Ukraine-Krieg: Waffenruhe rund um größtes Kernkraftwerk

Ukraine - Nach der jüngsten Gesprächsrunde von Vertretern aus Kiew und Washington zur Beendigung des russischen Angriffskriegs soll es schon Anfang März ein Treffen auch mit Gesandten aus Moskau geben.

Wolodymyr Selenskyj (48) warf Russlands Präsidenten Putin (73) abermals vor, für Frieden nicht bereit zu sein.
Wolodymyr Selenskyj (48) warf Russlands Präsidenten Putin (73) abermals vor, für Frieden nicht bereit zu sein.  © Ansgar Haase/dpa

Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) sagte nach den jüngsten Beratungen in Genf am Donnerstag, dass nun "alles, was für echte Sicherheitsgarantien erreicht wurde", finalisiert werden müsse. Ziel sei die Vorbereitung eines Treffens der Staatschefs.

Putin warf er erneut vor, nicht für einen Friedensschluss bereit zu sein. Putin stoppe seine "Kriegsmaschine" nicht. "Im Gegenteil, er bereitet sich darauf vor, weiter zu kämpfen", sagte Selenskyj.

Im Mittelpunkt der jüngsten Gespräche in Genf standen laut Rustem Umjerow (43), dem ukrainischen Chefunterhändler und Sekretär des Sicherheitsrates, wirtschaftliche Fragen sowie "langfristige Mechanismen zur Unterstützung der Ukraine".

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Ukraine Tot geglaubter Soldat meldet sich bei Familie: Jetzt will der Staat ein Haufen Geld

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27. Februar, 11.59 Uhr: Waffenruhe rund um größtes Kernkraftwerk

Für die Reparatur einer Stromleitung hat die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) erneut eine lokal begrenzte Waffenruhe um das Kernkraftwerk Saporischschja vermittelt.

IAEA-Chef Rafael Grossi zufolge laufen derzeit Minenräumarbeiten, um den Reparaturteams sicheren Zugang zu gewähren. Repariert werden soll die 330-Kilowatt-Leitung, die für die Stromversorgung des von russischen Truppen besetzen Kraftwerks im Südosten der Ukraine wichtig ist.

Die Versorgung über diese Leitung war nach Angaben der IAEA am 10. Februar unterbrochen worden. Die andere 750-Kilowatt-Leitung war demnach intakt geblieben.

Das seit März 2022 von russischen Truppen besetzte Kernkraftwerk Saporischschja ist das größte in Europa. (Archivfoto)
Das seit März 2022 von russischen Truppen besetzte Kernkraftwerk Saporischschja ist das größte in Europa. (Archivfoto)  © Kateryna Klochko/AP/dpa

27. Februar, 6.20 Uhr: Unterhändler kündigt Friedens-Treffen mit Russland an

Ukraines Chefunterhändler Rustem Umjerow (43) sagte am Donnerstag in Genf, dass ein Treffen mit russischen Vertretern in Abu Dhabi, der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate, geplant sei.

"Wir arbeiten am Abschluss der Sicherheitsparameter, wirtschaftlicher Lösungen und einer Abstimmung der Positionen, welche die Grundlage für weitere Einigungen bilden", schrieb er. Das Treffen solle so "konkret wie möglich" werden.

Russischen Staatsmedien zufolge war auch der vor allem für Wirtschaftsfragen zuständige Kreml-Berater Kirill Dmitrijew (50) für Gespräche mit der US-amerikanischen Delegation am Verhandlungsort in Genf.

Ukraines Chefunterhändler Rustem Umjerow (43, r.) weilte am Donnerstag zu Gesprächen im schweizerischen Genf.
Ukraines Chefunterhändler Rustem Umjerow (43, r.) weilte am Donnerstag zu Gesprächen im schweizerischen Genf.  © Martial Trezzini/Keystone/dpa

26. Februar, 11.46 Uhr: Ukraine und Russland tauschen Leichen aus

Moskau und Kiew haben nach russischen Angaben erneut mehr als 1.000 Soldatenleichen ausgetauscht.

Die Ukraine habe die sterblichen Überreste von 1.000 Soldaten von Russland erhalten, schrieb der russische Chefunterhändler bei den jüngsten Verhandlungen zwischen beiden Kriegsparteien, Wladimir Medinski, bei Telegram. Kiew übergab Moskau demnach 35 Soldatenleichen. Eine Bestätigung aus Kiew gab es zunächst nicht.

Russland und die Ukraine tauschen immer wieder Soldatenleichen aus. Allein im vergangenen Jahr erhielt Kiew nach offiziellen Angaben mehr als 15.000 Leichname gefallener Soldaten zurück.

Die Ukraine habe von Russland die sterblichen Überreste von 1000 Soldatenleichen erhalten.
Die Ukraine habe von Russland die sterblichen Überreste von 1000 Soldatenleichen erhalten.  © ---/Russian Defense Ministry Press Service/AP/dpa

26. Februar, 6.58 Uhr: Raketenalarm und Explosionen in Charkiw, Kiew und weiteren Städten

Nach Raketenalarm ist die ukrainische Hauptstadt Kiew am frühen Donnerstagmorgen Journalisten der Nachrichtenagentur AFP zufolge von mehreren Explosionen erschüttert worden.

"Die Luftverteidigung ist im Einsatz", erklärte der Leiter der Militärverwaltung von Kiew, Tymur Tkatschenko. Er rief die Einwohner auf, in Schutzräumen zu bleiben, bis der Alarm aufgehoben wurde. Die russische Armee greife Kiew mit Kampfdrohnen und ballistischen Raketen an, fügte er hinzu.

Auch die südöstliche Stadt Saporischschja wurde nach Angaben des Regionalgouverneurs Iwan Fedorow angegriffen. Er meldete mehrere Explosionen und mindestens einen verletzten Menschen.

In Krywyj Rih wurde bei einem russischen Angriff ein 89-jähriger Mann verletzt und ein Hochhaus durch einen Brand beschädigt.

In Charkiw im Nordosten der Ukraine waren Bürgermeister Ihor Terechow zufolge bei Angriffen russischer Schahed-Drohnen zwei Explosionen zu hören gewesen. Später meldete Terechow einen "kombinierten Luftangriff".
In Charkiw im Nordosten der Ukraine waren Bürgermeister Ihor Terechow zufolge bei Angriffen russischer Schahed-Drohnen zwei Explosionen zu hören gewesen. Später meldete Terechow einen "kombinierten Luftangriff".  © HANDOUT / STATE EMERGENCY SERVICE OF UKRAINE / AFP

26. Februar, 6.18 Uhr: Wieso Ungarn ein Veto gegen die EU-Kredite einlegt

Ungarn begründet seine Blockade damit, dass es über die durch die Ukraine führende Druschba-Pipeline nach einem russischen Angriff kein russisches Öl mehr bekomme, weil die Ukraine diese nicht repariere.

Ungarn hat sein Veto auch gegen einen EU-Kredit eingelegt, die wichtige Finanzhilfen für die Ukraine ermöglichen soll. Dabei geht es insgesamt um 90 Milliarden Euro, von denen 60 Milliarden Euro konkret für den Abwehrkampf der Ukraine bestimmt sind.

Der CDU-Politiker Wadephul erklärte, die Pipeline müsse "natürlich repariert werden". Er widersprach aber dem von Budapest hergestellten Zusammenhang zu dem Veto. Er sei erschüttert über das ungarische Verhalten. "Es verrät seinen eigenen Freiheitskampf."

Ungarns Staatschef Viktor Orban (62) wehrt sich gegen eine Unterstützung der Ukraine, weil dort die Druschba-Pipeline nicht repariert werde.
Ungarns Staatschef Viktor Orban (62) wehrt sich gegen eine Unterstützung der Ukraine, weil dort die Druschba-Pipeline nicht repariert werde.  © Marton Monus/-/dpa

25. Februar, 22.28 Uhr: Selenskyj telefoniert mit Trump zu weiteren Gesprächen

Der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj (48) hat mit US-Präsident Donald Trump (79) über die nächsten Verhandlungen für ein Ende des russischen Angriffskriegs gesprochen.

Bei dem Telefongespräch seien auch Unterhändler Steve Witkoff (68) und Trumps Schwiegersohn, Jared Kushner (45), anwesend gewesen, teilte Selenskyj am Abend auf seiner Internetseite mit. Demnach dankte Selenskyj für die US-Vermittlung.

An diesem Donnerstag sind ihm zufolge Gespräche zwischen den USA und der Ukraine in Genf geplant.

25. Februar, 22.24 Uhr: Selenskyj verleiht Wadephul Verdienstorden - aber nur zweiter Klasse

Bundesaußenminister Johann Wadephul (63, CDU) ist vom ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj (48) mit dem Orden "Für Verdienste" zweiter Klasse ausgezeichnet worden.

Allerdings erhalten "Minister souveräner Staaten" dem Statut des Ordens zufolge eigentlich den Orden erster Klasse. So wurde Verteidigungsminister Boris Pistorius (65, SPD) 2024 von Selenskyj mit dem Verdienstorden erster Klasse ausgezeichnet. Weshalb Wadephul nur die zweite Stufe bekommt, warunklar. Eine Anfrage an das Präsidentenbüro blieb zunächst unbeantwortet.

Die zweite Stufe ist dem Statut zufolge eigentlich für Stellvertreter von Regierungs- und Parlamentschefs, Minister und Leiter anderer zentraler Behörden und Botschafter vorgesehen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48, l.) hat Deutschlands Außenminister Johann Wadephul (63, CDU) den Verdienstorden zweiter Klasse verliehen. (Archivbild)
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48, l.) hat Deutschlands Außenminister Johann Wadephul (63, CDU) den Verdienstorden zweiter Klasse verliehen. (Archivbild)  © Uncredited/Ukrainian Presidential Press Office via AP/dpa

25. Februar, 21.19 Uhr: Ukraine erhöht Renten kräftig um über zwölf Prozent

Trotz hoher Ausgaben im Krieg mit Russland hat die ukrainische Regierung jetzt eine kräftige Rentenerhöhung für die über zehn Millionen Rentner angekündigt.

"Ab dem 1. März werden die Renten und Versicherungsleistungen für Millionen Ukrainer um 12,1 Prozent steigen", teilte Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko (40) mit.

Die Erhöhung liege über der Inflation und setze die Rentenerhöhungspolitik der Jahre 2021 bis 2025 fort. Zum Vergleich: In Deutschland werden zum 1. Juli Rentenerhöhungen von etwa 3,7 Prozent erwartet. Die Renten in der Ukraine sind traditionell sehr gering.

25. Februar, 21.11 Uhr: Ungarns Regierungschef unterstellt Ukraine feindselige Absichten

Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban (62) hat eine Verstärkung des militärischen und polizeilichen Schutzes für die Energie-Infrastruktur in seinem Land angeordnet.

Grund seien Befürchtungen, dass das Nachbarland Ukraine die Störung der ungarischen Energieversorgung plane, erklärte Orban nach einer Sitzung des Verteidigungsrats in einer Video-Botschaft bei Facebook ohne eine Grundlage für die Befürchtungen zu nennen. Zum Verteidigungsrat gehören unter anderem die Führungen der Armee und der Geheimdienste.

Ferner werde ein Flugverbot für Drohnen in der Nähe der ukrainischen Grenze, in der ungarischen Region Szatmar-Szabolcs-Bereg, verhängt. "Ich sehe, dass die Ukraine weitere Aktionen vorbereitet, um die Funktionsweise des Energiesystems Ungarns zu stören. Darum habe ich angeordnet, dass die Verteidigung kritische Energie-Infrastruktur verstärkt wird", sagte Orban. Mehr Soldaten und Polizisten sollten für die "Verhütung von Angriffen" sorgen. Wie viele genau, sagte er nicht.

Ungarns Regierungschef Viktor Orban (62) lässt den Schutz der Energie-Infrastruktur seines Landes hochfahren.
Ungarns Regierungschef Viktor Orban (62) lässt den Schutz der Energie-Infrastruktur seines Landes hochfahren.  © Alex Brandon/Pool AP/AP/dpa

25. Februar, 19.12 Uhr: Bundestags-Beschluss zur Unterstützung der Ukraine

Zum vierten Jahrestag der russischen Invasion hat der Bundestag die deutsche Unterstützung für die Ukraine bekräftigt.

Über ihre Landesgrenzen hinaus verteidige sie Freiheit, Demokratie und die regelbasierte Weltordnung, heißt es in einem Antrag von CDU/CSU und SPD, der am Abend mit Koalitionsmehrheit beschlossen wurde. "Ein Hinnehmen von Landraub und Gewalt in Europa wäre eine Blaupause für weitere Staaten weltweit, die eine revisionistische oder territoriale Expansionspolitik verfolgen."

"Wir müssen zu einem Frieden kommen, der dauerhaft und gerecht ist", erklärte Außenminister Johann Wadephul (63, CDU). Einen solchen Frieden werde die Ukraine aber nur aus einer Position der Stärke erreichen können.

Titelfoto: Kateryna Klochko/AP/dpa

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