen Angaben wird der russische Chefunterhändler Rustem Umjerow (43, r.) am Donnerstag an einem weiteren Friedensgespräch teilnehmen.  © Wiktor Dabkowski/ZUMA Press Wire/dpa

25. Februar, 13.17 Uhr: Tote nach ukrainischem Angriff auf Fabrik in Russland

Bei Drohnenangriffen der Ukraine sind im westrussischen Gebiet Smolensk nach Behördenangaben sieben Menschen getötet worden.

Mindestens zehn weitere wurden dem Ermittlungskomitee zufolge verletzt. Kiew habe die Chemiefabrik Dorogobusch mit mindestens 30 Drohnen attackiert, hieß es. Ein Strafverfahren wegen eines Terrorakts sei eröffnet worden.

Gouverneur Wassili Anochin (42) hatte zunächst von vier getöteten Mitarbeitern gesprochen. Um mögliche Gefahren für die Bevölkerung zu minimieren, werde die Evakuierung der Einwohner in umliegende Siedlungen in Erwägung gezogen, schrieb er am Vormittag bei Telegram.

25. Februar, 10.12 Uhr: Ukrainischer Skeleton-Fahrer mahnt - Krieg nicht vergessen

Der ukrainische Skeleton-Fahrer Wladyslaw Heraskewytsch hat die Weltgemeinschaft davor gewarnt, die Auswirkungen des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine zu vergessen.

"Es gibt eine gewisse Kriegsmüdigkeit und die Berichterstattung über die Ukraine ist nicht mehr ganz oben auf der Prioritätenliste. Die Menschen bekommen nicht mehr mit, was hier jeden Tag geschieht", sagte Heraskewytsch in einem Interview im "heute Journal Update" des ZDF. Der Kriegsbeginn jährte sich am Dienstag zum vierten Mal.

Der 27 Jahre alte Heraskewytsch war bei den Olympischen Winterspielen in Italien kurz vor dem Start der Skeleton-Rennen disqualifiziert worden, weil er nicht auf seinen vom IOC untersagten Helm verzichten wollte. Der Kopfschutz zeigt die Bilder von mehr als 20 Sportlerinnen und Sportlern, die infolge des russischen Angriffskrieges in der Ukraine ums Leben gekommen sind.

Der 27 Jahre alte Heraskewytsch war bei den Olympischen Winterspielen in Italien kurz vor dem Start der Skeleton-Rennen disqualifiziert worden, weil er nicht auf seinen vom IOC untersagten Helm verzichten wollte.
Der 27 Jahre alte Heraskewytsch war bei den Olympischen Winterspielen in Italien kurz vor dem Start der Skeleton-Rennen disqualifiziert worden, weil er nicht auf seinen vom IOC untersagten Helm verzichten wollte.  © Peter Kneffel/dpa

25. Februar, 10.09 Uhr: Vier Tote nach russischen Angriffen in Südukraine

Bei russischen Angriffen im Süden der Ukraine sind nach Behördenangaben vier Menschen getötet worden.

Außerdem sei ein Kind bei den Attacken am Dienstagabend verletzt worden, teilte der Zivilschutz mit. Luftangriffe auf ein Dorf im Kreis Saporischschja zerstörten den Angaben nach ein Wohnhaus und beschädigten ein weiteres.

Nach Angaben der Behörden wurden bei Angriffen russischer Truppen im Süden der Ukraine vier Menschen getötet. (Archivbild)
Nach Angaben der Behörden wurden bei Angriffen russischer Truppen im Süden der Ukraine vier Menschen getötet. (Archivbild)  © Monika Skolimowska/dpa

24. Februar, 22.26 Uhr: Zwei Tote in Dnipropetrowsk nach russischem Luftangriff

Kurz nach den Besuchen europäischer Spitzenpolitiker in Kiew zum vierten Jahrestag des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine hat die russische Luftwaffe die Region Dnipropetrowsk attackiert.

Bei einer Explosion seien zwei Menschen getötet worden, teilte der regionale Militärverwalter Olexander Ganscha auf Telegram mit. Fünf weitere Zivilisten seien verletzt, zahlreiche Häuser durch die Bombentreffer beschädigt worden. Es wurde nicht ausgeschlossen, dass sich unter den Trümmern noch Opfer befanden.

An diesem 1462. Kriegstag hatten die russischen Truppen ihre Aktivitäten an den Fronten zunächst abflauen lassen. Nach Angaben des Generalstabs in Kiew seien von den verschiedenen Frontabschnitten lediglich 50 bewaffnete Zusammenstöße gemeldet worden. Üblicherweise liegt diese Zahl meist über 80 pro Tag.

In der Region Dnipropetrowsk sind zwei Menschen bei russischen Angriffen ums Leben gekommen. (Archivbild)
In der Region Dnipropetrowsk sind zwei Menschen bei russischen Angriffen ums Leben gekommen. (Archivbild)  © Dnipropetrovsk military regional/Dnipropetrovsk military regional administration/dpa

24. Februar, 20.31 Uhr: UN-Vollversammlung fordert Waffenruhe und Frieden in Ukraine

Anlässlich des vierten Jahrestags des russischen Angriffs auf die Ukraine hat die UN-Vollversammlung in New York per Resolution eine sofortige Waffenruhe und einen anhaltenden Frieden gefordert.

107 Mitgliedsländer stimmten in New York für das Papier, darunter auch Deutschland. 12 stimmten dagegen, 51 enthielten sich.

Die Resolution ruft unter anderem zu einer "sofortigen, kompletten und bedingungslosen Waffenruhe" zwischen Russland und der Ukraine auf und fordert einen auf internationalem Recht basierenden "umfassenden, fairen und anhaltenden Frieden".

Die UN-Vollversammlung fordert eine sofortige Waffenruhe in der Ukraine. (Symbolfoto)
Die UN-Vollversammlung fordert eine sofortige Waffenruhe in der Ukraine. (Symbolfoto)  © John Minchillo/AP/dpa

24. Februar, 19.11 Uhr: EU will Ukraine vor neuer winterlicher Energiekrise bewahren

Die von Russland angegriffene Ukraine soll im kommenden Winter nicht noch einmal eine schwere Energiekrise erleben.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (67) kündigte bei einem Besuch in Kiew einen Plan mit dem Namen "Repair, Rebuild, Restart" an. Er soll mit mehr als 920 Millionen Euro unterlegt sein und im Winter 2026/2027 in der ganzen Ukraine einen verlässlichen Stromfluss sichern.

Dazu werde man die dezentrale Produktion erneuerbarer Energien beschleunigen und durch russische Angriffe beschädigte Netze wieder aufbauen und modernisieren, erklärte von der Leyen bei dem Besuch zum vierten Jahrestag der russischen Invasion in die Ukraine. Zudem sollten beschädigte Kraftwerke repariert werden.

Titelfoto: Alex Brandon/Pool AP/AP/dpa

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