Ukraine-Krieg: Tote und Verletzte in Odessa nach russischen Angriffen

Ukraine - Bei Verhandlungen in Ländern des Nahen Ostens hatte US-Präsident Wolodymyr Selenskyj zuletzt mehrere Vereinbarungen über eine militärische Zusammenarbeit geschlossen. Ukrainische Drohnenexperten sind im Nahen Osten im Einsatz, um beim Schutz vor iranischen Drohnenangriffen zu helfen. 

Der syrische Präsident Ahmad al-Sharaa (43, r.) und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48).  © Mohammed Al-Rifai/dpa

Selenskyj bot außerdem mehrfach an, dass die Ukraine auch bei der Sicherung der Schifffahrt in der Straße von Hormus helfen könnte. Gefragt worden sei das Land aber bisher nicht.

In Moskau kommentierte das Außenministerium die Reisen Selenskyjs mit der Frage, ob der Präsident in seinem eigenen Land nichts zu tun habe.

Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren gegen den russischen Angriffskrieg. Der Staatschef hatte zuletzt mehrfach beklagt, dass die russische Invasion in der Ukraine weniger internationale Aufmerksamkeit wegen des Iran-Kriegs erhalte.

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Mit seinen Reisen will Selenskyj auch das Schicksal seines Landes wieder stärker ins Blickfeld rücken.

Alle relevanten Informationen zum Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Newsticker.

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6. April, 10.39 Uhr: Tote und Verletzte in Odessa nach russischen Angriffen

Bei neuen schweren russischen Drohnenangriffen auf die südukrainische Hafenstadt Odessa am Schwarzen Meer sind mindestens drei Menschen getötet worden.

15 Bewohner, unter ihnen eine Schwangere und zwei Kinder, seien verletzt worden, teilte Militärgouverneur Oleh Kiper bei Telegram mit. Demnach traf eine Drohne ein mehrgeschossiges Wohnhaus. Bei den Toten handele es sich um eine 30 Jahre alte Frau und ihre zweieinhalb Jahre alte Tochter sowie um eine 53 Jahre alte Frau. Kiper berichtete von Bränden und erheblichen Zerstörungen.

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Eine Drohne traf ein mehrgeschossiges Wohnhaus.  © Michael Shtekel/AP/dpa

6. April, 7.24 Uhr: Verletzte nach Angriff auf Odessa

Bei einem massiven Luftangriff auf die ukrainische Hafenstadt Odessa sind offiziellen Angaben zufolge mindestens fünf Menschen verletzt worden.

In mehreren Bezirken seien in der Nacht Wohngebiete getroffen worden, teilte der Chef der städtischen Militärverwaltung, Serhij Lyssak, auf Telegram mit. Die ukrainische Luftwaffe hatte zuvor vor russischen Drohnenangriffen in der Region gewarnt.

In einem der Bezirke sei ein Hochhaus getroffen worden. Es gebe schwere Schäden vom fünften bis zum dritten Stock. Unter den Trümmern könnten sich Menschen befinden, sagte Lyssak weiter. Rettungskräfte seien im Einsatz. 

Ein städtischer Arbeiter räumt die Trümmer eines Wohnhauses in Odessa auf, das nach einem russischen Drohnenangriff beschädigt wurde. (Archivbild)  © Oleg Grekov/AP/dpa

5. April, 22.07 Uhr: Sprengstoff an Pipeline - Ungarn lenkt Verdacht auf Ukraine

Nachdem Serbien den Fund von Sprengstoff an einer Gas-Pipeline nach Ungarn gemeldet hat, richtet der ungarische Regierungschef Viktor Orban den Verdacht auf die Ukraine.

Orban und sein Außenminister ließen nach einer Sondersitzung des nationalen Verteidigungsrats in Budapest durchblicken, dass sie die Ukraineverdächtigen, einen Sabotage-Akt an dieser Pipeline geplant zu haben. Die ungarische Opposition hatte Orban dagegen bereits zuvor Panikmache aus wahlkampftaktischen Gründen vorgeworfen. Bei der Parlamentswahl am kommenden Sonntag muss Orban um die Macht zittern.

Orban kämpft seit Monaten hauptsächlich mit Kritik an der Ukraine und an den EU-Hilfen für das vom russischen Angriffskrieg heimgesuchte Land um Wählerstimmen.

Serbien meldet den Fund von Sprengstoff an der Balkan-Stream-Pipeline. Ungarns Regierungschef Orban (62) sieht einen Sabotage-Plan – doch sein schärfster innenpolitischer Gegner wittert Wahlkampftricks. (Archivbild)  © Daniel Alfoldi/ZUMA Press Wire/dpa

5. April, 18.56 Uhr: Selenskyj in Syrien zum Austausch von Kriegserfahrungen

Der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj hat nach Gesprächen in der Türkei nun in Damaskus den syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa getroffen.

"Es gibt ein großes Interesse, die Erfahrungen im militärischen und Sicherheitsbereich auszutauschen", sagte Selenskyj, der von einer großen ukrainischen Delegation begleitet wurde. Beide Seiten hätten vereinbart, für die Entwicklung ihrer Gesellschaften zusammenzuarbeiten, sagte der Ukrainer.

Gesprochen worden sei auch über die Ukraine als verlässlicher Lieferant von Lebensmittelprodukten, sagte Selenskyj. "Wir setzen unsere aktive ukrainische Diplomatie im Interesse echter Sicherheit und wirtschaftlicher Zusammenarbeit fort", teilte er in den sozialen Netzwerken mit. "Jedes Volk, jede Region verdient ein Leben in Frieden", sagte er angesichts der langjährigen Kriegserfahrungen Syriens.

5. April, 15.18 Uhr: Russischer Frachter sinkt im Asowschen Meer - gab es einen Drohnenangriff?

Im Asowschen Meer ist nach Angaben russischer Besatzungsbehörden ein mit Getreide beladener Frachter gesunken. Mindestens ein Seemann sei gestorben, zwei Männer würden noch vermisst, teilte der von Moskau eingesetzte Chef des Gebiets Cherson, Wladimir Saldo, bei Telegram mit.

Die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass meldete unter Berufung auf eigene Quellen, dass das Schiff von einer Drohne getroffen worden sei. Es gebe insgesamt zwei Tote.

Das Schiff vom Typ Wolgo-Balt habe Weizen an Bord gehabt, teilte Saldo weiter mit. Neun Mitglieder der Schiffsbesatzung hätten sich an die Küste des Gebiets Cherson retten können. "Die Umstände des Vorfalls werden derzeit geklärt, es laufen Ermittlungen", so Saldo. 

Das Gebiet Cherson im Süden der Ukraine wird zum größten Teil von russischen Besatzern verwaltet, die gleichnamige Gebietshauptstadt aber steht unter Kontrolle Kiews. In der Region toben schwere Kämpfe.

Die Ukraine hatte im Zuge des seit mehr als vier Jahren andauernden russischen Angriffskrieges die Kontrolle über ihren Teil des Asowschen Meeres verloren. Kiew greift in den Gewässern immer wieder russische Schiffe an. In der Vergangenheit sind bereits Ölfrachter gesunken.

5. April, 9.33 Uhr: Ukraine setzt russische Ölanlagen in Brand

Die Ukraine hat bei neuen Drohnenangriffen auf Anlagen der russischen Ölindustrie mehrere Objekte in Brand gesetzt.

Im Gebiet Nischni Nowgorod berichtete Gouverneur Gleb Nikitin (48) bei Telegram, es seien 30 ukrainische Drohnenschläge abgewehrt worden. Herabfallende Trümmer hätten Feuer in zwei Objekten des Ölkonzerns Lukoil ausgelöst. Es seien auch Wohnhäuser und ein Heizkraftwerk beschädigt worden

In Gebiet Leningrad, das an St. Petersburg (früher Leningrad) grenzt, war wie zuletzt schon mehrfach der Hafen Primorsk Ziel ukrainischer Angriffe, wie Gouverneur Alexander Drosdenko (61) bei Telegram mitteilte. Dort sei es an einer Ölleitung zu einem "ungefährlichen Brand" gekommen.

Es ist nicht der erste ukrainische Drohnenangriff.  © Efrem Lukatsky/AP/dpa

5. April, 7.17 Uhr: Kiew erwartet Besuch von US-Delegation

Im Ringen um ein Ende des russischen Angriffskriegs rechnet die Ukraine noch im April mit dem Besuch einer US-Delegation in der Hauptstadt Kiew.

Das sagte der Kanzleichef des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj (48) in einem Interview der Nachrichtenagentur Bloomberg. Die Delegation könnte bereits kurz nach dem orthodoxen Osterfest eintreffen, das am 12. April begangen wird, sagte Kyrylo Budanow (40) demnach. 

Die Delegation soll laut Budanow vom US-Sondergesandten Steve Witkoff (69) und dem Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump (79), Jared Kushner (45), geleitet werden. Die beiden waren bereits mehrfach in Russland zu Gast, es wäre aber ihr erster offizieller Besuch in der Ukraine.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) rechnet bereits in den nächsten Tagen mit Besuch aus den USA.  © Sven Hoppe/dpa

4. April, 19.36 Uhr: Selenskyj und Erdogan sprachen über Sicherheit und Gasprojekte

Bei einem Besuch in der Türkei hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) mit seinem Kollegen Recep Tayyip Erdogan (72) unter anderem die Situation im Nahen Osten besprochen.

"Wir haben neue Schritte bei der Zusammenarbeit im Sicherheitsbereich vereinbart", teilte Selenskyj anschließend auf sozialen Netzwerken mit. Ohne konkretere Angaben schrieb der Staatschef von einer ukrainischen Unterstützung mit "Expertise, Technologie, Erfahrung". 

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48, l.) mit seinem Kollegen Recep Tayyip Erdogan (72, r.).  © -/Turkish Presidency/dpa

4. April, 18.12 Uhr: Tote bei ukrainischem Drohnenangriff im Gebiet Luhansk

Im russisch besetzten Teil des ostukrainischen Gebiets Luhansk sind bei einem Drohnenangriff nach russischen Angaben mindestens drei Zivilisten getötet worden.

Im etwa 45 Kilometer von der Frontlinie entfernten Dorf Mychajliwka im Landkreis Kreminna seien Wohnhäuser angegriffen worden, teilte der von Moskau eingesetzte Verwaltungschef Leonid Passetschnik bei Telegram mit. Ukrainische Drohnenangriffe hat es demnach auch in anderen Landkreisen des Gebiets gegeben. Unter anderem sei die Eisenbahninfrastruktur Ziel gewesen.

Im russisch besetzten Teil des ostukrainischen Gebiets Luhansk sind bei einem Drohnenangriff mehrere Zivilisten gestorben. (Archivbild)  © -/AP/dpa

4. April, 13.34 Uhr: Mindestens fünf Tote bei Drohnenangriff in Südostukraine

Im südostukrainischen Gebiet Dnipropetrowsk sind mindestens fünf Menschen bei einem russischen Angriff mit mehreren Drohnen getötet worden.

Gouverneur Olexander Hanscha zufolge wurden 19 Menschen bei der Attacke auf die Stadt Nikopol verletzt, darunter ein 14 Jahre altes Mädchen. Ums Leben kamen demnach drei Frauen und zwei Männer.

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