Cartagena (Spanien) - Als Besatzungsmitglieder des Kreuzfahrtschiffes "Sapphire Princess" eine Rettungsweste im Mittelmeer leuchten sehen, schrillen bei ihnen die Alarmglocken. Bei genauerem Hinsehen wird aus ihrer Vermutung traurige Gewissheit.
Das Kreuzfahrtschiff hatte am vergangenen Sonntag an einem Hafen in der Nähe Roms abgelegt, brach in Richtung Kopenhagen (Dänemark) auf. Doch als die "Sapphire Princess" am Abend des 21. April das Mittelmeer zwischen Spanien und Nordafrika durchkreuzte, machte die Crew eine alarmierende Entdeckung.
Wie "Mirror" berichtet, hatte die Besatzung gegen 18 Uhr im Meer eine leuchtend orangefarbene Rettungsweste umhertreiben sehen, woraufhin das Schiff ihren Kurs änderte, um der Sache nachzugehen.
Als sie die angepeilte Stelle erreicht hatten, fuhr ein Schnellboot der Rettungsweste entgegen.
Dann die traurige Gewissheit: Die Crew erreichte einen leblos umhertreibenden Körper, zog diesen aus dem Wasser und brachte ihn auf das Kreuzfahrtschiff.
In den darauffolgenden Stunden entdeckte die Besatzung noch vier weitere Leichen im Mittelmeer, die sie mit aller Vorsicht an Bord der "Sapphire Princess" schafften, wie Augenzeugen berichten.
Bei den Verstorbenen handelt es sich mutmaßlich um Migranten
"Es war sehr traurig, mit anzusehen. Ich habe innerlich gezittert. Die Besatzung hat es sehr gut geschafft, alle zu beruhigen, aber alle waren geschockt", erinnert sich einer der Passagiere. Das Kreuzfahrtschiff legte am darauffolgenden Tag im spanischen Cartagena an.
Laut dem Kreuzfahrtunternehmen Princess Cruises handelte es sich bei den Verstorbenen weder um Passagiere noch um Besatzungsmitglieder. Derzeit wird vermutet, dass es Migranten waren, die bei einer Überfahrt verunglückten.