Ukraine-Krieg: Viele Verletzte nach Einschlag in Wohngebiet in Charkiw

Ukraine - Russland hat nach eigenen Angaben auf einer ukrainischen Drohne Navigationsdaten entschlüsselt, die einen angeblich geplanten Angriff auf eine Residenz von Kremlchef Wladimir Putin (73) beweisen sollen.

Wurde ein Angriff auf eine Residenz von Wladimir Putin (73) geplant? Russland will dafür Beweise vorliegen haben.  © Sergei Bulkin/TASS via ZUMA Press/dpa

Die Materialien mit entschlüsselten Routing-Daten in einer Mappe sowie ein Bauteil der Drohne seien einem Vertreter des Militärattachés der US-Botschaft in Moskau übergeben worden, teilte das russische Verteidigungsministerium mit.

Das Ministerium veröffentlichte auch ein Video von dieser ungewöhnlichen Begegnung des Chefs des russischen Militärgeheimdienstes GRU, Igor Kostjukow, mit den Uniformierten.

Die Ukraine bezeichnet die russischen Vorwürfe seit Tagen als Lüge - mit dem Ziel, Schläge gegen Regierungsgebäude in Kiew zu rechtfertigen.

Ukraine Ukraine-Krieg: Selenskyj erwartet Details aus Ukraine-Gesprächen in den USA

Alle relevanten Informationen zum aktuellen Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Newsticker.

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2. Januar, 15.02 Uhr: Viele Verletzte nach Einschlag in Wohngebiet in Charkiw

In der Ukraine sind bei einem Angriff auf die Großstadt Charkiw nach Behördenangaben zahlreiche Menschen verletzt worden. Nach vorläufigen Informationen hätten zwei Raketen ein Wohngebiet getroffen, schrieb Präsident Wolodymyr Selenskyj (47) in sozialen Medien.

Die genaue Zahl der Opfer sei noch unbekannt. Selenskyj warf Russland vor, trotz internationaler diplomatischer Bemühungen das Töten fortzusetzen.

Der Charkiwer Bürgermeister Ihor Terechow schrieb bei Telegram zunächst von 16 Verletzten und erheblichen Schäden nach einem Treffer auf ein Hochhaus.

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Ukrainische Soldaten der 48. Artilleriebrigade feuern eine Panzerhaubitze 2s22 Bohdana auf russische Stellungen an der Frontlinie in der Region Charkiw.  © Yevhen Titov/AP/dpa

2. Januar, 14.55 Uhr: Selenskyj macht Geheimdienstchef zu neuem Büroleiter

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (47) hat Geheimdienstchef Kyrylo Budanow (39) die Leitung des Präsidialamts übertragen.

Budanow wird damit Nachfolger von Andrij Jermak (54), der nach Hausdurchsuchungen der Korruptionsbehörden Ende November zurückgetreten war. Selenskyj berichtete in den sozialen Medien über eine Sitzung mit Budanow, in der er ihm den Posten angeboten habe.

Budanow leitete bisher den Militärgeheimdienst HUR. Selenskyj teilte mit, die Ukraine müsse sich stärker auf Sicherheitsfragen, die Entwicklung der Verteidigungs- und Sicherheitskräfte und den diplomatischen Weg der Verhandlungen konzentrieren.

Geheimdienstchef Kyrylo Budanow (39) übernimmt die Leitung des Präsidialamts.  © Uncredited/Ukrainian Presidential Press Office via AP/dpa

2. Januar, 12.16 Uhr: USA wissen über Drohnenangriffe Bescheid

Putin hatte am Montag auch US-Präsident Donald Trump über die Drohnenangriffe informiert.

Der Kreml erklärte, dass Russland zwar nicht aussteigen wolle aus den von Trump angestoßenen Verhandlungen über eine Beendigung des Krieges, aber eine härtere Position einnehmen werde. Kiew und Moskau werfen sich gegenseitig vor, den Vorfall zu benutzen, um die Friedensverhandlungen zu stören.

Unstrittig ist, dass die Ukraine in ihrem Kampf gegen Putins Angriffskrieg täglich auch russische Ziele angreift. Zweifel gibt es aber an der russischen Darstellung, dass Putins Residenz das Ziel gewesen sein soll.

Ein Mann in Tarnkleidung steht neben einer abgeschossenen Drohne, deren Ziel die Putin-Residenz gewesen sein soll.  © Uncredited/Russian Defense Ministry Press Service/AP/dpa

1. Januar, 15.57 Uhr: Ukrainischer Geheimdienst täuschte Tod von Milizenführer vor

Der ukrainische Militärgeheimdienst HUR hat Ende Dezember den Tod eines russischen Milizenführers fingiert, der in der Ukraine gegen Moskaus Truppen kämpft.

Geheimdienstchef Kyrylo Budanow zeigte am Neujahrstag in einem Video den totgeglaubten Denis Kapustin, Chef des russischen Freiwilligenkorps RDK. Es kämpft an der Seite ukrainischer Truppen gegen die russische Invasion.

1. Januar, 15.24 Uhr: Russische Besatzung meldet mehr als 24 Tote durch Beschuss

Im russisch kontrollierten Teil des Gebiets Cherson sollen der Besatzungsverwaltung zufolge mehr als 24 Menschen bei einem ukrainischen Drohnenangriff getötet worden sein.

Ein Café im Dorf Chorly am Schwarzen Meer sei von drei Drohnen getroffen worden, als dort Silvester gefeiert wurde, teilte Verwaltungschef Wladimir Saldo auf Telegram mit. Er sprach morgens zunächst von 24 Toten, sagte aber später, dass die Zahl höher liege. Weitere mindestens 25 Menschen seien verletzt wurden.

1. Januar, 13.04 Uhr: Ukraine setzt zwei neue Patriot-Flugabwehrsysteme ein

Die Ukraine hat nach Militärangaben mit deutscher Hilfe zwei weitere leistungsstarke Flugabwehrsysteme vom Typ Patriot erhalten.

Die Waffen seien bereits zum Schutz ukrainischer Städte und wichtiger Infrastruktur in Einsatz, teilte das Verteidigungsministerium in Kiew mit. Nach Angaben von Verteidigungsminister Denys Schmyhal sei dies möglich geworden "dank der jüngsten Vereinbarungen mit der deutschen Regierung".

Das Bundesverteidigungsministerium hatte im vergangenen August die schrittweise Lieferung von Komponenten für zwei Patriot-Systeme angekündigt. Deutschland werde im Gegenzug von den USA bevorzugt und schnell mit Patriots der neuesten Generation beliefert, hieß es damals. Norwegen kündigte im Sommer an, die Lieferung der zwei Systeme an Kiew finanziell zu unterstützen.

Wolodymyr Selensky ,kann sich über zwei Flugabwehrraketensysteme vom Typ "Patriot" freuen. (Archivbild)  © Jens Büttner/dpa

1. Januar, 7.28 Uhr: Laut CIA kein Angriff Kiews auf Putins Residenz

Der US-Geheimdienst CIA hat Medienberichten zufolge die Erkenntnis erlangt, dass die Ukraine weder den russischen Präsidenten Wladimir Putin ins Visier genommen noch eine seiner Residenzen angegriffen hat.

Das berichteten das "Wall Street Journal" sowie die Sender PBS und CNN unter Berufung auf namentlich nicht genannte Vertreter der US-Regierung. Damit widerspricht der US-Auslandsgeheimdienst schweren Vorwürfen aus Moskau vom Montag.

Zunächst hatte auch Präsident Donald Trump nach einem Gespräch mit Putin die Ukraine wegen des angeblichen Angriffs kritisiert.

1. Januar, 7.12 Uhr: Trump teilt russlandkritischen Artikel

Inmitten der Verhandlungen um ein Ende des Ukraine-Kriegs hat US-Präsident Donald Trump überraschend einen sehr russlandkritischen Artikel auf seiner Plattform Truth Social geteilt.

Das Boulevardblatt "New York Post" stellt in dem Stück Kremlchef Wladimir Putin als eigentliche Hürde auf dem Weg zum Frieden dar und geht hart mit ihm ins Gericht.

Unter anderem heißt es dort, jeder Angriff auf Putin sei "mehr als gerechtfertigt". "Wir brauchen seine Krokodilstränen nicht, stattdessen sollte der Druck erhöht werden". Es wird dafür plädiert, dass Russland keine weiteren Zugeständnisse gemacht werden sollten, sondern ein härteres Vorgehen nötig sei. Kiew habe seinen Teil beigetragen - nun liege es an Putin, zu handeln.

31. Dezember, 20.27 Uhr: Was Selenskyj in seiner Neujahrsbotschaft vermittelt

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (47) hat in seiner Neujahrsbotschaft den Glauben an den Frieden hervorgehoben.

Das auslaufende Jahr sei geprägt gewesen "von der Treue und Standhaftigkeit, den Prinzipien und der täglichen Arbeit der Ukrainer", teilte er auf Facebook und X mit. "Dieses Jahr wurde möglich dank unserer Verteidiger – denen, die es nicht nur für die Ukraine, sondern für alle verteidigt haben, die Freiheit und Würde schätzen."

Man gehe nun gemeinsam weiter "mit dem, was uns zusammenhält: Erfahrung und Erinnerung, unsere Muttersprache, Hoffnung und Glaube", teilte Selenskyj mit. Zudem nehme man die Fähigkeit zur Zusammenarbeit und Menschlichkeit in das neue Jahr mit. "Wir glauben an den Frieden, kämpfen dafür und arbeiten dafür", schloss er seine Botschaft mit den besten Wünschen für das neue Jahr.

Selenskyj posierte zusammen mit seiner Ehefrau Olena vor einem festlich geschmückten Weihnachtsbaum.

Wolodymyr Selenskyj resümiert, dass 2026 von "Treue und Standhaftigkeit" geprägt gewesen sei.  © Sebastian Gollnow/dpa

31. Dezember, 16.51 Uhr: Angriff auf Putin-Residenz? Ukraine spricht von Fake

Russland hat nach dem angeblichen Angriff Kiews auf eine Residenz von Kremlchef Wladimir Putin (73) erstmals mögliche Beweise präsentiert, darunter Reste einer mutmaßlich ukrainischen Drohne.

"Der Terroranschlag des Kiewer Regimes war zielgerichtet, sorgfältig geplant und erfolgte in mehreren Stufen", sagte der Chef der Luftabwehrraketentruppen der russischen Luft- und Raumfahrtstreitkräfte, Alexander Romanenkow, in Moskau.

In einem vom Verteidigungsministerium veröffentlichten Video listete der Generalmajor unter anderem Orte, genaue Uhrzeiten und Flugrouten einzelner Drohnen in der Nacht auf den 29. Dezember auf. Das Ministerium veröffentlichte zudem ein Video, auf dem ein Uniformierter in einem Wald und Fragmente einer angeblich ukrainischen Drohne zu sehen sind.

Es gebe einen großen, sechs Kilogramm schweren Sprengsatz an der Drohne "Tschaklun-B". "Es ist ein seltener Fall, dass wir einen nicht detonierten Kampfsatz haben", sagt der Mann mit dem verdeckten Gesicht in dem Video. Auf einem anderen, ebenfalls nicht überprüfbaren Video erzählt ein Mann - angeblich ein Augenzeuge - von Explosionsgeräuschen beim Abschuss der Drohnen.

Der ukrainische Auslandsgeheimdienst sprach von gefälschten Karten und Fakes der russischen Seite. Nach ukrainischen Medienberichten sah der Geheimdienst in Kiew darin den Beginn einer russischen Informationskampagne, um die Bemühungen der Ukraine und der USA für einen Friedensplan zu torpedieren.

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