Toledo (Spanien) - Verheerender Unfall auf einer Bahnstrecke vor der spanischen Hauptstadt! Kurz vor dem Ort Toledo sollen mindestens 30 Menschen bei einem Zugunglück ums Leben gekommen sein.
Laut einem Bericht der spanischen Zeitung "El País" ereignete sich die Tragödie am Mittwochvormittag kurz vor 9 Uhr in der Nähe des Bahnhofes von Urda in Toledo.
Dort krachten aus bisher nicht eindeutig geklärten Umständen zwei Hochgeschwindigkeitszüge ineinander. Durch den heftigen Aufprall stürzten zwei Wagons die Böschung neben den Gleisen hinab.
Ester Padilla, eine Sprecherin der Regierung, erklärte am Vormittag in einem Interview: "Die Zahl der bestätigten Todesfälle, die derzeit bei zehn liegt, wird mit ziemlicher Sicherheit steigen."
Und sie sollte Recht behalten: Gegen 11.45 Uhr teilten die Behörden mit, dass die Zahl der Toten auf mindestens 30 gestiegen ist.
Demnach sollen sich zum Zeitpunkt des Unfalls 146 Fahrgäste in dem Zug der privaten Bahngesellschaft Iryo und 397 Personen in dem der spanischen Bahngesellschaft Renfe befunden haben. Letzterer soll auf den Iryo aufgefahren sein, weil dieser nach einem Systemausfall stehen geblieben war.
Weiter schilderte die Sprecherin, dass dieses Unglück "schlimmer sein könnte als Adamuz". Dort entgleiste Anfang des Jahres ein Zug der Bahngesellschaft Iryo. Bei dem Unfall kamen 42 Menschen ums Leben.
Zugunglück soll auf menschliches Versagen zurückzuführen sein
Die Behörden vor Ort arbeiten mit Hochdruck daran zu klären, wie es zu dem tragischen Unglück kommen konnte. Die erste Vermutung schließt auf ein menschliches Versagen als Unfallursache.
Demnach soll es kurz vor dem Unfall einen größeren Ausfall im Hauptsignalsystem in der Region gegeben haben, woraufhin acht Züge aus Sicherheitsgründen anhalten mussten. Das System, welches eigentlich automatisch funktioniert, wird während eines solchen Unfalls auf den manuellen Betrieb umgestellt, sodass Mitarbeiter der Bahninfrastrukturverwaltung selbst die Arbeit des Systems übernehmen müssen.
Der Mitarbeiter der spanischen Eisenbahninfrastrukturverwaltung (adif) soll laut erster Vermutung dem Renfe-Zug das Signal zum Weiterfahren gegeben haben. Dabei habe er jedoch nicht gesehen, dass sich der Iryo-Zug noch nicht in Bewegung gesetzt hatte und noch immer den Gleisabschnitt vor dem Renfe-Zug blockierte.
So raste die Bahn über die Strecke und krachte schließlich in die stehenden Wagons der anderen Bahn.
Erstmeldung am 28. Oktober 10.27 Uhr, aktualisiert am 28. Oktober 11.49 Uhr