Leipzig - Die drei sächsischen Großstädte setzen für die Wärmewende vor allem auf Fernwärme. In Leipzig sollen bis 2045 circa die Hälfte aller Haushalte an das Netz angeschlossen werden und dafür wird überall in der Stadt kräftig ausgebaut. Aber sind die Preise fair?
"Fernwärme ist im Gegensatz zu Gas und Strom ein monopolisierter Markt. Beim geplanten Ausbau muss deshalb ein wesentlicher Fokus auf Fairness und Transparenz der Preise liegen", erklärt Energiereferent Lorenz Bücklein am Mittwochmorgen in einer Pressemitteilung.
Den Verbraucherschützern sind seit der Energiekrise 2022/23 Preissteigerungen in allen drei Netzen der Großstädte aufgefallen.
"Waren zuvor Arbeitspreise von 5 bis 7 ct/kWh die Richtschnur, zahlen Fernwärmekunden nun zwischen 10,5 bis knapp 15 ct/kWh. Den Ursachen für diese nun dauerhaft erhöhten Preise wollen wir auf den Grund gehen", begründet Bücklein.
Die Verbraucherschützer kritisieren: "Zwar sind die Gaspreise an den Märkten seit Beginn des Ukrainekriegs an den Weltmärkten wieder gesunken. Bei den Verbrauchern, die Fernwärme beziehen, kommt dieser Preiseffekt aber bisher viel zu wenig an".
Die Verbraucherzentrale möchte Rechnungen und Verträge einsehen
Deswegen werden im Rahmen eines Verbraucheraufrufs in Leipzig jetzt Vertragspartner der Stadtwerke gesucht. Dazu zählen Hauseigentümer, Wohnungseigentümergemeinschaften sowie private Vermieter mit fernwärmeversorgten Objekten. Anhand der Verträge und Abrechnungen der letzten fünf Jahre möchte man nachvollziehen, ob die Preise zulässig sind.
Eine mögliche Sammelklage wird in diesem Zusammenhang ebenfalls geprüft.
Gleichzeitig ist die Verbraucherzentrale auch bereit, mit den Stadtwerken Leipzig Gespräche zu führen, wenn sie ihre Preisgestaltung offen legen wollen.
Weitere Informationen findet Ihr auf der Webseite der Verbraucherzentrale Sachsen. Dort könnt Ihr bis zum 31. August auch direkt Eure Verträge und Abrechnungen hochladen.