"USA wollten John McAfee tot sehen": Gerüchte um Gefängnis-Tod brodeln!

Los Angeles - Anti-Viren-Guru John McAfee (†75) ist tot - gestorben in einem spanischen Gefängnis. Nicht nur seine Ehefrau zweifelt an einem Selbstmord. Nun meldet sich sogar Edward Snowden zu Wort.

McAfee (†75) erfand zwar eine Anti-Viren-Software, war aber alles andere als ein verkopfter Informatiker: Wegen seinem ausschweifenden Leben wurde er mehrere Male festgenommen.
McAfee (†75) erfand zwar eine Anti-Viren-Software, war aber alles andere als ein verkopfter Informatiker: Wegen seinem ausschweifenden Leben wurde er mehrere Male festgenommen.  © dpa/EPA/CRUZ FIGUEROA

Viele kennen ihn nur durch die kostenlose Anti-Viren-Software, deren rote Werbe-Slogans mehr nervten als nutzten. Die Software verlor an Erfolg, als Gründer John McAfee im Verdacht stand, selbst Viren erschaffen zu haben, um mehr Kunden zu bekommen - ein Skandal in der allzu komplizierten Hackerwelt.

Doch der Programmierer war alles andere als ein verkopfter Informatiker: Sein ausschweifendes Leben mit vielen Frauen, Drogen, Waffen und Steuerhinterzug führte am Ende dazu, dass er hinter Gittern landete - in einem spanischen Gefängnis.

Im Oktober 2020 war er verhaftet worden - am Mittwoch fanden ihn Beamte tot in seiner Zelle auf. Die Knast-Verwaltung sprach laut Welt davon, dass alles nach einem augenscheinlichen Selbstmord aussehe. Doch war dem wirklich so?

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Seine Ehefrau Janice Dyson (38) hat jetzt auf Twitter Zweifel daran geäußert. Schon vorher dokumentierte sie auf der Plattform, wie mit ihrem Mann umgegangen werde und beschwerte sich.

So schrieb sie noch am 23. April: "John geht es gut. Wir sprechen mehrmals jeden Tag und er ist sehr taff, aber auch angespannt, und will unbedingt raus." Nicht nur besorgt, sondern auch deutlich politischer klang ein Post, den sie am 20. Juni, kurz vor seinem Tod, absetzte: Darin schrieb sie, John sei ein "extrem polarisierender" Mensch, "aber besser als die meisten anderen".

John McAfees Frau Janice Dyson zweifelt an Selbstmord

Janice McAfee: "Mein Ehemann lässt sich nicht zum Schweigen bringen!"

John McAfee stand gerne in der Öffentlichkeit und sagte dort seine Meinung.
John McAfee stand gerne in der Öffentlichkeit und sagte dort seine Meinung.  © Christoph Dernbach/dpa

Seine Ehrlichkeit hätte ihm Probleme mit korrupten Staaten gebracht, weil er sagte, was er denke und sich nicht zum Schweigen bringen lasse, sagte die Witwe.

Danach macht sie mit einer ungeheuerlichen Behauptung deutlich, mit welcher Regierung sich es ihr Ehemann besonders verscherzt hätte: mit den Vereinigten Staaten!

Janice schrieb, die US-Behörden wollten ihren Mann im Gefängnis sterben sehen, um das als eine Warnung dastehen zu lassen für alle, die sich ebenfalls trauen, den Mund aufzumachen gegen die Regierung.

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Auch an den Medien übte sie Kritik, und kam zu dem Schluss, dass es keine Gerechtigkeit in Amerika mehr gebe. "Entweder, du spielst mit, oder du wirst gef*ckt. Das sind die einzigen zwei Möglichkeiten", waren ihre anklagenden Worte.

Es klingt wie in einem Krimi oder Verschwörungstheoretiker-Roman, was die ehemalige Prostituierte da erzählt. Laut der New York Post habe der Multimillionär bei seiner Inhaftnahme sogar gesagt: "Wenn ich mich aufhänge, wie Epstein, wird das nicht meine Schuld sein." Der wegen sexuellen Missbrauchs verurteilte Jeffrey Epstein hatte sich im August 2019 umgebracht. All diese Anschuldigungen und Behauptungen werfen mehr Fragen auf, als sie beantworten.

Auch Edward Snowden (38) übt Kritik

Im November sagte John McAfee noch, seine Erfahrung im spanischen Gefängnis sei ein "faszinierendes Abenteuer". Nun kritisiert nicht nur seine Ehefrau, sondern auch Edward Snowden (38) die Vorgehensweise des Gefängnisses.
Im November sagte John McAfee noch, seine Erfahrung im spanischen Gefängnis sei ein "faszinierendes Abenteuer". Nun kritisiert nicht nur seine Ehefrau, sondern auch Edward Snowden (38) die Vorgehensweise des Gefängnisses.  © Alan Diaz/AP/dpa

Doch noch eine andere umstrittene Person schließt sich den Gerüchten an, dass bei McAfees Tod nicht alles mit rechten Dingen zuging: Ex-NSA-Mitarbeiter Edward Snowden (38) schrieb auf Twitter, Europa solle sein Gerichtssystem überarbeiten, denn die Gefängnisse seien "grausam".

Er sorgte sich darum, ob Whistleblower Julian Assange (49) der nächste sei, dem es an den Kragen ginge und forderte, Auslieferungen von Menschen in die USA zu stoppen, denen kein Gewaltverbrechen vorgeworfen werde.

Im November hatte McAfee laut Welt noch gesagt, seine Erfahrung im spanischen Gefängnis sei ein "faszinierendes Abenteuer".

In den folgenden Monaten habe er viele Gedichte geschrieben und versucht, Kontakt zu seinen Mithäftlingen aufzunehmen. Nur wenige von ihnen sprachen Englisch, was seine Isolation verstärkte.

Deutsche und amerikanische Medien sprachen in ihrem Nachruf von einem "Rockstar" und selbsternannten "Yoga-Master und Anti-Viren-Guru". Ob an den Gerüchten und der Kritik etwas dran ist, ließ sich bis jetzt noch nicht ergründen.

Normalerweise zieht die Redaktion von TAG24 es vor, nicht über mögliche Suizide zu berichten. Da es bei dem Vorfall aber um eine prominente Persönlichkeit geht, hat sich die Redaktion entschieden, es doch zu thematisieren.

Solltet Ihr selbst von Selbsttötungsgedanken betroffen sein, bei der Telefonseelsorge findet Ihr rund um die Uhr Ansprechpartner, natürlich auch anonym. Telefonseelsorge, bundeseinheitliche Nummer: 08001110111 oder 08001110222 oder 08001110116123.

Titelfoto: Alan Diaz/AP/dpa

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