Zugunglück mit 69 Toten in Spanien: Jetzt ermittelt die EU-Staatsanwaltschaft

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Von Jan-Uwe Ronneburger

Madrid/Luxemburg -  Die EU-Staatsanwaltschaft hat neun Tage nach dem Zugunglück in Spanien mit 69 Toten eine Untersuchung wegen möglichen Betrugs mit EU-Mitteln begonnen.

In Spanien kam es binnen eines Jahres auf derselben Hochgeschwindigkeitsstrecke zu zwei schweren Zugunfällen.
In Spanien kam es binnen eines Jahres auf derselben Hochgeschwindigkeitsstrecke zu zwei schweren Zugunfällen.  © Manu Fernandez/AP/dpa

In Madrid habe die spanische Polizei im Auftrag der EU-Behörde Unterlagen bei dem Schienenbetreiber Adif, der staatlichen Eisenbahnsicherheitsagentur (AESF) und dem spanischen Rechnungshof gesichtet, teilte die Europäische Staatsanwaltschaft (auf Englisch "Eppo") in Luxemburg mit.

Es geht um den Verdacht, dass es zu Unregelmäßigkeiten bei der Verwendung von EU-Mitteln für die Instandhaltung der Hochgeschwindigkeitsstrecke Madrid–Sevilla gekommen sein könnte.

Auf dieser ältesten der spanischen Hochgeschwindigkeitsstrecken hatten sich dieses Jahr zwei schwere Zugunglücke ereignet.

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Am 18. Januar starben bei dem Ort Adamuz in Andalusien 46 Menschen, als zwei Hochgeschwindigkeitszüge kollidierten.

Als wahrscheinlicher Grund gilt der Bruch einer Schiene, der zum Entgleisen eines der beiden Züge führte, der daraufhin mit dem entgegenkommenden Zug zusammenstieß.

Erste Zugkatastrophe ereignete sich Anfang des Jahres

Die EU-Staatsanwaltschaft ermittelt wegen möglichen Betrugs mit EU-Geldern.
Die EU-Staatsanwaltschaft ermittelt wegen möglichen Betrugs mit EU-Geldern.  © Horst Galuschka/dpa

Damals eröffnete die Eppo das erste Ermittlungsverfahren wegen möglichen Subventionsbetrugs bei der Verwendung von Geldern für die Erneuerung der Gleise.

Am Mittwoch vergangener Woche fuhr dann ein Zug nahe der Gemeinde Urda rund 130 Kilometer südlich von Madrid mit hoher Geschwindigkeit von hinten auf einen stehenden Zug auf. Dabei starben 69 Menschen.

Die Ermittlungen zur Ursache konzentrieren sich auf den Ausfall des Zugsicherungssystems LZB und mögliche Fehler bei den Anweisungen aus dem Kontrollzentrum des Netzbetreibers Adif.

Das nun begonnene zweite Ermittlungsverfahren bezieht sich auf EU-Gelder, die für die Erneuerung und Modernisierung der Sicherheits-, Signal- und Kommunikationssysteme vorgesehen waren.

Titelfoto: Fotomontage/Manu Fernandez/AP/dpa/ Horst Galuschka/dpa

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