Ukraine-Krieg: Verhalten der Polizei nach Schüssen in Kiew wirft Fragen auf

Ukraine - Einen Tag nach tödlichen Schüssen in Kiew laufen die Ermittlungen nicht nur zu den Hintergründen der Tat, sondern auch zum Verhalten der Polizei.

Bei einem Terroranschlag in Kiew starben sechs Menschen.  © Dan Bashakov/AP/dpa

Innenminister Ihor Klymenko kündigte die Einleitung eines Dienstaufsichtsverfahrens an. "Dienen und schützen ist nicht nur eine Losung", schrieb er auf Telegram. Dies müsse mit Professionalität einhergehen – gerade in kritischen Situationen, wenn das Leben von Menschen auf dem Spiel stehe. Hintergrund der Kritik ist offenbar ein Video, das in den sozialen Netzwerken kursiert.

Zu sehen sind zwei Polizisten, die bei einem kleinen Jungen stehen, bei den ersten Schüssen aber einfach weglaufen und das Kind allein lassen. Der Junge flieht kurz darauf auch und kann entkommen. Allerdings trifft es in dem von Augenzeugen aufgenommenen Video einen Mann, der unmittelbar neben dem Jungen vor den Schüssen davonläuft.

Die Bluttat mit mindestens sechs Toten und mehr als einem Dutzend Verletzten wird von den Behörden als Terroranschlag eingestuft.

Ukraine Ukraine-Krieg: Selenskyj bezweifelt starke russische Frühjahr-Offensive

Ob es einen politischen Hintergrund der Tat oder eine direkte Verbindung zu der seit vier Jahren laufenden russischen Invasion gibt, ist allerdings weiter völlig offen. Der Todesschütze wurde zwar in Moskau geboren, besaß aber seit langem die ukrainische Staatsbürgerschaft. Für den Besitz der Tatwaffe hatte der 58-Jährige eine Erlaubnis.

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19. April, 13.52 Uhr: Verhalten der Polizei nach Schüssen in Kiew wirft Fragen auf

Einen Tag nach tödlichen Schüssen in Kiew laufen die Ermittlungen nicht nur zu den Hintergründen der Tat, sondern auch zum Verhalten der Polizei.

Innenminister Ihor Klymenko kündigte die Einleitung eines Dienstaufsichtsverfahrens an. "Dienen und schützen ist nicht nur eine Losung", schrieb er auf Telegram. Dies müsse mit Professionalität einhergehen – gerade in kritischen Situationen, wenn das Leben von Menschen auf dem Spiel stehe. Hintergrund der Kritik ist offenbar ein Video, das in den sozialen Netzwerken kursiert.

Zu sehen sind zwei Polizisten, die bei einem kleinen Jungen stehen, bei den ersten Schüssen aber einfach weglaufen und das Kind allein lassen. Der Junge flieht kurz darauf auch und kann entkommen. Allerdings trifft es in dem von Augenzeugen aufgenommenen Video einen Mann, der unmittelbar neben dem Jungen vor den Schüssen davonläuft.

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19. April, 13.50 Uhr: Raketeneinschlag in Südrussland

In der südrussischen Hafenstadt Taganrog sind nach offiziellen Angaben bei einem Raketenangriff der Ukraine drei Menschen verletzt worden.

Zudem sei ein Brand in einem Lagerhaus ausgebrochen, schrieb der Gouverneur von Rostow, Juri Sljussar beim russischen Messenger-Dienst Max. Im Netz wurden derweil Bilder und Fotos von Bränden verbreitet, die von einer Rüstungsfabrik stammen sollen, wo unter anderem Drohnen und Drohnenteile produziert werden.

19. April, 13.46 Uhr: Drohnenangriffe auf Ukraine

Bei schweren Drohnenangriffen des Moskauer Militärs sind in der Ukraine erneut Zivilisten zu Schaden gekommen.

In der Region Tschernihiw nördlich von Kiew sei ein 16-Jähriger durch Drohnenbeschuss getötet worden, teilte Gouverneur Dmytro Bryschynskyj auf Telegram mit. "Vier Personen wurden verletzt, drei Frauen und ein Mann", schrieb er weiter. Seinen Angaben nach wurden sieben private Wohnhäuser beschädigt - drei davon brannten völlig aus. Zudem traf es ein Verwaltungs- und ein Schulgebäude sowie zwei Autos.

Nach Angaben der ukrainischen Flugabwehr hat das russische Militär bei den nächtlichen Angriffen insgesamt 236 Drohnen eingesetzt. Obwohl die Mehrzahl der Flugobjekte abgefangen werden konnte, gab es Einschläge an 18 Orten. In der südukrainischen Stadt Cherson traf es dabei ein Taxi; ein 41-Jähriger wurde verletzt. Im zentralukrainischen Poltawa wurde eine Lokomotive zerstört. Verletzte habe es hier glücklicherweise nicht gegeben, schrieb Gouverneur Witali Djakiwnytsch.

18. April, 19.18 Uhr: Mann erschießt mindestens fünf Menschen in Kiew - Polizei tötet Täter

Bei einem Schusswaffenangriff sind am Samstag sechs Menschen in der ukrainischen Hauptstadt Kiew ums Leben gekommen.

Neun weitere Personen seien verletzt worden, schrieb Bürgermeister Vitali Klitschko (54) auf Telegram. Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) sprach den Angehörigen in einer Videobotschaft sein Beileid aus. Polizei und Geheimdienst seien dabei, die Hintergründe der Tat zu ermitteln. Laut Selenskyj sind sogar 14 Menschen verletzt worden. Die Zahl könne noch steigen.

Nach Angaben des ukrainischen Innenministers Ihor Klymenko (53) hatte der Täter vier Geiseln in einem Supermarkt genommen und auf Polizisten geschossen, als diese ihn stellen wollten. Er sei dann durch Spezialeinheiten bei dem Festnahmeversuch getötet worden. Laut Generalstaatsanwaltschaft handelte es sich um einen gebürtigen Moskauer, der jedoch Medien zufolge die ukrainische Staatsbürgerschaft besaß und lange im Donbass gelebt hat.

Berichten zufolge hatte der Mann im Stadtbezirk Demijiwka mit einem halbautomatischen Gewehr auf Passanten geschossen. Als die Polizei die Verfolgung aufnahm, flüchtete er demnach in einen Supermarkt. Versuche, Kontakt mit dem etwa 60-Jährigen aufzunehmen, sind nach Angaben Klymenkos gescheitert. Daher sei das Geschäft gestürmt worden.

Spezialkräfte der Kiewer Polizei haben am Samstag einen Angreifer in der Stadt getötet.  © Friedemann Kohler/dpa

18. April, 7.03 Uhr: USA lockern erneut Sanktionen auf russisches Öl

Die USA lockern angesichts der im Iran-Krieg gestiegenen Energiepreise ein weiteres Mal für einige Wochen Sanktionen auf russisches Öl.

Der Verkauf und die Lieferung von russischem Öl, das bis zur Nacht auf Freitag auf Schiffe geladen wurde, ist bis zur Nacht auf den 16. Mai (US-Ostküstenzeit) von US-Verboten ausgenommen, wie eine Behörde des US-Finanzministeriums mitteilte. Die USA versuchen damit erneut, globale Energiemärkte zu beruhigen.

18. April, 6.57 Uhr: Ukrainische Drohnenangriffe auf Krim-Stadt Sewastopol

Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die russisch besetzte Marinestadt Sewastopol auf der Halbinsel Krim ist nach Behördenangaben in der Nacht ein Öldepot in Brand geraten.

Das Feuer in einem Tank mit Kraftstoffresten sei durch abgeschossene Drohnen ausgelöst worden, schrieb der Verwaltungschef der Stadt, Michail Raswoschajew, auf der Plattform Telegram. Der Brand habe keine Auswirkungen auf die Treibstoffversorgung von Sewastopol.

Verletzte gebe es keine, hieß es weiter. Darüber hinaus habe die Flugabwehr über der Stadt zwei weitere Drohnen abgeschossen. Die Angaben konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden.

Nach einem Drohnenangriff auf Sewastopol ist dort ein Öldepot in Brand geraten. (Archivbild)  © Uncredited/AP/dpa

17. April, 22.28 Uhr: Selenskyj warnt Belarus vor Beteiligung am russischen Krieg

Belarus hat nach Angaben aus Kiew in grenznahen Gebieten zur Ukraine mit dem Ausbau von Straßen und dem Bau von Artilleriestellungen begonnen.

"Wir gehen davon aus, dass Russland ein weiteres Mal versuchen wird, Belarus in seinen Krieg (gegen die Ukraine) hineinzuziehen", schrieb der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bei Telegram. Er habe Anweisung gegeben, Minsk vor den Folgen zu warnen. Die Ukraine sei bereit, ihr Hoheitsgebiet und ihre Unabhängigkeit zu verteidigen.

"Die Art und die Folgen der jüngsten Ereignisse in Venezuela sollten die Führung von Belarus davon abhalten, Fehler zu begehen", fügte er hinzu. Anfang Januar wurde der venezolanische Staatschef Nicolás Maduro mit seiner Frau von US-amerikanischen Truppen über Nacht in die USA festgenommen und vor Gericht gestellt.

Mit einem Verweis auf Venezuela mahnt Wolodymyr Selenskyj (48) Minsk eindringlich.  © Sven Hoppe/dpa

17. April, 14.36 Uhr: Deutsche Bank meldet Verstöße gegen Russland-Sanktionen

Die Deutsche Bank hat einem Medienbericht zufolge Verstöße gegen Russland-Sanktionen zugegeben.

So sollen Privatkunden mit russischem oder belarussischem Pass mehr Guthaben auf Konten oder Depots bei der Bank unterhalten haben, als ihnen erlaubt war, berichtete der Branchendienst "Finanz-Szene". Der Dax-Konzern habe die Verstöße bei einer internen Prüfung entdeckt und selbst an die Deutsche Bundesbank als Aufsichtsbehörde gemeldet.

Seit einer Verschärfung der Sanktionen wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine dürfen Kunden aus Russland und Belarus demnach höchstens 100.000 Euro bei einer Bank in Deutschland unterhalten. Diese Schwelle kann aber ohne bewusstes Zutun überschritten werden, etwa wenn Vermögenswerte in einem Depot an Wert gewinnen.

17. April, 6.07 Uhr: Russland greift Tschernihiw in der Nordukraine an

In der Nacht attackierte das russische Militär die ukrainische Stadt Tschernihiw, wodurch in mehreren Vierteln der Strom ausfiel.

Nach Angaben des regionalen Militärverwalters Dmitri Bryschinskyj wurden am frühen Morgen mehrere Anlagen der Energieinfrastruktur getroffen und in Brand gesetzt. Zunächst lagen keine Informationen über mögliche Verletzte vor. In seiner Mitteilung auf Telegram machte Bryschinskyj keine Angaben dazu, welche Waffen bei dem Angriff eingesetzt wurden.

Immer wieder greift Russland zivile Ziele in der Ukraine an. (Archivbild)  © Ukrainian Emergency Service/Ukrainian Emergency Service/AP/dpa

17. April, 6.06 Uhr: Großbrand russischer Ölanlagen nach Drohnenangriff

Der ukrainische Drohnenangriff auf den russischen Schwarzmeerhafen Tuapse hat einen Großbrand der dortigen Ölanlagen verursacht.

Rettungskräfte der Region Krasnodar berichteten am Nachmittag, dass Löscharbeiten im Gang seien, wie die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass meldete. Bis zum Abend fehlte die sonst übliche Meldung, dass der Brand eingedämmt oder gelöscht sei.

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