Tragödie vor Milchladen: Menschen plötzlich bewusstlos, elf Tote, darunter auch Kinder

Ludhiana (Indien) - Die Behörden des indischen Bundesstaates Punjab untersuchen die Ursache eines mysteriösen Gaslecks, durch das mindestens elf Menschen ums Leben gekommen sind

Mitarbeiter der indischen National Disaster Response Force (NDRF) halfen bei der Evakuierung von Menschen wegen eines Gaslecks in Ludhiana.
Mitarbeiter der indischen National Disaster Response Force (NDRF) halfen bei der Evakuierung von Menschen wegen eines Gaslecks in Ludhiana.  © Uncredited/National Disaster Response Force/AP/dpa

Zu dem Unglück kam es am Sonntag in der Stadt Ludhiana. Bislang starben offenbar elf Personen, fast ebenso viele seien verletzt worden, berichtet die New York Times. Beamte riegelten den betroffenen Stadtteil ab, Hunderte Einwohner wurden evakuiert.

Sämtliche Opfer wurden in einem Industriegebiet und dort in der Nähe eines Milchladens, eines Lebensmittelgeschäftes sowie eines Krankenhauses gefunden. Einige von ihnen hatten demnach in Wohnungen über den Geschäften gelebt

Weil sich in dem Gebiet auch Fabriken zur Herstellung von Kleidung befinden, wohnen und arbeiten dort vor allem Wanderarbeiter aus den Bundesstaaten Uttar Pradesh und Bihar.

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Vorläufige Untersuchungen der Opfer und der Verletzten legten laut Aussage einer Ärztin in dem behandelnden Krankenhaus nahe, dass das Nervensystem der Geschädigten betroffen sei. "Viele der Toten wurden zunächst bewusstlos in ihren Häusern aufgefunden", sagte die Medizinerin.

Nach Polizeiangaben waren unter den Toten auch drei Kinder im Alter von neun bis 16 Jahren, die alle aus derselben Familie stammten. Viele Menschen hätten außerdem bewusstlos nahe der Molkerei auf der Straße gelegen.

Indiens Präsidentin Murmu reagiert betroffen

Als Hilfe bei der Evakuierung der Menschen wurde auch ein Team der "National Disaster Response Force" (NDRF) eingesetzt, das zudem Gasproben aus Abwasserkanälen in der Gegend entnahm, um das Gasleck zu identifizieren.

Indiens Präsidentin, Droupadi Murmu (64), reagierte auf Twitter, als sie die Nachricht von der Tragödie erreichte. Sie schrieb, dass auch Frauen und Kinder unter den Getöteten seien, und sprach den Hinterbliebenen ihr Beileid aus.

Es kommt immer wieder zu ähnlichen Katastrophen

In Indien sorgen Gaslecks seit Jahren immer wieder für Katastrophen. So starben 2020 wegen eines Lecks in der Nähe einer Chemiefabrik im Bundesstaat Andhra Pradesh elf Menschen, Hunderte erkrankten.

Im Jahr 2017 wurden etwa 200 Kinder in Neu-Delhi ins Krankenhaus eingeliefert, nachdem ein Gasleck aus einem Container sie bewusstlos gemacht hatte. Einige von ihnen kämpften damals auch mit Übelkeit und Reizungen der Augen.

Einer der schlimmsten Vorfälle ereignete sich 1984, als ein Gasleck in einer Pestizidfabrik des US-amerikanischen Chemieunternehmens "Union Carbide" im Zentrum der indischen Stadt Bhopal tausende Menschen tötete.

Titelfoto: Uncredited/National Disaster Response Force/AP/dpa

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