War Kapitän auf Drogen? 27 Tote und über 80 Vermisste bei tragischem Fährunglück
Georgetown (Guyana) - Schlimme Szenen vor Guyana. Unmittelbar vor der Küste des "Landes der vielen Gewässer" ist eine Fähre mit 179 Passagieren gesunken. Während einige Personen gerettet werden konnten, kamen 27 Menschen bei dem schweren Unglück ums Leben. Noch Tage später werden über 80 Personen vermisst.
Die Fähre "MV Barima" war in der Nacht von Samstag zu Sonntag vor der Flussmündung des "Essequibo" unterwegs, als sie aus bisher ungeklärten Gründen leckgeschlagen hat und gesunken ist, heißt es in einem Bericht des guyanischen Nachrichtenportals "News Source Guyana".
Zum Zeitpunkt der Havarie befanden sich offiziellen Angaben zufolge 179 Menschen an Bord der Unglücks-Fähre. Unmittelbar nach dem Notruf startete eine große Rettungsaktion, um die Passagiere der "MV Barima" vor dem Tode zu bewahren. Die Retter schafften es, 69 Personen lebend aus dem Wasser zu ziehen. Doch für 27 weitere kam jede Hilfe zu spät.
Bis heute läuft die Suchaktion vor der Küste des südamerikanischen Landes auf Hochtouren, da 83 Personen noch immer unauffindbar sind. Auch wenn die Einsatzkräfte und die Regierung noch etwas Resthoffnung hegen, ist davon auszugehen, dass die Zahl der Toten bei diesem Unglück die Marke von 100 übersteigen könnte, was den Vorfall zum verheerendsten Fährunglück in der Geschichte des Landes machen würde.
Die "MV Barima" war zum Zeitpunkt des Unfalls bereits seit 87 Jahren im Dienst. Trotz ihres enorm hohen Alters war sie jedoch seetauglich, versichert der Premierminister.
Fähren-Kapitän wurde positiv auf Drogen getestet
Unter den Überlebenden befand sich auch der Kapitän der "MV Barima", bei dem noch im Krankenhaus ein Drogentest durchgeführt wurde, der positiv ausfiel. Wie ein Minister in einer Pressemitteilung bekannt gab, fanden die Ärzte im Blut des Kapitäns Stoffe, die auf einen Cannabiskonsum hindeuten.
Das Nachrichtenportal interviewte im Krankenhaus zudem einige der Überlebenden. Alle berichteten von einem "lauten Knall", bevor die Wassermassen den Innenraum der Fähre fluteten.
Titelfoto: HANDOUT / NCN GUYANA / AFP
